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Die Einreise in den Orient ist für Deutsche meist unkompliziert, aber nicht einheitlich. Fünf der zehn Länder lassen dich ohne Visum ins Land, eines gibt dir das Visum kostenlos am Schalter, vier verlangen eine Gebühr oder einen Antrag vorab. Dazu kommen Unterschiede beim Dokument: Mit dem Personalausweis kommst du nur in zwei Länder. Dieser Überblick zeigt das Visum für den Orient im Vergleich, die Einzelheiten stehen auf den Einreiseseiten der Länder. Wie die Einreise in die übrige Planung passt, beschreibt der Fahrplan Reise planen.
Alle Länder im Vergleich
Die Angaben gelten für deutsche Staatsangehörige mit touristischem Aufenthalt, Stand November 2026. Visaregeln und Gebühren ändern sich, prüf sie vor jeder Reise. Die Spalte Kosten nennt nur die Visumgebühr, nicht Ausreise- oder Flughafengebühren, die meist schon im Ticket stecken.
| Land | Visum für Deutsche | Kosten | Aufenthalt | Personalausweis |
|---|---|---|---|---|
| Einreise VAE | visumfrei | keine | bis 90 Tage in 180 Tagen | nein |
| Einreise Oman | Visum bei Einreise | kostenlos bis 14 Tage | 14 Tage, länger mit eVisa | nein |
| Einreise Katar | Visum-Waiver bei Einreise | keine | bis 90 Tage in 180 Tagen | nein |
| Reisetipps Bahrain | bei Ankunft oder E-Visum | 5 BHD (14 Tage), 25 BHD (30 Tage), 80 BHD (E-Visum) | je nach Visum | nein |
| Einreise Jordanien | bei Ankunft oder online | 40 JD, mit Jordan Pass erlassen | je nach Visum | nein |
| Einreise Saudi-Arabien | eVisa vorab | zuletzt etwas über 500 SAR inkl. Versicherung, ungefähr | bis 90 Tage, 1 Jahr gültig | nein |
| Einreise Ägypten | bei Ankunft oder e-Visum | 30 US-Dollar, mehrfach 65 US-Dollar | 30 Tage | ja, mit zwei Passbildern |
| Einreise Tunesien | visumfrei | keine | bis 120 Tage | nein, auch nicht pauschal |
| Einreise Türkei | visumfrei | keine | bis 90 Tage in 180 Tagen | ja |
| Einreise Marokko | visumfrei | keine | bis 90 Tage | nein, auch nicht pauschal |
Für Bahrain gibt es auf diesem Portal keine eigene Einreiseseite, die Regeln stehen in den Reisetipps. Wer in Ägypten nur nach Sharm el Sheikh und an den Golf von Aqaba reist, kann laut Einreiseseite unter Bedingungen einen kostenlosen Sinai-Stempel für bis zu 15 Tage bekommen.
Der Reisepass: sechs Monate sind die Regel
Fast alle Länder verlangen, dass dein Reisepass am Tag der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist. Das prüfen oft schon die Airlines beim Check-in, nicht erst die Grenzpolizei. Vorläufige Reisepässe und Kinderreisepässe werden in den meisten Ländern anerkannt, in Tunesien etwa nur mit Rückflugticket und Nachweis ausreichender Geldmittel. Die Türkei ist großzügiger: Laut Auswärtigem Amt kommst du dort mit Dokumenten ins Land, die seit höchstens einem Jahr abgelaufen sind. Bei der Weiterreise und an Landgrenzen kann genau das aber Probleme machen.
Typischer Fehler: Mit dem Personalausweis zur Pauschalreise nach Tunesien oder Marokko. Beide Länder weisen dich damit laut Auswärtigem Amt zurück, auch bei Gruppen- und Charterreisen.
Wer mit Kindern reist, nimmt für jedes Kind ein eigenes Dokument mit. Für Marokko empfiehlt das Auswärtige Amt zusätzlich die Geburtsurkunden der Kinder.
Visumfrei, bei Ankunft oder online: was das praktisch heißt
Visumfrei bedeutet: Du stellst dich an die Schlange, zeigst Pass und manchmal Rückflug und Hotelbuchung und bekommst einen Stempel oder wirst elektronisch erfasst. Das gilt für die Emirate, Katar, Tunesien, die Türkei und Marokko. In Katar und im Oman lohnt es sich, Hotelbuchung und Rückflug griffbereit zu haben, weil sie bei der Einreise verlangt werden können.
Ein Visum bei Ankunft kaufst du am Flughafen, meist am Automaten oder Schalter vor der Passkontrolle. In Ägypten zahlst du in Kairo per QR-Code, in Bahrain mit Kreditkarte. In Jordanien entfällt die Gebühr, wenn du einen Jordan Pass kaufst und mindestens zwei Nächte bleibst. Der Pass enthält zudem den Eintritt für Petra.
Online-Visa beantragst du vorab. Für Saudi-Arabien ist das der Normalfall, für Ägypten eine Alternative, die etwas Zeit am Flughafen spart, aber mindestens sieben Tage Vorlauf braucht. Für Bahrain empfiehlt das Auswärtige Amt das elektronische Verfahren, weil die Abfertigung dann schneller geht.
Gut zu wissen: Ein Visum sagt nichts über die Sicherheitslage aus. Saudi-Arabien stellt weiter Visa aus, obwohl das Auswärtige Amt mit Stand 6. November 2026 vor Reisen warnt. Wie du die Hinweise einordnest, steht bei Sicherheit im Orient.
