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Rabat ist die Hauptstadt Marokkos, Sitz von König, Regierung und Botschaften, und das merkst du: breite Alleen, gepflegte Parks, wenig Hektik. Viele lassen die Stadt auf dem Weg zwischen Tanger, Fès und Casablanca aus, dabei bietet sie auf engem Raum, was andere Städte ausmacht, nur entspannter. Eine Kasbah über dem Atlantik, ein unvollendetes Minarett aus dem 12. Jahrhundert, eine Medina, in der du in Ruhe schauen kannst. Seit 2012 gehört Rabat mit Altstadt und der Neustadt aus der Protektoratszeit zum UNESCO-Welterbe. Wie die Stadt in deine Reiseplanung für das Land passt, zeigt der Überblick Marokko Urlaub.
Kasbah des Oudayas: Festung über der Flussmündung
Die Kasbah des Oudayas steht auf einem Felsen dort, wo der Fluss Bou Regreg in den Atlantik mündet. Du betrittst sie durch das mächtige Tor Bab Oudaya und kommst in ein Gewirr aus schmalen Gassen mit weiß und blau gestrichenen Häusern. Es ist ein Wohnviertel, also leise sein und keine Haustüren fotografieren, vor denen jemand sitzt.
Ganz vorn öffnet sich eine Terrasse mit Blick über die Flussmündung, den Strand und Salé auf der anderen Seite. Laut Tourismusbehörde umgeben Gärten die Kasbah, darunter der Andalusische Garten mit Orangenbäumen, ein schattiger Ort für eine Pause. Am späten Nachmittag ist das Licht am schönsten, dann siehst du auch die Surfer unten in den Wellen.
Gut zu wissen: Am Eingang der Kasbah sprechen dich oft Männer an, die dich führen wollen. Die Kasbah ist so klein, dass du keinen Führer brauchst. Ein freundliches Nein genügt, dann gehst du einfach geradeaus bis zur Aussichtsterrasse.
Hassan-Turm und Mausoleum Mohammed V.
Ungefähr zwei Kilometer flussaufwärts steht der Hassan-Turm, das Wahrzeichen der Stadt. Er ist das Minarett einer riesigen Moschee, deren Bau laut UNESCO im Jahr 1184 unter den Almohaden begann und nie vollendet wurde. Vom Gebetssaal sind nur die Stümpfe von Säulen übrig, die in Reihen auf dem Platz stehen. Der Turm selbst ist unvollendet geblieben und wirkt dadurch kompakt und schwer.
Gegenüber liegt das Mausoleum Mohammed V., in dem der König, der Marokko in die Unabhängigkeit führte, und seine Söhne bestattet sind. Am Eingang stehen Wachen in Uniform, oft zu Pferd. Besucher dürfen hinein und von einer Galerie in den Grabraum hinabschauen. Kleide dich angemessen, mit bedeckten Schultern und Knien, und verhalte dich ruhig.
Medina, Chellah und Museen
Die Medina von Rabat ist kleiner und übersichtlicher als die von Fès oder Marrakesch, die Gassen sind gerader, und du kannst ohne Druck schauen. Hier kaufen die Einwohner Kleidung, Obst und Haushaltsdinge. In der Rue des Consuls, wo früher die ausländischen Gesandten wohnten, findest du Teppiche und Handwerk. Gehandelt wird auch hier, aber freundlicher.
Laut Tourismusbehörde liegt die Chellah nahe der Stadtmauer: eine Nekropole aus der Zeit der Meriniden, darunter Reste der römischen Stadt Sala, alles umgeben von Gärten. Bekannt ist der Ort für die vielen Störche, die auf den alten Mauern brüten. Prüfe vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten vor Ort.
Bei schlechtem Wetter lohnen sich die Museen. Das Archäologische Museum zeigt Funde aus ganz Marokko, unter anderem aus Volubilis. Im Museum Mohammed VI. für moderne und zeitgenössische Kunst siehst du marokkanische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Wer Gärten mag, geht in den Botanischen Versuchsgarten Jardins d'Essais in der Neustadt.
Salé auf der anderen Flussseite
Gegenüber der Kasbah liegt Salé, eine eigene Stadt mit eigener Medina, die viel älter wirkt als ihr Ruf als Vorort. Mit der Tram fährst du über die Brücke in wenigen Minuten hinüber. Die Altstadt von Salé ist kaum auf Besucher eingestellt, Souvenirläden findest du dort fast keine. Dafür siehst du den Alltag: Handwerker, Märkte, Familien beim Einkauf. Kleide dich hier noch etwas zurückhaltender als in Rabat und frag, bevor du Menschen fotografierst. Am Ufer bei der Marina hast du den schönsten Blick zurück auf die Kasbah des Oudayas, vor allem kurz vor Sonnenuntergang. Wer nur einen Tag hat, lässt Salé aus. Mit zwei Tagen ist der Abstecher eine gute Ergänzung zur Hauptstadt.
