Zwischen hellen, vom Wind ausgewaschenen Sandsteinfelsen liegt in Little Petra eine schlichte nabatäische Grabfassade mit Giebel und Türöffnung.

Sehenswürdigkeit · Jordanien

Little Petra: Siq al-Barid neben Petra

Little Petra, auf Arabisch Siq al-Barid, ist eine kleine Felsschlucht der Nabatäer einige Kilometer nördlich von Wadi Musa. Für den Besuch reichen ein bis zwei Stunden, Eintritt wird auf den offiziellen Preislisten nicht genannt (Stand November 2026). Von hier startet außerdem der Hinterweg zum Kloster von Petra, rund sieben Kilometer über die Berge.

Aktueller Hinweis zu Little Petra: Das Auswärtige Amt rät derzeit von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, für die Grenzgebiete zu Syrien und Irak sowie den Nordosten dringend. Grund ist die angespannte Lage in der Region. Gültig seit 29. Oktober 2026, geprüft am 6. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

Lagebei Al Bayda, nördlich von Wadi Musa
AnfahrtTaxi oder Mietwagen ab Wadi Musa
Zeitbedarf1 bis 2 Stunden, mit Beidha etwas mehr
Eintrittauf offiziellen Preislisten nicht aufgeführt (Stand November 2026)
WanderungHinterweg zum Kloster, 7 km, 3,25 bis 3,5 Stunden
Für wenHalbtag, Familien, Start einer Wanderung
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Little Petra heißt so, weil es aussieht wie ein Ausschnitt aus der großen Stadt, und es liegt tatsächlich fast neben Petra: rötlicher Sandstein, in den Fels gehauene Fassaden, eine schmale Schlucht, nur eben alles viel kleiner und mit weniger Menschen. Der arabische Name Siq al-Barid bedeutet kalte Schlucht, weil die hohen Wände die Sonne lange abhalten. Der Ort liegt einige Kilometer nördlich von Wadi Musa bei dem Dorf Al Bayda und ist in einer Stunde gut zu sehen. Hier steht, wie du hinkommst, was du siehst, was es kostet und wie du von hier aus zu Fuß nach Petra wanderst. Den Besuch der großen Stadt erklärt unsere Zentrale zu Petra.

Für viele ist Little Petra der ruhigste Moment ihrer Jordanien-Reise. Busgruppen halten hier zwar auch, aber kürzer und seltener. Am frühen Vormittag und am späten Nachmittag bist du oft fast allein in der Schlucht.

Was Little Petra eigentlich war

Die UNESCO beschreibt Siq al-Barid als vorgelagerte Station für Karawanen am nördlichen Zugang zu Petra. Händler, die mit Weihrauch, Gewürzen und anderen Waren aus dem Süden kamen, machten hier Halt, bevor sie in die Hauptstadt zogen. Man kann sich den Ort als frühe Form einer Karawanserei vorstellen, nur nicht als ein Gebäude, sondern als ganze Schlucht mit Räumen im Fels.

Deshalb sieht Little Petra anders aus als Petra. Statt großer Grabfassaden findest du vor allem Speisesäle, in denen die Nabatäer Gäste bewirteten, dazu Zisternen, Treppen, Lagerräume und kleine Tempelfassaden. Die Wasserversorgung war hier genauso wichtig wie in der großen Stadt. Rinnen und Becken im Fels zeigen, wie das Regenwasser eines kurzen Winters für das ganze Jahr gesammelt wurde.

Ganz in der Nähe liegt Beidha, eine Siedlung aus der Jungsteinzeit, die die UNESCO ebenfalls als Zeugnis der frühen Geschichte der Gegend nennt. Dort stehen niedrige Mauerreste runder und eckiger Häuser, viele Jahrtausende älter als die Nabatäer. Für Laien ist Beidha unspektakulär, mit etwas Erklärung aber ein guter Kontrast: Hier wohnten Menschen lange bevor jemand eine Fassade in den Fels schlug.

Was du in der Schlucht siehst

Die Schlucht ist kurz. Vom Parkplatz aus gehst du durch einen schmalen Durchgang hinein, dann öffnet sie sich zu mehreren kleinen Plätzen, die durch Engstellen verbunden sind. Links und rechts liegen Fassaden, Treppen und Räume in verschiedenen Höhen. Am hinteren Ende führen Stufen nach oben aus der Schlucht hinaus, von wo du weit über die Hügel und Felder der Umgebung schaust.

