Auf dieser Seite
Hitze im Urlaub unterschätzen fast alle beim ersten Mal. Im Juli zeigt das Thermometer in Dubai, Doha oder Luxor um die 40 Grad, an der Golfküste kommt schwüle Luft dazu. Wer dann mittags durch eine Ausgrabung oder einen Wadi läuft, merkt schnell, dass der Körper anders reagiert als bei einem Sommertag in Deutschland. Für deine Gesundheit gilt die gute Nachricht: Mit ein paar Regeln zu Tagesplanung, Trinken, Sonne und Essen bleibst du in aller Regel gesund. Diese Seite fasst sie für alle zehn Länder zusammen.
Eines vorweg: orient-reise.de gibt allgemeine Hinweise, keine medizinische Beratung. Wer Vorerkrankungen hat, Medikamente nimmt, schwanger ist oder mit kleinen Kindern reist, spricht vor der Reise mit dem Hausarzt, einem Reisemediziner oder einem Tropeninstitut. Die Gesundheitshinweise zu jedem Land stehen in den Reise- und Sicherheitshinweisen auf auswaertiges-amt.de. Weitere Themen rund um die Vorbereitung bündelt die Reiseplanung für den Orient.
Wie heiß es wo wird
Die Hitze ist nicht überall gleich. Am Golf ist es im Sommer heiß und an der Küste feucht, im Landesinneren von Ägypten, Saudi-Arabien und Jordanien heiß und trocken. Die Türkei, Tunesien und Marokko sind im Sommer ebenfalls heiß, an den Küsten aber meist erträglicher.
| Region | Tageshöchst im Juli (Mittel, ungefähr) | Luft | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Dubai | um 41 Grad | an der Küste schwül | Meer bringt kaum Abkühlung |
| Doha | um 42 Grad | schwül | Mai bis September draußen nur früh |
| Muscat | um 38 Grad | schwül | Salalah im Süden kühl durch den Khareef |
| Riad | um 43 Grad | trocken | Bergland Asir milder |
| Luxor, Assuan | um 41 bis 42 Grad | trocken | Tempel nur am frühen Morgen |
| Kairo | um 35 Grad | trocken, staubig | Smog an heißen Tagen |
| Aqaba, Totes Meer | um 40 Grad | trocken | Petra im Hochland etwas kühler |
| Türkei, Tunesien, Marokko | heiß, im Landesinneren deutlich über 35 Grad möglich | je nach Region | Küste angenehmer als Binnenland |
Welche Monate sich für welches Land am besten eignen, zeigt der Vergleich zur besten Reisezeit für den Orient. Wer im Hochsommer reist, plant grundsätzlich anders als im Winter.
Den Tag um die Hitze herum planen
Der wichtigste Schutz ist der Zeitplan. Zwischen etwa 11 und 16 Uhr ist es im Sommer an fast allen Orten der Region zu heiß für längere Wege in der Sonne.
- Sehenswürdigkeiten im Freien legst du auf den frühen Morgen, viele Stätten öffnen dafür schon um 6 oder 7 Uhr.
- Mittags gehören Museen, Malls, das Hotel oder eine lange Pause in den Plan.
- Am späten Nachmittag und abends wird es wieder angenehmer, in Souks und an der Corniche beginnt dann ohnehin das Leben.
- Gib dir zwei bis drei Tage, um dich an das Klima zu gewöhnen. Am ersten Tag ist eine große Wanderung keine gute Idee.
- In der Wüste und in einem Wadi gibt es kaum Schatten. Geh nie ohne ausreichend Wasser los und sag jemandem, wohin du gehst.
Kleidung hilft mehr, als man denkt: locker, hell, aus Baumwolle oder Leinen, dazu Hut oder Tuch. Lange, leichte Kleidung schützt in der Sonne oft besser als ein Trägertop, und sie passt in den meisten Ländern auch zu den Kleidungsregeln. Was du wo tragen kannst, erklärt der Ratgeber Kleidung im Orient.
