Am Straßenrand der Todra-Schlucht bei Tinghir hängen bunte Tücher und Gewänder, dahinter führt die Straße zwischen hohen Felswänden in die Schlucht.

Reiseziel · Marokko

Todra- und Dadès-Schlucht

Die Todra-Schlucht bei Tinghir ist eng und dramatisch, aber schnell gesehen, die Dadès-Schlucht bei Boumalne ist lang, mit Felsformationen und Serpentinen und eher etwas für die Fahrt. Beide liegen an der Straße zwischen Ouarzazate und Merzouga, nur gut eine Stunde voneinander entfernt. Wer Zeit hat, übernachtet in einer der Schluchten und wandert am Morgen, bevor die Tagestouren kommen.

Aktueller Hinweis zu Todra- und Dadès-Schlucht: Das Auswärtige Amt rät dringend von Reisen in die Westsahara und in die Grenzregion zu Algerien ab. Für die übrigen Landesteile gelten die allgemeinen Sicherheitshinweise. Gültig seit 2. November 2026, geprüft am 6. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

LageSüdrand des Hohen Atlas, zwischen Ouarzazate und Errachidia
Todrarund 15 km nördlich von Tinghir, engster Teil zu Fuß in 20 Minuten
Dadèsab Boumalne Dadès nach Norden, Serpentinen nach etwa einer Autostunde
Zeitbedarfje 2 bis 3 Stunden, mit Wanderung ein halber bis ganzer Tag
Beste ZeitMärz bis Mai, September bis November
Achtungnach Regen Hochwasser im Flussbett möglich
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Zwischen Ouarzazate und der Wüste hat das Wasser des Hohen Atlas zwei Schluchten in den Kalk geschnitten, die auf fast jeder Marokko-Route liegen. Die Todra-Schlucht ist der kurze, steile Auftritt: Felswände ragen mehrere hundert Meter auf, unten fließt ein flacher Bach neben der Straße, und mittags fällt nur ein schmaler Streifen Licht hinein. Die Dadès-Schlucht ist eher eine lange Reise durch ein Tal: Lehmdörfer, Mandelbäume, Felsen in ungewöhnlichen Formen und am Ende Serpentinen, die auf vielen Postkarten stehen.

Beide Schluchten liegen an der Straße N10, nur gut eine Stunde voneinander entfernt. Die meisten sehen sie im Rahmen einer Fahrt in die Wüste, oft mit nur einem kurzen Stopp. Das ist schade, denn mit einer Nacht dort und einer Wanderung am Morgen werden sie zu einem der schönsten Teile der Reise. Was sonst auf so einer Route liegt, findest du in der Marokko-Zentrale.

Todra- oder Dadès-Schlucht: der Vergleich

Todra-Schlucht Dadès-Schlucht
Ausgangsort Tinghir Boumalne Dadès
Charakter kurzer, enger Abschnitt mit sehr hohen Wänden langes Tal mit Dörfern, Felsformationen und Serpentinen
Zeitbedarf 1 bis 2 Stunden, mit Wanderung halber Tag 2 bis 3 Stunden Fahrt hin und zurück
Besonders gut früher Morgen, bevor Gruppen kommen Nachmittagslicht auf den Felsen
Für wen wer zu Fuß gehen und staunen will wer gern fährt und unterwegs anhält

Wer beide sehen will, übernachtet zwischen ihnen oder in einer der Schluchten und fährt die andere am Folgetag. Mit nur einem halben Tag ist Todra die sicherere Wahl, weil der eindrucksvollste Teil nah an der Straße liegt.

Die Todra-Schlucht

Von Tinghir fährst du rund 15 Kilometer nach Norden, zuerst an einem breiten Palmenhain entlang. Dieser grüne Streifen am Fluss mit Feldern, Gärten und Lehmhäusern ist eine typische Oase des Südens und von den Aussichtspunkten an der Straße gut zu sehen. Dann rücken die Felsen zusammen. Am Ende der Fahrt stehen Hotels und Cafés, dahinter beginnt der engste Abschnitt, durch den du zu Fuß gehst.

