Ein Springbrunnen mit grün-weißem Fliesenrand sprüht Wasser vor dem Minarett der Koutoubia-Moschee in Marrakesch, ringsum stehen hohe Palmen und ein Pavillon.

Ratgeber

Leitungswasser und Essen im Orient: so bleibt der Magen ruhig

Leitungswasser trinkst du im Orient am besten nirgends, auch wenn es in einigen Golfstaaten technisch aufbereitet ist. Für Saudi-Arabien, Jordanien, Ägypten, die Türkei, Tunesien und den Oman rät das Auswärtige Amt ausdrücklich davon ab, in den übrigen Ländern warnt es allgemein vor mangelnder Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene. Heiß Gekochtes ist meist unproblematisch, Vorsicht gilt bei Eis, Rohkost, frischen Säften und lange stehenden Buffets.

Auf einen Blick

Leitungswassernicht trinken, in sechs Ländern rät das AA ausdrücklich ab
Zähneputzenmit Flaschenwasser, vor allem in Nordafrika, Türkei, Saudi-Arabien
Meist unproblematischheiß Gekochtes, Gegrilltes, geschältes Obst, Brot
VorsichtEis, Rohkost, frische Säfte, lauwarme Buffets, Rohmilch
Arztbei Fieber, Blut im Stuhl, starken Schmerzen, Kindern
InfosGesundheitshinweise auf auswaertiges-amt.de
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Die Frage nach dem Leitungswasser stellen fast alle, bevor sie in den Orient fliegen, und die ehrliche Antwort ist einfach: Trink es nicht, putz dir in den meisten Ländern auch die Zähne mit Wasser aus der Flasche, und iss so, dass dein Magen ruhig bleibt. Das ist keine Panikmache. Die meisten Beschwerden auf Reisen nach Kairo, Istanbul oder Marrakesch sind harmlos und nach ein, zwei Tagen vorbei. Sie lassen sich aber mit wenig Aufwand vermeiden. Diese Seite zeigt, was das Auswärtige Amt für jedes der zehn Länder zum Wasser sagt, wie du Eis, Salat, Säfte und Streetfood einschätzt und wann aus einem verstimmten Magen ein Fall für den Arzt wird.

Zur Abgrenzung: Wie viel du bei Hitze trinkst und wie du den Tag um die Sonne herum planst, steht bei Hitze und Gesundheit. Was in die Reiseapotheke gehört und welche Medikamente der Zoll sehen will, erklärt die Reiseapotheke für den Orient. orient-reise.de gibt allgemeine Hinweise, keine medizinische Beratung und keine Dosierungen. Wer Vorerkrankungen hat, schwanger ist, mit kleinen Kindern reist oder regelmäßig Medikamente nimmt, bespricht die Reise vorher mit der Hausarztpraxis oder einer reisemedizinischen Beratung. Alle weiteren Themen vor der Abreise bündelt die Reiseplanung für den Orient.

Leitungswasser je Land: was das Auswärtige Amt sagt

Die Gesundheitsabschnitte der Reise- und Sicherheitshinweise sind nicht einheitlich formuliert. Für sechs Länder steht der Rat zum Leitungswasser ausdrücklich da, für vier warnt das Amt allgemein vor mangelnder Trinkwasser-, Lebensmittel- und Handhygiene und nennt Reisedurchfall als häufige Erkrankung (Stand November 2026).

Land Hinweis des Auswärtigen Amts Für dich im Alltag
Vereinigte Arabische Emirate allgemein: Hygiene bei Trinkwasser und Essen, Reisedurchfall häufig Flaschenwasser, in Hotels ohnehin üblich
Katar allgemein wie VAE Visit Qatar nennt Leitungswasser trinkbar, die meisten trinken trotzdem aus der Flasche
Bahrain allgemein wie VAE, dazu Hepatitis A und E als Risiko Flaschenwasser
Oman kein Leitungswasser, nur Wasser sicheren Ursprungs große Gebinde fürs Auto kaufen
Saudi-Arabien nie Leitungswasser, auch zum Zähneputzen möglichst Trinkwasser Flaschenwasser, auch fürs Bad
Jordanien nie Leitungswasser, notfalls gefiltert, desinfiziert oder abgekocht Visit Jordan: Hotels ab drei Sternen filtern selbst
Ägypten Leitungswasser auch zum Zähneputzen meiden nur verschlossene Flaschen
Türkei niemals Leitungswasser, auch zum Zähneputzen Trinkwasser Flaschenwasser kostet wenig
Tunesien wie Türkei Flaschenwasser, auch im Hotel
Marokko allgemein: Hygiene, Reisedurchfall häufig, kein Fleisch unklaren Ursprungs Flaschenwasser, Rohkost vorsichtig

Dass das Amt für die Golfstaaten weniger ausdrücklich formuliert, heißt nicht, dass du dort aus dem Hahn trinken solltest. Am Golf kommt Leitungswasser überwiegend aus Meerwasserentsalzung, und Visit Qatar verweist auf Zahlen der Weltgesundheitsorganisation, nach denen fast das ganze Land Zugang zu trinkbarem Leitungswasser hat. Auf dem Weg vom Werk zum Wasserhahn laufen aber Leitungen und Tanks auf dem Dach, deren Zustand du nicht kennst. Die Menschen dort trinken deshalb überwiegend Flaschenwasser, und das ist auch für dich die einfachste Regel.

