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Die meisten Listen der Jordanien Sehenswürdigkeiten fangen mit Petra an und hören beim Toten Meer auf. Das ist nicht falsch, aber es verdeckt, wie unterschiedlich die Ziele sind. Manche brauchen zwei Tage, andere zwei Stunden. Manche lohnen sich für jeden, andere nur, wenn du Wandern, Mosaiken oder Tauchen magst. Hier findest du die besten Ziele von Nord bis Süd, sortiert nach dem, was sie für eine erste Reise bringen, mit Zeitbedarf, Eintritt und einer ehrlichen Einschätzung. Den Gesamtüberblick über Regionen und Reisestile gibt die Seite zum Jordanien Urlaub.
Das Ranking auf einen Blick
| Rang | Ziel | Region | Zeitbedarf | Eintritt (Stand November 2026) | Für wen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Petra | Süden | 2 bis 3 Tage | 50 JD für 1 Tag, 55 JD für 2, 60 JD für 3 | alle |
| 2 | Wadi Rum | Süden | 1 bis 2 Nächte | 5 JD plus Jeeptour | alle, die Wüste wollen |
| 3 | Jerash | Norden | halber Tag | 10 JD inklusive Museum | Antike, Fotografie |
| 4 | Totes Meer | Jordantal | 1 bis 2 Tage | je nach Strand oder Hotel | Erholung, Familien |
| 5 | Amman | Mitte | 1 Tag | Zitadelle 3 JD, Theater 2 JD | Stadt, Essen, Einstieg |
| 6 | Dana Biosphere Reserve | Kings Highway | 1 bis 2 Tage | 10 JD plus 16 Prozent Steuer | Wanderer |
| 7 | Madaba und Berg Nebo | Mitte | halber Tag | je 3 JD | Mosaiken, Geschichte |
| 8 | Wadi Mujib | Totes Meer | halber Tag | Siq Trail 21 JD plus Steuer | Aktive, nur in der Saison |
| 9 | Aqaba | Rotes Meer | 2 bis 3 Tage | Strände teils frei | Schnorcheln, Tauchen |
| 10 | Wüstenschlösser | Osten | halber bis ganzer Tag | 3 JD | Kunstgeschichte |
Die Preise gelten für ausländische Besucher laut Jordan Tourism Board und der Petra-Verwaltung. Wer nicht in Jordanien übernachtet, zahlt in Petra 90 JD. Mit dem Jordan Pass sind die meisten Ziele der Tabelle abgedeckt, außer den Naturreservaten Dana und Mujib.
Die drei, die jede Reise prägen
Petra
Die Felsenstadt der Nabatäer ist zu Recht die Nummer eins und seit 1985 UNESCO-Welterbe. Vom Visitor Center in Wadi Musa läufst du durch die enge Schlucht des Siq, bis plötzlich das Schatzhaus vor dir steht. Danach öffnet sich das Tal mit Gräbern, Theater und Säulenstraße. Wer nur bis hierher und zurück geht, hat Petra gesehen, aber nicht verstanden. Den besten Eindruck bekommst du oben: am Kloster von Petra, zu dem rund 800 Stufen hinaufführen, oder auf einem der Wanderwege in Petra zu Aussichtspunkten über dem Schatzhaus.
Ehrlich: Am Vormittag ist der Siq voll mit Gruppen. Wer um 6 Uhr am Tor steht, hat das Schatzhaus fast für sich. Im Sommer ist es mittags im Tal heiß und schattenlos. Plane, Tickets und Wege stehen im Ratgeber Petra besuchen. Abends gibt es an einigen Wochentagen die Kerzenveranstaltung Petra by Night, die man mögen kann, aber nicht muss.
Wadi Rum
Das Wadi Rum ist eine Wüste aus rotem Sand und Sandsteinbergen, seit 2011 Welterbe für Natur und Kultur zugleich. Du fährst mit einem Jeep lokaler Beduinen zu Felsbögen, Dünen und Inschriften, am Abend wird es still, und der Sternenhimmel ist klar wie selten in Europa. Lohnt sich das? Ja, aber nur mit Übernachtung. Ein Tagesbesuch in der Mittagshitze zeigt dir die Farben nicht, die am späten Nachmittag entstehen.