Typischer Fehler: Kinder oder Haustiere auch nur kurz im geparkten Auto lassen. Bei 40 Grad Außentemperatur heizt sich ein Wagen in wenigen Minuten lebensgefährlich auf.
Trinken, Salz und Warnzeichen
Trink regelmäßig über den Tag verteilt, nicht erst, wenn du Durst hast. Wer viel schwitzt, verliert auch Salz. Eine salzige Mahlzeit, Elektrolytpulver aus der Apotheke oder ein Glas Ayran helfen, das auszugleichen. Alkohol und sehr süße Getränke verstärken den Flüssigkeitsverlust eher. Ein einfaches Zeichen, ob du genug trinkst: Der Urin sollte hell sein.
Im Ramadan trinken Muslime tagsüber nicht. In mehreren Ländern wird von Reisenden erwartet, in der Öffentlichkeit ebenfalls nicht zu essen und zu trinken. Für Wasser gibt es trotzdem Wege: im Hotel, in Restaurants mit abgeschirmten Bereichen oder diskret im Auto.
Zwei Zustände solltest du unterscheiden können:
- Hitzeerschöpfung: Schwäche, Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit, starkes Schwitzen, Muskelkrämpfe. Sofort raus aus der Sonne, hinlegen, kühlen, trinken. Wird es nicht schnell besser, ärztliche Hilfe holen.
- Hitzschlag: Verwirrtheit, auffälliges Verhalten, sehr heiße Haut, manchmal kein Schwitzen mehr, Bewusstseinsstörung. Das ist ein Notfall. Ruf sofort den Rettungsdienst und kühle die Person, bis Hilfe kommt.
Kinder, ältere Menschen und alle mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind besonders empfindlich. Wer mit Familie reist, findet weitere Hinweise im Ratgeber Orient mit Kindern.
Sonne, Augen und Haut
Die Sonne steht im Orient höher und brennt stärker als in Mitteleuropa, auch im Winter. Das Auswärtige Amt weist etwa für Marokko darauf hin, dass intensive Sonneneinstrahlung Haut und Augen schädigen kann. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, eine Sonnenbrille mit UV-Schutz und eine Kopfbedeckung gehören deshalb ins Tagesgepäck. Am Wasser und auf hellem Sand oder Marmor reflektiert das Licht zusätzlich. Beim Schnorcheln im Roten Meer schützt ein langärmeliges Shirt den Rücken besser als jede Creme.
Wasser und Magen
Magen-Darm-Probleme sind auf Orient-Reisen häufig und meist harmlos, aber lästig. Die wichtigste Regel betrifft das Wasser. Für die Türkei und Tunesien rät das Auswärtige Amt ausdrücklich, niemals Leitungswasser zu trinken und möglichst auch zum Zähneputzen Trinkwasser zu nehmen. Für Ägypten und Jordanien gilt im Alltag dasselbe, für Marokko nennt das Amt mangelnde Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene als häufige Ursache für Durchfall. In den Golfstaaten trinken die meisten Menschen Flaschenwasser.
Beim Essen helfen ein paar alte Faustregeln: Gekochtes und Gebratenes, das heiß serviert wird, ist meist unproblematisch. Bei Salaten, rohem Gemüse, ungeschältem Obst, Eiswürfeln und lange stehenden Buffets bist du vorsichtiger. Garküchen mit vielen einheimischen Gästen und schnellem Umsatz sind oft sicherer als halb leere Touristenlokale.
Wer trotzdem Durchfall bekommt, trinkt viel und gleicht Salze aus. Bei Fieber, Blut im Stuhl, starken Schmerzen, wenn es nach zwei bis drei Tagen nicht besser wird oder bei Kindern gehst du zum Arzt. Die Hotelrezeption kennt Ärzte und Kliniken in der Nähe.
