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Viele, die Petra besuchen, drehen nach dem Schatzhaus um. Wer weitergeht und am Ende des Hauptwegs die Treppe hinaufsteigt, bekommt die größte Fassade der ganzen Stadt zu sehen und einen Vorplatz, auf dem nur ein Bruchteil der Menschen steht. Ad Deir, das Kloster von Petra, ist der beste Grund, einen ganzen Tag in der Stadt einzuplanen. Hier steht, wie lang der Aufstieg zum Kloster wirklich dauert, wann du am besten gehst, was du mitnimmst und welche zwei Wege es von hinten gibt. Wie sich der Tag insgesamt aufteilt, erklärt unsere Zentrale zu Petra.
Ad Deir ist eine Fassade mit Säulen, Giebel und einem runden Aufsatz mit Urne, direkt aus dem Fels gehauen und noch etwas größer als das Schatzhaus. Dahinter liegt ein einziger, schlichter Raum. Gebaut haben ihn die Nabatäer, gedeutet wird er als Tempel oder Versammlungsort. Der Name, arabisch für Kloster, stammt vermutlich aus späterer Zeit.
Wie lang und wie schwer ist der Aufstieg?
Der Weg beginnt an der Treppe beim Tempel Qasr al-Bint, also am Ende des 3,9 Kilometer langen Hauptwegs. Die Petra-Behörde gibt für den Aufstieg rund 800 Stufen, je nach Angabe 1,6 bis 2 Kilometer und 1,5 bis 1,75 Stunden ohne Pause an. Sie stuft ihn als leicht bis mittel ein. Das stimmt, wenn du regelmäßig Treppen steigst. Für alle anderen fühlt er sich vor allem in der zweiten Hälfte anstrengend an, weil die Stufen unregelmäßig sind und es kaum Schatten gibt.
Zur Einordnung: Vom Visitor Center bis zum Kloster sind es ungefähr sechs Kilometer, die ersten vier davon flach oder leicht abschüssig. Der Rückweg zum Ausgang geht leicht bergauf, und das merkst du nach dem Kloster in den Beinen. Plane für den kompletten Abstecher ab Qasr al-Bint mit Pause oben drei bis vier Stunden ein.
Unterwegs kommst du am Löwen-Triklinium vorbei, einem kleinen Saal mit zwei verwitterten Tierfiguren am Eingang. Der Weg führt durch eine enge Schlucht und an Verkaufsständen mit Schmuck, Tüchern und Wasser vorbei. Oben stehen gegenüber der Fassade einfache Stände, an denen du Tee und Getränke bekommst. Preise sind dort höher als unten, das ist bei der Lage verständlich.
| Abschnitt | Dauer ungefähr | Hinweis |
|---|---|---|
| Visitor Center bis Schatzhaus | bis 1 Stunde | Siq, eben, früh fast leer |
| Schatzhaus bis Qasr al-Bint | 45 bis 60 Minuten | breit, in der Sonne |
| Qasr al-Bint bis Ad Deir | 1,5 bis 1,75 Stunden | rund 800 Stufen |
| Aufenthalt oben mit Aussichtspunkten | 45 bis 60 Minuten | Tee, Fotos, Ausblick |
| Ad Deir zurück bis Visitor Center | 2 bis 2,5 Stunden | abwärts, dann leicht bergauf |
Wann du gehen solltest: bestes Licht oder wenig Hitze
Die Petra-Behörde empfiehlt den späten Nachmittag, weil die tief stehende Sonne die Fassade dann warm anstrahlt. Das ist die schönste Zeit für Fotos, und viele Gruppen sind dann schon auf dem Rückweg. Der Haken: Danach liegt noch ein langer Weg zum Ausgang vor dir, und die Besuchszeit endet am frühen Abend. Im Winter wird es schon gegen 17 Uhr dunkel. Wer am späten Nachmittag oben sein will, sollte also gut zu Fuß sein und eine Stirnlampe für den letzten Abschnitt dabeihaben.