Jerash
Etwa 50 Kilometer nördlich von Amman liegt Jerash, eine der am besten erhaltenen römischen Provinzstädte außerhalb Italiens. Das Ovale Forum, die lange Säulenstraße, der Hadriansbogen und zwei Theater liegen in einem weiten Gelände, das du in drei bis vier Stunden zu Fuß abläufst. Früh am Morgen ist es leer und das Licht weich. Für viele ist Jerash die positive Überraschung der Reise, weil die Erwartungen niedriger sind als bei Petra.
Wasser, Stadt und Natur: Rang 4 bis 6
Das Tote Meer liegt rund 430 Meter unter dem Meeresspiegel, der Salzgehalt ist so hoch, dass du ohne Mühe obenauf treibst. Das ist ein Erlebnis für eine Stunde, kein Badeurlaub. Rasieren solltest du dich am Tag vorher nicht, kleine Schnitte brennen. Öffentliche Strände sind selten, die meisten nutzen ein Resort mit Tagesticket.
Amman wird als Hauptstadt oft übersprungen. Schade, denn auf dem Zitadellenhügel stehen der Herkulestempel und ein Palast aus omaijadischer Zeit, darunter liegt das römische Theater, und in der Altstadt isst du Falafel für wenig Geld. Ein Tag reicht für das Wichtigste.
Im Dana Biosphere Reserve fällt das Land vom Hochland bis in die Wüste von Feynan ab. Das alte Steindorf Dana ist der Ausgangspunkt für Wanderungen, manche davon nur mit Guide. Für Wanderer gehört Dana in die Top 3, für alle anderen reicht der Blick vom Dorf.
Kurze Stopps mit viel Geschichte: Rang 7 und 10
In Madaba und am Berg Nebo geht es um Mosaiken und Aussicht. In der griechisch-orthodoxen Georgskirche von Madaba liegt die berühmte Mosaikkarte aus dem 6. Jahrhundert, die das Heilige Land darstellt. Am Berg Nebo, wo nach der Überlieferung Mose ins Gelobte Land blickte, siehst du bei klarer Luft über das Jordantal bis zum Toten Meer. Beides passt in einen halben Tag und lässt sich gut auf dem Weg von Amman nach Süden einbauen.
Die Wüstenschlösser in Jordanien östlich von Amman stammen aus der Zeit der Omaijaden im 7. und 8. Jahrhundert. Das kleine Badehaus Qusair Amra mit seinen Wandmalereien ist seit 1985 Welterbe, Qasr Kharana wirkt wie eine Festung und war wohl eher eine Art Karawanserei oder Treffpunkt. Für Kunstinteressierte ein starker halber Tag, für alle anderen eher verzichtbar. Achte darauf, dass die Route in Richtung Azraq in den Osten führt, wo du die aktuellen Hinweise vor der Fahrt prüfen solltest.
Aktiv und am Wasser: Rang 8 und 9
Das Wadi Mujib ist eine Schlucht, die vom Hochland zum Toten Meer führt. Auf dem Siq Trail watest, schwimmst und kletterst du gegen die Strömung bis zu einem Wasserfall. Das macht Spaß, ist aber nur in der warmen Jahreshälfte geöffnet, weil im Winter Sturzfluten drohen. Rechne mit nassen Schuhen und zwei bis drei Stunden.
Aqaba ist die einzige Küstenstadt des Landes. Direkt vor dem Strand südlich der Stadt beginnen Korallenriffe, zum Schnorcheln brauchst du kein Boot. Taucher finden Wracks und Steilwände. Die Stadt selbst ist eher funktional, als Abschluss einer Rundreise nach Petra und Wadi Rum passt sie aber ideal.
