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Marokko hat mehr sehenswerte Orte, als in eine Reise passen. Das Problem ist nicht die Auswahl, sondern die Entfernung: Zwischen der Medina von Fès und den Dünen von Merzouga liegen sieben bis acht Stunden Fahrt. Deshalb ordnet dieses Ranking die schönsten Orte nicht nur nach Eindruck, sondern auch danach, wie gut sie sich kombinieren lassen. Jeder Ort hat eine eigene Seite mit den Details, die Planung für das ganze Land findest du in der Marokko Länderzentrale.
Neun Stätten in Marokko stehen auf der Welterbeliste der UNESCO, von den Medinas in Fès und Marrakesch über Meknès und Rabat bis zur portugiesischen Stadt Mazagan in El Jadida. Die Liste ist ein guter Anhaltspunkt, aber nicht vollständig: Die Wüste, der Atlas und Chefchaouen stehen nicht darauf und gehören trotzdem zu den Marokko Sehenswürdigkeiten, für die Menschen anreisen.
Die Top 10 im Überblick
| Rang | Ort | Warum hin | Zeitbedarf | Haken |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Medina von Fès | größte autofreie Altstadt, Gerbereien, Koranschulen | 2 Tage | ohne Plan verläuft man sich |
| 2 | Marrakesch | Jemaa el-Fna, Souks, Paläste, Gärten | 3 bis 4 Tage | voll, viele Schlepper |
| 3 | Erg Chebbi bei Merzouga | Sanddünen, Nacht im Camp | 3 Tage ab Marrakesch | weite Anfahrt |
| 4 | Aït-Ben-Haddou | Lehmburg im Flusstal | 2 bis 3 Stunden | mittags heiß und voll |
| 5 | Chefchaouen | blaue Medina im Rif | 1 Nacht | tagsüber Gruppen |
| 6 | Hoher Atlas | Dörfer, Wanderungen, Toubkal | 1 bis 3 Tage | im Winter Schnee |
| 7 | Essaouira | Hafen, Stadtmauer, Atlantik | 2 Tage | viel Wind |
| 8 | Volubilis und Meknès | römische Ruinen, Königsstadt | 1 Tag ab Fès | wenig Schatten |
| 9 | Hassan-II.-Moschee | Moschee mit Führung | 2 Stunden | Casablanca sonst eher nüchtern |
| 10 | Todra- und Dadès-Schlucht | Felswände, Oasen | halber Tag | nur auf der Durchfahrt sinnvoll |
Die Medinas: Fès und Marrakesch
Platz eins geht an die Medina von Fès. Fès el-Bali ist keine Kulisse, hier wird gearbeitet: Färber in den Gerbereien, Kupferschmiede, Weber, Esel, die Waren durch Gassen tragen, die kaum schulterbreit sind. Die Koranschulen Bou Inania und Al-Attarine zeigen Kachelmosaike, das Zellige, und Schnitzereien in Zedernholz, wie man sie sonst kaum so nah sieht. Rechne zwei volle Tage, den ersten am besten mit einem offiziellen Guide, weil du dich sonst im Labyrinth verlierst. Wie die Stadt als Ganzes funktioniert, steht in der Zentrale für Fès und seine Stadtteile.
Marrakesch ist lauter, bunter und touristischer. Der Platz Jemaa el-Fna verändert sich über den Tag komplett: Morgens ist er fast leer, ab dem späten Nachmittag bauen die Garküchen auf, abends drängen sich Musiker, Erzähler und Zuschauer. Drumherum liegen die Souks von Marrakesch, in denen du handeln musst, und etwas abseits Paläste und Gärten. Der Jardin Majorelle ist täglich von 8 bis 17.30 Uhr geöffnet, Tickets gibt es nur online (Stand November 2026). Komm früh, ab dem späten Vormittag stehen die Gruppen Schlange. Wie viele Tage du brauchst und wo du wohnst, klärt die Zentrale für Marrakesch.
