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All inclusive heißt im Orient fast immer: großes Strandhotel, Buffet, Bars, Pool und ein Strandabschnitt vor der Tür. Die meisten Angebote aus Deutschland führen an drei Küsten: an die türkische Riviera, ans ägyptische Rote Meer und nach Tunesien. Die drei Länder unterscheiden sich stärker, als die Kataloge vermuten lassen, bei Saison, Wassertemperatur, Preisniveau, Alkohol und Ausflügen. Dieser Vergleich stellt die drei Küsten im Check nebeneinander, zeigt, wo All-inclusive was bringt, und ordnet ein, was im Paket steckt und was nicht. Konkrete Hotels nennen wir nicht, die Häuser ändern sich zu schnell. Wie das Thema in die übrige Planung passt, steht in der Reiseplanung.
Türkei, Ägypten und Tunesien im Vergleich
| Türkische Riviera | Rotes Meer (Ägypten) | Tunesien | |
|---|---|---|---|
| Flugzeit ab Deutschland, ungefähr | 3 bis 3,5 Stunden | 4 bis 4,5 Stunden | 2,5 Stunden |
| Badesaison | Mai bis Oktober | ganzjährig | Juni bis Oktober |
| Wasser, ungefähr | im Hochsommer warm, im Winter kalt | Winter 21 bis 23 Grad, Spätsommer bis 28 Grad | 22 bis 27 Grad in der Saison |
| Hotels | sehr große Auswahl, viele neuere Anlagen | große Auswahl, Hausriffe | viele Anlagen aus den 1990er- und 2000er-Jahren |
| Preisniveau | mittel, in den Ferien hoch | oft günstig, Extras in US-Dollar oder Euro | oft am günstigsten außerhalb der Ferien |
| Typisch für | Familien, Kinderclubs, Sandstrände | Schnorcheln, Tauchen, Wintersonne | kurze Anreise, Thalasso, ruhige Strände |
| Haken | im Winter viele Häuser zu | Hochsommer sehr heiß, Visum nötig | Hotels teils renovierungsbedürftig |
Alle Angaben sind Richtwerte mit Stand November 2026. Die Wassertemperaturen schwanken von Jahr zu Jahr, das Preisniveau hängt stark vom Reisetermin ab. Welche Monate in welchem Land angenehm sind, zeigt der Vergleich zur Reisezeit im Orient.
Was All inclusive meistens umfasst und was nicht
Der Begriff ist nicht geschützt. Jedes Hotel legt selbst fest, was dazugehört, und schreibt es ins Leistungsblatt. In den meisten Anlagen in allen drei Ländern sind enthalten:
- Frühstück, Mittag- und Abendessen als Buffet, dazu Snacks am Nachmittag,
- alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee,
- lokale alkoholische Getränke wie Bier, Wein und einfache Spirituosen, oft nur zu festen Uhrzeiten,
- Liegen und Schirme am Pool und am Hotelstrand, Animation und Kinderclub.
Häufig extra sind dagegen importierte Spirituosen, frisch gepresste Säfte, Spezialitätenkaffee, das zweite oder dritte À-la-carte-Restaurant, Spa und Massage, motorisierter Wassersport, Ausflüge und Trinkgeld. Bezeichnungen wie „Ultra“ oder „Premium“ sagen wenig, entscheidend ist das Leistungsblatt. Was das an der Riviera konkret heißt, erklärt der Ratgeber Hotels in der Türkei.
Typischer Fehler: Nur auf die Sterne schauen. Ein Fünf-Sterne-Haus von 1998 ohne Renovierung kann schwächer sein als ein jüngeres Vier-Sterne-Hotel. Frag nach dem Jahr der letzten Renovierung und lies, ob der Strand direkt vor dem Hotel liegt oder hinter einer Straße.
Türkische Riviera: Auswahl und Familien
Zwischen Kemer, Antalya, Belek, Side und Alanya steht die größte Dichte an All-inclusive-Anlagen im ganzen Orient. Viele liegen weit außerhalb der Orte, abends ins Restaurant zu fahren kostet Taxi und Zeit. Genau dort rechnet sich das Paket. Die Anlagen sind oft riesig, mit mehreren Pools, Rutschen und Kinderclubs, und vom Flughafen Antalya bist du je nach Ort in einer halben bis anderthalb Stunden da.
Die Türkei ist teurer geworden, die Lira-Preise steigen mit der Inflation, viele Hotels rechnen deshalb in Euro. In den Sommerferien sind Familienzimmer früh ausgebucht. Im Winter schließen viele Häuser, die geöffneten fahren ihr Angebot zurück. Wer im November oder März fährt, bekommt günstige Preise, aber kein Badewetter.
Rotes Meer: Riffe und Wintersonne
Am ägyptischen Roten Meer ist All inclusive der Normalfall. In der langen Hotelzone von Hurghada, in Makadi Bay, Soma Bay oder Marsa Alam liegen die Anlagen direkt an der Küste, viele mit Hausriff und Steg zum Schnorcheln. Das ist der größte Vorteil gegenüber der Türkei und Tunesien: Die Unterwasserwelt beginnt vor dem Hotel. Im Winter ist das Rote Meer das wärmste der drei Ziele, im Juli und August wird es tagsüber sehr heiß.
Rechne bei den Kosten mit Extras. Für die Einreise zahlst du 30 US-Dollar für das Visum (Stand November 2026). Ausflüge nach Luxor dauern ab Hurghada einen langen Tag, die Eintritte kommen dazu. Trinkgeld ist nicht im Paket enthalten, wird aber erwartet. Wie viel du wem gibst, steht bei Trinkgeld in Ägypten. Für die Badeorte am Roten Meer empfiehlt das Auswärtige Amt besondere Vorsicht, von individuellen Ausflügen und Überlandfahrten im Süden der Sinai-Halbinsel rät es ab (Stand 5. November 2026). Hurghada, Marsa Alam und die Hotelbuchten dazwischen liegen nicht in den Warngebieten.