Hier ist die Schlucht so schmal, dass Straße und Bach sich den Platz teilen. An den Wänden hängen oft Kletterer, die Schlucht ist eines der bekanntesten Klettergebiete Marokkos. Nach einigen hundert Metern weitet sich das Tal, die Straße führt weiter in die Berge Richtung Tamtattouchte.

Am frühen Morgen ist es kühl, leer und still, nur Hirten mit ihren Ziegen sind unterwegs. Ab dem späten Vormittag kommen Busse, Händler legen Tücher und Schmuck aus, und der Abschnitt wird voll. Mit einer Übernachtung in der Schlucht oder in Tinghir hast du den Morgen für dich.

Unser Rat: Geh in der Todra-Schlucht nicht nur bis zum Ende des engen Teils und zurück. Folge dem Weg danach ein Stück weiter oder nimm einen der Pfade, die seitlich auf die Hochfläche führen. Nach zehn Minuten bist du allein.

Die Dadès-Schlucht

Die Dadès-Schlucht beginnt in Boumalne Dadès und zieht sich als lange Straße nach Norden. Auf den ersten Kilometern fährst du durch ein breites Tal mit Feldern, Nussbäumen und alten Lehmburgen, von denen manche verfallen, andere als Gästehäuser genutzt werden. Was eine Kasbah ist und wie sie sich von einem befestigten Dorf unterscheidet, erklärt unser Glossar.

Nach einigen Kilometern tauchen rötliche, runde Felsformationen auf, die wie Finger oder gestapelte Steine aussehen. Örtliche Führer bieten Wanderungen durch dieses Labyrinth aus Fels an, die Einheimische nach ihren Formen benennen. Weiter oben wird das Tal enger, und die Straße steigt in Serpentinen den Hang hinauf. Oben steht ein Café mit Terrasse, von dem du die Kurven unter dir siehst. Das ist der Punkt, an dem die meisten umkehren.

Von der Straße zur Dadès-Schlucht biegst du in Boumalne ab, für die Strecke bis zu den Serpentinen und zurück planst du zwei bis drei Stunden mit Fotopausen ein. Die Straße ist asphaltiert, aber schmal, in den Kurven kommt dir manchmal ein Lastwagen entgegen.

Wandern in den Schluchten

Beide Schluchten sind ein guter Ort für kurze und mittlere Wanderungen, auch für Menschen ohne Bergerfahrung. Typische Touren:

  • Todra: Rundwege über die Hochfläche oberhalb der Schlucht, von einem Seitental hinauf, oben durch steinige Ebenen mit Hirtenpfaden und zurück in die Schlucht. Rechne mit zwei bis vier Stunden.
  • Dadès: Wanderungen durch die Felsformationen im unteren Teil der Schlucht und durch die Dörfer am Fluss, oft mit Tee bei einer Familie. Zwei bis drei Stunden sind üblich.
  • Länger: Wer mehrere Tage gehen will, wandert mit Führer und Maultier zwischen den oberen Enden beider Täler durch die Berge.

Ein örtlicher Führer lohnt sich, weil Pfade nicht markiert sind und Abzweigungen leicht übersehen werden. Auch das Auswärtige Amt rät, in den Bergen nur in Gruppen und mit eingetragenen einheimischen Führern zu wandern. Weitere Wanderziele im Atlas findest du unter Hoher Atlas und im Überblick Wandern im Orient.

Hochwasser, Wetter und Jahreszeiten

Die angenehmsten Monate sind März bis Mai und September bis November. Im Frühling blühen in der Dadès-Region die Mandelbäume, und im Mai feiert Kelaat M’Gouna, wenige Kilometer westlich von Boumalne, sein Rosenfest. Im Sommer ist es heiß, in den Schluchten aber etwas schattiger als im Tal. Im Winter sind die Tage oft klar und die Nächte kalt, mit Frost in den höheren Lagen.