Flaschenwasser, Eis und Zähneputzen

Flaschenwasser bekommst du in allen zehn Ländern an jeder Ecke, im Supermarkt deutlich günstiger als in der Minibar oder am Kiosk vor einer Sehenswürdigkeit. Achte auf einen unversehrten Verschluss. Wasser mit Kohlensäure ist schwerer nachzufüllen und deshalb ein kleines Stück sicherer, wenn du an einem einfachen Stand kaufst.

Beim Zähneputzen nimmst du in Saudi-Arabien, Ägypten, der Türkei und Tunesien laut Amt Trinkwasser, in den anderen Ländern schadet es ebenfalls nicht. Unter der Dusche hältst du den Mund geschlossen. Babynahrung und Fläschchen bereitest du immer mit abgefülltem Wasser zu, mehr dazu im Ratgeber Orient mit Kindern.

Bei Eis kommt es auf den Ort an. In einer Hotelbar in Dubai ist das Risiko ein anderes als an einer Strandbude in Hurghada, auch wenn du in beiden Fällen nicht weißt, woher das Wasser stammt. In den ersten Tagen lässt du Eis an einfachen Ständen weg, später entscheidest du nach Gefühl und Magen.

Typischer Fehler: Wasser aus der Leitung im Hotelzimmer in den Wasserkocher füllen und glauben, ein kurzes Aufkochen reiche immer. Das Amt nennt Abkochen für Jordanien und Saudi-Arabien nur als Notlösung. Kauf lieber eine große Flasche für Tee und Kaffee im Zimmer.

Salat, Obst, Säfte und Milchprodukte

Die alte Faustregel der Reisemedizin gilt im Orient besonders: Koch es, schäl es oder lass es. Das Amt formuliert das für Jordanien und Saudi-Arabien fast wörtlich so. Ein Salat in einem guten Restaurant ist selten ein Problem, ein Salat an einem Buffet, das seit Stunden in der Wärme steht, schon eher. Bananen, Orangen, Mangos und Granatäpfel schälst du selbst und isst sie unbesorgt.

Frische Säfte gehören in Kairo, Marrakesch oder Istanbul zum Alltag. Riskant ist meist nicht das Obst, sondern was dazukommt: Wasser im Mixer, Eis und nur kurz gespülte Gläser. Ein Stand mit viel Betrieb, an dem vor deinen Augen gepresst wird, ist die bessere Wahl.

Zwei Hinweise des Auswärtigen Amts betreffen bestimmte Lebensmittel. Für Jordanien warnt es, dass nicht pasteurisierte Milchprodukte Brucellose übertragen können. Frischer Käse und Joghurt vom Hof oder vom Markt sind deshalb nichts für die ersten Reisetage. Für Ägypten nennt das Amt nach Aufenthalten am Roten Meer, besonders in Hurghada und Marsa Alam, Fälle von EHEC, oft durch rohes Obst und Gemüse oder nicht durchgegartes Fleisch (Stand 5. November 2026). Was du in Ägypten ohne Sorge essen kannst, sortiert die Seite Essen in Ägypten.

Streetfood und Buffets: wo es meist gut geht

Streetfood ist im Orient oft sicherer als sein Ruf, weil vieles heiß und frisch vor dir zubereitet wird. Ein Shawarma vom Spieß, Ful und Falafel in Kairo, Simit in Istanbul oder Brot frisch aus dem Ofen sind selten das Problem. Entscheidend ist der Umsatz: Wo viele Einheimische anstehen, ist die Ware frisch und nichts liegt lange in der Wärme. Halb leere Lokale an den Touristenwegen mit großen Fotokarten sind dagegen oft die schlechtere Wahl.

Bei kalten Vorspeisen lohnt ein zweiter Blick. Mezze wie Hummus, Joghurtdips und Kräutersalate sind in gut besuchten Restaurants frisch gemacht, an einem schwach besuchten Buffet können sie lange gestanden haben. In Marokko gehören die Garküchen am Jemaa el-Fna für viele zum Pflichtprogramm. Nimm dort, was gerade vom Grill kommt oder lange im Topf gekocht hat, mehr dazu bei Essen in Marokko.

Hotelbuffets in großen Anlagen am Roten Meer, an der türkischen Riviera oder in Tunesien sind meist kontrolliert, aber kein Freifahrtschein. Am sichersten ist, was an der Live-Station frisch in Pfanne oder Grill landet. Alles, was nur noch lauwarm ist, lässt du stehen. Wie sich die All-inclusive-Ziele unterscheiden, vergleicht der Ratgeber All inclusive im Orient.

