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Ein Mietwagen in Jordanien macht dich unabhängig von seltenen Bussen und teuren Fahrern. Die Entfernungen sind kurz, die Hauptstraßen gut, und gerade der Kings Highway mit Madaba, Karak und Dana ist ohne Auto kaum sinnvoll zu bereisen. Gleichzeitig fährt man in Jordanien anders als zu Hause: Kontrollposten, unmarkierte Bodenschwellen, Lastwagen auf dem Desert Highway und der Stadtverkehr in Amman verlangen Aufmerksamkeit. Hier steht, wann sich das Auto lohnt, welche Regeln gelten und wo die Fallen liegen. Den Überblick zur Reise gibt die Seite Jordanien Urlaub.
Lohnt sich ein Mietwagen?
Für eine Rundreise meist ja. Mit dem Auto planst du die Tage selbst, startest um 6 Uhr in Petra und hältst, wo der Blick gut ist. Ohne Auto kombinierst du Busse zwischen Amman, Petra und Aqaba mit Taxis und Fahrern, was funktioniert, aber mehr Planung kostet und für Strecken wie den Kings Highway teuer wird.
| Situation | Mietwagen | Besser ohne |
|---|---|---|
| Rundreise mit Kings Highway und Dana | sinnvoll | nur mit Fahrer |
| Nur Amman und Jerash | unnötig | Taxi, Fahrdienst-App, Tagestour |
| Petra und Wadi Rum ab Aqaba | möglich | Transfer oder Fahrer |
| Unsicher bei hektischem Verkehr | nur außerhalb von Amman | Fahrer für alles |
Der wichtigste Tipp für alle: Hol den Wagen nicht am ersten Tag am Flughafen, wenn du zuerst in Amman bleibst. In der Hauptstadt brauchst du kein Auto, und Parken ist mühsam. Besser holst du ihn an dem Morgen, an dem du die Stadt verlässt, oder du übernachtest gleich in Madaba, das näher am Flughafen liegt. Eine Route mit genau diesem Ablauf zeigt der Plan für eine Woche Jordanien.
Führerschein, Miete und Versicherung
Laut Auswärtigem Amt wird der deutsche Führerschein im EU-Format in vielen Fällen anerkannt, empfohlen ist zusätzlich ein internationaler Führerschein. Er gilt nur zusammen mit dem nationalen, also nimm beide mit. Gefahren wird rechts.
Die großen internationalen Vermieter und lokale Firmen haben Schalter am Flughafen Queen Alia, in Amman und in Aqaba. Eine Einwegmiete von Amman nach Aqaba ist meist möglich, kostet aber eine Gebühr. Beim Mindestalter und der Kaution unterscheiden sich die Anbieter, lies die Bedingungen vor der Buchung. Achte auf drei Punkte:
- Vollkasko ohne oder mit geringer Selbstbeteiligung. Schäden durch Steinschlag, Schlaglöcher und enge Parklücken sind nicht selten.
- Fotos vom Auto bei der Übergabe, rundum und von innen. Kratzer und Dellen im Protokoll vermerken lassen.
- Grenzübertritt: Fahrten mit dem Mietwagen nach Israel, Saudi-Arabien oder in andere Nachbarländer sind in der Regel nicht vorgesehen. Wer weiterreist, gibt den Wagen vorher ab.
Die drei wichtigen Straßen
Fast jede Reise in Jordanien nutzt drei Nord-Süd-Verbindungen. Sie sind sehr verschieden.
