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Das UNESCO-Welterbe im Orient ist so dicht wie in kaum einer anderen Weltregion: Pharaonengräber, römische Arenen, Lehmstädte, Medinas, Wüstenlandschaften und Korallenriffe. Rechnet man die zehn Länder auf orient-reise.de zusammen, kommen rund 75 Stätten heraus (Stand November 2026). Das ist zu viel für eine Reise und manchmal auch zu viel des Guten, denn nicht jeder Eintrag ist für Besucher spannend. Dieser Überblick sortiert die Stätten je Land, nennt das Jahr der Eintragung und sagt dir ehrlich, welche die lange Anfahrt wert sind.
Wie viele Welterbestätten hat welches Land?
| Land | Stätten (Stand November 2026) | Bekannteste | Am leichtesten erreichbar |
|---|---|---|---|
| Türkei | 22 | Istanbul, Kappadokien, Ephesus | Altstadt Istanbul |
| Tunesien | 10 | Karthago, El Djem, Kairouan | Karthago und Sidi Bou Said ab Tunis |
| Marokko | 9 | Fès, Marrakesch, Aït-Ben-Haddou | Medina von Marrakesch |
| Jordanien | 8 | Petra, Wadi Rum | Petra |
| Saudi-Arabien | 8 | Hegra, At-Turaif, Jeddah | At-Turaif bei Riad |
| Ägypten | 7 | Gizeh, Luxor, Abu Simbel | Pyramiden von Gizeh |
| Oman | 5 | Bahla, Weihrauchstätten, Aflaj | Bahla ab Nizwa |
| VAE | 3 | Al Ain | Oase von Al Ain |
| Bahrain | 3 | Qal'at al-Bahrain, Perlenpfad | beide ab Manama |
| Katar | 1 | Al Zubarah | Tagesausflug ab Doha |
Die Zahlen folgen der Liste des UNESCO-Welterbezentrums einschließlich der Eintragungen vom Juli 2026. Länderseiten der UNESCO hinken manchmal hinterher, deshalb findest du dort teils noch ältere Zahlen.
Die fünf großen Stätten, für die du die Reise planst
Wenn du dich nach dem Welterbe richtest, gibt es fünf Orte, die zu den eindrucksvollsten der ganzen Region gehören und an denen der Titel nur bestätigt, was du vor Ort siehst.
- Petra, Jordanien, seit 1985. Die Felsenstadt der Nabatäer braucht zwei Tage: einen für Siq, Schatzhaus und Kloster, einen für Wanderwege. Wie du den Eintritt mit dem Jordan Pass abdeckst und wann der Siq leer ist, steht bei Petra besuchen.
- Memphis und seine Totenstadt, Ägypten, seit 1979. Das Welterbe reicht vom Plateau in Gizeh bis Dahschur. Für die Pyramiden von Gizeh kommst du zur Öffnung um 8 Uhr, die stilleren Pyramiden in Sakkara und Dahschur lohnen einen eigenen Halbtag.
- Antikes Theben, Ägypten, seit 1979. Karnak, der Luxor-Tempel und das Westufer mit dem Tal der Könige bilden zusammen eine Welterbestätte. Plane in Luxor zwei volle Tage, und starte im Tal der Könige um 6 Uhr.
- Historische Bereiche von Istanbul, Türkei, seit 1985. Hagia Sophia, Topkapı-Palast, Blaue Moschee und Süleymaniye liegen auf der Altstadthalbinsel dicht beieinander. Die Auswahl für zwei bis vier Tage findest du bei den Sehenswürdigkeiten in Istanbul.
- Medina von Fès, Marokko, seit 1981. Die autofreie Altstadt Fès el-Bali ist die älteste der großen Medinas des Landes, ein Tag ist das Minimum. Wie du dich in den Gassen orientierst, erklärt die Seite Medina von Fès.
Abu Simbel gehört knapp nicht in diese Reihe, nur weil die Anreise so lang ist: rund 300 Kilometer ab Assuan, mit Bus etwa dreieinhalb bis vier Stunden pro Richtung. Seit 1979 bildet der Felsentempel mit Philae das Welterbe der Nubischen Denkmäler. Ob sich der Tag lohnt, entscheidest du mit der Seite Abu Simbel.