Im Ramadan öffnen viele Stände und Restaurants erst zum Fastenbrechen am Abend. Das Iftar bringt dann großen Andrang und schnellen Umsatz, das Essen ist frisch. Tagsüber findest du in Hotels und touristischen Gegenden trotzdem etwas.

Die ersten Tage und typische Auslöser

Viele Reisende erwischt es nicht wegen eines bestimmten Essens, sondern durch die Summe aus langer Anreise, Hitze, wenig Schlaf, ungewohnten Gewürzen und Klimaanlage. Gib dem Magen deshalb die ersten zwei, drei Tage Zeit. Iss lieber kleinere Portionen, trink regelmäßig und spar dir das scharfe Experiment für später.

  • Hände waschen vor jedem Essen, das empfiehlt das Amt etwa für Saudi-Arabien ausdrücklich. Ein kleines Desinfektionsgel hilft auf dem Markt.
  • Fleisch nur gut durchgegart, das Amt rät in Marokko von Fleischgerichten unklaren Ursprungs und rohen tierischen Produkten ab.
  • Alkohol und sehr fette Speisen belasten den Magen in der Hitze zusätzlich.
  • Fliegen gehören nicht aufs Essen, das Amt nennt das für Saudi-Arabien eigens.

Eine Impfung gegen Hepatitis A empfiehlt das Amt für viele Länder der Region, für einige auch gegen Typhus. Was für dich sinnvoll ist, klärst du einige Wochen vor der Abreise mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Wenn der Magen trotzdem rebelliert

Meist reicht es, viel zu trinken und verlorene Salze auszugleichen. Dafür gibt es Elektrolytpulver aus der Apotheke, welches Präparat und wie viel davon passt, besprichst du vor der Reise in der Apotheke oder Arztpraxis. Ruhe, Schatten und leichte Kost wie Reis, Brot und Bananen helfen dem Körper, sich zu erholen.

Ärztliche Hilfe holst du, wenn hohes Fieber dazukommt, Blut im Stuhl ist, starke Bauchschmerzen auftreten, du Zeichen von Austrocknung bemerkst oder es nach zwei bis drei Tagen nicht besser wird. Bei Babys, kleinen Kindern, Schwangeren, älteren Menschen und chronisch Kranken wartest du nicht so lange. Die Hotelrezeption kennt Ärzte in der Nähe, viele Privatkliniken verlangen aber Vorkasse. Was deine Versicherung dann abdecken sollte, erklärt die Reiseversicherung für den Orient.

Häufige Fragen

Ist das Leitungswasser in Doha und Dubai trinkbar?

Visit Qatar beruft sich auf die Weltgesundheitsorganisation, nach der 99 Prozent des Landes Zugang zu trinkbarem Leitungswasser haben, und schreibt zugleich, dass in Katar sehr viel Flaschenwasser getrunken wird. Für die VAE und Katar nennt das Auswärtige Amt Leitungswasser nicht ausdrücklich, warnt aber vor Erkrankungen durch mangelnde Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene. Die meisten Einheimischen und Reisenden trinken deshalb Flaschenwasser, das du überall günstig bekommst.

Darf ich in Ägypten und der Türkei Eiswürfel im Getränk nehmen?

Eis ist nur so sauber wie das Wasser, aus dem es gemacht wurde. In größeren Hotels und Restaurants wird es oft aus aufbereitetem Wasser hergestellt, sicher wissen kannst du es aber nicht. An Saftständen, Strandbuden und in einfachen Cafés lässt du das Eis in den ersten Tagen besser weg. Wer empfindlich ist, bestellt Getränke aus der verschlossenen Flasche oder Dose und kühlt sie im Zimmer.

Sind frisch gepresste Säfte an Ständen in Marrakesch und Kairo unbedenklich?

Das Obst selbst ist selten das Problem, eher das Drumherum: Wasser oder Eis im Mixer, Gläser, die nur kurz gespült werden, und Saft, der lange in der Wärme steht. Am besten trinkst du Saft, der vor deinen Augen frisch gepresst wird, an einem Stand mit viel Betrieb. Mit empfindlichem Magen wartest du damit ein paar Tage oder nimmst Saft im Hotel.

Ab wann sollte ich mit Durchfall im Urlaub im Orient zum Arzt?

Sofort bei hohem Fieber, Blut im Stuhl, starken Bauchschmerzen, Anzeichen von Austrocknung wie Schwindel oder sehr wenig Urin und immer bei Babys und kleinen Kindern. Ebenso, wenn es nach zwei bis drei Tagen nicht besser wird, wenn du schwanger bist oder chronisch krank. Die Hotelrezeption kennt Ärzte und Kliniken in der Nähe, und deine Auslandskrankenversicherung nennt dir Vertragskliniken.

Quellen und offizielle Informationen

Auswärtiges Amt: Saudi-Arabien, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit, Trinkwasser); Auswärtiges Amt: Jordanien, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit, Trinkwasser); Auswärtiges Amt: Vereinigte Arabische Emirate, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit); Auswärtiges Amt: Marokko, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit, Hygiene).

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.