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Das Dana Biosphere Reserve ist das größte Naturschutzgebiet Jordaniens und für Wanderer das vielseitigste. Auf wenigen Kilometern fällt das Gelände von etwa 1500 Metern auf dem Hochplateau bei Qadisiyah bis in Senken unter dem Meeresspiegel im Wadi Araba ab. Oben wachsen Wacholder und laut RSCN der älteste und größte natürliche Bestand an Zypressen im Land, unten Akazien im Sand. Dazwischen liegt das Dorf Dana mit seinen Steinhäusern am Rand der Schlucht. Wer hier wandern will, braucht drei Dinge: den richtigen Trail, einen Führer und einen Plan für die Nacht.
Das Reservat wurde 1989 gegründet, steht seit 1998 als Biosphärenreservat auf der Liste der UNESCO und wird von der Royal Society for the Conservation of Nature verwaltet, kurz RSCN. Es umfasst rund 292 Quadratkilometer. Wie Dana in eine Reise durch das Land passt, steht in der Übersicht Jordanien Urlaub.
Zwischen Dorf und Wüste: was dich erwartet
Das Gelände ist von tiefen Tälern zerschnitten. Jedes Wadi führt nach Westen hinunter in die Ebene, und mit jeder Stufe ändert sich die Landschaft: Kalkstein und Bäume oben, roter Sandstein in der Mitte, Granit, Schotter und Dünen ganz unten. Die RSCN zählt mehr als 890 Pflanzenarten, ungefähr ein Drittel der Flora Jordaniens, dazu rund 250 Vogelarten und knapp 40 Säugetierarten, darunter Nubischer Steinbock, Karakal und Streifenhyäne. Zu sehen bekommst du sie selten, Vögel und Klippschliefer dagegen oft.
Das Dorf Dana selbst ist alt, viele Häuser standen lange leer, einige sind restauriert. Oben am Ortsrand liegt das Guesthouse der RSCN mit Blick in die Schlucht. Hier beginnen die meisten Wege.
Die Trails im Überblick
Die Preisliste der RSCN für 2026 nennt zehn Wege. Alle Preise gelten für ausländische Gäste, schließen Eintritt und Führer ein und haben den Stand November 2026.
| Trail | Dauer | Gruppe | Preis | Charakter |
|---|---|---|---|---|
| Dana Village Trail | bis 2 Stunden | 6 bis 20 | 10 JD | Rundgang durch das Dorf und an den Hang |
| Rummana Mountain Trail | bis 2 Stunden | 6 bis 20 | 10 JD | Aufstieg mit Aussicht nahe dem Camp |
| Rummana Campsite Trail | bis 2 Stunden | 6 bis 20 | 10 JD | Verbindung zum Zeltplatz |
| Caves Trail | bis 2 Stunden | 6 bis 20 | 10 JD | kurzer Weg zu Höhlen |
| Shaq El Reesh Trail | 2 bis 3 Stunden | 6 bis 20 | 12 JD | mittlere Tour, Transport extra |
| Nawatef Trail | 2 bis 3 Stunden | 6 bis 20 | 12 JD | mittlere Tour, Transport extra |
| White Dome Trail | 3 bis 4 Stunden | 6 bis 20 | 12 JD | längere Tour, Transport extra |
| Wadi Dana Trail | 6 bis 7 Stunden | 10 bis 20 | 20 JD | Abstieg vom Dorf nach Feynan |
| Wadi Ghweir Trail | etwa 8 Stunden | 10 bis 20 | 20 JD | Schluchtwanderung, Transport extra |
| Wadi Al Dathneh Trail | etwa 9 Stunden | 10 bis 20 | 20 JD | lange Tagestour, Transport extra |
Bei den Wegen mit dem Zusatz „Transport extra“ ist laut RSCN die Fahrt zum Start und vom Ziel zurück zum Visitor Center nicht im Preis. Die Charakterisierungen sind grob, Details zu Höhenmetern und Gelände erfährst du bei der Buchung.
Unser Rat: Wenn du nur einen Tag hast und fit bist, nimm den Wadi Dana Trail. Er zeigt dir alle Landschaftsstufen an einem Stück. Wer weniger laufen will, kombiniert den Dorfweg am Nachmittag mit einem Sonnenuntergang am Rummana Mountain.
Der Klassiker: von Dana nach Feynan
Der Wadi Dana Trail beginnt im Dorf und führt durch das breite Haupttal hinunter in die Ebene. Es geht fast nur bergab, über Geröll und Pfade, die stellenweise steil sind. Unterwegs verändern sich Farben, Pflanzen und Temperatur. Oben trägst du eine Jacke, unten im Wadi Araba ist es oft 10 Grad wärmer. Am Ende erreichst du die Gegend um Feynan, wo laut RSCN seit Jahrtausenden Menschen siedeln. Schlackehalden erinnern an den antiken Kupferabbau.
Bei Feynan liegt die Feynan Ecolodge, eine bekannte Öko-Lodge, die ohne Strom aus dem Netz arbeitet und abends mit Kerzen beleuchtet wird. Viele Wanderer übernachten dort und fahren am nächsten Tag weiter. Die Strecke für den Rückweg ist lang: Mit dem Auto geht es durch das Wadi Araba und wieder hinauf ins Hochland. Kläre den Transfer unbedingt vor dem Start.
