Die Sultan-Hassan-Moschee und die Rifai-Moschee mit Kuppeln und Minaretten stehen vor dem dunstigen Häusermeer von Kairo.

Reiseziel · Ägypten

Islamisches Kairo und Zitadelle: Moscheen und Gassen

Für das islamische Kairo brauchst du einen ganzen Tag: morgens die Zitadelle mit der Moschee Muhammad Ali, dann die Sultan-Hassan-Moschee darunter, nachmittags die Muizz-Straße mit ihren Madrasas und Stadttoren, abends der Basar. Die Zitadelle kostet für Ausländer 550 EGP, die Muizz-Straße 220 EGP (Stand November 2026).

Aktueller Hinweis zu Islamisches Kairo und Zitadelle: Für den Nord-Sinai, das Grenzgebiet zu Israel (außer Taba) und entlegene Wüstengebiete besteht eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts; von individuellen Touren im Süd-Sinai wird abgeraten. Für Kairo, das Niltal und die Badeorte am Roten Meer gelten die allgemeinen Sicherheitshinweise. Gültig seit 29. September 2026, geprüft am 5. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

LageOstufer, östlich von Downtown zwischen Zitadelle und Bab al-Futuh
Zeitbedarf1 voller Tag, mit Museum und Ibn Tulun 2 Tage
Zitadelle550 EGP, 8 bis 17 Uhr (Stand November 2026)
Muizz-StraßeGeländeticket 220 EGP, 9 bis 17 Uhr (Stand November 2026)
KleidungSchultern und Knie bedeckt, Tuch für Frauen
WelterbeHistoric Cairo, UNESCO seit 1979
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Das islamische Kairo ist kein Museum, sondern ein bewohntes Stadtviertel. Zwischen Moscheen aus dem 10. bis 19. Jahrhundert hämmern Kupferschmiede, Lastenkarren schieben sich durch die Gassen, und an jeder Ecke wird Tee ausgeschenkt. „Islamisches Kairo“ ist allerdings ein etwas irreführender Name: Gemeint ist die historische Altstadt, die von der Zitadelle im Süden bis zu den Stadttoren der Fatimiden im Norden reicht. Hier stehen so viele Moscheen, Madrasas und Mausoleen wie kaum irgendwo sonst auf der Welt. Die UNESCO spricht von rund 600 Denkmälern und hat das Gebiet 1979 als Historic Cairo zum Welterbe erklärt.

Du kannst das Viertel an einem Tag erkunden, wenn du von Süden nach Norden gehst: Zitadelle, die großen Moscheen darunter, dann durch die Gassen zur Muizz-Straße und am Abend in den Basar. Wie das in deinen Aufenthalt passt, steht im Kairo Reiseführer.

Die Zitadelle

Die Zitadelle thront auf einem Ausläufer des Mokattam-Hügels über der Stadt. Saladin ließ sie ab 1176 als Festung bauen, fertig wurde sie unter Sultan al-Kamil Anfang des 13. Jahrhunderts. Gut 650 Jahre lang regierten die Herrscher Ägyptens von hier aus, bis Khedive Ismail im 19. Jahrhundert in den Abdin-Palast im Zentrum zog.

Das bekannteste Gebäude ist die Moschee Muhammad Ali, wegen ihrer Verkleidung oft Alabastermoschee genannt. Sie entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Stil der großen Moscheen Istanbuls, mit hoher Kuppel und zwei schlanken Minaretten. Innen hängen Hunderte Lampen, im Hof steht ein Uhrturm, den Frankreich dem Herrscher schenkte. Viel älter und schlichter ist die Moschee des Sultans an-Nasir Muhammad aus der Zeit der Mamluken, gleich gegenüber. Dazu kommen der Gawhara-Palast, ein Militärmuseum und ein Polizeimuseum.

Das Beste ist aber der Ausblick. Von der Terrasse neben der Moschee Muhammad Ali siehst du über die Kuppeln und Minarette der Altstadt, bei klarer Luft bis zu den Pyramiden. Am späten Vormittag ist der Dunst oft schon dicht, früh am Morgen ist die Sicht meist besser.

Für die Zitadelle zahlen Ausländer 550 EGP, Studierende 275 EGP. Geöffnet ist laut Ministerium von 8 bis 17 Uhr (Stand November 2026). Rechne mit zwei Stunden.