Ägypten, Tunesien und Marokko: Pharaonen, Rom und Medinas
Ägypten hat fünf seiner sieben Stätten schon 1979 eingetragen, darunter das islamische Kairo mit rund 600 Denkmälern. Später kamen das Gebiet um das Katharinenkloster im Süden des Sinai (2002) und das Wadi al-Hitan mit Walfossilien in der Wüste bei Fayoum (2005) dazu. Für den Süden des Sinai rät das Auswärtige Amt von unbegleiteten Ausflügen und Überlandfahrten ab, das Kloster besuchst du deshalb nur mit organisierter Tour.
Tunesien ist für Antike-Fans das kompakteste Land. Karthago (1979) liegt an der Vorortbahn von Tunis, an derselben Strecke wie Sidi Bou Said, das im Juli 2026 als zehnte Stätte des Landes eingetragen wurde. Das Amphitheater von El Djem (1979), die Medina von Sousse (1988) und die heilige Stadt Kairouan (1988) schaffst du von der Küste aus als Tagesausflüge. Dazu kommen die Medina von Tunis (1979), der Nationalpark Ichkeul (1980), die punische Stadt Kerkouane (1985), Dougga (1997) und die Siedlungslandschaft von Djerba (2023). Keine dieser Stätten liegt in den Gebieten im Süden und an der algerischen Grenze, für die das Auswärtige Amt abrät.
Marokkos neun Stätten sind fast alle Städte. Neben Fès stehen die Medinas von Marrakesch (1985), Tétouan (1997) und Essaouira (2001) auf der Liste, außerdem Meknès (1996), die Römerstadt Volubilis (1997), die portugiesische Festungsstadt Mazagan in El Jadida (2004) und Rabat (2012). Der befestigte Ksar von Aït-Ben-Haddou (1987) liegt am Weg von Marrakesch in die Wüste und ist am Morgen fast leer.
Türkei: 22 Stätten zwischen Bosporus und Euphrat
Kein Land auf diesem Portal hat mehr. Für eine erste Reise reichen vier: Istanbul, Kappadokien als Göreme-Nationalpark mit Felsdenkmälern (1985), Ephesus (2015) und Pamukkale mit Hierapolis (1988), das als Natur- und Kulturerbe zugleich eingetragen ist. Für Kappadokien lohnt sich der Museum Pass Cappadocia, für Ephesus die Hanghäuser gegen Aufpreis.
Wer tiefer einsteigt, findet Troja (1998), die Fachwerkstadt Safranbolu (1994), die Hethiterhauptstadt Hattuša (1986), Pergamon und Bursa (beide 2014), Aphrodisias (2017), die Jungsteinzeit-Siedlung Çatalhöyük bei Konya (2012) und die Götterköpfe auf dem Nemrut Dağı (1987), die du am besten zum Sonnenaufgang siehst. Göbekli Tepe (2018) liegt in der Provinz Şanlıurfa. Für das unmittelbare Grenzgebiet zu Syrien, zu dem Teile dieser Provinz gehören, empfiehlt das Auswärtige Amt, nicht zwingend nötige Reisen zu vermeiden. Prüf die Route deshalb vor der Buchung.
Jordanien, Saudi-Arabien und die Golfstaaten
Jordanien hat acht Stätten, und fast alle lohnen sich auch für Laien. Neben Petra sind es das Wadi Rum (2011), das Badehaus Qusair Amra bei den Wüstenschlössern (1985), Umm ar-Rasas (2004), die Taufstelle am Jordan (2015), die osmanisch geprägte Stadt As-Salt (2021), Umm el-Jimal (2024) und neu seit 2026 das Aqaba Marine Reserve, dessen Riffe du in Aqaba vom Strand aus erschnorchelst. Das Auswärtige Amt rät derzeit von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, für den Nordosten und die Grenzgebiete zu Syrien und Irak sogar dringend. Umm el-Jimal und die Ostwüste betrifft das stärker als Petra.
Saudi-Arabien hat seit 2008 acht Stätten gesammelt: Hegra bei AlUla, At-Turaif in Diriyah (2010), die Altstadt von Jeddah (2014), Felsbilder in der Region Hail (2015), die Oase Al-Ahsa (2018), das Felsbildgebiet Hima (2021), die Dünenlandschaft Uruq Bani Ma'arid am Rand der Rub al-Khali (2023) und Al-Faw (2024). Für Saudi-Arabien besteht mit Stand November 2026 eine Reisewarnung, Hegra und Diriyah sind also Ziele für später.
