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Petra ist größer, als die Fotos vom Schatzhaus vermuten lassen. Die Felsenstadt der Nabatäer zieht sich über mehrere Täler und Berghänge, und wer nur bis zur berühmten Fassade geht, hat vielleicht ein Fünftel gesehen. Wenn du Petra besuchen willst, entscheidest du deshalb zuerst über die Zahl der Tage, dann über die Tickets und erst danach über die Wege. Genau in dieser Reihenfolge ist dieser Ratgeber aufgebaut, mit Preisen, einem Zeitplan und ehrlichen Hinweisen zu Hitze, Gedränge und Tieren. Wie Petra in eine Reise durch das ganze Land passt, steht im Überblick zu Jordanien.
Die Stätte liegt direkt neben der Kleinstadt Wadi Musa, in der du Hotels, Restaurants und das Visitor Center findest. Der Name bedeutet Tal des Mose, und wie ein Wadi funktioniert, merkst du in Petra schnell: Bei Regen wird aus dem trockenen Tal innerhalb kurzer Zeit ein Wasserlauf. Seit 1985 steht Petra auf der Welterbeliste der UNESCO.
Wie viele Tage brauchst du für Petra?
Ein Tag reicht für den Hauptweg und das Kloster, wenn du fit bist und früh startest. Dann gehst du aber an vielem vorbei, und am Abend bist du müde. Zwei Tage sind für die meisten das richtige Maß: am ersten Tag der klassische Weg, am zweiten ein Aufstieg zu einem Aussichtspunkt oder ein ruhiger Seitenweg. Drei Tage lohnen sich für alle, die gern wandern und auch die längeren Routen gehen wollen.
| Aufenthalt | Was realistisch passt | Ticket (Stand November 2026) |
|---|---|---|
| 1 Tag | Siq, Schatzhaus, Königsgräber, Säulenstraße, Kloster | 50 JD |
| 2 Tage | dazu Opferplatz oder Al-Khubtha, abends Petra by Night | 55 JD |
| 3 Tage | dazu lange Wege wie Umm el Biyara, dazu Little Petra | 60 JD |
| Tagesbesuch ohne Übernachtung in Jordanien | nur Hauptweg, sehr knapp | 90 JD |
Bis zum Kloster und zurück kommen gut 12 Kilometer zu Fuß zusammen, mit Abstechern mehr. Viel davon ist Sand und Geröll, Schatten gibt es wenig.
Was Eintritt, Jordan Pass und Extras kosten
Tickets kaufst du am Visitor Center in Wadi Musa. Der Preis hängt davon ab, ob du mindestens eine Nacht in Jordanien verbringst. Wer nur für den Tag einreist, etwa von einem Schiff in Aqaba oder über eine Landgrenze, zahlt 90 JD. Kinder unter 12 Jahren sind tagsüber frei. Einen zusätzlichen Tag kannst du am Visitor Center für 5 JD anhängen, allerdings nur beim Ticket für 50 JD.
Für die meisten lohnt sich trotzdem der Jordan Pass. Er kostet 70, 75 oder 80 JD, je nachdem ob er einen, zwei oder drei aufeinanderfolgende Tage Petra enthält, und deckt über 40 weitere Sehenswürdigkeiten ab. Dazu entfällt die Visumgebühr von 40 JD, wenn du den Pass vor der Einreise kaufst und mindestens zwei volle Nächte im Land bleibst. Die genaue Rechnung erklärt die Seite zum Jordan Pass.
