Auf dieser Seite
Volubilis überrascht viele, die Marokko nur mit Medinas und Wüste verbinden. Auf einem Hang über einer fruchtbaren Ebene stehen Säulen, ein Triumphbogen und Mauern einer römischen Stadt, dazwischen liegen Mosaike im Gras, wo früher die Böden der Wohnhäuser waren. Wenige Kilometer weiter thront die heilige Stadt Moulay Idriss am Berg, und gut eine halbe Autostunde südlich wartet Meknès, die Königsstadt des Sultans Moulay Ismail. Römerstadt und Königsstadt zusammen ergeben einen der lohnendsten Tagesausflüge im Norden. Wo das alles im Verhältnis zum Rest des Landes liegt, zeigt der Überblick Marokko Urlaub.
Volubilis: die Römerstadt am Zerhoun
Laut UNESCO entstand Volubilis im 3. Jahrhundert vor Christus als Hauptstadt des Königreichs Mauretanien. Später wurde die Stadt ein befestigter römischer Ort und eine wichtige Stadt der Provinz Mauretania Tingitana. Die Stadtmauer stammt aus den Jahren 168 und 169 nach Christus. Nach der römischen Zeit blieb Volubilis bewohnt, Idris I., der Begründer der ersten islamischen Dynastie Marokkos, machte die Stadt kurz zu seiner Hauptstadt. Danach war das Gelände fast tausend Jahre lang verlassen, was viele Ruinen erhalten hat. Seit 1997 ist Volubilis UNESCO-Welterbe, die marokkanische Tourismusbehörde nennt es die größte römische Ausgrabungsstätte des Landes.
Das Gelände umfasst laut UNESCO 42 Hektar. Du gehst nicht alles ab, aber diese Orte solltest du sehen:
- Triumphbogen: Er wurde zu Ehren des Kaisers Caracalla errichtet und ist das bekannteste Fotomotiv.
- Basilika und Kapitol: Die hohen Säulen am Forum zeigen, wie groß die Verwaltungsgebäude waren.
- Decumanus Maximus: Die Hauptstraße, an der die großen Wohnhäuser lagen.
- Häuser mit Mosaiken: Viele Böden liegen noch an ihrem Platz, mit Szenen aus der Mythologie, Tieren und geometrischen Mustern. Bekannt sind die Mosaike in den Häusern, die nach Orpheus und nach den Arbeiten des Herkules benannt sind.
- Ölpressen: Die Überreste zeigen, dass Volubilis vom Olivenanbau lebte, wie die Ebene heute noch.
Für den Rundgang brauchst du zwei bis drei Stunden. Am Eingang gibt es Führer, die durch das Gelände begleiten. Ohne Führer orientierst du dich an den Schildern. Bronzestatuen und viele Kleinfunde aus Volubilis stehen heute im Archäologischen Museum in Rabat.
Ob du einen Führer nimmst, hängt davon ab, wie viel du über die Geschichte wissen willst. Die Schilder erklären nur das Nötigste. Ein Führer zeigt dir die Mosaike, die du allein übersehen würdest, und erklärt, wie die Ölmühlen funktionierten. Vereinbare Dauer und Preis vor dem Start, eine Stunde reicht für die wichtigsten Häuser. Mit Kindern lohnt sich das fast immer, weil die Geschichten hinter den Mosaiken die Ruinen lebendig machen. Bleib auf den Wegen und klettere nicht auf Mauern oder Säulen, die Steine sind teils lose.
Typischer Fehler: Volubilis am Nachmittag besuchen, weil vorher Meknès auf dem Plan stand. Das Gelände liegt offen, Schatten gibt es kaum, und im Sommer wird es dort sehr heiß. Fahr morgens zuerst nach Volubilis und nimm Meknès am Nachmittag mit, wenn du dich in den Gassen und Hallen bewegst.
