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Geld im Orient ist kein großes Thema, wenn du zwei Dinge richtig machst: die passende Karte mitnehmen und wissen, wo du Bargeld brauchst. Dazwischen liegen Welten. In Dubai zahlst du den Kaffee mit dem Handy, in der Medina von Fès den Tee mit kleinen Scheinen. Dieser Ratgeber zeigt Währungen, Wechselkurse, Karten und die Regeln an Automaten und beim Zoll für alle zehn Länder. Wie das Budget in die übrige Planung passt, steht im Fahrplan Reise planen.
Die Währungen im Überblick
Die Kurse sind grobe Werte zur Orientierung, Stand November 2026. Prüf den aktuellen Kurs vor der Reise in der App deiner Bank.
| Land | Währung | Kurs, ungefähr | Karte | Bargeld vor allem für |
|---|---|---|---|---|
| VAE | Dirham (AED), fest an den US-Dollar gebunden | gut 4 AED je Euro | fast überall, auch kontaktlos | Abra, Souk, Trinkgeld |
| Oman | Rial Omani (OMR), 1 Rial = 1.000 Baisa | 1 Euro rund 0,43 Rial | verbreitet, Kreditkarte mit PIN | Souk, kleine Lokale, Tankstellen auf dem Land |
| Katar | Katar-Riyal (QAR), 3,64 QAR je US-Dollar | gut 4 QAR je Euro | fast überall | Souq Waqif, Trinkgeld |
| Bahrain | Bahrain-Dinar (BHD), 1 Dinar = 1.000 Fils | 1 Dinar gut 2 Euro | vielerorts | Souq, Taxi |
| Saudi-Arabien | Saudi-Riyal (SAR), 3,75 SAR je US-Dollar | grob 4 bis 4,5 SAR je Euro | fast überall, auch per Smartphone | kaum nötig |
| Jordanien | Jordanischer Dinar (JD), fest an den US-Dollar gebunden | 1 JD grob 1,20 bis 1,30 Euro | in Touristenorten | Taxi, Tee, Trinkgeld, Land |
| Ägypten | Ägyptisches Pfund (EGP) | rund 62 EGP je Euro (Ende Oktober 2026) | in Hotels und Touristenlokalen | fast alles Kleine |
| Tunesien | Tunesischer Dinar (TND), 1 Dinar = 1.000 Millimes | rund 3,4 TND je Euro (Oktober 2026) | in Hotels, sonst oft nicht | Medina, Taxi, Lokale |
| Türkei | Türkische Lira (TRY) | rund 55 bis 56 TRY je Euro (Ende Oktober 2026), schwankt stark | verbreitet | Märkte, Dolmuş, Trinkgeld |
| Marokko | Dirham (MAD) | rund 10,5 bis 11 MAD je Euro | in Touristengebieten | Medina, Taxi, Land |
Sechs der zehn Währungen sind fest an den US-Dollar gekoppelt. Ihr Kurs zum Euro schwankt deshalb nur mit dem Kurs zwischen Euro und Dollar. Bei Pfund und Lira ist das anders, dort ändern sich die Preise in Landeswährung teils spürbar innerhalb weniger Monate.
Typischer Fehler: Beträge mit drei Nachkommastellen falsch lesen. Im Oman und in Bahrain bedeutet 1,500 eineinhalb Rial oder Dinar, also gut drei Euro, nicht 1.500. Und weil ein Bahrain-Dinar mehr als zwei Euro wert ist, klingen Preise dort günstiger, als sie sind.
Karten: welche funktioniert wo
Die wichtigste Karte für den Orient ist eine Kreditkarte von Visa oder Mastercard mit PIN. Mit ihr zahlst du in Hotels, Restaurants und Läden und hebst an Automaten Bargeld ab. Für Mietwagen verlangen Vermieter in der Regel eine echte Kreditkarte, keine Debitkarte. Nimm eine zweite Karte als Reserve mit, falls eine gesperrt wird oder ein Automat sie einzieht.
