Das von Säulen gesäumte Ovale Forum der römischen Stadt Jerash liegt vor dem Cardo und der modernen Stadt auf den Hügeln dahinter.

Sehenswürdigkeit · Jordanien

Jerash: römische Stadt im Norden Jordaniens

Für Jerash planst du drei bis vier Stunden ein, am besten am Vormittag. Der Eintritt kostet 10 JD inklusive Museum und ist im Jordan Pass enthalten, geöffnet ist laut Jordan Pass von 8 bis 17 Uhr (Stand November 2026). Von Amman fährst du rund eine Stunde nach Norden, mit Auto, Taxi oder Bus.

Aktueller Hinweis zu Jerash: Das Auswärtige Amt rät derzeit von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, für die Grenzgebiete zu Syrien und Irak sowie den Nordosten dringend. Grund ist die angespannte Lage in der Region. Gültig seit 29. Oktober 2026, geprüft am 6. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

Lagerund 45 km nördlich von Amman
Eintritt10 JD inklusive Museum, im Jordan Pass enthalten (Stand November 2026)
Öffnungszeitenlaut Jordan Pass 8 bis 17 Uhr (Stand November 2026)
Zeitbedarf3 bis 4 Stunden, mit Pausen ein halber Tag
Wegstreckegut 4 km zu Fuß, kaum Schatten
Beste ZeitMärz bis Mai und Oktober bis November, vormittags
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Jerash ist die am besten erhaltene römische Stadt Jordaniens und für viele die Überraschung der Reise. Wo andere Ruinenstätten aus verstreuten Steinen bestehen, gehst du hier eine fast 800 Meter lange Säulenstraße entlang, sitzt in zwei Theatern und stehst auf einem ovalen Platz, um den noch heute Dutzende Säulen aufrecht stehen. Die jordanische Tourismusbehörde zählt Jerash zu den besterhaltenen römischen Provinzstädten der Welt. Für den Besuch brauchst du keinen Führer, aber einen Plan für den Rundgang, festes Schuhwerk und den richtigen Zeitpunkt. Eintritt, Anreise und Reihenfolge stehen unten.

Die antike Stadt liegt im Norden des Landes, etwa 45 Kilometer von Amman entfernt, mitten im heutigen Ort Jerash. Vom Forum siehst du die Häuser am Hang, und mehrmals am Tag hörst du den Ruf des Muezzin von den Moscheen der Stadt. Wie Jerash zu den übrigen Zielen im Land steht, zeigt die Übersicht Jordanien Urlaub, eine Auswahl mit Bewertungen die Seite Jordanien Sehenswürdigkeiten.

Ein wenig Geschichte vorab

Besiedelt war der Ort laut Tourismusbehörde schon in der Jungsteinzeit. Unter dem Namen Gerasa wurde er nach der Eroberung durch den römischen Feldherrn Pompeius im Jahr 63 v. Chr. Teil der Dekapolis, eines lockeren Bundes von zehn Städten im Osten des Reiches. Die große Blüte kam im 1. und 2. Jahrhundert, als Handel mit Karawanen und die fruchtbare Umgebung die Stadt reich machten. Kaiser Hadrian besuchte sie im Jahr 129, zu seinen Ehren entstand der Bogen am Eingang.

In byzantinischer Zeit kamen Kirchen mit Mosaikböden dazu, unter den Umayyaden lebte die Stadt weiter. Ein schweres Erdbeben im 8. Jahrhundert zerstörte große Teile, danach verfiel Jerash langsam und wurde vom Sand bedeckt. Das ist der Grund, warum so viel erhalten ist: Die Stadt wurde nie vollständig überbaut, sondern erst im 19. und 20. Jahrhundert wieder ausgegraben.

Der Rundgang: von Süden nach Norden

Der übliche Weg führt vom Visitor Center am Hadriansbogen nach Norden. Insgesamt läufst du gut vier Kilometer, auf Pflaster, Schotter und Stufen.

Station Was du siehst Zeit
Hadriansbogen und Hippodrom Ehrenbogen von 129, Rennbahn von 245 m Länge für rund 15.000 Zuschauer 20 Minuten
Südtor und Ovales Forum Platz von etwa 90 mal 80 Metern, umgeben von ionischen Säulen 20 Minuten
Zeustempel und Südtheater Tempel auf der Anhöhe, Theater mit über 3000 Plätzen 30 Minuten
Cardo Maximus Säulenstraße mit Originalpflaster und Wagenspuren 30 Minuten
Nymphäum und Artemistempel Brunnenhaus von 191, Tempel der Stadtgöttin 30 Minuten
Kirchen und Nordtheater byzantinische Mosaiken, kleineres Theater von 165 40 Minuten

Der Hadriansbogen war als neues Südtor gedacht, die geplante Stadterweiterung bis dorthin wurde aber nie vollendet. Gleich dahinter liegt das Hippodrom. Hier fanden Wagenrennen statt, heute ist es Schauplatz von Vorführungen, wenn sie gerade laufen.