Am Golf sind die Stätten klein, aber gut erklärt. Der Oman hat fünf: das Lehmfort Bahla (1987), die Gräber von Bat, Al-Khutm und Al-Ayn (1988), das Land des Weihrauchs bei Salalah (2000), fünf Falaj-Bewässerungssysteme (2006) und die Hafenstadt Qalhat (2018). Bahla und die Burg Jabrin daneben besuchst du an einem Vormittag, siehe Bahla und Jabrin. Bahrain zeigt mit Qal'at al-Bahrain (2005), dem Perlenpfad in Muharraq (2012) und den Dilmun-Grabhügeln (2019) gleich drei Epochen auf engem Raum. Katar hat mit Al Zubarah (2013) eine ausgegrabene Perlenstadt. In den Emiraten stehen die Kulturstätten von Al Ain (2011), die Fundlandschaft Faya in Sharjah (2025) und das Wadi Wurayah in Fujairah (2026) auf der Liste.
So planst du Besuche an Welterbestätten
Fast alle großen Stätten liegen ohne Schatten in der Sonne. Komm zur Öffnung, oft zwischen 6 und 8 Uhr, oder am späten Nachmittag. Von Oktober bis April ist es in Ägypten, Jordanien und am Golf angenehm, in der Türkei und in Marokko sind Frühling und Herbst ideal. Sammeltickets sparen Geld: Der Jordan Pass deckt Petra, Wadi Rum und die Wüstenschlösser ab, in Tunesien gelten Sammeltickets für Karthago und Kairouan, in der Türkei Museumspässe für einzelne Regionen. Die Eintritte sind in den letzten Jahren vielerorts gestiegen, rechne bei Ephesus mit rund 40 Euro, bei Petra mit 50 Dinar für einen Tag (Stand November 2026).
Typischer Fehler: Zu viele Stätten an einem Tag. Zwei große Anlagen sind genug, sonst siehst du am Nachmittag nur noch Steine.
Was der Welterbe-Titel nicht bedeutet
Ein Eintrag sagt nichts darüber, wie gut eine Stätte für Besucher aufbereitet ist. Die Dilmun-Grabhügel in Bahrain oder die Felsbilder in Hail beeindrucken Fachleute mehr als Urlauber. Umgekehrt fehlen große Namen: Jerash in Jordanien, der Dubai Creek oder die Moschee von Al Bidya in Fujairah stehen nicht oder nur auf der Vorschlagsliste, der sogenannten Tentativliste. Betrachte das Welterbe deshalb als Hinweis auf echte Geschichte und plane danach, was dich interessiert. Mehr Ideen für Reisen mit Kultur und Hintergrund sammelt das Reisemagazin.
Häufige Fragen
Welches Land im Orient hat die meisten UNESCO-Welterbestätten?
Die Türkei mit 22 Stätten (Stand November 2026), von der Altstadt Istanbuls über Kappadokien und Ephesus bis Göbekli Tepe. Danach folgen Tunesien mit zehn, Marokko mit neun sowie Jordanien und Saudi-Arabien mit jeweils acht. Katar hat mit Al Zubarah nur eine einzige Welterbestätte, ist aber in einem halben Tag ab Doha gut zu besuchen.
Welche Orient-Stätten wurden 2026 neu ins Welterbe aufgenommen?
Auf seiner Sitzung im Juli 2026 hat das Welterbekomitee drei Stätten aus unseren zehn Ländern eingetragen: das Dorf Sidi Bou Said bei Tunis, das Aqaba Marine Reserve am Roten Meer in Jordanien und das Wadi Wurayah in Fujairah, das erste Naturerbe der Emirate. Ein Jahr davor kam die Fundlandschaft von Faya in Sharjah dazu.
Ist Jerash ein UNESCO-Welterbe?
Nein. Die römische Stadt im Norden Jordaniens gehört zu den besterhaltenen ihrer Art, steht aber nicht auf der Welterbeliste. Das ändert nichts daran, dass sie einen halben Tag lohnt. Welterbe sind in Jordanien unter anderem Petra, das Wadi Rum, Qusair Amra, Umm ar-Rasas, die Taufstelle am Jordan, As-Salt und Umm el-Jimal.
Lohnt sich eine Reise, nur um Welterbestätten zu sammeln?
Als Leitfaden ja, als Pflichtliste nein. Manche Einträge sind für Laien unscheinbar, etwa Grabhügelfelder oder Felsbilder in abgelegenen Regionen, während große Sehenswürdigkeiten wie Jerash oder der Burj Khalifa gar nicht auf der Liste stehen. Nutze das Welterbe als Hinweis auf echte Substanz und plane nach Wegen, Jahreszeit und deinen Interessen.




