Auf dieser Seite
Marokko lässt sich gut als Rundreise erleben, wenn du die Entfernungen ernst nimmst. Zwischen den Königsstädten im Norden und der Wüste im Südosten liegen Gebirge, und die Straßen darüber sind kurvig und langsam. Die 14-Tage-Route auf dieser Seite verbindet in zwei Wochen die Königsstädte Marrakesch und Fès, den Hohen Atlas, die Lehmburgen im Süden, die Sahara bei Merzouga, Fès mit Meknès und Volubilis, Chefchaouen und Tanger. Sie funktioniert mit Mietwagen, mit Fahrer oder als Kombination aus Tour und Zug. Den Überblick über Regionen und Reisestile findest du in der Marokko Länderzentrale.
Die Route auf einen Blick
| Tag | Etappe | Fahrzeit ungefähr | Nacht |
|---|---|---|---|
| 1 bis 3 | Ankunft und Marrakesch | keine | Marrakesch |
| 4 | über den Tizi n’Tichka nach Aït-Ben-Haddou | 4 Stunden | Aït-Ben-Haddou oder Ouarzazate |
| 5 | Tal der Rosen und Dadès-Schlucht | 3 bis 4 Stunden | Dadès |
| 6 | Todra-Schlucht und weiter nach Merzouga | 5 Stunden | Camp am Erg Chebbi |
| 7 | Tag in der Wüste | kurz | Merzouga |
| 8 | über Midelt und Ifrane nach Fès | 7 bis 8 Stunden | Fès |
| 9 und 10 | Medina von Fès | keine | Fès |
| 11 | Meknès und Volubilis als Ausflug | 2 Stunden gesamt | Fès |
| 12 | durch das Rif nach Chefchaouen | 4 Stunden | Chefchaouen |
| 13 | weiter nach Tanger | 3 Stunden | Tanger |
| 14 | Rückflug ab Tanger | keine |
Die Fahrzeiten sind reine Fahrzeiten ohne Pausen und Fotostopps. Rechne für die Tage 4, 6 und 8 deshalb jeweils einen vollen Tag. Für Tag 8 gilt: früh los, denn nach Einbruch der Dunkelheit fährst du in Marokko besser nicht mehr.
Marrakesch und der Weg über den Atlas
Die ersten drei Tage gehören Marrakesch. Am ersten Abend lernst du den Platz Jemaa el-Fna kennen, am zweiten Tag die Souks und Paläste, am dritten Gärten oder einen Ausflug ins Ourika-Tal. Wie du die Tage aufteilst, zeigt der Plan Marrakesch in drei Tagen. Wenn du mit Mietwagen weiterfährst, holst du ihn erst am Morgen von Tag 4 ab, in der Stadt brauchst du ihn nicht.
Am vierten Tag geht es über den Hohen Atlas. Der Pass Tizi n’Tichka liegt auf rund 2.260 Metern, die Straße ist gut ausgebaut, aber kurvig und voller Lastwagen. Von November bis März kann dort Schnee liegen, prüf vor der Abfahrt die Verkehrsinfos der Autobahngesellschaft auf ADMtrafic.ma, die das Auswärtige Amt für gesperrte Strecken empfiehlt. Kurz hinter dem Pass zweigt eine Nebenstraße zur Kasbah von Telouet ab, danach erreichst du Aït-Ben-Haddou. Übernachte dort oder im nahen Ouarzazate und geh am Abend oder früh am Morgen auf den Hügel, wenn die Lehmmauern rot leuchten.
Durch die Schluchten in die Sahara
Tag 5 führt durch das Tal des Dadès, vorbei an Kasbahs, Palmengärten und dem Ort Kalaat M'Gouna, wo im Mai Rosen geerntet werden. In der Dadès-Schlucht übernachtest du in einem der Gästehäuser am Fluss. Am Tag 6 fährst du weiter in die Todra-Schlucht, deren Felswände an der engsten Stelle nur wenige Meter auseinanderstehen. Beide Schluchten stehen bei der Todra- und Dadès-Schlucht im Detail.