| Posten | Preis (Stand November 2026) |
|---|---|
| Petra 1/2/3 Tage mit Übernachtung | 50/55/60 JD |
| Petra ohne Übernachtung in Jordanien | 90 JD |
| Jordan Pass mit 1/2/3 Tagen Petra | 70/75/80 JD |
| Offizieller Guide für den Hauptweg, etwa 2,5 Stunden | 50 JD |
| Guide Hauptweg plus Kloster oder plus Opferplatz | 100 JD |
| Elektrowagen Visitor Center bis Schatzhaus, einfach/hin und zurück | 15/25 JD |
| Aussichtspunkte gegenüber dem Schatzhaus | 15 JD |
| Petra by Night | 30 JD, nicht im Jordan Pass |
Einen Guide buchst du direkt am Visitor Center. Er lohnt sich vor allem am ersten Tag, weil im Siq und an den Gräbern wenig erklärt wird. Nicht im Ticket enthalten sind Esel, Kamele, Kutschen und alles, was an den Ständen verkauft wird. Die Preise dafür sind Verhandlungssache, und ein kleines Bakschisch für eine Wegauskunft oder ein Foto ist üblich.
Der Hauptweg: vom Visitor Center bis Qasr al-Bint
Der Hauptweg ist laut der Petra-Behörde 3,9 Kilometer lang und leicht. Zuerst geht es über einen breiten Schotterweg, vorbei an ersten Blockgräbern, dann beginnt der Siq. Die gewundene Schlucht ist gut einen Kilometer lang und an den engsten Stellen nur wenige Meter breit. An den Wänden siehst du Reste der Wasserrinnen, mit denen die Nabatäer Quellwasser in die Stadt leiteten. Bis zum Schatzhaus brauchst du je nach Tempo bis zu einer Stunde.
Am Ende der Schlucht steht Al-Khazneh, das Schatzhaus. Der Name stammt aus einer Legende, nach der in der Urne oben an der Fassade ein Schatz versteckt war. Gebaut wurde es wohl als Grabmal. Danach wird das Tal breiter: die Fassadenstraße mit Gräbern, das in den Fels gehauene Theater, rechts am Hang die Königsgräber mit dem Urnengrab, dann die Säulenstraße und am Ende der Tempel Qasr al-Bint. Dort beginnt die Treppe zum Kloster, und dort findest du Restaurants und Toiletten.
Wer schlecht zu Fuß ist, nimmt einen der Elektrowagen, die laut Behörde täglich von 7 bis 17 Uhr fahren, vom Visitor Center zum Schatzhaus und auf einer zweiten Strecke vom Theater bis Qasr al-Bint. Für Kinder und Ältere ist das angenehmer als die Pferdekutschen, die über den holprigen Boden im Siq rumpeln.
Typischer Fehler: Erst gegen 10 Uhr am Visitor Center ankommen. Dann schieben sich die Gruppen durch den Siq, vor dem Schatzhaus stehen Hunderte Menschen, und die Mittagshitze erwischt dich auf dem Weg zum Kloster. Wer um 6 Uhr startet, hat die Schlucht fast für sich.
Kloster, Wanderwege, Petra by Night oder Little Petra?
Nach dem Hauptweg teilt sich die Planung. Welche Ergänzung passt, hängt von Kondition und Interesse ab.
- Du willst den zweiten großen Bau sehen: Der Aufstieg zum Kloster Ad Deir hat rund 800 Stufen, und am späten Nachmittag liegt die Fassade im besten Licht.
- Du willst Petra von oben sehen: Die Wanderwege in Petra zum Opferplatz oder auf Al-Khubtha führen über die Stadt und sind deutlich leerer als der Hauptweg.
- Du hast einen Abend frei: Petra by Night führt mit Kerzen durch den Siq zum Schatzhaus. Ob sich das lohnt, hängt stark von deinen Erwartungen ab.
