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Eine Reiseapotheke für den Orient ist schnell gepackt. Die meisten Beschwerden auf Reisen nach Dubai, Ägypten oder Marokko sind harmlos: ein verstimmter Magen, ein Sonnenbrand, eine Blase vom Laufen, ein Halskratzen von der Klimaanlage. Was wirklich Ärger macht, steht nicht in der Packliste, sondern im Zollrecht. Mehrere Länder der Region behandeln Medikamente, die in Deutschland ganz normal verschrieben werden, als Betäubungsmittel. Diese Seite sortiert beides: was als Inhalt mitmuss, welche Papiere der Zoll in welchem Land sehen will und welche Mittel dort verboten sind.
Wichtig vorweg: orient-reise.de gibt allgemeine Hinweise, keine medizinische Beratung und keine Dosierungen. Welche Mittel und Mengen für dich passen, besprichst du mit deiner Hausarztpraxis, einer reisemedizinischen Beratung oder deiner Apotheke, bei Kindern mit der Kinderarztpraxis. Wer Vorerkrankungen hat, schwanger ist oder regelmäßig Medikamente nimmt, plant dafür ein paar Wochen vor der Reise ein. Weitere Themen rund um die Vorbereitung bündelt die Reiseplanung für den Orient.
Die Grundausstattung
Diese Gruppen gehören in fast jede Reiseapotheke für den Orient. Welche Präparate du jeweils nimmst, klärst du mit Arzt oder Apotheke.
- Eigene Dauermedikamente, mit Reserve für ein paar Tage mehr, als die Reise dauert.
- Mittel gegen Durchfall und vor allem Elektrolytpulver, um verlorene Salze auszugleichen.
- Ein Schmerz- und Fiebermittel, das du gut verträgst und das nicht unter das Betäubungsmittelrecht fällt.
- Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, Lippenpflege mit UV-Schutz und etwas für gereizte Haut nach der Sonne.
- Mückenschutz für Haut und gegebenenfalls Kleidung.
- Pflaster, Blasenpflaster, ein Wunddesinfektionsmittel und ein paar sterile Kompressen.
- Augentropfen gegen trockene Augen. Staub, Wind und Klimaanlagen setzen den Augen mehr zu, als man erwartet.
- Ein Mittel gegen Reiseübelkeit, wenn du auf Booten oder kurvigen Bergstraßen empfindlich bist.
- Ein Fieberthermometer und, wenn du dazu neigst, etwas gegen Allergien und Insektenstiche.
Halte alles klein und in der Originalverpackung mit Beipackzettel. Das spart Diskussionen beim Zoll und hilft einer Ärztin vor Ort, wenn sie wissen muss, was du schon genommen hast.
Was je nach Reise dazukommt
Eine Woche Strand am Roten Meer braucht eine andere Tasche als eine Rundreise durch den Atlas.
| Reise | Typische Beschwerden | Was zusätzlich sinnvoll ist |
|---|---|---|
| Golfstädte (Dubai, Doha, Muscat) | Hitze, trockene Luft durch Klimaanlage, Halsschmerzen | Halspastillen, Nasenpflege, dünne Jacke für drinnen |
| Rotes Meer, Tauchen und Schnorcheln | Sonnenbrand, Schnitte an Korallen, Ohrenprobleme | Desinfektion für kleine Wunden, Rücksprache mit Tauchmedizin |
| Nil, Kairo, Rundreise Nordafrika | Magen und Darm | Elektrolytpulver in größerer Menge |
| Wüste und Wadi | Sonne, Blasen, Staub in den Augen | Blasenpflaster, Augentropfen, Tuch für Mund und Nase |
| Hochland, Berge, Winter | Kälte nachts, Erkältung | Erkältungsmittel nach Rücksprache |
Für Ägypten weist das Auswärtige Amt auf Dengue an der Küste des Roten Meers hin, vor allem um Hurghada. Die Mücken stechen tagsüber, Schutz brauchst du also auch am Pool und nicht nur abends. In der saudischen Provinz Asir besteht laut Amt ein geringes Malariarisiko. Ob du dafür Medikamente mitnimmst, entscheidet eine reisemedizinische Beratung.
Wie du Hitze, Wasser und Magen im Alltag in den Griff bekommst, erklärt der Ratgeber Hitze und Gesundheit ausführlicher.
Medikamente einführen: die Grundregeln
Für alle zehn Länder gelten ein paar Regeln, mit denen du fast nie Probleme bekommst.
- Nimm nur die Menge mit, die du für die Reise brauchst, plus eine kleine Reserve.
- Transportiere Medikamente in der Originalverpackung und im Handgepäck, falls der Koffer verloren geht.
- Nimm für verschreibungspflichtige Mittel das Rezept oder eine Kopie und eine englische ärztliche Bescheinigung mit, auf der Wirkstoff und Grund der Einnahme stehen.
- Lass CBD-Produkte und alles mit Hanf zu Hause, auch wenn es in Deutschland frei verkäuflich ist.
- Frag bei starken Schmerzmitteln, Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Antidepressiva und ADHS-Medikamenten vorher bei der Botschaft des Reiselandes nach.