Am Nachmittag erreichst du Merzouga am Rand des Erg Chebbi. Die meisten lassen das Auto an einer Unterkunft im Ort und reiten oder laufen zum Sonnenuntergang in ein Camp zwischen den Dünen. Plane einen ganzen Tag in der Wüste ein, sonst sitzt du an drei Tagen hintereinander nur im Auto. Merzouga liegt nicht weit von der algerischen Grenze. Das Auswärtige Amt rät dringend von Reisen in die unmittelbare Grenzregion ab und empfiehlt Wüstentouren abseits der Straßen nur in der Gruppe mit registrierten Führern (Stand November 2026). Fahr deshalb nicht auf eigene Faust mit dem Mietwagen in die Dünen.
Typischer Fehler: Die Wüste in einer Nacht abhaken. Wer am Nachmittag ankommt, nachts im Camp schläft und morgens nach Fès aufbricht, hat zwei Tage im Auto und nur ein paar Stunden im Sand gehabt.
Fès, Meknès und Volubilis
Tag 8 ist der längste. Über Erfoud und Midelt geht es durch den Mittleren Atlas, vorbei an Zedernwäldern und dem Städtchen Ifrane, nach Fès. Dort gibst du das Auto am besten ab oder lässt es auf einem bewachten Parkplatz am Rand der Medina stehen, denn in der Altstadt kommst du nur zu Fuß voran. Wie das Parken vor Medinas funktioniert und worauf du bei Polizeikontrollen achtest, steht bei Mietwagen in Marokko.
Zwei volle Tage brauchst du für die Medina von Fès: einen mit lizenziertem Guide für Gerbereien, Koranschulen und Handwerksviertel, einen zweiten für eigenes Entdecken. Am Tag 11 fährst du nach Meknès und Volubilis, rund eine Stunde entfernt. Ohne Auto nimmst du dafür ein Grand Taxi oder den Zug bis Meknès und von dort ein Taxi zu den Ruinen. Morgens zuerst die Römerstadt, bevor es heiß wird, nachmittags die Tore und Stallungen von Meknès. Wohnen wirst du in Fès am schönsten in einem Riad-Gästehaus, einem Haus mit Innenhof mitten in der Altstadt.
Chefchaouen und Tanger
Die Fahrt durch das Rif nach Chefchaouen dauert etwa vier Stunden. Die blaue Medina ist am Nachmittag und frühen Abend am schönsten, wenn die Tagesgäste wieder abgefahren sind. Am nächsten Morgen fährst du nach Tanger weiter, wo du am Abend durch die Kasbah über der Meerenge läufst. Tanger hat einen Flughafen mit Verbindungen nach Deutschland, eventuell mit Umstieg, und mit dem Al Boraq kommst du in rund 2 Stunden 10 Minuten nach Casablanca, falls dein Rückflug dort startet.
Das Rif durchquerst du auf der Hauptstraße ohne Probleme. Das Auswärtige Amt rät aber davon ab, das Gebirge allein zu bereisen, weil dort Cannabis angebaut wird und Händler Reisende ansprechen. Abstecher auf kleine Nebenstraßen lässt du deshalb besser weg.
Mietwagen, Fahrer oder Tour?
| Art | Vorteile | Nachteile | Passt für |
|---|---|---|---|
| Mietwagen | frei in Tempo und Stopps, günstig zu zweit oder viert | anstrengende Etappen, Parken vor Medinas, Kontrollen | Erfahrene Fahrer, Familien |
| Privater Fahrer | entspannt, ortskundig, Stopps nach Wunsch | deutlich teurer, wenig spontane Planänderung | Paare und kleine Gruppen |
| Gruppentour plus Zug | günstig, kein Fahrstress | feste Zeiten, volle Busse, Shoppingstopps | Alleinreisende, kleines Budget |
Viele kombinieren: Zug zwischen den Königsstädten im Norden, für Atlas und Wüste ein Fahrer oder eine Tour. Selbst fahren ist in Marokko gut möglich, aber anders als in Europa. Auf der Landstraße teilst du dir die Spur mit Eselskarren, Radfahrern und Sammeltaxis, die plötzlich halten. An Ortseinfahrten stehen häufig Polizeikontrollen, und die Radarkontrollen sind zahlreich. Rechne bei der Planung lieber mit 60 als mit 80 Kilometern pro Stunde im Schnitt, im Gebirge noch weniger.
