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Wer zum ersten Mal im Wadi Rum steht, merkt schnell, dass die Fotos die Größe nicht zeigen. Senkrechte Sandsteinwände ragen mehrere hundert Meter aus rotem Sand, dazwischen liegen breite Täler, in denen ein Geländewagen wie ein Spielzeug wirkt. Das Schutzgebiet im Süden Jordaniens ist rund 740 Quadratkilometer groß und seit 2011 UNESCO-Welterbe, als Natur- und Kulturstätte zugleich. Für deinen Besuch zählen drei Entscheidungen: wie lange die Jeeptour dauert, in welchem Camp du schläfst und zu welcher Jahreszeit du kommst. Der Tagesplan unten zeigt, wie das zusammenpasst.
Der Name erklärt sich halb von selbst. Ein Wadi ist ein Tal, das nur selten Wasser führt, Rum heißt das Dorf am Eingang. Wie Wadi Rum in eine Rundreise passt und welche Ziele im Land noch dazugehören, steht in der Übersicht Jordanien Urlaub.
So funktioniert der Besuch: Visitor Center, Dorf und Fahrer
Alles beginnt am Visitor Center an der Zufahrtsstraße, einige Kilometer vor dem Dorf Rum. Dort zahlst du den Eintritt von 5 JD oder zeigst deinen Jordan Pass, in dem Wadi Rum enthalten ist (Stand November 2026). Laut Jordan Pass ist das Gebiet für Besucher von 8 bis 17 Uhr geöffnet, wer im Camp übernachtet, wird in der Regel später abgeholt. Prüf die Zeiten vorher mit deinem Camp.
Mit dem eigenen Auto oder Mietwagen fährst du nicht in die Wüste. Du parkst am Visitor Center oder im Dorf, wo dich der Fahrer deines Camps oder deines Tourenanbieters abholt. Das hat einen guten Grund: Die Pisten sind nicht markiert, der Sand ist an vielen Stellen weich, und die Touren liegen in der Hand von Familien aus der Gegend, die davon leben. Wer am Visitor Center ohne Buchung ankommt, findet dort ebenfalls Fahrer. Entspannter ist es, die Tour zusammen mit dem Camp abzusprechen.
Gut zu wissen: Im Dorf Rum gibt es kleine Läden, aber keine Auswahl wie in Aqaba. Bargeld in Jordanischen Dinar, eine Stirnlampe und Wasser für den Tag nimmst du am besten schon mit.
Welche Jeeptour passt?
Die meisten Anbieter verkaufen Touren in festen Längen. Sie unterscheiden sich weniger durch die Route als durch die Zeit, die du an den einzelnen Stopps hast.

| Länge | Was du ungefähr siehst | Für wen |
|---|---|---|
| 2 bis 3 Stunden | Lawrence's Spring, eine Düne, den Khazali-Canyon, Sonnenuntergang | Tagesgäste, Ankunft am Nachmittag |
| 4 bis 5 Stunden | dazu Felsbögen wie Um Fruth, Pilzfelsen, mehr Zeit an den Dünen | die meisten Reisenden mit einer Nacht |
| ganzer Tag | dazu die große Felsbrücke Burdah, Mittagessen im Schatten, entlegenere Täler | zwei Nächte, Fotografen, Wanderer |
Am Khazali-Canyon lohnt der Halt wegen der Felszeichnungen und Inschriften an den Wänden. Die UNESCO zählt im Schutzgebiet rund 25.000 Felsbilder und 20.000 Inschriften aus etwa 12.000 Jahren, darunter thamudische, nabatäische und arabische. An der Quelle, die nach T. E. Lawrence benannt ist, findest du außerdem Reste eines nabatäischen Tempels. Lawrence beschrieb die Landschaft in seinen Erinnerungen als weit und hallend, und genau so fühlt sie sich am frühen Morgen an.
Die Felsbögen sind beliebt, weil man hinaufklettern kann. Bei Um Fruth geht das ohne Ausrüstung, Burdah ist ein echter Aufstieg mit Kletterstellen und nur mit Führer und Kondition sinnvoll. Wenn du Höhenangst hast, bleib unten, die Aussicht von den Dünen ist kaum schlechter.
Unser Rat: Starte die Tour am Nachmittag und lass sie mit dem Sonnenuntergang auf einer Düne enden. Mittags ist das Licht flach und hart, und die Felsen verlieren ihre Farbe.
Mehr als Jeep: Kamel, Wandern, Ballon und Sterne
Wer langsamer unterwegs sein will, bucht einen Kamelritt. Eine Stunde reicht für den Eindruck, längere Ritte sind etwas für Leute, die schon im Sattel saßen. Zu Fuß ist das Tal ebenfalls gut zu erleben. Kurze Wege führen direkt vom Dorf zu den Felswänden, längere Wanderungen und Klettertouren am Jabal Rum oder Jabal Umm Ishrin nur mit einem Führer aus dem Ort. Durch das Gebiet verlaufen auch zwei Etappen des Jordan Trail, von Petra ins Wadi Rum und weiter nach Aqaba. Wie sich das im Vergleich zu anderen Fernwegen anfühlt, steht bei Wandern im Orient.
Die Tourismusbehörde nennt außerdem Ballonfahrten über der Gegend bei Disi, Ultraleichtflüge und abendliche Sternbeobachtung mit Teleskop. Für Ballonfahrten brauchst du ruhiges Wetter, deshalb werden sie kurzfristig abgesagt, wenn der Wind auffrischt. Den Sternenhimmel siehst du aber ohnehin: Außerhalb der Camps gibt es kaum künstliches Licht, und die Milchstraße steht an klaren Abenden ohne Mond deutlich über den Felsen.
