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Fès wirkt beim ersten Besuch überwältigend, und das ist keine Floskel. Die Altstadt ist ein dichtes Geflecht aus Gassen, durch die kein Auto fährt, Waren werden noch mit Eseln und Maultieren transportiert, und Handwerk ist hier Alltag, nicht Vorführung. Fès (oft auch Fes geschrieben) ist die älteste der vier Königsstädte und gilt in Marokko als Stadt der Gelehrten und Handwerker. Diese Seite ist deine Planung für Fes Marokko: wie die Stadt aufgebaut ist, wo du wohnst, wie viele Tage du brauchst und was du in der Umgebung siehst. Den Überblick über das ganze Land findest du bei Marokko Urlaub.
So ist die Stadt aufgebaut: drei Teile
Fès besteht aus drei Teilen, und die Stadtteile könnten kaum verschiedener sein:
| Stadtteil | Entstanden | Was du dort findest | Gut für |
|---|---|---|---|
| Fès el-Bali | ab dem späten 8. Jahrhundert | Medina, Souks, Medersen, Gerbereien | fast alles, was du sehen willst |
| Fès el-Jdid | 13. Jahrhundert | Königspalast, Mellah, ruhigere Gassen | Spaziergang, jüdisches Erbe |
| Ville Nouvelle | 20. Jahrhundert | Bahnhof, Hotels, Cafés, Avenuen | Ankunft, Mietwagen, modernen Komfort |
Fès el-Bali ist die eigentliche Altstadt und das, was die meisten meinen, wenn sie von Fès sprechen. Sie liegt in einem Talkessel, die Gassen fallen von den Toren zum Fluss hin ab. Seit 1981 ist die Medina von Fès UNESCO-Welterbe. Laut der marokkanischen Tourismusbehörde ist das Tor Bab Boujloud der einfachste Einstieg. Was du in der Altstadt im Einzelnen siehst, von den Gerbereien bis zu den Medersen, und wie du dich zurechtfindest, steht ausführlich auf der Seite Medina von Fès.
Fès el-Jdid, die „neue“ Stadt, ließen die Meriniden im 13. Jahrhundert als Herrschaftssitz anlegen. Hier stehen der Königspalast Dar el-Makhzen mit seinen prächtigen Toren, die du nur von außen siehst, und die Mellah, das alte jüdische Viertel mit Holzbalkonen und einem jüdischen Friedhof. Die Gassen sind breiter, es ist ruhiger, und du kannst ohne Guide gehen.
Die Ville Nouvelle entstand in der Zeit des französischen Protektorats. Hier liegen der Bahnhof, die meisten großen Hotels, Banken, Supermärkte und Cafés. Für Sehenswürdigkeiten fährst du von hier mit dem Petit Taxi in die Altstadt, ungefähr 10 bis 20 Minuten je nach Tor.
Fès entdecken

Zwei Hauptgassen, Dutzende Sackgassen und eine Gerberei, die man riecht, bevor man sie sieht: wie du dich in Fès el-Bali zurechtfindest und welche Orte du nicht auslassen solltest.

Riad Marokko: was ein Innenhofhaus in der Medina ausmacht, wie du die Lage prüfst, was mit Gepäck und Lärm passiert und wann ein Hotel besser passt.