Durch das Südtor kommst du zum Ovalen Forum, dem bekanntesten Fotomotiv. Die Säulen stammen aus dem 1. Jahrhundert, die Form des Platzes ist ungewöhnlich und bis heute nicht ganz erklärt. Links oben thront der Zeustempel, daneben das Südtheater, das unter Kaiser Domitian Ende des 1. Jahrhunderts entstand. Wenn Musiker dort spielen, hörst du bis in die letzte Reihe jeden Ton.

Vom Forum geht der Cardo Maximus nach Norden. Schau auf den Boden: Die Rillen im Pflaster stammen von Wagenrädern, unter der Straße verlief ein Abwasserkanal, dessen Öffnungen du noch siehst. Auf halber Strecke steht das Nymphäum, ein zweistöckiger Brunnenbau, aus dem Wasser durch sieben Löwenköpfe floss. Dahinter führt eine monumentale Treppe hinauf zum Artemistempel, dem größten Bau der Stadt. Einige seiner Säulen sind so hoch, dass du den Kopf in den Nacken legen musst.

Westlich des Cardo liegen mehrere byzantinische Kirchen, einige mit gut erhaltenen Mosaikböden. Den Abschluss bilden das Nordtheater, das im 3. Jahrhundert auf rund 1600 Plätze erweitert wurde, und das Nordtor. Von dort gehst du auf demselben Weg oder entlang der Ostseite zurück.

Unser Rat: Geh den Rundgang einmal ganz bis zum Nordtheater und nimm dir für den Rückweg die Kirchen und den Artemistempel vor. So hast du die großen Strecken am kühlen Morgen hinter dir und die Details, wenn du langsamer wirst.

Eintritt, Öffnungszeiten und Jordan Pass

Der Eintritt für ausländische Besucher kostet 10 JD, das kleine Museum ist enthalten (Stand November 2026). Laut der Seite des Jordan Pass ist die Ausgrabung von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Im Sommer können die Zeiten länger sein, im Winter kürzer, prüf das kurz vorher. Mit dem Jordan Pass ist Jerash ohne weitere Kosten dabei. Wer den Pass ohnehin für Petra und die Visumgebühr kauft, zahlt hier nichts mehr extra.

Ein Führer ist nicht vorgeschrieben. Am Visitor Center bieten lizenzierte Guides ihre Dienste an, das lohnt sich, wenn du Geschichte erzählt bekommen willst und nicht nur Steine sehen möchtest. Vereinbare Preis und Dauer vorher.

Anreise ab Amman

Mit dem Auto fährst du von Amman nach Norden auf gut ausgebauter Straße. Ohne Stau brauchst du ungefähr eine Stunde, im Berufsverkehr beim Verlassen der Stadt mehr. Parkplätze gibt es am Visitor Center. Was beim Fahren im Land zu beachten ist, steht bei Mietwagen in Jordanien.

Ohne Auto nimmst du ein Taxi für den halben Tag mit Wartezeit, das du am besten vorher im Hotel absprichst. Günstiger sind Minibusse ab dem Busbahnhof im Norden Ammans, sie fahren ab, wenn sie voll sind. Für die Rückfahrt am Nachmittag wird das Angebot dünner. Viele verbinden Jerash mit der Burg von Ajloun, die auf einem Hügel westlich liegt. Mit dem Taxi oder einer Tour ist das an einem Tag gut machbar.

Ajloun und weitere Ziele im Norden

Die Burg von Ajloun ist die naheliegende Ergänzung. Sie wurde im 12. Jahrhundert als muslimische Festung gegen die Kreuzfahrer gebaut, steht auf einem bewaldeten Hügel und ist wie Jerash im Jordan Pass enthalten. Von oben siehst du bei klarer Sicht weit über das Jordantal. Rund um Ajloun liegt außerdem ein Waldschutzgebiet der Naturschutzorganisation RSCN mit kurzen Wanderwegen, im Frühling eine angenehme Abwechslung zu Wüste und Ruinen.