Ein oder zwei Tage: so verteilst du die Orte
| Zeit | Tag 1 | Tag 2 |
|---|---|---|
| Vormittag | Hassan-Turm und Mausoleum | Chellah |
| Mittag | Medina, Mittagessen | Museum oder Jardins d'Essais |
| Nachmittag | Kasbah des Oudayas, Andalusischer Garten | Tram nach Salé oder Strand |
| Abend | Spaziergang am Flussufer | Weiterreise oder Abend in der Neustadt |
Ein Tag reicht für die Höhepunkte. Mit dem zweiten Tag gehst du gemütlicher und nimmst die Chellah und ein Museum dazu. Mehr als zwei Tage brauchen die wenigsten, außer sie nutzen Rabat als ruhige Basis für Ausflüge.
Unser Rat: Geh die Strecke vom Hassan-Turm zur Kasbah am Ufer des Bou Regreg entlang. Das dauert ungefähr eine halbe Stunde, und du siehst unterwegs die Marina und auf der anderen Seite Salé.
Anreise, Tram und Weiterreise
Rabat liegt an der wichtigsten Bahnstrecke des Landes. Der Bahnhof Rabat-Ville liegt mitten in der Neustadt, zu Fuß bist du in wenigen Minuten an der Medina. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq fährst du nach Tanger im Norden und nach Casablanca im Süden, normale Züge fahren auch nach Fès und Marrakesch. Laut Tourismusbehörde brauchst du mit dem Auto nach Casablanca ungefähr eine Stunde, nach Fès gut zwei Stunden und nach Tanger knapp drei. Aktuelle Zugzeiten und Preise zeigt die Staatsbahn ONCF (Stand November 2026).
In der Stadt gehst du viel zu Fuß. Für Salé auf der anderen Flussseite nimmst du die Tram, für längere Strecken ein Petit Taxi mit Taxameter. Der Flughafen Rabat-Salé liegt nordöstlich der Stadt.
Rabat passt gut als Station auf dem Weg von Tanger in den Süden oder als Tagesausflug ab Casablanca. Von hier fährst du am nächsten Morgen weiter nach Fès oder machst unterwegs Halt in Meknès und Volubilis. Wie sich die Königsstädte zu einer längeren Route verbinden, steht bei der Marokko Rundreise.
Baden, Klima und was du sonst wissen solltest
Unterhalb der Kasbah liegt ein Stadtstrand, an dem gesurft und gebadet wird. Die Brandung ist aber oft kräftig, schwimm nur bei ruhiger See und dort, wo andere Menschen im Wasser sind. Laut Tourismusbehörde ziehen sich in Richtung Casablanca kilometerlange Strände an der Küste entlang.
Das Klima ist dank des Atlantiks ausgeglichen. Im Sommer bleibt es meist angenehmer als im Landesinneren, im Winter mild, aber feucht und manchmal regnerisch. Die Abende am Wasser sind das ganze Jahr über frisch, nimm eine Jacke mit. Was in Marokko bei Kleidung, Geld und Fotografieren gilt, steht in den Marokko Reisetipps.
Häufige Fragen
Kann man in Rabat im Atlantik baden?
Ja, aber mit Vorsicht. Der Stadtstrand unterhalb der Kasbah des Oudayas ist bei Surfern und Familien beliebt, die Brandung ist oft kräftig, und es gibt Strömungen. Schwimm nur bei ruhiger See, wo Rettungsschwimmer sind, und achte auf Flaggen. Ruhigere und gepflegtere Strände liegen an der Küste südlich der Stadt Richtung Casablanca.
Wie groß ist Rabat?
Die Stadt selbst hat ungefähr eine halbe Million Einwohner, mit Salé auf der anderen Seite des Flusses und den Vororten ist der Großraum deutlich größer. Für Besucher wirkt Rabat trotzdem überschaubar: Medina, Kasbah, Hassan-Turm und Neustadt liegen nah beieinander, die meisten Wege gehst du zu Fuß, für Salé nimmst du die Tram.
Lohnt sich ein Tag in Rabat auf dem Weg von Tanger nach Fès?
Für viele ja. Rabat liegt an der Bahnstrecke von Tanger nach Süden, und von hier fahren Züge nach Fès. Wer morgens aus Tanger kommt, hat einen Nachmittag für Kasbah und Hassan-Turm, übernachtet und fährt am nächsten Tag weiter. Die Stadt ist ruhiger als Fès oder Marrakesch und ein guter Einstieg in die Reise.