Moulay Idriss Zerhoun: der Pilgerort am Hang
Gleich neben Volubilis, laut UNESCO direkt angrenzend, liegt Moulay Idriss Zerhoun. Die weißen Häuser kleben an zwei Hügeln, dazwischen steht das Mausoleum von Idris I. Für Musliminnen und Muslime in Marokko ist der Ort einer der wichtigsten Pilgerorte, eine Wallfahrt hierher hat großes Gewicht.
Nicht-Muslime dürfen das Heiligtum nicht betreten. Du kannst aber durch die Gassen gehen und von den Aussichtspunkten oberhalb auf den Ort schauen. Ein Führer aus dem Ort kennt die Wege zu den Terrassen. Kleide dich hier besonders zurückhaltend, mit langen Hosen oder Röcken und bedeckten Schultern, und fotografiere keine Pilger.
Meknès: die Stadt von Moulay Ismail
Meknès hat eine lange Geschichte. Laut UNESCO gründeten die Almoraviden den Ort im 11. Jahrhundert als militärischen Stützpunkt. Ihre große Zeit erlebte die Stadt aber unter Sultan Moulay Ismail, der von 1672 bis 1727 regierte und Meknès zur Hauptstadt machte. Er ließ eine befestigte Residenz mit Mauern von bis zu 15 Metern Höhe, monumentalen Toren, Palästen, Speichern und Stallungen bauen. Seit 1996 ist die historische Stadt UNESCO-Welterbe.
Die wichtigsten Orte:
| Ort | Was dich erwartet | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Bab Mansour | das berühmteste Tor, mit grün und weiß glasierten Kacheln | steht am Platz el-Hedim |
| Place el-Hedim | großer Platz vor der Medina | am Abend lebhaft, mit Ständen und Cafés |
| Mausoleum Moulay Ismail | Grab des Sultans mit Innenhöfen | war zeitweise wegen Restaurierung geschlossen, vorher prüfen |
| Heri es-Souani | riesige Speicher und Stallungen | weitläufig, angenehm kühl in der Mittagshitze |
| Sahrij Swani | großes künstliches Wasserbecken | gleich neben den Speichern |
| Medina | Souks, Moscheen, Museum Dar Jamaï | ruhiger als Fès |
Bab Mansour gilt laut marokkanischer Tourismusbehörde als eines der Meisterwerke hispano-maurischer Kunst. Achte auf die Zellige, die farbigen Kachelmosaike, und auf die Säulen aus Marmor, die der Überlieferung nach zum Teil aus Volubilis stammen. Die Medina dahinter ist kompakt. Hier kaufst du ohne viel Druck und siehst eine marokkanische Stadt, die weniger vom Tourismus lebt als Fès.
Der Tagesausflug ab Fès: Route und Zeitplan
Laut Tourismusbehörde liegt Meknès ungefähr 64 Kilometer von Fès entfernt, mit dem Auto knapp eine Stunde. Volubilis liegt nördlich von Meknès am Fuß des Zerhoun-Massivs. Eine bewährte Runde sieht so aus:
- 8 Uhr: Abfahrt in Fès, mit Fahrer oder Mietwagen direkt nach Volubilis.
- 9 bis 11:30 Uhr: Rundgang durch Volubilis, solange es noch kühl ist.
- 12 Uhr: Moulay Idriss Zerhoun, kurzer Gang zu einem Aussichtspunkt, Mittagessen im Ort.
- 14 bis 17:30 Uhr: Meknès mit Bab Mansour, Place el-Hedim, Speichern und Medina.
- Gegen 18:30 Uhr: zurück in Fès.
Ohne Auto fährst du mit dem Zug von Fès nach Meknès, die Fahrt dauert ungefähr eine Dreiviertelstunde. Meknès hat zwei Bahnhöfe, zur Medina steigst du am näher gelegenen aus. Von Meknès nimmst du ein Grand Taxi nach Moulay Idriss und Volubilis, für Hin- und Rückfahrt solltest du den Fahrer für den ganzen Ausflug buchen und den Preis vorher festmachen. Aktuelle Zugzeiten zeigt die Staatsbahn ONCF (Stand November 2026). Wer selbst fährt, findet alles zu Straßen und Kontrollen bei Mietwagen in Marokko.