Sultan Hassan, Rifai und Ibn Tulun

Direkt unter der Zitadelle, am Platz Salah ad-Din, stehen sich zwei gewaltige Moscheen gegenüber. Die Madrasa des Sultan Hassan entstand zwischen 1356 und 1363 und gilt als Höhepunkt der Baukunst der Mamluken. Innen öffnet sich ein Hof mit vier hohen Gewölbehallen, den Iwanen, in denen einst die vier Rechtsschulen des sunnitischen Islam lehrten. Wer hier steht, versteht, warum die Madrasa als eine der großen Bauten der islamischen Welt gilt.

Gegenüber steht die Rifai-Moschee. Sie sieht ähnlich alt aus, wurde aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts fertig. In ihr liegen Mitglieder der ägyptischen Königsfamilie und der letzte Schah von Persien begraben.

Etwas abseits, eine Viertelstunde zu Fuß, liegt die Ibn-Tulun-Moschee aus dem 9. Jahrhundert. Sie ist eine der ältesten erhaltenen Moscheen Ägyptens und mit ihrem riesigen, stillen Hof das ruhigste Ziel des Tages. Über eine Außentreppe kannst du auf das spiralförmige Minarett steigen. Gleich daneben zeigt das Gayer-Anderson-Museum zwei historische Wohnhäuser mit Holzgittern und Möbeln.

Gut zu wissen: Zwischen Zitadelle und Muizz-Straße liegen gut zwei Kilometer. Die Strecke durch das Viertel Darb al-Ahmar ist zu Fuß spannend, an heißen Tagen aber anstrengend. Für ein Stück ein Taxi per App zu nehmen, ist keine Schande.

Darb al-Ahmar und Bab Zuwayla

Wer von der Zitadelle zu Fuß nach Norden geht, kommt durch Darb al-Ahmar, eines der ältesten Wohnviertel. Hier liegt die Blaue Moschee des Aqsunqur aus dem 14. Jahrhundert, benannt nach den blauen Fliesen an der Gebetswand. Unterwegs siehst du Werkstätten für Holz, Leder und Metall, kleine Moscheen an jeder Ecke und Brunnenhäuser, an denen früher Wasser an Passanten verteilt wurde.

Am Ende der Straße steht Bab Zuwayla, das südliche Stadttor der Fatimiden von 1092. Auf dem Tor stehen zwei Minarette der angrenzenden Moschee al-Muayyad. Wenn sie geöffnet sind, steigst du auf schmalen Treppen hinauf und hast einen der besten Blicke über die Altstadt.

Die Muizz-Straße

Hinter Bab Zuwayla beginnt die Muizz-Straße, die alte Hauptachse von al-Qahira, die schnurgerade bis zum Nordtor Bab al-Futuh läuft. Der Abschnitt zwischen Basar und Nordtor ist restauriert und zum Teil Fußgängerzone, mit einer Dichte an Bauten aus Fatimiden- und Mamlukenzeit, die einmalig ist. Die wichtigsten Stationen von Süden nach Norden:

  • Der Komplex des Sultans Qalawun aus dem 13. Jahrhundert mit Mausoleum, Madrasa und den Resten eines Krankenhauses. Das Mausoleum mit seinen Marmorintarsien und Stuckfenstern gehört zu den schönsten Innenräumen Kairos.
  • Die Madrasa des Sultans Barquq direkt daneben.
  • Die kleine Moschee al-Aqmar aus dem 12. Jahrhundert mit einer reich verzierten Fassade.
  • Bayt al-Suhaymi, ein Wohnhaus wohlhabender Kaufleute aus dem 17. Jahrhundert mit Höfen, Holzgittern und Empfangsräumen.
  • Die Moschee al-Hakim und die beiden Nordtore Bab al-Futuh und Bab al-Nasr aus dem 11. Jahrhundert.

Für die Muizz-Straße zahlen Ausländer ein Geländeticket von 220 EGP, Studierende 110 EGP. Es gilt für die großen Bauten entlang der Straße, einzelne Häuser wie Bayt al-Suhaymi haben eigene Preise. Geöffnet ist von 9 bis 17 Uhr (Stand November 2026). Am Abend ist die Straße beleuchtet und voller Menschen, die Denkmäler sind dann aber geschlossen.