Mehrere Länder auf einer Reise
Wer zwei oder mehr Länder verbindet, braucht für jedes die eigene Einreise. Am Golf ist das meist einfach, solange du fliegst. Über Land wird es aufwendiger: Zwischen den Emiraten und dem Oman gibt es Grenzübergänge mit eigenen Formalitäten, und viele Vermieter erlauben den Grenzübertritt mit dem Mietwagen nur mit schriftlicher Genehmigung. Von Israel nach Jordanien kommst du über die King-Hussein-Brücke nur mit einem vorab beantragten Visum. Zwischen Ägypten und Jordanien verbindet eine Fähre über den Golf von Aqaba die beiden Länder. Welche Routen in der Praxis funktionieren, steht bei Länder kombinieren.
Beim Umsteigen ohne Einreise brauchst du am Golf in der Regel kein Visum. Wer den Flughafen verlassen will, reist ein und braucht die normalen Dokumente. Wie du aus dem Umstieg einen kurzen Aufenthalt machst, erklärt Stopover im Orient.
Zoll: was in kein Gepäck gehört
Visum und Pass sind das eine, beim Zoll scheitern Reisende an anderen Dingen. Die wichtigsten Regeln:
- Drohnen: In Marokko ist die Einfuhr streng verboten, in Ägypten nur mit vorheriger Genehmigung erlaubt, im Oman nur mit Genehmigung, in Tunesien kann allein die Einfuhr einen Verdacht begründen.
- Alkohol: In Katar und Saudi-Arabien ist die Einfuhr verboten, in den VAE sind bis zu vier Liter erlaubt. Der Vergleich steht bei Alkohol im Orient.
- Medikamente: Katar verlangt ein englisches Attest, die VAE begrenzen kontrollierte Mittel auf den Bedarf von drei Monaten, Saudi-Arabien erlaubt bestimmte Wirkstoffe nur mit Genehmigung der Arzneimittelbehörde.
- Bargeld: Ab bestimmten Beträgen musst du es anmelden, tunesische Dinar darfst du gar nicht ein- oder ausführen. Die Regeln stehen bei Geld im Orient.
- Antiquitäten: In der Türkei werden Erwerb und Ausfuhr von Kulturgütern hart bestraft, der Begriff wird weit ausgelegt.
Länger bleiben, Feiertage und Pilgerzeit
Wer länger bleibt als erlaubt, zahlt in den meisten Ländern pro Tag eine Gebühr, im Oman etwa 10 Rial, in Tunesien 20 Dinar pro angefangenem Fünf-Tages-Zeitraum. In Marokko wird eine Überschreitung laut Auswärtigem Amt strafrechtlich verfolgt. Plane deshalb mit Puffer, wenn du auf dem Rückweg umsteigst. Fällt dein Rückflug aus, etwa wegen gesperrter Lufträume am Golf, sprich früh mit Airline und Behörden, statt die Frist stillschweigend zu überziehen.
In Saudi-Arabien gelten zur Pilgerzeit der Hadsch besondere Regeln für Mekka und Medina, Mekka ist für Nichtmuslime ohnehin gesperrt. Im Ramadan arbeiten Behörden und Botschaften mit kürzeren Zeiten, Anträge dauern dann manchmal länger.
Kurz vor dem Abflug
- Pass prüfen: sechs Monate Restgültigkeit, eine freie Seite, unbeschädigt.
- Visum klären: visumfrei, bei Ankunft oder online, und den offiziellen Weg nutzen.
- Nachweise bereithalten: Hotelbuchung, Rück- oder Weiterflug, bei Bedarf Attest für Medikamente.
- Kreditkarte einpacken, mit der du Visumgebühren am Flughafen zahlen kannst.
- Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts lesen, dort stehen auch die aktuellen Einreiseregeln.
Häufige Fragen
In welche Orient-Länder kommt man nur mit dem Personalausweis?
Nach Stand November 2026 in die Türkei und nach Ägypten. Für Ägypten brauchst du dann zusätzlich zwei biometrische Passbilder, und der Ausweis muss noch sechs Monate gelten. In die Türkei akzeptiert die Grenze auch vorläufige Ausweise, das Auswärtige Amt rät beim vorläufigen Personalausweis aber ab. Marokko und Tunesien lassen den Personalausweis nicht gelten, auch nicht bei Pauschalreisen.
Braucht man für eine Rundreise durch mehrere Golfstaaten mehrere Visa?
Ja, jedes Land regelt die Einreise selbst. Für die VAE und Katar brauchst du als Deutscher kein Visum, im Oman gibt es für kurze Aufenthalte ein kostenloses Visum bei Ankunft, Bahrain verlangt eine Gebühr. Ein gemeinsames Touristenvisum für alle Golfstaaten gibt es nach unserem Stand November 2026 für Deutsche noch nicht. Prüf für jede Station die Seite des jeweiligen Landes.
Woran erkennt man eine offizielle Visum-Website?
Am sichersten nimmst du die Adresse aus den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts oder von der Seite der Botschaft. Viele Agenturen sehen aus wie Behördenportale, verlangen aber deutlich höhere Gebühren, ohne schneller zu sein. Für Saudi-Arabien ist das offizielle Portal visa.visitsaudi.com. Achte auf die Endung der Domain und auf den Betrag, der vor der Zahlung angezeigt wird.
Wie lange muss der Reisepass für den Orient noch gültig sein?
In fast allen Ländern noch mindestens sechs Monate ab dem Tag der Einreise. Eine Ausnahme ist die Türkei, die laut Auswärtigem Amt auch Dokumente akzeptiert, die seit höchstens einem Jahr abgelaufen sind. Darauf solltest du dich nicht verlassen, wenn du weiterreist oder über eine Landgrenze ausreist. Prüf das Datum vor der Buchung, ein neuer Pass braucht oft mehrere Wochen.