Für den Abstieg brauchst du feste Schuhe mit Profil, Stöcke für die Knie, drei Liter Wasser, Sonnenschutz und Verpflegung. Im Sommer ist die Tour wegen der Hitze unten nicht zu empfehlen.
Übernachten: Guesthouse, Zeltplatz oder Lodge
Im Reservat hast du drei Möglichkeiten.
- Dana Guesthouse: Laut RSCN liegt es am Hang über dem Wadi Dana, hat derzeit neun Zimmer mit eigenem Balkon und gemeinsam genutzten Bädern und ist das ganze Jahr geöffnet. Es gibt traditionelle Mahlzeiten. Weitere Zimmer mit eigenem Bad sind laut RSCN in Arbeit.
- Rummana Campsite: Ein Zeltplatz der RSCN im Reservat mit Blick auf die Berge. Wann er geöffnet ist und was er kostet, nennt die RSCN auf ihrer Seite nicht, frag bei der Buchung.
- Feynan Ecolodge: Am unteren Ende des Wadi Dana, gut für die Nacht nach dem Abstieg.
Daneben gibt es im Dorf einfache Pensionen. Weil das Reservat klein im Angebot ist, lohnt sich frühes Buchen im Frühling und Herbst. Wer lieber umweltbewusst unterwegs ist, findet weitere Ideen bei nachhaltig reisen im Orient.
Anreise und Kombination mit Petra
Das Dorf liegt westlich des Kings Highway bei Qadisiyah, eine schmale Straße führt steil hinunter. Von Petra fährst du ungefähr ein bis anderthalb Stunden nach Norden, von Amman je nach Route drei bis vier Stunden. Ohne Auto ist Dana schwer zu erreichen, die meisten kommen mit Mietwagen, Taxi oder als Teil einer Tour. Wie sich der Kings Highway fahren lässt, steht bei Mietwagen in Jordanien.
Die naheliegende Kombination ist Dana und Petra. Eine Nacht in Dana, am nächsten Morgen weiter nach Wadi Musa. Von Norden kommend passt das Wadi Mujib am Toten Meer davor, sodass du an einem Tag Schlucht und am nächsten Berge hast. Durch das Reservat verläuft auch der Jordan Trail, der weiter nach Süden bis Petra führt. Wie er sich im Vergleich mit anderen Fernwegen anfühlt, steht bei Wandern im Orient. Die ganze Route im Zusammenhang zeigt die Jordanien Rundreise.
Wann du kommst
Die beste Zeit sind März bis Mai und Oktober bis November. Dann ist es oben mild und unten noch erträglich. Im Sommer wird es in Feynan sehr heiß, lange Abstiege sind dann nur mit sehr frühem Start sinnvoll. Im Winter ist das Hochplateau kalt, gelegentlich liegt Schnee, und nach Regen können Wege in den Tälern wegen Hochwassergefahr gesperrt sein.
Häufige Fragen
Was bedeutet die aktuelle Lage für eine Wanderung in Dana?
Das Auswärtige Amt rät mit Stand 6. November 2026 von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, Dana gehört nicht zu den Grenzgebieten mit dringendem Abraten. Wer über den Kings Highway anreist, fährt durch das Gouvernement Karak, wo am 23. Oktober 2026 ein Anschlag auf eine Trauerfeier in einer Kirche verübt wurde. Für Wanderungen in Wadis rät das Amt, sich vorher bei Führern oder Behörden über die Lage zu informieren, im Herbst und Winter auch wegen plötzlichen Hochwassers.
Kann man in Dana ohne Führer wandern?
Die aktuelle Preisliste der RSCN für 2026 führt nur Wege mit Führer, und die Preise schließen Führung und Eintritt ein. Jede Gruppe braucht mindestens sechs Personen, für die langen Wege zehn. Wer allein oder zu zweit kommt, fragt am Visitor Center oder bei der Buchung, ob man sich einer Gruppe anschließen kann. Rund um das Dorf selbst kannst du ohne Führer spazieren.
Wie komme ich nach Feynan und wieder zurück?
Zu Fuß über den Wadi Dana Trail, sechs bis sieben Stunden bergab vom Dorf. Unten endet der Weg in der Ebene bei Feynan. Zurück nach oben geht kaum jemand zu Fuß, die Rückfahrt über die Straßen im Wadi Araba dauert lange. Kläre vor dem Start, wer dich unten abholt oder ob du dort übernachtest, und plane den Transport mit ein.
Lohnt sich Dana, wenn man nicht wandert?
Bedingt. Der Blick vom Dorf in die Schlucht und ein kurzer Spaziergang am Hang sind auch ohne Tour schön, und die Nacht im Guesthouse mit Balkon über dem Tal ist ruhig. Der eigentliche Reiz liegt aber auf den Wegen. Wer nur eine Stunde Zeit hat, hält auf dem Kings Highway an einem Aussichtspunkt und fährt weiter nach Petra.