Unser Rat: Plane in jeder Medina den ersten Vormittag ohne Einkaufsziel. Wer nur schaut und sich treiben lässt, lernt die Wege, und am zweiten Tag wird aus dem Gewirr eine Stadt, in der du dich zurechtfindest.
Wüste und Lehmburgen im Süden
Die Dünen des Erg Chebbi bei Merzouga sind über 100 Meter hoch, rot im Morgenlicht und so, wie man sich die Sahara vorstellt. Fast alle Besucher übernachten in einem Camp zwischen den Dünen, hin geht es auf dem Kamel oder im Geländewagen. Der Haken ist die Anfahrt: von Marrakesch rund zehn Stunden, von Fès sieben bis acht. Als Ausflug in drei Tagen mit Zwischenstopps funktioniert das gut, die Route und die Tourarten erklärt die dreitägige Wüstentour bis Merzouga.
Unterwegs kommst du an Aït-Ben-Haddou vorbei. Der befestigte Ksar aus Lehm zieht sich einen Hügel über dem Fluss Ounila hinauf und gehört zum Welterbe. Viele Filme und Serien wurden hier gedreht, im nahen Ouarzazate stehen die Studios. Geh früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang hinauf, mittags ist es heiß und voll. Weiter östlich lohnen die Schluchten von Todra und Dadès einen Halt. In der Todra stehen die Felswände so eng, dass du am Grund im Schatten läufst.
Typischer Fehler: Die Wüste als Tagesausflug ab Marrakesch buchen. Was als „Sahara an einem Tag“ verkauft wird, ist meist die Steinwüste Agafay. Die ist schön für einen Abend, hat aber keine Sanddünen.
Berge und blaue Stadt
Der Hohe Atlas ist von Marrakesch aus in gut einer Stunde erreicht. Das Dorf Imlil ist Ausgangspunkt für Wanderungen zu Berberdörfern und für den Toubkal, mit 4.167 Metern der höchste Berg Nordafrikas. Für die Besteigung brauchst du einen Bergführer und zwei Tage. Seit dem Erdbeben vom September 2023 wird in vielen Dörfern noch gebaut, Gäste sind dort trotzdem willkommen und wichtig für das Einkommen.
Chefchaouen im Rif ist der Ort, den du von Fotos kennst: Gassen und Treppen in Blau, darüber grüne Berge. Die Stadt ist klein, du hast sie in einem halben Tag gesehen. Bleib trotzdem über Nacht, denn morgens und abends gehört sie fast den Einwohnern. Fotografier die Häuser, nicht ungefragt die Menschen davor.
Küste und Königsstädte im Norden
Essaouira ist die schönste Stadt am Atlantik: eine Medina in Weiß und Blau innerhalb einer Festungsmauer, ein Hafen mit blauen Fischerbooten und frischem Fisch vom Grill. Der Wind macht Baden ungemütlich, Kitesurfer lieben ihn. Zwei Tage reichen.
Meknès und die Römerstadt Volubilis machst du am besten als Tagesausflug ab Fès. In Volubilis stehen Säulen, ein Triumphbogen und Bodenmosaike unter freiem Himmel, im Sommer fast ohne Schatten. Komm deshalb früh und nimm Wasser mit. Das Pilgerstädtchen Moulay Idriss liegt gleich daneben.
In Casablanca ist die Hassan-II.-Moschee der Grund für den Halt. Sie steht direkt am Meer, ihr Minarett ist über 200 Meter hoch, und sie ist eine der wenigen Moscheen im Land, die Nichtmuslime mit einer Führung betreten dürfen. Die Zeiten richten sich nach den Gebeten, kurze Hosen und unbedeckte Schultern sind nicht erlaubt. Rabat mit der Kasbah des Oudayas und dem Hassan-Turm ist entspannter als die anderen Königsstädte, und Tanger lohnt sich, wenn du mit der Fähre aus Spanien kommst oder dort deine Reise beendest.