Bekannt ist ein Raum mit Resten von Deckenmalerei aus nabatäischer Zeit. Erkennbar sind Pflanzenranken und kleine Figuren, deutlich verblasst, aber selten erhalten, denn in Petra selbst sind solche Malereien fast überall verschwunden. Fass die Wände nicht an, blitz nicht beim Fotografieren und halte Abstand, wenn der Raum abgesperrt ist.

Teil Was du siehst Zeit
Eingang und erster Platz Fassaden, Zisternen 15 Minuten
Mittlere Abschnitte Speisesäle, Treppen, Lagerräume 20 bis 30 Minuten
Raum mit Deckenmalerei Reste nabatäischer Malerei 10 Minuten
Treppe am Ende Ausblick über die Hügel 15 bis 20 Minuten
Beidha in der Nähe Mauern der Jungsteinzeit 20 bis 30 Minuten

An mehreren Stellen sitzen Händler aus dem Dorf mit Tee, Schmuck und Tüchern. Sie sind meist freundlich und wenig aufdringlich. Wer etwas kaufen will, handelt den Preis aus, wer nicht will, sagt freundlich nein.

Gut zu wissen: In der Gemeinde Al Bayda gibt es ein kleines volkskundliches Museum der Ammarin, einer der Beduinengemeinschaften der Gegend, die die Tourismusbehörde auf Visit Petra vorstellt. Wer mehr über das Leben der Menschen hier erfahren will, findet dort einen guten Einstieg.

Anfahrt und Eintritt

Little Petra liegt nördlich von Wadi Musa, die Fahrt dauert ungefähr eine Viertelstunde. Mit dem Mietwagen in Jordanien folgst du der Straße Richtung Al Bayda, vor Ort gibt es einen Parkplatz. Ohne Auto nimmst du ein Taxi in Wadi Musa. Handle den Preis vor der Abfahrt aus und vereinbare, dass der Fahrer eine bis zwei Stunden wartet. Öffentliche Busse fahren praktisch nicht.

Eintritt wird auf den offiziellen Preislisten der Petra-Behörde und des Jordan Tourism Board für Little Petra nicht genannt, auch der Jordan Pass führt den Ort nicht eigens auf (Stand November 2026). Bisher war der Besuch ohne Ticket möglich. Das kann sich ändern, also rechne mit einer kleinen Gebühr oder frag in Wadi Musa nach. Offizielle Guides gibt es auch hier: Die Petra-Behörde listet einen dreistündigen Rundgang von der Schlucht bis zum Farmdorf in der Nähe für 50 JD.

Die beste Zeit ist der Vormittag oder der späte Nachmittag. Mittags fallen die meisten Gruppen ein, und dann liegt auch die Schlucht zum Teil in der Sonne. Im Winter wird es hier, wie es der Name sagt, schnell kalt.

Von Little Petra zu Fuß zum Kloster

Der wichtigste Grund, warum viele nach Little Petra fahren, ist der Hinterweg. Die Petra-Behörde beschreibt ihn als etwa sieben Kilometer lang, mit einer reinen Gehzeit von 3,25 bis 3,5 Stunden und mittlerer Schwierigkeit. Er startet bei Al Bayda am Siq al-Barid und endet am Kloster Ad Deir, also hoch über der großen Stadt. Danach gehst du über die Haupttreppe hinunter und auf dem Hauptweg hinaus, sodass der ganze Tag mit gut 13 bis 15 Kilometern rechnet.

Der Vorteil: Du kommst am Kloster an, ohne die 800 Stufen hinaufzusteigen, und siehst unterwegs Täler und Felder, die auf dem Hauptweg niemand zu Gesicht bekommt. Der Nachteil: Die Strecke hat steile Abschnitte, kaum Schatten und keine Versorgung bis kurz vor dem Ziel. Für diesen Weg brauchst du ein gültiges Petra-Ticket oder den Jordan Pass, kauf es vorher am Visitor Center.