Im Sommer gilt das Gegenteil. Die Treppe liegt über weite Strecken in der Sonne, und zwischen 11 und 15 Uhr ist der Aufstieg dann eine Quälerei. Dann gehst du früh: um 6 Uhr in den Siq, am Schatzhaus vorbei ohne langen Stopp und gegen 9 Uhr die Treppe hinauf. Das Schatzhaus und die Königsgräber schaust du dir am Nachmittag auf dem Rückweg an. Welche Monate im Bergland am angenehmsten sind, steht bei der Reisezeit für Jordanien.
Unser Rat: Bleib oben nicht nur vor der Fassade stehen. Ein paar Minuten weiter führen Pfade zu Aussichtspunkten, von denen du bei klarem Wetter weit über die Berge bis hinunter ins Wadi Araba schaust. Dort ist es meist noch ruhiger als auf dem Vorplatz.
Esel, Kamele und andere Abkürzungen
Am Fuß der Treppe warten Männer mit Eseln, die dich hinauftragen. Das Angebot ist verlockend, vor allem in der Hitze. Trotzdem raten wir davon ab. Die Tiere tragen auf den steilen, glatten Stufen oft zu schwere Lasten, viele sind erschöpft, und Tierschutzorganisationen kritisieren die Bedingungen in Petra seit Jahren. Dazu kommt das Risiko für dich: Ein Fehltritt auf den schmalen Stufen endet ohne Geländer schnell schlimm.
Wenn der Aufstieg zu Fuß nicht geht, gibt es zwei Alternativen. Der offizielle Elektrowagen fährt vom Theater bis Qasr al-Bint und spart dir den flachen Teil, sodass du mit frischen Beinen an der Treppe stehst. Oder du kommst von hinten, wie unten beschrieben, was weniger Stufen bedeutet, dafür aber eine längere Wanderung. Falls du doch einen Esel nimmst, schau dir das Tier vorher an, verhandle den Preis vor dem Start und lass ein kleines Bakschisch nur für ordentlichen Umgang mit dem Tier da.
Von hinten zum Kloster: zwei Wege über die Berge
Es gibt zwei Wege, auf denen du das Kloster von Norden erreichst und nicht über die Haupttreppe hinauf musst. Beide sind für alle interessant, die Petra als Wanderung erleben wollen und die Gruppen meiden möchten.
Der bekanntere ist der Hinterweg ab Little Petra, dem kleinen Felsental Siq al-Barid bei Al Bayda. Laut Petra-Behörde ist er etwa sieben Kilometer lang, dauert reine Gehzeit 3,25 bis 3,5 Stunden und gilt als mittelschwer, mit einigen steilen Auf- und Abstiegen. Er führt durch Ackerland und Hügel und endet oberhalb des Klosters, sodass du am Ziel bergab gehst. Danach läufst du über die Haupttreppe hinunter und durch die ganze Stadt hinaus, also hast du am Ende einen langen Tag hinter dir.
Der zweite Weg beginnt bei Kharrubat al-Fajja, nahe der Straße nach Beidha. Die Parkbehörde stuft ihn als schwer ein, mit vier bis fünf Stunden. Der Anfang ist leicht und bietet Blicke über das Wadi Araba. Zum Startpunkt fährt laut Preisliste ein Geländewagen vom nabatäischen Kulturdorf für 5 JD pro Person, täglich zwischen 7:30 und 15 Uhr. Wer ein Wadi bei Regen nicht einschätzen kann, geht diesen Weg nicht allein.
Für beide Wege brauchst du ein gültiges Petra-Ticket oder den Jordan Pass, denn du betrittst die Stadt von hinten. Kauf das Ticket vorher am Visitor Center und frag dort, wo kontrolliert wird. Ob für den Hinterweg ein Guide Pflicht ist, nennen die offiziellen Seiten nicht eindeutig. Die Petra-Behörde listet ihn aber mit Guide-Preis, und wer die Strecke nicht kennt, ist mit Begleitung sicherer. Mehr zu allen Routen steht bei den Wanderwegen in Petra.