Gut zu wissen: Kauf Wasser und Snacks schon in Fès oder Meknès. An der Ausgrabung gibt es nur ein begrenztes Angebot, und gerade im Sommer brauchst du mehr Wasser, als du denkst. Bargeld in Dirham ist für Eintritt, Führer und Parkplatz praktisch.
Wann fahren und wo übernachten
Die besten Monate sind März bis Mai sowie Oktober und November. Im Frühling ist die Ebene um Volubilis grün, dazwischen blühen Wildblumen, und die Temperaturen sind angenehm. Im Hochsommer ist der Ausflug nur am Morgen sinnvoll. Im Winter wird es kühl, nach Regen sind die Wege in Volubilis matschig.
Die meisten übernachten in Fès und machen den Ausflug als Tagestour. Das ist die einfachste Lösung, weil du dein Gepäck nicht bewegen musst. Wer von Fès nach Rabat oder Tanger weiterreist, kann Meknès auch als Zwischenstopp mit einer Nacht einplanen. Dann lohnt sich am Abend der Place el-Hedim, wenn die Stände öffnen und Familien über den Platz schlendern.
So passt der Ausflug in deine Reise
Für eine Woche im Norden passt der Ausflug an den dritten Tag in Fès, wenn du die Medina von Fès schon kennst und eine Pause von den engen Gassen brauchst. Auf einer längeren Reise durch die Königsstädte liegen Meknès und Volubilis zwischen Fès und Rabat. Welche anderen Orte in Marokko zu den wichtigsten gehören, zeigt die Auswahl der Marokko Sehenswürdigkeiten, und wie du die Etappen zu einer zweiwöchigen Route verbindest, steht bei der Marokko Rundreise. Ein Blick auf die Minarette von Moulay Idriss vom Aussichtspunkt aus ist übrigens oft das Bild, das am Ende des Tages am längsten im Kopf bleibt.
Häufige Fragen
Was sieht man in Volubilis?
Die Ruinen einer Stadt, die laut UNESCO im 3. Jahrhundert vor Christus als Hauptstadt des Königreichs Mauretanien entstand und später ein römischer Außenposten wurde. Du gehst über die Hauptstraße, siehst den Triumphbogen, Säulen von Basilika und Kapitol, Ölpressen und Wohnhäuser mit Mosaiken, die noch an ihrem ursprünglichen Platz liegen. Für einen Rundgang reichen zwei bis drei Stunden.
Kann man als Nicht-Muslim nach Moulay Idriss Zerhoun?
In den Ort ja, in das Heiligtum nein. Moulay Idriss Zerhoun ist einer der wichtigsten Pilgerorte Marokkos, hier liegt Idris I. begraben, der Begründer der Idrisiden-Dynastie. Das Mausoleum ist nur für Muslime zugänglich. Durch die Gassen gehen und von den Terrassen am Hang auf die weißen Häuser schauen kannst du aber. Kleide dich hier besonders zurückhaltend.
Lohnt sich Meknès, wenn man schon Fès gesehen hat?
Für einen halben Tag ja. Meknès ist kleiner, ruhiger und weniger auf Besucher ausgerichtet als Fès. Du siehst hier vor allem Monumente aus der Zeit von Sultan Moulay Ismail: Stadttore, Mauern, riesige Speicher und Ställe. Die Medina ist entspannter, die Händler drängen kaum. Als eigenes Ziel für mehrere Tage ist die Stadt für die meisten zu klein.
Wie heiß wird es in Volubilis im Sommer?
Sehr heiß. Das Gelände liegt offen in einer landwirtschaftlichen Ebene, Bäume gibt es kaum, und im Juli und August steigen die Temperaturen am Nachmittag oft deutlich über 35 Grad. Sei zur Öffnung da, trag einen Hut und feste Schuhe und nimm mindestens einen Liter Wasser pro Person mit. Im Winter kann es dafür windig und matschig sein.