Was sich weniger lohnt, als der Ruf sagt
Nicht jeder bekannte Name hält, was die Prospekte versprechen. Casablanca ist eine moderne Großstadt mit Verkehr und Büros, abgesehen von der Moschee und der Corniche verbringst du dort besser keinen ganzen Tag. Agadir wurde nach dem Erdbeben von 1960 neu gebaut und ist ein Badeort, keine historische Stadt. Wer Kultur sucht, ist in Essaouira richtig, wer Strand und Sonne im Winter will, in Agadir.
Auch die bekannten Fotomotive haben ihre Kehrseite. Die Gerbereien in Fès riechst du, bevor du sie siehst, und auf den Terrassen der Lederläden darüber wird nach dem Blick ein Kauf erwartet. Ein kleines Trinkgeld oder ein ehrliches „nein danke“ ist völlig in Ordnung. In Chefchaouen sind einige der beliebtesten Treppen inzwischen so überlaufen, dass Anwohner um Ruhe bitten. Und auf den Kamelritt in der Wüste kannst du verzichten: Wer Tieren den Weg ersparen will, geht zu Fuß auf die Düne, der Sonnenaufgang ist derselbe.
So kombinierst du die Orte
Die Marokko Sehenswürdigkeiten lassen sich in drei Blöcke teilen: Marrakesch mit Atlas und Essaouira, der Süden mit Aït-Ben-Haddou, Schluchten und Wüste, der Norden mit Fès, Meknès, Chefchaouen, Rabat und Tanger. Mit einer Woche schaffst du einen Block entspannt, mit zehn Tagen zwei, mit zwei Wochen alle drei. Wie das konkret aussieht, mit Fahrzeiten und Übernachtungsorten, zeigt die Rundreise durch Marokko. Und wann welche Region am angenehmsten ist, steht bei der Reisezeit für Marokko.
Eintritte sind in Marokko meist moderat, teuer werden vor allem Führungen, Wüstentouren und private Fahrer. Was du für Paläste, Gärten und Ausflüge einplanen solltest, steht bei den Preisen in Marokko.
Häufige Fragen
Welche sind die vier Königsstädte Marokkos?
Fès, Meknès, Rabat und Marrakesch. Jede war in einer Epoche Sitz eines Sultans, deshalb stehen dort Paläste, Stadtmauern und Moscheen aus verschiedenen Dynastien. Fès und Marrakesch haben die größten Medinas, Meknès die mächtigsten Tore, Rabat ist heute Hauptstadt und Sitz des Königs. Mit dem Zug liegen Rabat, Meknès und Fès nah beieinander, Marrakesch ist weiter entfernt.
Welche Landschaften gibt es in Marokko?
Erstaunlich viele auf engem Raum: das grüne Rif-Gebirge im Norden, fruchtbare Ebenen an der Atlantikküste, der Hohe Atlas mit Gipfeln über 4.000 Metern, Oasentäler mit Palmen und Lehmdörfern südlich davon und schließlich Stein- und Sandwüste. Die Sanddünen des Erg Chebbi bei Merzouga sind das, was die meisten mit Sahara verbinden.
Ist Chefchaouen den langen Umweg wert?
Wenn du ohnehin von Fès nach Tanger fährst, ja. Als eigener Abstecher kostet die blaue Stadt im Rif hin und zurück einen vollen Tag Fahrt. Bleib dann über Nacht, denn tagsüber füllen Busgruppen die Gassen, und das schönste Licht hast du am Morgen. Wer wenig Zeit hat, streicht sie besser als Fès oder die Wüste.
Darf man in Marokko eine Moschee von innen sehen?
In den meisten Moscheen nicht, Nichtmuslime haben dort keinen Zutritt. Die große Ausnahme ist die Hassan-II.-Moschee in Casablanca, die du mit einer Führung besichtigen kannst. Andere religiöse Bauten wie die Koranschulen Medersa Ben Youssef in Marrakesch oder Bou Inania in Fès sind als Baudenkmal geöffnet und zeigen dir die Kunst der Kachel- und Holzarbeiten aus der Nähe.