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Wo wohnen: Riad in der Altstadt oder Hotel in der Neustadt?
Für Fès gilt noch stärker als für Marrakesch: Wohnen in der Altstadt lohnt sich. Morgens hörst du die ersten Händler, abends gehst du ohne Taxi zurück, und die Dachterrassen bieten den Blick über die Medina. Die meisten Unterkünfte in Fès el-Bali sind Riads oder Stadtpaläste, manche jahrhundertealt und aufwendig restauriert. Was du über Lärm, Treppen und Heizung wissen solltest, erklärt der Ratgeber Riads in Marokko.
Wichtig ist die Lage innerhalb der Medina. Riads in der Nähe von Bab Boujloud oder einem anderen Tor erreichst du mit Gepäck bequem, das Taxi hält dort. Tief im Inneren musst du mit Koffer zehn oder mehr Minuten durch steile Gassen. Frag vor der Buchung, an welchem Tor du abgeholt wirst.
Ein Hotel in der Ville Nouvelle passt, wenn du mit dem Mietwagen unterwegs bist, nur eine Nacht bleibst oder Wert auf Aufzug, Parkplatz und Pool legst. Du verlierst dafür das Erlebnis, morgens direkt in der Medina zu stehen.
Wie viele Tage und in welcher Reihenfolge?
- Ein Tag: Rundgang mit Guide durch Fès el-Bali, Gerberei am Vormittag, abends Blick von den Meriniden-Gräbern. Machbar, aber hektisch.
- Zwei Tage: am ersten Tag die großen Orte mit Guide, am zweiten Tag allein durch die Souks, in die Mellah von Fès el-Jdid und in den Garten Jnan Sbil zwischen den Stadtteilen.
- Drei Tage: dazu ein Ausflug nach Meknès und Volubilis. Laut Tourismusbehörde liegt Meknès ungefähr 64 Kilometer und eine knappe Stunde Fahrt entfernt.
- Vier Tage: Zeit für einen Hammam, Kochkurs oder einen Tag in den Thermen von Moulay Yacoub. Wie ein Hammambesuch abläuft, steht bei Hammam besuchen.
Unser Rat: Nimm für den ersten Vormittag einen offiziellen Guide. Nicht weil du es allein nicht schaffst, sondern weil du danach die Struktur der Altstadt verstanden hast und am zweiten Tag ohne Stress allein losgehst.
Anreise und Weiterreise
Fès ist gut angebunden. Der Bahnhof liegt in der Ville Nouvelle, Züge der Staatsbahn ONCF fahren nach Meknès, Rabat, Casablanca und Marrakesch. Von Rabat brauchst du ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden, von Marrakesch ungefähr sieben. Nach Tanger fährst du mit Umstieg und kannst einen Teil der Strecke im Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq zurücklegen. Aktuelle Zeiten zeigt die ONCF (Stand November 2026).
Der Flughafen Fès-Saïss liegt südlich der Stadt und wird auch direkt aus Europa angeflogen. Von dort fährst du mit dem Taxi in die Stadt, vereinbare den Preis vor der Fahrt oder lass dich von der Unterkunft abholen.
Mit dem Auto ist Fès Knotenpunkt für Routen in den Norden und Süden: nach Chefchaouen ungefähr dreieinhalb Stunden, laut Tourismusbehörde rund 194 Kilometer, in den Mittleren Atlas nach Ifrane gut eine Stunde, Richtung Sahara nach Merzouga ein langer Fahrtag. Wie das in eine größere Reise passt, zeigt die Marokko Rundreise. Fahren in der Medina ist unmöglich, das Auto steht während des Aufenthalts auf einem bewachten Parkplatz am Rand. Mehr dazu bei Mietwagen in Marokko.
Klima, Feste und was du einpackst
Fès liegt im Landesinneren, die Temperaturen schwanken stärker als an der Küste. Im Sommer wird es heiß, oft über 35 Grad. Im Winter ist es tagsüber mild, nachts kann es unter 5 Grad fallen, dazu kommt Regen. Die angenehmsten Monate sind März bis Mai sowie Oktober und November. Den Vergleich aller Regionen findest du auf der Seite beste Reisezeit für Marokko.
Laut Tourismusbehörde findet Anfang Mai das Festival der geistlichen Musik der Welt statt, begleitet von Jazzkonzerten in Riads. In diesen Tagen ist die Stadt voller, Unterkünfte sind früh ausgebucht. Im Ramadan bleiben viele Geschäfte in der Medina tagsüber kürzer offen, abends wird es dafür lebendiger.
Pack bequeme Schuhe mit fester Sohle ein, die Gassen sind steil und nach Regen glatt. Schultern und Knie bedeckt zu halten, ist in der Altstadt üblich und vermeidet Blicke. Für die Gerberei brauchst du keinen Duftschutz von zu Hause, meist bekommst du dort einen Minzzweig.
Sicherheit, Guides und typische Fallen
Für Fès gibt es keine besonderen Hinweise des Auswärtigen Amts, die Einschränkungen betreffen die Westsahara und die Grenzregion zu Algerien. Was dir in Fès eher begegnet, sind Menschen, die an deinem Besuch verdienen wollen. Sie sprechen dich an Toren und Kreuzungen an, bieten Hilfe an oder behaupten, eine Gasse sei gesperrt. Ein freundliches „nein, danke“ und weitergehen reicht fast immer. Wenn du dich verlaufen hast, frag in einem Laden nach dem Weg oder geh bergauf, denn die großen Tore liegen am oberen Rand der Altstadt.
Offizielle Guides tragen einen Ausweis und werden über das Tourismusbüro oder deine Unterkunft gebucht. Kläre vorher Dauer, Preis und ob Einkaufsstopps vorgesehen sind. Ein ehrlicher Satz zu Beginn, etwa dass du heute nichts kaufen willst, erspart viel Zeit in Teppichläden. Was beim Geld, Handeln und Trinkgeld üblich ist, steht in den Marokko Reisetipps. Wie die Altstadt im Vergleich zu Marrakesch wirkt, erklärt der Reiseführer Marrakesch.
Ausflüge ab Fès
Fès ist eine gute Basis für den Norden. Die römischen Ruinen von Volubilis und die Königsstadt Meknès verbindest du an einem Tag. Nach Chefchaouen im Rif-Gebirge fährst du besser mit Übernachtung, die Strecke ist zu lang für einen entspannten Tagesausflug. Rabat und die Atlantikküste erreichst du in gut zwei Stunden.
Ausflüge und Weiterreise ab Fès