Wann es an den Zielen leer ist
Die großen Ziele haben einen ähnlichen Rhythmus. Reisegruppen kommen meist zwischen 9 und 11 Uhr an, viele davon als Tagesausflug aus Amman, Aqaba oder von Kreuzfahrtschiffen. Wer früher da ist, hat Petra, Jerash und die Zitadelle von Amman eine bis zwei Stunden lang fast leer. Am späten Nachmittag wird es wieder ruhiger, und das Licht auf dem Sandstein ist am wärmsten.
Freitag und Samstag sind in Jordanien Wochenende. Dann kommen Familien aus Amman ans Tote Meer, nach Jerash und in die Naturreservate, besonders im Frühling. Unter der Woche ist es dort spürbar entspannter. Im Ramadan können die Öffnungszeiten abweichen. Prüf die Zeiten am Vortag an der Unterkunft, die offiziellen Angaben im Netz sind nicht überall gleich.
Was die Liste nicht abdeckt
Einige Orte fallen aus dem Ranking, weil sie Zeit kosten oder ein spezielles Interesse voraussetzen, lohnen sich aber:
- Little Petra, eine kleinere Felsensiedlung nördlich von Petra, ruhig und gut mit Petra kombinierbar.
- Die Taufstelle Bethany am Jordan, Welterbe seit 2015, für Pilger und Bibelinteressierte, Eintritt 12 JD.
- Die Kreuzfahrerburgen Karak und Shobak am Kings Highway, beide mit weitem Blick.
- Ajloun und Umm Qais im Norden, eine Burg aus der Zeit der Ayyubiden und eine Ausgrabung mit Blick bis zum See Genezareth.
- As-Salt nordwestlich von Amman, eine Stadt mit gelben Steinhäusern aus osmanischer Zeit, seit 2021 Welterbe.
Wie du die Ziele zu einer Route mit sinnvollen Übernachtungen verbindest, zeigt der Plan für eine Woche Jordanien. Wer mehr Zeit hat, nimmt die Rundreise in zehn Tagen mit dem Kings Highway.
Unser Rat: Plane von Nord nach Süd oder umgekehrt, nie im Zickzack. Jerash und Amman passen an den Anfang, Totes Meer und Kings Highway in die Mitte, Petra, Wadi Rum und Aqaba ans Ende. So fährst du jede Strecke nur einmal.
Häufige Fragen
Welche Sehenswürdigkeiten liegen in Gebieten, von denen abgeraten wird?
Mit Stand November 2026 rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen Reisen nach ganz Jordanien ab, also auch nach Petra, Wadi Rum und ans Tote Meer. Dringend abgeraten wird von den Grenzgebieten zu Syrien und Irak und vom Nordosten. Ziele wie Umm el-Jimal nahe der syrischen Grenze oder Azraq im Osten solltest du deshalb vor der Planung anhand der aktuellen Hinweise prüfen.
Was tun in Jordanien, wenn man nur drei Tage hat?
Dann konzentrierst du dich auf den Süden. Zwei Tage Petra mit Übernachtung in Wadi Musa, danach eine Nacht im Wadi Rum mit Jeeptour am Nachmittag. Ankunft und Abflug klappen am besten über Aqaba, das nur rund eine Stunde vom Wadi Rum entfernt liegt. Amman, Jerash und das Tote Meer verschiebst du auf eine zweite Reise.
Was für Tiere gibt es in Jordanien?
Im Wadi Rum und in Dana siehst du mit etwas Glück Steinböcke, Greifvögel und Wüstenfüchse, vor allem am frühen Morgen. Im Wadi Mujib leben Nubische Steinböcke an den Felswänden. Kamele und Esel triffst du vor allem in Petra und im Wadi Rum, wo sie Besucher tragen. Am Riff vor Aqaba gibt es Korallen, Rifffische und Schildkröten.
Wie bezahlt man am besten an den Sehenswürdigkeiten?
An den großen Kassen wie in Petra, Jerash und im Wadi Rum kannst du meist mit Karte zahlen, an kleineren Stätten und bei Fahrern brauchst du Dinar in bar. Mit dem Jordan Pass entfällt das Bezahlen an den meisten Orten ganz, du zeigst nur den ausgedruckten Pass. Kleine Scheine helfen bei Trinkgeld, Tee und Toiletten.




