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In Gizeh stehen die berühmtesten Pyramiden, in Sakkara und Dahschur die älteren. Hier siehst du, wie die Ägypter das Bauen von Pyramiden überhaupt erst gelernt haben: von der Stufenpyramide des Djoser über die Knickpyramide, bei der mitten im Bau der Winkel geändert wurde, bis zur Roten Pyramide, der ersten mit glatten Seiten. Dazu kommt, dass es hier still ist. Statt Reisebussen und Kamelführern stehen in Dahschur oft nur ein paar Wächter und eine Handvoll Besucher im Sand. Abseits von Gizeh wird klar, wie groß das Pyramidenfeld am Westufer wirklich ist.
Beide Orte gehören zum Welterbe Memphis mit seiner Totenstadt, das die UNESCO von Gizeh bis Dahschur fasst. Laut UNESCO liegen in diesem Gebiet mehr als 38 Pyramiden und über 9.000 Felsgräber. Wie du die Ausflüge in deinen Aufenthalt einbaust, erklärt der Kairo Reiseführer.
Was du in Sakkara siehst
Sakkara war die große Nekropole der alten Hauptstadt Memphis. Bestattet wurde hier von den ersten Dynastien bis in die griechisch-römische Zeit, also fast 3.000 Jahre lang. Der Name geht vermutlich auf Sokar zurück, einen Gott der Totenstadt.
Im Mittelpunkt steht die Stufenpyramide des Djoser aus der 3. Dynastie, entstanden um 2650 vor Christus. Als Baumeister nennt die Überlieferung Imhotep, der später als Weiser und Heiler verehrt wurde. Die Pyramide besteht aus sechs übereinandergesetzten Stufen und steht in einem großen Bezirk mit Umfassungsmauer, Kolonnade am Eingang, Hof und Scheinkapellen. Diese Anlage wirkt zuerst unscheinbar und ist doch der Anfang von allem, was danach in Gizeh kam.
Weitere Ziele in Sakkara:
- Das Serapeum: in den Fels gehauene Gänge mit gewaltigen Granitsärgen für die heiligen Apis-Stiere, genutzt von der 18. Dynastie bis in die Zeit der Ptolemäer. Eindrucksvoll, im Sommer aber stickig.
- Beamtengräber, sogenannte Mastabas, wie die des Mereruka mit lebendigen Reliefs: Fischfang, Viehzucht, Tänzer, Handwerker. Für viele das schönste in Sakkara.
- Die Pyramide des Unas: Ihre Grabkammer trägt die ältesten Pyramidentexte, Sprüche zum Schutz des Königs im Jenseits. Ob sie gerade geöffnet ist, erfährst du an der Kasse.
- Gräber aus dem Neuen Reich, darunter das des Haremhab aus der Zeit, bevor er König wurde.
- Das Imhotep-Museum am Eingang mit Funden aus der Grabung und einer guten Einführung.
Was du in Dahschur siehst
Dahschur liegt rund zehn Kilometer südlich von Sakkara und war der südliche Teil der Totenstadt von Memphis. Hier ließ König Snofru, der Vater des Cheops, gleich zwei große Pyramiden bauen. Die erste ist die Knickpyramide. Ihr Neigungswinkel wird auf halber Höhe flacher, vermutlich weil die Baumeister merkten, dass die steile Konstruktion zu instabil wurde. Weil sie danach kaum verändert wurde, ist an ihr noch viel von der glatten Verkleidung erhalten.
Die zweite ist die Rote Pyramide, benannt nach dem rötlichen Kalkstein. Sie gilt als die erste vollendete Pyramide mit glatten Seiten und ist kaum kleiner als die Cheops-Pyramide. In sie kannst du hineingehen. Erst steigst du außen über eine Treppe zum Eingang hinauf, dann geht es gebückt durch einen gut 60 Meter langen, steilen Gang hinunter. Unten stehen drei hohe Kammern mit Kragsteingewölbe. Die Luft ist dort warm und riecht stechend nach Ammoniak, nimm dir also Zeit und geh langsam.