Die Petra-Behörde listet für den Hinterweg einen Guide-Preis von 150 JD für sechs bis acht Stunden. Eine offizielle Pflicht nennen ihre Seiten nicht. Mit Guide bist du trotzdem sicherer, denn Pfade verzweigen sich, und nach Regen ist das Gelände nicht ungefährlich. Ein Wadi kann sich laut Auswärtigem Amt nach Niederschlägen schnell mit Wasser füllen, dann gehst du nicht los. Alle Varianten der Wege beschreibt die Seite zu den Wanderwegen in Petra, den Platz am Ziel die Seite zum Kloster Ad Deir.

Unser Rat: Starte den Hinterweg so früh, dass du gegen Mittag am Kloster bist. Dann hast du für den langen Weg durch Petra den ganzen Nachmittag und musst dich vor Schluss der Besuchszeit nicht beeilen.

Little Petra mit Kindern

Für Familien ist Little Petra fast ideal. Die Wege sind kurz, die Treppen überschaubar, und Kinder können zwischen den Felsräumen viel entdecken, ohne dass du stundenlang laufen musst. Kinderwagen kommen in der Schlucht nicht weit, eine Trage ist besser. Die Treppen ohne Geländer am Ende sind für kleine Kinder nur an der Hand geeignet.

Wenn ihr nach Petra einen ruhigeren Halbtag braucht, ist Little Petra am Nachmittag die richtige Wahl. Weitere Ideen für Ziele, Wege und Pausen stehen bei Jordanien mit Kindern.

Wie Little Petra in den Plan passt

Mit zwei Tagen in Wadi Musa legst du Little Petra auf den zweiten Tag: entweder als Halbtag nach dem Vormittag in Petra oder als Start des Hinterwegs zum Kloster. Mit nur einem Tag verzichtest du besser darauf, denn dann gehört jede Stunde der großen Stadt. Wer am Folgetag ins Wadi Rum weiterfährt, kann Little Petra auch am frühen Morgen vor der Abfahrt einschieben.

Wer die Nabatäer weiter verfolgen will, findet ihre Spuren auch jenseits der Grenze. In Saudi-Arabien liegen bei AlUla die Gräber von Hegra, die oft mit Petra verglichen werden. Dort gelten derzeit eigene, deutlich strengere Hinweise des Auswärtigen Amts.

Häufige Fragen

Kostet Little Petra Eintritt?

Auf den offiziellen Preislisten der Petra-Behörde und des Jordan Tourism Board taucht Little Petra nicht auf, ein Ticket wurde dort bisher nicht erhoben (Stand November 2026). Das kann sich ändern, deshalb lohnt ein Blick auf die aktuellen Gebühren. Für den Hinterweg zum Kloster brauchst du dagegen ein gültiges Petra-Ticket oder den Jordan Pass, weil du die große Stadt von hinten betrittst.

Lohnt sich Little Petra, wenn man Petra schon gesehen hat?

Ja, gerade dann. Little Petra ist kein kleineres Petra, sondern zeigt eine andere Seite: einen Ort, an dem Karawanen Halt machten, mit Speisesälen, Zisternen und Lagerräumen auf engem Raum. Weil es so klein und ruhig ist, siehst du Details, die in Petra im Gedränge untergehen. Wer dagegen nur einen Tag in der Gegend hat, sollte ihn ganz für Petra selbst verwenden.

Gelten die Reisehinweise des Auswärtigen Amts auch für Little Petra?

Ja. Das Auswärtige Amt rät mit Stand 6. November 2026 von nicht notwendigen Reisen in alle Landesteile Jordaniens ab, außerhalb der Grenzgebiete, für die es dringend abrät. Little Petra liegt im Süden bei Wadi Musa und fällt damit unter das allgemeine Abraten. Vor Ort selbst sind keine besonderen Einschränkungen bekannt. Prüf vor der Reise die aktuellen Hinweise und die Flugsituation.

Wie komme ich von Little Petra zurück nach Wadi Musa?

Am einfachsten mit dem Taxi, das dich hergebracht hat. Vereinbare vor der Abfahrt in Wadi Musa, dass der Fahrer wartet, und den Preis für Hin- und Rückfahrt samt Wartezeit. Öffentliche Busse gibt es auf dieser Strecke praktisch nicht. Wenn du den Hinterweg gehst, brauchst du keine Rückfahrt, denn du kommst durch Petra zurück zum Visitor Center.

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Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

UNESCO World Heritage Centre: Petra; Visit Petra: ad-Dayr back way hiking trail; Visit Petra: Trails 2025, Guide-Preise; Petra Development and Tourism Region Authority: Petra Fees.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.