- Du hast einen halben Tag übrig: Little Petra, auf Arabisch Siq al-Barid, liegt nördlich von Wadi Musa, ist klein und ruhig. Von dort führt ein Weg von hinten zum Kloster.
| Ergänzung | Dauer | Anstrengung | Für wen |
|---|---|---|---|
| Kloster Ad Deir | 3 bis 4 Stunden ab Qasr al-Bint, hin und zurück | mittel, viele Stufen | alle mit normaler Kondition |
| Opferplatz | 1,5 bis 3,5 Stunden je nach Route | anstrengend | wer Aussicht ohne Gedränge will |
| Al-Khubtha | 2 bis 2,5 Stunden ab den Königsgräbern | anstrengend, steil | Fotografen, Frühaufsteher |
| Petra by Night | etwa 2 Stunden | leicht | wer ohnehin in Wadi Musa schläft |
| Little Petra | 1 bis 2 Stunden vor Ort | leicht | Halbtag, Familien |
Petra vertiefen

Rund 800 Stufen, kaum Schatten und oben die größte Fassade Petras: wie lange der Aufstieg zum Kloster dauert, wann das Licht stimmt und warum du den Esel besser auslässt.

Opferplatz, Al-Khubtha, Hintereingang oder Umm el Biyara: welche Wege in Petra du allein gehst, wofür du einen Guide brauchst, wie lange sie dauern und was sie kosten.

Kerzen im Siq, Projektionen am Schatzhaus und viele Menschen: an welchen Abenden Petra by Night läuft, was es kostet, wie der Ablauf ist und für wen sich der Abend wirklich lohnt.

Eine kurze Schlucht mit Felsfassaden, Zisternen und Resten alter Wandmalerei, viel ruhiger als Petra: wie du hinkommst, was es kostet und wie du von hier zu Fuß zum Kloster gehst.
Ein Zeitplan für einen und für zwei Tage
Wenn du nur einen Tag hast, ist der Ablauf eng. Um 6 Uhr am Visitor Center, gegen 7 Uhr am Schatzhaus. Danach gehst du zügig bis Qasr al-Bint und steigst am Vormittag zum Kloster auf, bevor es heiß wird. Mittags machst du Pause, am Nachmittag schaust du dir auf dem Rückweg in Ruhe Königsgräber, Theater und Fassadenstraße an. Gegen 17 Uhr bist du zurück am Eingang.
Mit zwei Tagen wird es entspannter, und die Tagesplanung kann sich nach dem Licht richten:
- Erster Tag: früh mit Guide durch den Siq, Schatzhaus, Königsgräber, Säulenstraße. Am Nachmittag über den Weg durch das Wadi Farasa hinauf zum Opferplatz und von dort zurück zum Theater. Abends, falls es auf deinen Termin fällt, Petra by Night.
- Zweiter Tag: Am Vormittag mit dem Taxi nach Little Petra, am späten Mittag über den Hinterweg zum Kloster. Dort bist du am Nachmittag, wenn die Fassade Sonne bekommt, und gehst danach über den Hauptweg hinaus.
Für den Hinterweg brauchst du Kondition, für Familien mit kleineren Kindern ist der klassische Weg über die Treppen besser. Tipps für Petra mit Kinderwagen, Trage und kurzen Beinen stehen bei Jordanien mit Kindern.
Wann es leer ist und wie heiß es wird
Die angenehmsten Monate sind März bis Mai sowie Oktober und November. Dann sind die Tage warm, die Nächte frisch, und die Wege lassen sich auch mittags gehen. Im Sommer ist es tagsüber heiß, und auf den Treppen zum Kloster oder zum Opferplatz gibt es kaum Schatten. Im Winter kann es nachts empfindlich kalt werden, tagsüber ist es oft klar und ruhig. Wie sich das Klima im Land verteilt, zeigt die Reisezeit für Jordanien.
Leer ist es am frühen Morgen und in der letzten Stunde vor Schluss. Die Gruppen aus Amman und von den Schiffen in Aqaba kommen meist zwischen 9 und 15 Uhr. Am Wochenende, in Jordanien Freitag und Samstag, kommen zusätzlich Ausflügler aus dem Land.