Am Horizont siehst du außerdem die dunkle Ruine der Schwarzen Pyramide des Amenemhat III. aus dem Mittleren Reich. Sie ist aus Lehmziegeln gebaut und deshalb stark verfallen. Ihre Spitze, das Pyramidion, ist heute in einem Museum in Kairo ausgestellt.
Unser Rat: Wenn du nur in eine einzige Pyramide hineinwillst, dann in die Rote Pyramide. Der Gang ist anstrengend, aber die offizielle Preisliste nennt für Dahschur nur das Geländeticket für 200 EGP, und oft bist du in den Kammern fast allein. Frag an der Kasse trotzdem kurz nach, ob sich daran etwas geändert hat.
Was die Tickets kosten
Die Preise stammen von der offiziellen Seite des Ministeriums für Tourismus und Altertümer, Stand November 2026.
| Ticket | Ausländer | Studierende |
|---|---|---|
| Gelände Sakkara | 600 EGP | 300 EGP |
| Stufenpyramide des Djoser innen | 280 EGP | 140 EGP |
| Südgrab im Djoser-Bezirk | 300 EGP | 150 EGP |
| Serapeum | 340 EGP | 170 EGP |
| Mastaba des Mereruka | 200 EGP | 100 EGP |
| Beamtengräber und Gräber des Neuen Reiches | 400 EGP | 200 EGP |
| Sammelticket Sakkara | 1.000 EGP | 500 EGP |
| Gelände Dahschur | 200 EGP | 100 EGP |
Das Sammelticket umfasst das Gelände, das Imhotep-Museum, die Beamtengräber, die Gräber des Neuen Reiches sowie die Gräber des Mereruka und des Mehu. Djoser innen, das Südgrab und das Serapeum zahlst du extra. Mit Gelände, Djoser und Serapeum kommst du in Sakkara auf 1.220 EGP, mit Dahschur auf 1.420 EGP, bei einem Kurs von rund 62 EGP pro Euro (Ende Oktober 2026) also gut 22 Euro. Nimm eine Kreditkarte mit, an manchen Kassen wird kein Bargeld angenommen. Wie sich das in dein Gesamtbudget fügt, zeigt Was kostet Ägypten?.
Ein Tagesplan für beide Orte
Am besten startest du früh und fährst in umgekehrter Richtung zu den meisten Gruppen. Die Fahrt durch Dörfer, Kanäle und Palmenhaine ist schon ein Teil des Ausflugs.
- 7 Uhr: Abfahrt in Kairo oder Gizeh mit dem Fahrer.
- 8 Uhr: Dahschur zur Öffnung. Erst die Rote Pyramide innen, dann die Knickpyramide von außen. Rund 1,5 Stunden.
- 10 Uhr: Weiterfahrt nach Sakkara, etwa 20 Minuten.
- 10.30 Uhr: Imhotep-Museum, dann der Bezirk des Djoser, die Mastaba des Mereruka und das Serapeum. Rund drei Stunden.
- Gegen 14 Uhr: Mittagessen an der Straße zurück oder Weiterfahrt nach Memphis.
In Memphis, heute ein Dorf namens Mit Rahina, liegt ein kleines Freilichtmuseum mit einer liegenden Kolossalstatue Ramses II. und einer Sphinx aus Alabaster. Für die Statue lohnt eine halbe Stunde, mehr ist von der alten Hauptstadt kaum zu sehen.
Anfahrt: warum du einen Fahrer brauchst
Öffentliche Verkehrsmittel bringen dich nicht sinnvoll bis zu den Toren, und Taxis warten dort nicht auf dich. Die übliche Lösung ist ein Fahrer für einen halben oder ganzen Tag, den Hotels oder seriöse Anbieter vermitteln. Vereinbare vorher, welche Orte angefahren werden, wie lange er wartet und ob Tickets im Preis stecken. Vom Zentrum Kairos fährst du je nach Verkehr eine bis anderthalb Stunden bis Sakkara, aus Gizeh deutlich weniger. Mehr zu Fahrern, Apps und Preisen steht bei Unterwegs in Ägypten.