Fällt ein Mittel unter das deutsche Betäubungsmittelrecht, brauchst du außerhalb des Schengen-Raums eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung. Eine Vorlage dafür stellt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bereit, ausfüllen muss sie deine behandelnde Praxis. Ob sie zusätzlich beglaubigt werden muss, sagt dir das Gesundheitsamt. Die Regeln des Ziellandes erfährst du bei dessen Botschaft in Deutschland.
Typischer Fehler: Tabletten lose in einer Wochendose mitnehmen. Ohne Packung und Papier kann niemand am Zoll erkennen, was das ist, und in den Golfstaaten führt das schnell zu langen Gesprächen.
Vereinigte Arabische Emirate: kontrollierte Medikamente anmelden
Die VAE sind beim Thema Medikamente am bekanntesten, und das zu Recht. Laut Auswärtigem Amt sind manche gängigen Wirkstoffe ohne ärztliche Verschreibung verboten, CBD-Öl und Lebensmittel mit Hanfgeschmack gelten als Drogen. Kontrolliert sind Betäubungsmittel und psychotrope Stoffe, also etwa starke Schmerzmittel und manche Schlaf- und Beruhigungsmittel. Eine öffentliche Liste einzelner Wirkstoffe haben wir auf keiner offiziellen Seite gefunden.
Das Gesundheitsministerium MOHAP nennt für kontrollierte Medikamente höchstens den Bedarf für drei Monate. Dazu brauchst du ein Rezept, das nicht älter als drei Monate ist, mit vollem Namen, Wirkstoff, Darreichungsform und Behandlungsdauer, und am besten einen ärztlichen Bericht auf Englisch. Eine Einfuhrgenehmigung kannst du kostenlos online beantragen. Für Besucher ist sie laut MOHAP freiwillig, ohne sie gibst du die Mittel bei der Ankunft mit den Papieren beim Zoll an. Die Anmeldung läuft über das Login UAE PASS, das nicht für alle Touristen funktioniert. Wer im Transitbereich bleibt, braucht laut MOHAP keine Genehmigung, Drogenkontrollen gibt es aber auch dort. Die übrigen Einreiseregeln stehen bei der Einreise in die VAE.
Katar: Attest auf Englisch und Wirkstofflisten
Katar ist noch genauer. Laut Auswärtigem Amt brauchst du für Medikamente ein ärztliches Attest oder Rezept auf Englisch, das nicht älter als sechs Monate ist. Darauf gehören Diagnose, Wirkstoff, Dosierung und Menge, dazu Stempel und Briefkopf der Praxis, und eine Kopie deines Reisepasses legst du dazu.
Für Betäubungsmittel und bestimmte starke Medikamente führt Katar Listen. Mittel der gelben Liste darfst du für bis zu 30 Tage mitführen, Mittel der grünen Liste für bis zu zwei Monate, Wirkstoffe der roten Liste sind verboten. Das kann auch Mittel betreffen, die in Deutschland üblich sind. Kläre das vor der Reise mit deiner Praxis und im Zweifel mit der Botschaft Katars in Berlin, nicht erst am Flughafen in Doha. Mehr zur Ankunft steht bei der Einreise nach Katar.
Die anderen Länder im Überblick
| Land | Was laut offiziellen Stellen gilt (Stand November 2026) |
|---|---|
| Saudi-Arabien | seit 1. November 2025 elektronische Genehmigung der Arzneimittelbehörde SFDA für bestimmte kontrollierte Mittel, etwa starke Schmerzmittel, Mittel gegen Angstzustände und ADHS |
| Oman | starke Schmerzmittel, Antidepressiva und Psychopharmaka gelten zum Teil als illegale Drogen; Attest auf Englisch, besser auch auf Arabisch, im Zweifel Botschaft fragen |
| Bahrain | regelmäßig benötigte Medikamente mit englischsprachiger ärztlicher Bescheinigung |
| Jordanien | ärztliche Notwendigkeit muss auf Englisch dokumentiert sein |
| Ägypten | starke Schmerzmittel und ADHS-Medikamente vorher mit der ägyptischen Botschaft klären |
| Türkei | Medikamente für den Eigenbedarf mit Packungsbeilage oder Attest; medizinisches Cannabis und CBD verboten, auch mit deutschem Rezept |
| Tunesien, Marokko | keine besonderen Regeln gefunden; Grundregeln oben beachten, bei kontrollierten Mitteln Botschaft fragen |
Für Saudi-Arabien und die übrigen Länder findest du die Einzelheiten auf den Einreiseseiten, etwa bei der Einreise nach Saudi-Arabien oder der Einreise in den Oman.
Ein praktischer Punkt, der mit der aktuellen Lage am Golf zu tun hat: Das Auswärtige Amt rechnet dort mit kurzfristigen Einschränkungen im Flugverkehr, auch für Umsteiger (Stand November 2026). Wer über Dubai, Doha oder Abu Dhabi fliegt, packt deshalb bei Dauermedikamenten lieber eine Reserve für mehrere zusätzliche Tage ein.
