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Marokko ist für viele die erste Reise in ein arabisches Land, und die ersten Stunden in einer Medina können überwältigen. Händler rufen, Mopeds drängen durch die Gassen, ein freundlicher Mann bietet an, dir den Weg zu zeigen. Mit ein paar Regeln wird daraus schnell ein Alltag, in dem du dich sicher bewegst. Diese Marokko Reisetipps decken Geld, Kleidung, Verhalten und die typischen Fallen ab. Den Überblick über Regionen und Planung findest du in der Marokko Zentrale.
Geld: Dirham, Automaten und Karten
Die Währung ist der Dirham, ein Euro entspricht ungefähr 10,5 bis 11 Dirham (Stand November 2026). Weil du höchstens 2.000 Dirham in bar ein- oder ausführen darfst, beschaffst du dir das Geld im Land. Geldautomaten gibt es in allen Städten, am besten nutzt du sie an Banken und tagsüber. Das Auswärtige Amt rät, an Automaten auf Manipulationen zu achten. Viele marokkanische Banken verlangen eine Gebühr pro Abhebung, deine Bank meist auch, heb deshalb lieber seltener größere Beträge ab.
Wechselstuben in den Städten bieten oft bessere Kurse als die am Flughafen. Karte geht in größeren Hotels, Supermärkten und Restaurants, im Souk, bei Taxis und in kleinen Gästehäusern zählt Bargeld. Halte immer Münzen und kleine Scheine bereit, viele Händler und Taxifahrer haben kein Wechselgeld für 200-Dirham-Scheine.
Trinkgeld gehört dazu und ist kein Almosen. In Restaurants sind 5 bis 10 Prozent üblich, Parkwächter, Kofferträger und Toilettenpersonal bekommen ein paar Dirham. Was du insgesamt pro Tag einplanen solltest, steht bei den Kosten in Marokko.
Handeln im Souk
In den Souks gibt es selten Preisschilder, Handeln ist hier normal und wird erwartet. Frag nach dem Preis, nenn einen deutlich niedrigeren Betrag und triff dich in der Mitte, ohne Eile. Wichtig ist eine Grundregel: Nenn nur dann einen Preis, wenn du wirklich kaufen willst. Ein akzeptiertes Angebot nicht einzulösen, gilt als unhöflich.
Bei Lederwaren, Teppichen und Keramik lohnt es sich, zuerst in mehreren Läden zu schauen. In Marrakesch und Fès gibt es staatliche Kunsthandwerkszentren mit festen Preisen, dort bekommst du ein Gefühl für die Spanne. Wie das Feilschen abläuft und welche Tricks Händler nutzen, steht im Ratgeber Handeln im Souk. Speziell für Marrakesch helfen die Tipps zu den Souks von Marrakesch.
Typischer Fehler: Einem Schlepper in einen Teppichladen folgen, „nur zum Schauen“. Nach Minztee und langer Vorführung wird der Druck groß, und der Schlepper verdient am Kauf mit. Geh lieber allein in Läden, die du dir selbst ausgesucht hast.
Faux Guides und Tricks in der Medina
In den Medinas von Marrakesch, Fès und Tanger sprechen dich Männer an, die dir den Weg zeigen, eine Abkürzung verraten oder dich zu den Gerbereien bringen wollen. Das sind die sogenannten Faux Guides, also falsche Führer. Am Ende verlangen sie Geld oder bringen dich zu einem Laden, in dem sie Provision bekommen. Die Klassiker: „Diese Gasse ist gesperrt“, „Heute ist der Markt der Berber, nur heute“ oder „Der Platz ist in die andere Richtung“.
So kommst du gut durch:
- Freundlich, aber bestimmt ablehnen, „Non, merci“ oder „La, shukran“, und weitergehen.
- Offline-Karte auf dem Handy und die Adresse des Riads als Screenshot.
- Wer sich verlaufen hat, fragt in einem Laden oder ein Kind nach dem Weg zu einem großen Platz, nicht nach dem Riad.
- Für den ersten Tag in Fès einen offiziellen Guide über das Riad buchen, die haben einen Ausweis.
Das Auswärtige Amt nennt außerdem Taschendiebstahl und Taschenraub als häufigstes Problem in Medinas und touristischen Zentren, auch von Mopeds aus. Trag Handy und Tasche auf der Seite zur Hauswand, Wertsachen bleiben im Safe, vom Pass reicht eine Farbkopie. Bei einem Überfall leistest du keinen Widerstand.
Kleidung und Verhalten
Marokko ist ein muslimisches Land, aber kein streng reglementiertes. In Marrakesch oder Agadir siehst du auch Marokkanerinnen in Jeans. In der Medina und auf dem Land fällst du trotzdem weniger auf, wenn Schultern und Knie bedeckt sind. Leichte lange Hosen, Röcke über das Knie und ein Tuch für Schultern passen fast überall. Badekleidung gehört an Strand und Pool. Viele Marokkaner tragen eine Dschellaba, das lange Gewand mit Kapuze. Als Gast musst du keine tragen, im Winter in der Wüste ist sie aber ein praktisches Souvenir. Mehr zu Stoffen und Regeln steht bei Kleidung im Orient.