Ein Guide ist hier sinnvoller als in Gizeh. Die Reliefs in den Gräbern erzählen viel, aber nur, wenn dir jemand erklärt, was du siehst. Manche Wächter bieten an, dich in gesperrte Bereiche zu führen. Das solltest du ablehnen, auch wenn ein Bakschisch verlangt wird.
Typischer Fehler: Sakkara als kurzen Stopp auf dem Weg nach Gizeh einplanen. Dann bleibt eine Stunde für den Djoser-Bezirk, und die Gräber und das Serapeum fallen weg. Gib Sakkara mindestens drei Stunden.
Hitze, Kleidung und was du mitnimmst
Beide Orte liegen schutzlos am Rand der Wüste, Schatten gibt es kaum. Von Oktober bis April ist der Vormittag angenehm, im Sommer wird es schon gegen zehn Uhr sehr heiß. Nimm genug Wasser, einen Hut, Sonnencreme und feste Schuhe mit, für die Gänge der Roten Pyramide ist rutschfestes Schuhwerk wichtig. Eine kleine Taschenlampe hilft in den Gräbern, auch wenn die meisten beleuchtet sind. Monat für Monat erklärt es die beste Reisezeit für Ägypten.
Sakkara, Dahschur oder Gizeh?
Wenn deine Zeit knapp ist, gilt: Gizeh zuerst, weil die drei großen Pyramiden und die Sphinx einmalig sind. Wer aber schon in Gizeh war oder mit Menschenmassen wenig anfangen kann, sollte Sakkara und Dahschur unbedingt einplanen. Hier verstehst du die Entwicklung, siehst Farben und Reliefs, die in Gizeh fehlen, und hast die Pyramiden oft für dich. Die meisten, die beides machen, erinnern sich an die Rote Pyramide stärker, als sie erwartet hätten.
Wie die großen Pyramiden im Vergleich aussehen, zeigt die Seite zu den Pyramiden von Gizeh. Viele Funde aus Sakkara stehen heute im Grand Egyptian Museum, das du am besten vor dem Ausflug besuchst.
Häufige Fragen
Was gibt es in Sakkara zu sehen?
Vor allem die Stufenpyramide des Djoser, den ersten großen Steinbau der Welt, mit ihrem Hof und den Kapellen. Dazu kommen das Serapeum, unterirdische Gänge mit riesigen Granitsärgen für heilige Stiere, und reich bemalte Gräber hoher Beamter wie die Mastaba des Mereruka. Am Eingang zeigt das Imhotep-Museum Funde aus der Grabung. Für einen ersten Besuch reichen drei Stunden.
Wie heißt die älteste Pyramide in Ägypten?
Als älteste Pyramide gilt die Stufenpyramide des Djoser in Sakkara aus der 3. Dynastie, etwa 2650 vor Christus. Die UNESCO beschreibt sie als erste Pyramide und als ersten großen monumentalen Steinbau überhaupt. Sie ist aus sechs übereinandergesetzten Stufen aufgebaut. Glatte Pyramiden wie in Gizeh entstanden erst zwei Generationen später, die Versuche dazu siehst du in Dahschur.
Kann man in die Pyramiden von Sakkara und Dahschur hinein?
Ja, an mehreren Stellen. In die Stufenpyramide des Djoser kommst du mit einem eigenen Ticket für 280 EGP (Stand November 2026). In Dahschur führt die offizielle Preisliste nur ein Geländeticket, ein eigenes Innenticket für die Rote Pyramide ist dort nicht aufgeführt. Drinnen führt ein langer, steiler Gang rund 60 Meter hinunter in hohe Kammern mit Kragsteingewölbe. Das ist anstrengend, aber deutlich ruhiger und günstiger als die Cheops-Pyramide in Gizeh.
Lohnt sich das Sammelticket für Sakkara?
Nur, wenn du mehrere Beamtengräber sehen willst. Das Sammelticket für 1.000 EGP umfasst Gelände, Imhotep-Museum, die Gräber der Beamten, das Grab des Mehu und die Mastaba des Mereruka. Nicht enthalten sind das Innere der Djoser-Pyramide, das Südgrab und das Serapeum (Stand November 2026). Wer nur Djoser und das Serapeum will, fährt mit Einzeltickets günstiger.