Verhalten in Moscheen

Die Moscheen hier sind Gotteshäuser, in denen gebetet wird. Ein paar Regeln machen den Besuch für alle angenehm:

  • Schuhe ziehst du am Eingang aus. Ein Wächter passt gegen ein kleines Trinkgeld darauf auf, oder du trägst sie in der Hand.
  • Schultern und Knie sind bedeckt, bei Frauen auch das Haar. Leichte, lange Kleidung ist ohnehin am bequemsten. Mehr dazu steht bei Kleidung im Orient.
  • Während der Gebete bleibst du draußen oder am Rand, am Freitagmittag planst du keine Besichtigung.
  • Fotografieren ist meist erlaubt, Betende fotografierst du nicht.
  • Wer ein Minarett aufschließt oder dich führt, erwartet ein Trinkgeld. Verhandle vorher, wenn jemand ungefragt eine Führung anbietet.

Die allgemeinen Regeln für alle Länder erklärt der Ratgeber Moscheen besuchen.

Ein Tag im islamischen Kairo

  1. 8 Uhr: Zitadelle zur Öffnung, zwei Stunden mit Ausblick.
  2. 10.30 Uhr: Sultan Hassan und Rifai, rund eine Stunde.
  3. Mittag: Ibn Tulun und Gayer-Anderson-Museum oder direkt durch Darb al-Ahmar nach Norden.
  4. 14 Uhr: Bab Zuwayla und der Aufstieg auf die Minarette.
  5. 15 Uhr: Muizz-Straße bis Bab al-Futuh, Qalawun und Bayt al-Suhaymi vor 17 Uhr.
  6. Abend: Tee und Abendessen im Khan el-Khalili.

Mit einem zweiten Tag kommen das Museum für Islamische Kunst am Bab al-Khalq dazu, mit Keramik, Holzarbeiten und Metall aus vielen Jahrhunderten, sowie die Moschee al-Azhar gegenüber dem Basar. Das Museum kostet für Ausländer 340 EGP und ist von 9 bis 17 Uhr geöffnet (Stand November 2026). Weitere große Moscheen der Region stellt die Auswahl der schönsten Moscheen im Orient vor.

Häufige Fragen

Wie hieß Kairo früher?

Die Stadt, die heute im Zentrum der Altstadt liegt, gründeten die Fatimiden 969 als al-Qahira, „die Siegreiche“. Vorher gab es weiter südlich Fustat, das nach der arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert entstand, sowie die Siedlungen al-Askar und al-Qata'i. Unter den Mamluken wuchs Kairo über die Mauern hinaus und schluckte diese älteren Städte. Daraus entstand das historische Kairo, das die UNESCO heute schützt.

Dürfen Nichtmuslime die Moscheen in Kairo betreten?

Ja, die meisten historischen Moscheen sind für Besucher geöffnet, außer während der Gebetszeiten. Am Freitagmittag solltest du keine Besichtigung planen. Du ziehst am Eingang die Schuhe aus, Schultern und Knie sind bedeckt, Frauen tragen ein Tuch über dem Haar. Manche Moscheen verleihen Umhänge. Für den Schuhwächter oder den, der dir ein Minarett aufschließt, ist ein kleines Trinkgeld üblich.

Ist das islamische Kairo für Touristen sicher?

Kairo liegt außerhalb der Gebiete, für die das Auswärtige Amt warnt. Es weist aber darauf hin, dass Demonstrationen in Kairo nicht ausgeschlossen sind (Stand 5. November 2026). In der Altstadt sind tagsüber viele Menschen unterwegs, auch Familien und Schulklassen. Ärgerlicher sind selbst ernannte Führer, die dich in Läden lotsen. Pass im Gedränge auf Taschen und Handy auf und meide Menschenansammlungen mit politischem Hintergrund.

Welche Moschee in Kairo ist die schönste?

Für viele ist es die Madrasa des Sultan Hassan aus dem 14. Jahrhundert mit ihrem riesigen Innenhof und den vier hohen Iwanen. Die Moschee Muhammad Ali auf der Zitadelle ist bekannter und wirkt von weitem stärker, ist aber ein osmanischer Bau des 19. Jahrhunderts. Wer Ruhe sucht, findet sie in der Ibn-Tulun-Moschee mit ihrem Spiralminarett, einer der ältesten erhaltenen Moscheen Ägyptens.

Quellen und offizielle Informationen

UNESCO World Heritage Centre: Historic Cairo; Ministry of Tourism and Antiquities: Cairo Citadel; Ministry of Tourism and Antiquities: Al-Muizz Street; Ministry of Tourism and Antiquities: Museum of Islamic Art.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.