Gut zu wissen: Nach starkem Regen kann sich der Siq in kurzer Zeit mit Wasser füllen. Das Auswärtige Amt erwähnt, dass 2025 zahlreiche Besucher aus der Schlucht evakuiert werden mussten. Wenn Regen angesagt ist, frag am Visitor Center nach, bevor du hineingehst, und folge sofort den Anweisungen des Personals.
Anreise und Übernachtung in Wadi Musa
Von Amman fährst du über den Desert Highway ungefähr drei Stunden, über den Kings Highway mit Stopps einen ganzen Tag. Von Aqaba und aus dem Wadi Rum bist du in rund zwei Stunden oder weniger da. Busse des Unternehmens JETT fahren von Amman nach Petra, Zeiten und Preise stehen auf der Seite des Betreibers. Wer flexibel sein will, nimmt einen Mietwagen in Jordanien, denn Little Petra und die Ausgangspunkte der Hinterwege liegen außerhalb.
Übernachte mindestens eine, besser zwei Nächte in Wadi Musa. Nur so stehst du um 6 Uhr am Eingang, und nur so zahlst du den normalen Eintritt statt 90 JD. Hotels unten am Visitor Center sparen dir morgens den Weg, im höher gelegenen Teil des Ortes wohnst du oft günstiger, brauchst aber ein Taxi. Wie sich die Unterkunftsarten unterscheiden, erklärt die Seite Übernachten in Jordanien. Von Petra geht es auf den meisten Routen weiter ins Wadi Rum.
Vor dem Gehen hilft das Petra Museum gleich neben dem Haupteingang. Es ist laut Tourismusbehörde täglich von 8:30 bis 19:30 Uhr geöffnet und zeigt in fünf Sälen rund 280 Funde, von Schmuck bis zu Inschriften. Eine halbe Stunde dort am Vorabend macht den Weg durch die Stadt am nächsten Morgen deutlich verständlicher.
Häufige Fragen
Kann man Petra derzeit besuchen?
Petra ist mit Stand November 2026 regulär geöffnet, die offiziellen Seiten melden keine Schließung. Das Auswärtige Amt rät aber seit dem 29. Oktober 2026 von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, und das schließt Petra ein. Grund ist die angespannte Lage in der Region, Flüge können kurzfristig ausfallen. Lies vor der Buchung die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise und kläre, was Airline und Versicherung bei Ausfällen übernehmen.
Welches Volk hat Petra gebaut?
Petra ist das Werk der Nabatäer, eines arabischen Volkes, das mit Weihrauch, Gewürzen und anderen Waren der Karawanen handelte. Ihre Kultur blühte laut UNESCO vom 4. Jahrhundert vor bis zum 1. Jahrhundert nach Christus. Später kamen Römer und Byzantiner. Nach schweren Erdbeben verlor die Stadt an Bedeutung, und 1812 machte der Schweizer Reisende Johann Ludwig Burckhardt sie in Europa bekannt.
Warum zählt Petra zu den neuen sieben Weltwundern?
Den Titel bekam Petra 2007 bei einer weltweiten Publikumsabstimmung, er ist also kein offizieller Status. Offiziell ist der Eintrag als UNESCO-Welterbe seit 1985. Begründet wird er mit den in den Fels gehauenen Grab- und Tempelfassaden, die griechisch-römische und orientalische Bauformen verbinden, und mit dem Wassersystem aus Kanälen und Dämmen, das eine Stadt mitten im trockenen Bergland möglich machte.
Ist die Felsenstadt Petra zerstört?
Nein. Die großen Felsfassaden wie Schatzhaus und Kloster sind gut erhalten, weil sie direkt aus dem Sandstein gehauen sind. Die frei gebauten Teile der Stadt, etwa Häuser und Säulen, wurden in der Antike durch Erdbeben stark beschädigt, deshalb liegen dort vor allem Ruinen. Heute setzen Wind, Regen, Sturzfluten und die vielen Besucher dem weichen Stein zu. Fass die Fassaden deshalb nicht an.