Die deutsche Girocard ist ein Glücksspiel. Laut Auswärtigem Amt funktioniert sie im Oman gar nicht, in Ägypten meist nur an Automaten von Banken, in der Türkei an vielen Automaten, aber mit Gebühren der türkischen Banken. In Tunesien sind Abhebungen mit Mastercard, Visa und Girocard möglich, mit V-Pay nicht. In Marokko hängt es von deiner Bank ab. Frag vor der Reise bei deiner Bank nach, ob die Karte für das Land freigeschaltet ist und welche Gebühren anfallen.
Am Golf kannst du fast überall kontaktlos und mit dem Smartphone zahlen. In Saudi-Arabien brauchst du im Alltag kaum Bargeld, in den Emiraten nur für Abra, Souk und Trinkgeld. Was ein Tag in Dubai kostet, rechnet die Seite was Dubai kostet vor.
Abheben am Automaten ohne Gebührenfalle
Fast jeder Automat im Orient bietet dir an, den Betrag gleich in Euro abzurechnen. Das klingt bequem, ist aber fast immer teurer, weil der Automatenbetreiber den Kurs festlegt. Wähle deshalb immer die Abrechnung in Landeswährung, auch beim Bezahlen im Geschäft, wenn das Kartenterminal fragt.
Weitere Kosten entstehen durch Gebühren der Bank vor Ort und durch das Auslandseinsatzentgelt deiner eigenen Bank. Beide zusammen machen bei kleinen Beträgen schnell einige Prozent aus. Hebe deshalb lieber seltener größere Beträge ab und nutze Automaten von Banken, am besten tagsüber und im Inneren einer Filiale oder Mall. In Ägypten gibt es laut Auswärtigem Amt eine tägliche Höchstgrenze für Abhebungen.
Bargeld: wo du es brauchst und wie du es aufbewahrst
In Ägypten, Marokko und Tunesien zahlst du Taxis, Märkte, kleine Lokale, Eintritte und Trinkgeld meist bar. Kleine Scheine sind Gold wert, große Scheine kann im Souk oder Taxi oft niemand wechseln. Hol dir Wechselgeld im Supermarkt, an der Tankstelle oder im Hotel. In Jordanien brauchst du Dinar für Taxis, Tee und das Land, bei Beduinen in Petra und im Wadi Rum zahlst du kleine Beträge meist bar.
Wechseln kannst du bei Banken, in Wechselstuben und in größeren Hotels. In Tunesien ist Geldwechsel auf der Straße verboten. In Istanbul warnt das Auswärtige Amt vor gefälschten US-Dollar-Noten, teils sogar aus Automaten, und vor Bars im Stadtteil Beyoğlu, in denen Touristen zu überhöhten Rechnungen gedrängt wurden.
Trag das Bargeld verteilt: eine Tagesmenge in der vorderen Tasche, den Rest im Hotelsafe. In Marokko rät das Auswärtige Amt ausdrücklich, nur das Tagesbargeld mitzunehmen, weil Taschendiebe in Medinas und an Sehenswürdigkeiten aktiv sind. Im Souk handelst du in bar, wie das entspannt klappt, steht bei Handeln im Souk.
Zoll: Bargeld anmelden und Landeswährung
Beim Bargeld gelten in mehreren Ländern Grenzen, ab denen du es anmelden musst. Die wichtigsten Regeln laut Auswärtigem Amt und den Einreiseseiten dieses Portals, Stand November 2026:
- VAE: Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände über 60.000 AED bei Ein- und Ausreise anmelden.
- Bahrain: Bargeld über 6.000 BHD anmelden.
- Ägypten: Fremdwährung ab 10.000 US-Dollar bei der Einreise deklarieren, ägyptische Pfund nur begrenzt ein- und ausführen.
- Tunesien: Dinar dürfen weder ein- noch ausgeführt werden. Wer Devisen ab 5.000 Dinar Gegenwert wieder ausführen will, meldet sie schon bei der Einreise an.
- Marokko: Devisen ab 100.000 MAD Gegenwert anmelden, Dirham nur bis 2.000 MAD in bar ein- und ausführen.