Was man oft vergisst: Wadi Rum ist bewohnt. Die Familien im Dorf Rum und im benachbarten Disi leben vom Tourismus, aber auch von Tieren und Handel. Beim Tee im Zelt oder beim Gahwa, dem arabischen Kaffee mit Kardamom, kommst du leicht ins Gespräch. Frag, bevor du Menschen fotografierst.
Eine Nacht im Camp
Die meisten Camps liegen verteilt in den Tälern rund um das Dorf, viele mit Felswand im Rücken. Das Angebot reicht vom einfachen Zelt mit Gemeinschaftsbad bis zur Kuppel mit Panoramafenster und eigenem Bad. Zum Abendessen gibt es oft Zarb, Fleisch und Gemüse, die in einer Grube unter dem Sand garen. Welche Campart zu dir passt, was sie ungefähr kosten und woran du ein ordentliches Camp erkennst, erklärt die eigene Seite zu den Camps im Wadi Rum.
Anreise und ein Tagesplan
Wadi Rum liegt etwa eine Stunde Fahrt nordöstlich von Aqaba. Von Petra brauchst du je nach Strecke rund anderthalb bis zwei Stunden, von Amman über den Desert Highway etwa vier. Mit dem Mietwagen ist das einfach, die Straßen sind gut ausgebaut. Ohne Auto nimmst du ein Taxi oder einen Transfer, den viele Camps vermitteln. Öffentliche Busse fahren selten und nicht zu festen Touristenzeiten.
Ein bewährter Tagesplan für eine Nacht sieht so aus:
- Vormittags in Petra oder Aqaba starten, gegen Mittag losfahren.
- Bis etwa 14 Uhr am Visitor Center ankommen, Eintritt zahlen, Abholung.
- Jeeptour von vier Stunden mit Sonnenuntergang auf einer Düne.
- Abendessen im Camp, danach Sterne schauen.
- Früh aufstehen für den Sonnenaufgang, nach dem Frühstück zurück zum Dorf.
Mit zwei Nächten setzt du am zweiten Tag eine lange Tour oder eine Wanderung dazwischen. Die Strecke Petra, Wadi Rum, Aqaba ist der klassische Abschnitt im Süden, wie sie sich in eine kompakte Route einfügt, zeigt der Plan Eine Woche Jordanien.
Wann es sich lohnt und wann nicht
Die angenehmsten Monate sind März bis Mai und Oktober bis November. Dann ist es tagsüber warm, aber nicht drückend, und die Nächte sind kühl. Von Juni bis September steigt das Thermometer tagsüber regelmäßig über 35 Grad, im Sand fühlt es sich heißer an. Wenn du in dieser Zeit kommst, fahr früh morgens und am späten Nachmittag. Im Winter sind die Tage klar und angenehm, nachts wird es so kalt, dass du in einfachen Zelten ohne Heizung frierst. Monat für Monat erklärt es die Seite zur besten Reisezeit für Jordanien.
Nach starkem Regen, der vor allem im Herbst und Winter vorkommt, können sich trockene Täler schnell mit Wasser füllen. Das Auswärtige Amt weist ausdrücklich auf diese Gefahr hin. Die Fahrer kennen die Stellen und ändern dann die Route, du solltest an solchen Tagen keine Abkürzungen fordern.
Nicht lohnend ist Wadi Rum als Zwischenstopp von zwei Stunden auf der Durchfahrt. Du zahlst Eintritt und Tour, siehst aber vor allem den Sand im Mittagslicht. Dann ist ein langer Nachmittag in Aqaba oder ein früher Start in Petra die bessere Wahl. Wer ein anderes Wüstenerlebnis vergleichen will, findet bei den Wüstentouren im Orient Ziele von Oman bis Marokko.
Häufige Fragen
Kann man derzeit überhaupt ins Wadi Rum reisen?
Das Auswärtige Amt rät mit Stand 6. November 2026 von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, dringend nur für die Grenzgebiete zu Syrien und Irak und den Nordosten. Wadi Rum liegt im Süden und gehört nicht zu diesen Grenzgebieten. Für die Wüste empfiehlt das Amt, nur mit mehreren Geländewagen zu fahren und Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit zu meiden. Lies vor der Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise.
Welcher Film wurde im Wadi Rum gedreht?
Der bekannteste ist „Lawrence von Arabien“ von 1962, der die Gegend weltweit bekannt gemacht hat. Später diente das Tal mehrfach als Kulisse für Filme, die auf dem Mars oder fremden Planeten spielen, die jordanische Tourismusbehörde wirbt ausdrücklich damit. Die Felsen, an denen gedreht wurde, zeigen dir die Fahrer auf Nachfrage, eigene Filmtouren gibt es ebenfalls.
Wie lange sollte man im Wadi Rum bleiben?
Eine Nacht ist das Minimum, wenn du die Stimmung bei Sonnenuntergang und den Sternenhimmel erleben willst. Mit zwei Nächten hast du einen ganzen Tag für eine lange Jeeptour oder eine Wanderung, ohne in Eile zu sein. Ein reiner Tagesausflug von Aqaba oder Petra aus ist möglich, du siehst dann aber nur die Mittagshitze und das harte Licht.
Wie kalt wird es nachts im Wadi Rum?
Kälter, als viele erwarten. Das Tal liegt grob auf 900 bis 1000 Metern Höhe, im Winter fallen die Nächte in Richtung Gefrierpunkt, auch im Frühjahr und Herbst brauchst du nach Sonnenuntergang eine warme Jacke. Im Sommer ist es tagsüber oft über 35 Grad heiß, die Nächte bleiben dann angenehm.