Impfungen, Medikamente und Reiseapotheke
Für die direkte Einreise aus Deutschland schreiben die VAE, die Türkei und Tunesien laut Auswärtigem Amt keine Impfung vor. In den VAE gilt eine Ausnahme bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet. Empfohlen werden aktuelle Standardimpfungen nach dem Impfkalender, besonders gegen Masern, und für viele Länder Hepatitis A. Je nach Reiseart können Hepatitis B, Tollwut oder Typhus sinnvoll sein. Tollwut ist in Nordafrika ein echtes Thema: Für Tunesien meldet das Amt derzeit vermehrt Fälle bei Tieren, für Marokko rät es zu Abstand zu streunenden Hunden. Nach einem Biss oder Kratzer gehst du sofort zum Arzt.
Welche Impfungen für dich passen, klärst du einige Wochen vor der Abreise bei einer reisemedizinischen Beratung, etwa beim Hausarzt, einem Tropenmediziner oder einem Tropeninstitut.
Bei Medikamenten ist die Einfuhr der Knackpunkt. In den VAE sind manche Wirkstoffe ohne Verschreibung verboten, kontrollierte Medikamente meldest du bei der Ankunft an, und CBD gilt dort als Droge. Katar verlangt für Medikamente ein englisches Attest, Saudi-Arabien für bestimmte Wirkstoffe eine Genehmigung. Nimm Medikamente in der Originalverpackung, mit Rezept und einer englischen ärztlichen Bescheinigung mit. Details stehen auf den Einreiseseiten, etwa bei der Einreise in die VAE.
Wenn doch etwas passiert
Private Kliniken am Golf, in Istanbul oder Kairo sind oft gut ausgestattet, aber teuer, und viele verlangen vor der Behandlung eine Zahlungszusage. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist deshalb Pflicht im Gepäck, nicht Kür. Was sie abdecken sollte, erklärt der Ratgeber Reiseversicherung für den Orient. Speichere vor der Reise die Notrufnummer des Landes und die Nummer deiner Versicherung im Handy. In den VAE erreichst du den Rettungsdienst unter 998, im Oman unter 9999. Die Nummern der anderen Länder stehen auf den jeweiligen Länderseiten.
Häufige Fragen
Kann ich in Dubai, Kairo oder Istanbul Leitungswasser trinken?
In Kairo und Istanbul nicht. Das Auswärtige Amt rät für die Türkei, Tunesien und andere Länder der Region, nur Wasser aus sicherer Quelle zu trinken und möglichst auch zum Zähneputzen Flaschenwasser zu nehmen. In Dubai und den anderen Golfstaaten kommt das Wasser meist aus Entsalzungsanlagen, die meisten Menschen trinken trotzdem Flaschenwasser. Das ist auch für Reisende die einfachste Regel.
Welche Impfungen brauche ich für eine Reise in den Orient?
Vorgeschrieben ist bei der direkten Einreise aus Deutschland in den meisten Ländern der Region keine Impfung. Das Auswärtige Amt empfiehlt aktuelle Standardimpfungen, vor allem gegen Masern, und für viele Länder Hepatitis A, je nach Reise auch Hepatitis B, Tollwut oder Typhus. Was für dich sinnvoll ist, klärst du einige Wochen vor der Reise beim Hausarzt, bei einem Reisemediziner oder einem Tropeninstitut.
Was tun bei Verdacht auf Hitzschlag im Urlaub?
Ruf sofort den Notruf oder lass die Hotelrezeption einen Arzt holen. Bring die Person in den Schatten oder in einen kühlen Raum, lockere die Kleidung und kühle sie mit nassen Tüchern und Luft. Ist sie wach und kann schlucken, gib ihr kleine Schlucke Wasser. Verwirrtheit, sehr heiße Haut oder Bewusstlosigkeit sind Alarmzeichen, bei denen du nicht abwartest.
Ist die Klimaanlage im Orient ein Gesundheitsrisiko?
Sie ist eher ein Komfortproblem. Der ständige Wechsel zwischen 40 Grad draußen und starker Kühlung drinnen trocknet Schleimhäute aus und begünstigt Erkältungen. Stell die Anlage im Hotelzimmer nicht auf die kälteste Stufe, richte den Luftstrom nicht aufs Bett und nimm für Malls, Busse und Flugzeug eine dünne Jacke oder ein Tuch mit.