Impfungen: was die offiziellen Stellen empfehlen
Für die direkte Einreise aus Deutschland ist in den meisten Ländern der Region keine Impfung vorgeschrieben. Eine Gelbfieberimpfung musst du nur nachweisen, wenn du aus einem Gelbfiebergebiet einreist, für die VAE auch nach mehr als zwölf Stunden Transit dort. Ägypten verlangt bei Einreise aus bestimmten Ländern einen Nachweis über die Polioimpfung.
Das Auswärtige Amt empfiehlt in seinen Gesundheitshinweisen für die Länder der Region, die Standardimpfungen nach dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission aufzufrischen, besonders gegen Masern, und dazu eine Impfung gegen Hepatitis A. Bei längeren Aufenthalten oder besonderen Risiken nennt es je nach Land Hepatitis B, Tollwut und Typhus, für Ägypten auch Meningokokken und Dengue. Wer zur Pilgerfahrt nach Mekka reist, braucht einen Nachweis über die Meningokokken-Impfung. Grundlage für die Beratung in Deutschland sind die Reiseimpfempfehlungen der Ständigen Impfkommission, die das Robert Koch-Institut veröffentlicht.
Tollwut ist in Nordafrika ein echtes Thema. Halte Abstand zu streunenden Hunden und Katzen, und nach einem Biss oder Kratzer gehst du sofort zum Arzt, auch wenn die Wunde klein ist. Welche Impfungen für dich passen, hängt von Reiseart, Dauer und Gesundheit ab. Kläre das einige Wochen vor der Abreise, weil manche Impfungen mehrere Termine brauchen.
Unser Rat: Nimm zur reisemedizinischen Beratung deinen Impfpass und die Liste deiner Medikamente mit. Dann bekommst du in einem Termin die Impfempfehlung und gleich die englische Bescheinigung für den Zoll.
Wenn du vor Ort Hilfe brauchst
In den Städten am Golf, in Istanbul, Kairo, Amman, Tunis oder Marrakesch findest du viele Apotheken, oft mit Englisch. Gängige Mittel bekommst du dort meist, häufig unter anderem Namen. Deshalb hilft es, die Wirkstoffnamen deiner Medikamente zu notieren. Auf dem Land und in der Wüste ist die Versorgung dünn, dort zählt, was du dabeihast.
Private Kliniken in der Region sind oft gut ausgestattet, aber teuer, und viele verlangen vor der Behandlung eine Zahlungszusage. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport gehört deshalb zur Reiseapotheke dazu, auch wenn sie nicht in die Tasche passt. Worauf du dabei achtest, steht bei der Reiseversicherung für den Orient.
Speichere vor der Abreise die Notrufnummer des Landes, die Nummer deiner Versicherung und die der deutschen Botschaft im Handy. Mit einer gut gepackten Tasche und den richtigen Papieren bleibt die Reiseapotheke im besten Fall ungeöffnet.
Häufige Fragen
Welche Medikamente darf man nicht nach Dubai mitnehmen?
Eine öffentlich lesbare Liste einzelner Wirkstoffe haben wir auf keiner offiziellen Seite gefunden. Die Behörden nennen nur Gruppen: Betäubungsmittel und psychotrope Stoffe sind kontrolliert, manche gängigen Mittel sind ohne Verschreibung verboten, CBD-Öl und Lebensmittel mit Hanf gelten als Drogen. Frag im Zweifel vor der Reise bei der Botschaft der VAE nach und nimm Rezept und englische Bescheinigung mit.
Was muss auf dem ärztlichen Attest für Medikamente in Katar stehen?
Laut Auswärtigem Amt brauchst du ein Attest oder Rezept auf Englisch, das nicht älter als sechs Monate ist. Darauf gehören Diagnose, Wirkstoff, Dosierung und Menge, dazu Stempel und Briefkopf der Praxis. Leg eine Kopie deines Reisepasses dazu. Für bestimmte Wirkstoffe gelten Listen mit erlaubter Höchstdauer, einige sind ganz verboten. Verbindlich Auskunft gibt die Botschaft Katars.
Darf ich starke Schmerzmittel oder ADHS-Medikamente in den Orient mitnehmen?
Oft ja, aber nur mit Vorbereitung. In den VAE meldest du kontrollierte Mittel bei der Ankunft an, Saudi-Arabien verlangt für bestimmte Wirkstoffe eine Genehmigung der Arzneimittelbehörde SFDA, Katar führt Listen mit erlaubten und verbotenen Wirkstoffen. Für Ägypten und Oman rät das Auswärtige Amt, das vorher mit der Botschaft zu klären. Fällt dein Mittel unter das deutsche Betäubungsmittelrecht, brauchst du zusätzlich eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung.
Kann man im Orient Medikamente in der Apotheke nachkaufen?
In den Städten gibt es viele Apotheken, und gängige Mittel bekommst du meist, oft unter anderem Namen. Nimm deshalb den Wirkstoffnamen deiner Medikamente mit, nicht nur den Markennamen. Für Dauermedikamente ist das keine gute Idee: Packungsgrößen, Stärken und Qualität können abweichen, und auf dem Land ist die Auswahl klein. Pack lieber genug ein.