Tunesien: kurze Anreise, günstige Preise
Tunesien ist von Deutschland aus das nächste der drei Ziele, und außerhalb der Ferien oft das günstigste. Die großen Anlagen stehen auf Djerba, in Hammamet, Sousse, Port El Kantaoui und Monastir. Viele stammen aus den 1990er- und 2000er-Jahren, das Renovierungsjahr sagt mehr als die Sterne. Juli und August sind oft doppelt so teuer wie Mai oder Oktober.
Beim Alkohol ist Tunesien das Land, in dem All inclusive am meisten bringt: Außerhalb lizenzierter Lokale und Hotels ist er kaum zu bekommen. Wer abends ein Bier will, ist im Paket gut aufgehoben. Wer gern isst, nimmt Halbpension und geht mittags in die Medina. Welche Hotelregion zu wem passt, erklärt der Überblick Hotels in Tunesien.
Alkohol, Ramadan und Regeln im Hotel
In allen drei Ländern ist Alkohol in Hotels mit Lizenz erhältlich, in den meisten Paketen sind lokale Marken enthalten. Unterschiede gibt es außerhalb: In der Türkei bekommst du in Touristenorten fast überall etwas, in Ägypten vor allem in Hotels und lizenzierten Restaurants, in Tunesien kaum außerhalb. Im Ramadan schenken Hotels in Ägypten und Tunesien meist weiter aus, Restaurants im Ort haben tagsüber oft geschlossen. Für 2027 fällt der Fastenmonat etwa auf Anfang Februar bis Anfang März. Die Regeln für alle zehn Länder vergleicht der Ratgeber Alkohol im Orient.
Für den Strand gilt: Am Hotelstrand und am Pool ist Badekleidung normal. Wer das Hotel verlässt, zieht sich etwas über, in Ägypten und Tunesien mehr als in der Türkei.
Ausflüge: was sich lohnt
All inclusive heißt nicht, dass du die Anlage nie verlassen musst. Ein, zwei Ausflüge machen den Unterschied zwischen Badeurlaub und Reise:
- Türkei: Altstadt von Side und Antalya, Aspendos und Perge, eine Bootsfahrt an der Küste.
- Ägypten: Schnorchel- und Tauchausflüge zu den Inseln vor Hurghada, ein Tag in Luxor, ein Abend in der Wüste.
- Tunesien: El Djem und Kairouan als Tagestour, die Medina von Sousse, eine organisierte Tour in die Sahara. Von Wüstentouren auf eigene Faust rät das Auswärtige Amt ab.
Hotelreiseleitungen verkaufen Ausflüge oft teurer als Anbieter vor Ort, dafür ist der Ansprechpartner klar. Wer pauschal bucht, hat bei Ausflügen des Veranstalters zudem den Schutz der Pauschalreise. Was die Buchungsform sonst bedeutet, vergleicht der Ratgeber Pauschalreise oder individuell.
Unser Rat: Lies vor der Buchung drei Punkte im Leistungsblatt: Getränkezeiten, Zahl der À-la-carte-Abende und ob der Hotelstrand Liegen kostet. Damit weißt du mehr als nach jeder Hotelbewertung.
Am Golf, im Oman und in Marokko gibt es All inclusive ebenfalls, etwa in Strandresorts in Ras Al Khaimah, bei Muscat oder in Agadir. Dort ist es aber die Ausnahme, und Alkohol ist am Golf deutlich teurer.
Häufige Fragen
Wo ist All inclusive im Winter am besten: Türkei, Ägypten oder Tunesien?
Im Winter liegt das Rote Meer klar vorn. In Hurghada, Makadi Bay oder Marsa Alam ist es tagsüber warm, das Wasser hat um 21 bis 23 Grad, nur im Januar und Februar weht oft kräftiger Wind. An der türkischen Riviera schließen viele Häuser, die übrigen laufen mit reduziertem Programm und kaltem Meer. Djerba ist im Winter mild, zum Baden für die meisten aber zu kühl.
Ist Alkohol bei All inclusive in Ägypten und Tunesien inklusive?
In den meisten Anlagen ja, zumindest lokale Getränke wie Bier, Wein und einfache Spirituosen, oft zu festen Uhrzeiten und an bestimmten Bars. Importierte Marken kosten häufig extra. In Tunesien ist das besonders wichtig, weil Alkohol außerhalb lizenzierter Lokale kaum erhältlich ist. Im Fastenmonat schenken Hotels in beiden Ländern meist weiter aus, außerhalb wird es schwieriger.
Wie viel Geld brauche ich bei All inclusive im Orient vor Ort?
Für eine Woche reichen oft 150 bis 300 Euro pro Person, wenn du einen oder zwei Ausflüge machst und Trinkgeld gibst. Mehr brauchst du für einen Tagesausflug nach Luxor mit Eintritten, eine Wüstentour in Tunesien, Tauchgänge am Roten Meer oder Spa-Behandlungen. Dazu kommen in Ägypten 30 US-Dollar für das Visum bei der Einreise (Stand November 2026).
Für wen lohnt sich All inclusive im Orient eher nicht?
Für alle, die das Land kennenlernen wollen. Wer jeden Abend im Ort essen möchte, in einer Medina wohnen oder auf eigene Faust zu antiken Stätten fahren will, zahlt bei All inclusive für Mahlzeiten, die er nicht nutzt. Dann sind Halbpension oder Frühstück günstiger. Auch in Regionen mit vielen Restaurants direkt vor der Tür, etwa in Side oder El Gouna, rechnet sich das Paket seltener.