Noch weiter nördlich liegen das antike Gadara bei Umm Qais und Pella im Jordantal, beide ebenfalls Städte der Dekapolis. Hier kommt die Sicherheitslage konkret ins Spiel: Das Auswärtige Amt rät mit Stand 6. November 2026 dringend von Reisen in das unmittelbare Grenzgebiet zu Syrien ab, nennt dabei aber keine Orte oder Kilometer. Jerash und Ajloun liegen nicht direkt an der Grenze, Umm Qais dagegen über dem Tal des Yarmuk nicht weit davon entfernt. Lies vor einer Fahrt in den äußersten Norden die aktuellen Hinweise besonders genau und frag im Zweifel vor Ort nach.

Wann du kommst und was du mitnimmst

Die beste Zeit sind Frühling und Herbst. Im März und April blühen zwischen den Steinen Wildblumen, im Oktober und November ist das Licht mild. Im Sommer wird es mittags heiß, die Säulenstraße bietet kaum Schatten. Komm dann gleich zur Öffnung. Im Winter ist Jerash kühl und gelegentlich nass, dafür fast leer. Was das Klima im ganzen Land über das Jahr macht, steht bei der besten Reisezeit für Jordanien.

Pack Wasser, Sonnenschutz und Schuhe mit fester Sohle ein, das antike Pflaster ist glatt und uneben. Ein Hut ist wichtiger als eine Kamera mit Teleobjektiv. Am Eingang gibt es Stände mit Getränken und Souvenirs, im Gelände selbst kaum etwas. Frauen und Männer sind mit bedeckten Schultern und Knien gut angezogen, weil du danach meist durch die Stadt fährst.

Für das Gesamtbild lohnt sich zum Schluss der Blick von einem der Hügel innerhalb der Ausgrabung, etwa am Zeustempel. Von dort siehst du, wie die römische Stadt und das heutige Jerash mit seinen Häusern und dem Minarett der Moscheen nebeneinander liegen, getrennt nur durch einen Zaun. Wie Jerash in eine Route durch das ganze Land passt, zeigt die Jordanien Rundreise.

Häufige Fragen

Gilt das Abraten des Auswärtigen Amts auch für Jerash?

Mit Stand 6. November 2026 rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen Reisen in ganz Jordanien ab, das gilt also auch für Jerash. Dringend abgeraten wird von Reisen in das unmittelbare Grenzgebiet zu Syrien, den Nordosten und die Grenzregion zu Irak. Jerash wird dabei nicht genannt, die Stadt liegt nördlich von Amman, aber nicht direkt an der Grenze und nicht im Nordosten. Das Amt nennt keine genauen Grenzlinien. Für Ziele noch weiter im Norden lies die Hinweise vor der Fahrt besonders genau.

Wie lange braucht man für Jerash?

Für den Hauptweg vom Hadriansbogen über das Ovale Forum und die Säulenstraße bis zum Nordtheater rechnest du drei Stunden mit Pausen. Wer auch die Kirchen mit ihren Mosaiken, den Artemistempel und das Museum sehen will, braucht eher vier. Mit An- und Rückfahrt von Amman ist es ein halber Tag, kombiniert mit der Burg von Ajloun ein ganzer.

Lohnt sich Jerash, wenn man Petra schon gesehen hat?

Ja, denn die beiden Orte sind sehr verschieden. Petra ist eine in Fels gehauene Stadt der Nabatäer, Jerash eine gebaute römische Provinzstadt mit Straßen, Plätzen, Tempeln und Theatern. Du gehst hier über das Pflaster, auf dem Wagen fuhren, und siehst, wie eine Stadt der Kaiserzeit funktionierte. Dazu ist Jerash weit weniger voll.

Gibt es in Jerash Vorführungen mit Gladiatoren?

Die jordanische Tourismusbehörde beschreibt eine Show mit Legionären, Gladiatorenkämpfen und Wagenrennen im Hippodrom, die unter dem Namen Roman Army and Chariot Experience läuft. Ob und zu welchen Zeiten sie gerade stattfindet, ändert sich. Frag am Visitor Center nach oder prüf die Termine kurz vor dem Besuch. Das Jerash Festival findet meist Ende Juli bis Anfang August statt.

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Quellen und offizielle Informationen

Visit Jordan: Jerash; Visit Jordan: Entrance Fees; Jordan Pass: Included Attractions (Öffnungszeiten); Auswärtiges Amt: Jordanien, Reise- und Sicherheitshinweise.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.