Volubilis und Meknès an einem Tag: Römerstadt mit Mosaiken, Moulay Idriss und die Königsstadt von Moulay Ismail. Mit Route ab Fès, Zeitplan und Tipps.

Chefchaouen im Rif: was die blaue Medina ausmacht, wie du ohne Zug von Fès oder Tanger hinkommst, wo du wanderst und wie du respektvoll fotografierst.

Rabat an einem oder zwei Tagen: Kasbah des Oudayas, Hassan-Turm und Mausoleum, ruhige Medina, Chellah und Strand. Mit Anreise per Zug und Tram.

Merzouga am Erg Chebbi: welches Wüstencamp passt, worauf du beim Kamelritt achtest, wie du anreist und was die Nähe zu Algerien bedeutet.
Wer Fès als Teil einer längeren Reise plant, sollte sie nicht ans Ende legen, wenn die Kraft schon nachlässt. Die Stadt verlangt Aufmerksamkeit, und erst ausgeruht hast du wirklich etwas von den Gassen, den Werkstätten und der Ruhe der Innenhöfe hinter den Mauern. Wie die Souks im Detail aufgeteilt sind, siehst du am besten beim ersten Rundgang durch die Medina.
Häufige Fragen
Wie lange fährt man mit dem Zug von Marrakesch nach Fès?
Mit dem Zug der Staatsbahn ONCF brauchst du ungefähr sieben Stunden, je nach Verbindung auch länger. Die Strecke führt über Casablanca und Rabat. Mit dem Auto ist es ähnlich lang. Wer wenig Zeit hat, fliegt innerhalb Marokkos oder legt unterwegs eine Nacht in Rabat ein. Aktuelle Fahrpläne und Preise stehen auf der Seite der ONCF (Stand November 2026).
Wann ist die beste Reisezeit für Fès?
Frühling und Herbst. Von März bis Mai sowie im Oktober und November ist es tagsüber angenehm warm, die Abende sind frisch. Im Juli und August steigen die Temperaturen im Landesinneren oft über 35 Grad, in den engen Gassen staut sich die Hitze. Im Winter ist es tagsüber mild, nachts aber kalt und oft regnerisch. Dann zählt ein Riad mit guter Heizung.
Wie viele Tage braucht man für Fès und die Umgebung?
Für die Altstadt reichen zwei volle Tage: einen mit Guide für die großen Orte, einen auf eigene Faust. Mit einem dritten Tag kommt ein Ausflug nach Meknès und Volubilis dazu. Wer anschließend nach Chefchaouen oder in die Wüste fährt, plant Fès als Station mit drei Nächten.
Wie gehe ich in Fès mit aufdringlichen Helfern und falschen Führern um?
Freundlich, kurz und bestimmt. Wer dich anspricht und sagt, der Weg sei gesperrt oder die Gerberei geschlossen, will dich meist irgendwohin führen und dafür Geld. Sag „nein, danke“ und geh weiter. Offizielle Guides tragen einen Ausweis und werden über Unterkunft oder Tourismusbüro gebucht. Wertsachen trägst du nah am Körper, wie in jeder vollen Altstadt.