Ein Punkt wird oft unterschätzt: Wasser. Für die Regenmonate, grob November bis März, nennt das Auswärtige Amt für den Hohen Atlas ausdrücklich das Risiko von Überflutungen. In einer engen Schlucht steigt ein Bach nach Gewittern in den Bergen sehr schnell an, auch wenn es vor Ort nicht regnet. Halte dich bei unsicherem Wetter nicht im Flussbett auf, park nicht direkt am Wasser und frag in der Unterkunft nach der Lage. Mehr zu den Monaten in der besten Reisezeit für Marokko.

Übernachten in den Schluchten

In beiden Schluchten gibt es kleine Hotels und Gästehäuser, viele in alten Kasbahs oder in neuen Häusern im Lehmstil. Die einfachen liegen direkt an der Straße, die ruhigeren etwas oberhalb oder in Seitentälern. Rechne mit kühlen Zimmern im Winter, frag nach Heizung und warmem Wasser. Abendessen ist meist im Haus, oft Tajine und Suppe.

Eine Nacht hier lohnt sich vor allem, wenn du die Strecke nach Merzouga in Ruhe fahren willst. Statt an einem Tag von Ouarzazate bis in die Dünen zu hetzen, teilst du sie in zwei kürzere Etappen und hast den Morgen in der Schlucht. Wie die ganze Route aussieht, zeigt die Wüstentour ab Marrakesch.

Anfahrt und Weiterfahrt

Von Ouarzazate nach Boumalne Dadès sind es auf der N10 gut zwei Stunden, unterwegs liegen das Tal von Skoura und Kelaat M’Gouna. Von Boumalne nach Tinghir fährst du etwa eine Stunde, von Tinghir nach Merzouga noch rund vier Stunden. Aus Aït-Ben-Haddou kommend, erreichst du die Dadès-Schlucht also am frühen Nachmittag, wenn du morgens losfährst.

Eine Bergstraße verbindet die oberen Enden beider Schluchten. Sie ist abgelegen, nicht überall in gutem Zustand und nach Regen oder Schnee schwierig. Frag vor Ort nach dem aktuellen Zustand, bevor du sie mit einem normalen Mietwagen fährst, und plane für die Weiterfahrt nach Merzouga die Hauptstraße über Tinghir ein. Tipps zu Kontrollen und Tempolimits stehen unter Mietwagen in Marokko.

Häufige Fragen

Dadès oder Todra: welche Schlucht ist schöner?

Das hängt davon ab, was du suchst. Die Todra-Schlucht ist auf wenige hundert Meter konzentriert, mit sehr hohen, fast senkrechten Wänden. Das ist der stärkere Moment, aber in einer Stunde erledigt. Die Dadès-Schlucht ist eine lange Talfahrt mit wechselnden Bildern: Lehmdörfer, Felsformationen, Kasbahs und die bekannten Serpentinen. Wer nur Zeit für eine hat und nicht wandern will, nimmt Todra. Wer gern fährt und schaut, nimmt Dadès.

Wo kann man in der Todra-Schlucht parken?

Am Eingang des engen Teils liegen Parkflächen bei den Hotels und Cafés, oft mit Wächtern, die ein paar Dirham erwarten. Fahr nicht mit dem Auto durch den engsten Abschnitt, auch wenn andere es tun: Dort sind Fußgänger unterwegs, und der Bach kreuzt die Fahrbahn. Wer früh am Morgen kommt, findet leicht einen Platz, am späten Vormittag stehen dort viele Busse.

Wie lang ist die Todra-Schlucht?

Der Teil, den die meisten meinen, ist kurz: Die engste Stelle mit den hohen Wänden misst nur einige hundert Meter, du gehst sie in etwa 20 Minuten. Dahinter weitet sich das Tal wieder, und Straße und Fluss ziehen sich viele Kilometer weiter in die Berge. Wer mehr sehen will, folgt der Straße nach Norden oder wandert über die Hochfläche oberhalb der Schlucht.

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Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

Auswärtiges Amt: Marokko, Reise- und Sicherheitshinweise.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.