Wer einen Fahrer bucht, klärt vorher schriftlich, was im Preis steckt: Benzin, Übernachtung und Essen des Fahrers, Eintritte, Wartezeiten. Und sag deutlich, wenn du keine Stopps bei Teppich- oder Arganläden willst.
Varianten: zehn Tage, Zug oder Meer
Mit zehn Tagen streichst du Chefchaouen und Tanger und fliegst ab Fès zurück. Dann bleiben drei Nächte Marrakesch, vier im Süden und drei in Fès. Noch entspannter ist die Wüste als organisierte Tour: Die klassische Wüstentour ab Marrakesch dauert drei Tage, endet in Marrakesch oder auf Wunsch in Fès.
Ohne Auto kombinierst du Bahn und Tour. Von Marrakesch fährt der Zug über Casablanca und Rabat nach Fès, das dauert rund sieben Stunden. Den Süden machst du in diesem Fall als Tour mit Ende in Fès, den Norden mit der Bahn. Fernbusse von CTM und Supratours ergänzen die Strecken, die keine Schienen haben.
Wer am Ende ans Meer will, dreht die Route um: Start in Tanger, Ende in Marrakesch und dann drei Tage Essaouira. Die Hafenstadt liegt rund drei Stunden westlich von Marrakesch. Mit Kindern solltest du die langen Fahrtage halbieren, Tipps dazu stehen bei Marokko mit Kindern.
Was du vorher klären solltest
Ein Gabelflug, also Hinflug nach Marrakesch und Rückflug ab Tanger oder Fès, spart dir den langen Rückweg. Buch die Riads in Marrakesch und Fès früh, besonders um Ostern und im Herbst. Für den Süden brauchst du Bargeld, an den Tankstellen und in kleinen Orten zählt nicht immer die Karte. Was die Rundreise insgesamt kostet, von Mietwagen bis Camp, rechnet die Seite Marokko Kosten durch. Und wann die Route am angenehmsten ist, zeigt die Reisezeit für Marokko nach Region: Im Frühling und Herbst ist es in der Wüste warm genug für die Nacht im Camp und in den Königsstädten noch nicht zu heiß.
Häufige Fragen
Ist eine Marokko Rundreise in 7 Tagen sinnvoll?
Nur mit einem klaren Schwerpunkt. In einer Woche schaffst du Marrakesch und eine dreitägige Wüstentour, oder Marrakesch und die Königsstädte im Norden mit dem Zug. Beides zusammen bedeutet vier Tage im Auto. Wer Wüste und Fès will, braucht mindestens zehn Tage und sollte dann einen Gabelflug von Marrakesch nach Fès buchen.
Kann man Marokko mit dem Zug bereisen?
Den Norden und die Mitte ja: Marrakesch, Casablanca, Rabat, Meknès, Fès und Tanger sind mit der Bahn verbunden, zwischen Tanger und Casablanca fährt der Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq in rund 2 Stunden 10 Minuten. Atlas, Schluchten und Wüste erreichst du aber nicht mit dem Zug. Dafür nimmst du Fernbusse, eine organisierte Tour oder einen Mietwagen.
Rundreise durch Marokko geführt oder auf eigene Faust?
Auf eigene Faust ist gut machbar, wenn du dich in Medinas selbst orientierst und lange Fahrten nicht scheust. Eine geführte Reise in kleiner Gruppe nimmt dir Fahrten, Unterkünfte und Guides ab, kostet aber mehr und lässt wenig Spielraum. Ein häufiger Mittelweg: Städte selbst, für den Süden einen Fahrer oder eine Tour, für Fès einen lizenzierten Stadtführer.
Wie verbindet man eine Rundreise mit Badeurlaub in Marokko?
Am einfachsten am Ende in Essaouira oder Agadir. Von Marrakesch fährst du nach Essaouira rund drei Stunden, nach Agadir über die Autobahn ähnlich lang. Drei bis vier Tage am Atlantik passen gut nach der Wüste. Bedenke, dass das Meer auch im Sommer kühl ist und an vielen Stränden kräftiger Wind weht.