Was du mitnimmst und was du vermeidest
Die Liste ist kurz, aber jeder Punkt zählt:
- Wasser: mindestens zwei Liter pro Person für den Abstecher, im Sommer mehr. Oben gibt es Getränke, aber teuer.
- Schuhe mit gutem Profil. Die Stufen sind an vielen Stellen glatt getreten, Sandalen sind ein echtes Risiko.
- Kopfbedeckung und Sonnencreme, auch im Winter, weil die Sonne in der Höhe stark ist.
- Eine warme Schicht. Oben weht oft Wind, und zwischen Schatten und Sonne liegen gefühlt viele Grad.
- Etwas zu essen. In Qasr al-Bint gibt es Restaurants, auf der Treppe nur Snacks.
Vermeide es, die Fassade zu besteigen oder in den Innenraum zu klettern, wenn er abgesperrt ist. Der Sandstein ist weich, und jede Hand hinterlässt Spuren. Drohnen sind in Petra ohne Genehmigung nicht erlaubt.
Lohnt sich der Aufstieg?
Für fast alle ja. Ad Deir ist der Ort, an dem Petra zeigt, wie groß die Stadt war, und an dem du einen Moment Ruhe findest, den du im Siq nicht mehr bekommst. Wenn du nur einen Tag hast, ist der Aufstieg die beste Ergänzung zum Hauptweg. Wenn du zwei Tage hast, legst du ihn auf den zweiten Tag und kombinierst ihn mit dem Hinterweg ab Little Petra.
Nicht lohnend ist er, wenn du Knieprobleme hast, die Mittagshitze nicht verträgst oder schon am Schatzhaus müde bist. Dann ist der kürzere Weg zum Opferplatz zwar auch steil, aber deutlich näher am Eingang. Und wer Jordanien in kurzer Zeit bereist, findet in der Route eine Woche Jordanien einen Plan, in dem für das Kloster ein ganzer Tag reserviert ist.
Häufige Fragen
Wie viele Stufen hat der Weg zum Kloster in Petra?
Die Petra-Behörde spricht von rund 800 Stufen. Manche sind breit und gleichmäßig, andere hoch, schief oder ausgetreten, dazwischen liegen flachere Abschnitte mit Sand und Geröll. Wer die Stufen zählt, kommt je nach Zählweise auf etwas andere Zahlen. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass du feste Schuhe trägst und dir Zeit lässt.
Kann man den Weg zum Kloster mit Kindern gehen?
Mit Kindern im Schulalter ja, wenn ihr langsam geht und Pausen macht. Kleine Kinder müssen über weite Strecken getragen werden, eine Rückentrage ist dafür besser als ein Kinderwagen, der ab Qasr al-Bint nicht mehr weiterkommt. An den Rändern gibt es stellenweise kein Geländer, halte kleine Kinder dort an der Hand. Unter 12 Jahren ist der Eintritt frei.
Ist der Weg zum Kloster bei der aktuellen Lage offen?
Mit Stand November 2026 melden die offiziellen Seiten keine Sperrung. Das Auswärtige Amt rät allerdings von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, und das gilt auch für Petra. Vor Ort wird der Weg eher wegen Wetter geschlossen: Nach starkem Regen werden Treppen rutschig und Teile der Stadt kurzfristig gesperrt. Frag am Visitor Center nach, bevor du losgehst.
Warum heißt Ad Deir eigentlich Kloster?
Der Name ist arabisch und bedeutet Kloster. Er geht vermutlich auf Kreuze zurück, die in byzantinischer Zeit in die Wände des Innenraums geritzt wurden, als Christen den Bau nutzten. Gebaut haben ihn die Nabatäer, und Archäologen deuten ihn als Tempel oder Versammlungsort für religiöse Feiern. Ein Kloster im heutigen Sinn war es nach allem, was man weiß, nie.