- Türkei: Devisen unbegrenzt einführen, Ausfuhr über 10.000 Euro anmelden.
Für Tunesien und Marokko heißt das praktisch: Restgeld vor dem Abflug ausgeben oder zurücktauschen. Wie du die Einreise insgesamt planst, steht beim Visum für den Orient.
Trinkgeld und Mehrwertsteuer
Trinkgeld ist in allen zehn Ländern üblich, aber unterschiedlich verbindlich. Am Golf ist es freiwillig, im Restaurant geben viele um die zehn Prozent, wenn kein Servicezuschlag auf der Rechnung steht. In Jordanien liegen rund zehn Prozent im Rahmen. In Ägypten gehört Bakschisch zum Alltag, vom Zimmerpersonal bis zum Toilettenwärter, die Richtwerte stehen bei Trinkgeld in Ägypten.
In den VAE gilt eine Mehrwertsteuer von 5 Prozent, die du dir als Tourist unter Bedingungen zurückholen kannst. In Saudi-Arabien sind es 15 Prozent, meist schon im Preis. In Dubai berechnen Hotels zusätzlich eine Tourismusgebühr pro Zimmer und Nacht, die erst beim Auschecken fällig wird.
Kurz vor der Reise
- Kreditkarte mit PIN und Reservekarte einpacken, Reiseland in der Banking-App freischalten.
- Gebühren deiner Bank für Abhebungen im Ausland prüfen.
- Notfallnummer zum Sperren der Karten notieren.
- Ein paar Euro oder US-Dollar in kleinen Scheinen als Reserve mitnehmen.
- Für Länder mit Bargeldkultur Kleingeld sammeln, sobald du ankommst.
Wer so vorbereitet ist, denkt im Urlaub kaum noch über Geld nach, außer beim Handeln. Und da ist es Teil des Spaßes.
Häufige Fragen
Sollte man Geld vor der Orient-Reise in Deutschland tauschen?
Meist nicht. Der Kurs ist in Deutschland für Dirham, Rial oder Pfund oft schlechter als vor Ort, und tunesische Dinar darfst du gar nicht einführen. Praktischer ist es, am Flughafen oder in der Stadt mit der Kreditkarte einen kleinen Betrag abzuheben. Ein paar Euro oder US-Dollar in kleinen Scheinen helfen als Reserve, etwa für Visumgebühren in Ägypten oder Trinkgeld.
Kann man im Orient mit Euro bezahlen?
In Touristengebieten manchmal, aber fast immer zu einem schlechten Kurs. In Ägypten nehmen Hotels, Tauchbasen und Ausflugsanbieter oft Euro oder US-Dollar, auf dem Markt und im Taxi zahlst du besser in Pfund. Am Golf und in der Türkei zahlst du in Landeswährung oder mit Karte. Euro-Münzen kann niemand wechseln, als Trinkgeld sind sie deshalb keine gute Idee.
Welche Kreditkarte ist für eine Orient-Reise sinnvoll?
Eine Karte von Visa oder Mastercard, mit der du ohne Auslandseinsatzentgelt bezahlen und möglichst günstig abheben kannst. Wichtig ist eine PIN, ohne sie scheitern viele Zahlungen und Abhebungen. Nimm eine zweite Karte als Reserve mit und bewahre sie getrennt auf. Für Mietwagen verlangen die Vermieter fast überall eine echte Kreditkarte, keine Debitkarte.
Wie viel Bargeld braucht man pro Tag in Marokko oder Ägypten?
Das hängt vom Reisestil ab. Wer im Hotel mit Karte zahlt, braucht vor allem Geld für Taxis, kleine Lokale, Eintritte, Märkte und Trinkgeld. Hebe lieber alle paar Tage einen mittleren Betrag ab als einmal sehr viel. Das Auswärtige Amt rät für Marokko, nur das Tagesbargeld mitzunehmen und den Rest im Hotel zu lassen. Kleine Scheine sind wertvoller als große.