Moscheen sind für Nichtmuslime in Marokko fast überall geschlossen, die Ausnahme ist die Hassan-II.-Moschee in Casablanca mit Führung. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind unüblich, Alkohol gibt es in lizenzierten Hotels, Bars und einigen Supermärkten, auf der Straße zu trinken ist verboten. Im Ramadan isst und trinkst du tagsüber nicht öffentlich. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind strafbar, das Auswärtige Amt rät zu Zurückhaltung.
Mit ein paar Worten Arabisch oder Französisch öffnest du Türen. „Salam alaikum“ zur Begrüßung, „shukran“ für danke, und auf dem Land freuen sich Menschen über „Azul“ auf Tamazight. Weitere Wendungen findest du im Arabisch-Sprachführer.
Für mobiles Internet kaufst du am Flughafen oder in der Stadt eine Prepaid-Karte von Maroc Telecom, Orange oder inwi, dafür brauchst du deinen Pass. Das ist meist deutlich günstiger als Roaming, und mit Datenvolumen funktionieren Karten-Apps und Taxi-Apps in den großen Städten zuverlässig. In den Gassen der Medina ist das GPS allerdings oft ungenau, weil die Häuser eng stehen.
Fotografieren mit Respekt
Viele Marokkaner, besonders ältere Menschen und Frauen auf dem Land, wollen nicht fotografiert werden. Frag vorher, auch mit einer Geste, und akzeptier ein Nein. Wasserträger und Schlangenbeschwörer am Jemaa el-Fna erwarten nach einem Foto Geld, oft mehr, als du denkst. Polizei, Militär, Grenzanlagen und Paläste des Königs fotografierst du nicht. Drohnen sind ohnehin verboten. Allgemeine Regeln findest du bei Fotografieren im Orient.
Tipps für Frauen und Gesundheit
Frauen allein oder zu zweit werden häufiger angesprochen als Männer, manchmal mit Komplimenten, manchmal aufdringlich. Ernst gefährlich wird es selten, anstrengend kann es sein. Weite Kleidung, Sonnenbrille, ein zielstrebiger Gang und keine langen Diskussionen helfen. Viele Frauen tragen in der Medina einen Ehering, auch wenn sie nicht verheiratet sind. Mehr Erfahrungswerte aus mehreren Ländern sammelt der Ratgeber für Frauen allein im Orient.
Für die Gesundheit gilt: Leitungswasser nicht trinken, Obst schälen, in Garküchen nur dort essen, wo viel Betrieb ist und frisch gekocht wird. Ein Hammam ist ein guter Weg, nach einem Tag in Staub und Hitze runterzukommen. Wie das öffentliche Bad abläuft, steht beim Hammam-Besuch.
Häufige Fragen
Wie viel Trinkgeld gibt man in Marokko üblicherweise?
Trinkgeld ist fester Teil vieler Einkommen. Im Restaurant lässt du 5 bis 10 Prozent liegen, im Café rundest du auf. Kofferträger und Parkwächter bekommen 5 bis 10 Dirham, Hausmädchen im Riad etwa 10 bis 20 Dirham pro Tag. Für einen ganztägigen Fahrer oder Guide sind 100 bis 200 Dirham üblich, wenn du zufrieden warst. Halte dafür immer Münzen und kleine Scheine bereit.
Was sollte man in Marokko besser vermeiden?
Ungefragt Menschen fotografieren, in Badekleidung durch die Stadt laufen, auf der Straße Alkohol trinken und im Ramadan tagsüber öffentlich essen. Lass dich nicht von selbsternannten Führern durch die Medina lotsen, wenn du kein Geld dafür zahlen willst. Und reis nicht allein durch das Rif-Gebirge: Dort wird Cannabis angebaut, das Auswärtige Amt rät von Alleinreisen ab.
Wie verhält man sich als Frau allein in Marokko?
Viele Frauen reisen allein durch Marokko, müssen aber mit Anmache, Pfiffen und hartnäckigen Gesprächsversuchen rechnen, vor allem in Marrakesch und Fès. Hilfreich sind lange, weite Kleidung, ein klares „Non, merci“ ohne Diskussion und ein zielstrebiger Gang. Abends nimmst du lieber ein Taxi zum Riad, als allein durch leere Gassen zu laufen. Das Auswärtige Amt rät zu zurückhaltendem Auftreten.
Kann man in Marokko mit Kreditkarte bezahlen?
In größeren Hotels, Riads gehobener Klasse, Supermärkten, Tankstellen und Restaurants in den Städten meist ja. Im Souk, bei Garküchen, kleinen Gästehäusern, Taxis und auf dem Land zählt fast nur Bargeld. Geldautomaten gibt es in allen Städten, auf dem Land werden sie selten. Frag vor der Reise bei deiner Bank, ob deine Debitkarte im Ausland freigeschaltet ist.