| Straße | Verlauf | Charakter | Gut für |
|---|---|---|---|
| Desert Highway | Amman bis Aqaba über Ma'an | mehrspurig, schnell, viele Lastwagen | Strecke machen, Amman bis Petra in rund 3 Stunden |
| Kings Highway | Madaba über Karak, Tafila, Dana bis Petra | kurvig, langsam, Dörfer und Schluchten | die schönste Fahrt der Reise |
| Dead Sea Road | am Toten Meer entlang und durch das Wadi Araba bis Aqaba | flach, heiß, Kontrollposten | Totes Meer mit Aqaba verbinden |
Auf dem Desert Highway ist der Verkehr dicht, Lastwagen fahren langsam bergauf und schnell bergab, und überholt wird auch dort, wo du es nicht erwartest. Der Kings Highway verlangt Geduld: Rechne mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 bis 50 km/h, mit Haarnadelkurven etwa an der Schlucht des Wadi Mujib und mit Schafen, Ziegen und Kindern am Straßenrand in den Dörfern. Tankstellen sind zwischen Karak und Tafila selten, tank also in Madaba oder Karak voll. Die Dead Sea Road ist einfach zu fahren, liegt aber nahe an der Grenze, du passierst dort mehr Kontrollposten.
Ein paar Fahrzeiten zur Orientierung, ohne Pausen und Stau: Amman bis Jerash rund 1 Stunde, Amman bis Totes Meer rund 1 Stunde, Totes Meer bis Petra über Karak 3 bis 4 Stunden, Petra bis Wadi Rum 1,5 bis 2 Stunden, Wadi Rum bis Aqaba rund 1 Stunde. Wie sich das zu Tagesetappen verbindet, zeigt die Jordanien Rundreise.
Kontrollposten, Polizei und Regeln
An den Hauptstraßen stehen immer wieder Kontrollposten von Polizei oder Militär, besonders auf der Dead Sea Road und an der Zufahrt nach Aqaba, das eine eigene Wirtschaftszone ist. Für dich heißt das: langsam heranfahren, Fenster herunter, freundlich grüßen. Meist wirst du durchgewunken, manchmal fragt jemand nach Pass, Führerschein und Mietvertrag. Halte alles griffbereit, nicht im Kofferraum. Fotografiere Kontrollposten, Soldaten und Militäranlagen nie.
Die Höchstgeschwindigkeit ist ausgeschildert und wechselt oft, auch innerhalb kurzer Strecken. Kontrollen mit Radar sind häufig, auf dem Desert Highway ebenso wie vor Ortschaften. Anschnallen ist Pflicht, telefonieren am Steuer verboten. Am wichtigsten sind aber zwei Hinweise des Auswärtigen Amts:
- Keine Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit. Schlaglöcher, unbeleuchtete Bodenschwellen, dunkle Lastwagen und Tiere auf der Fahrbahn machen nachts jede Strecke gefährlich.
- Im Jordantal die Hauptstraßen nicht verlassen und Warnschilder vor Landminen beachten.
Typischer Fehler: Die Fahrt vom Toten Meer nach Petra am späten Nachmittag starten. Im Winter ist es gegen 17 Uhr dunkel, und die letzten zwei Stunden führen dann über Bergstraßen ohne Licht. Fahr spätestens nach dem Mittagessen los.
Fahren in Amman
Amman liegt auf vielen Hügeln, die Straßen sind steil, kurvig und oft verstopft. Orientierung geben die großen Kreisverkehre, die Circles, nach denen viele Adressen benannt sind. Gehupt wird viel, Spuren werden locker genommen, und wer zögert, kommt nicht voran. Parkplätze in der Altstadt und an der Rainbow Street sind knapp.
Für Besichtigungen in Amman fährst du deshalb besser mit Taxi oder Fahrdienst-App. Wenn du mit dem Mietwagen durch die Stadt musst, meide die Stunden zwischen 7 und 9 Uhr und am späten Nachmittag und lass die Navigation per Handy laufen. Freitags nach dem Mittagsgebet kann es laut Auswärtigem Amt in Amman zu Demonstrationen und Straßensperren kommen, dann lieber gar nicht durch die Innenstadt fahren.
Parken, Tanken und Sicherheit am Auto
An den großen Zielen parkst du einfach: am Visitor Center in Petra, an den Hotels am Toten Meer, am Besucherzentrum in Jerash. Im Wadi Rum bleibt das Auto am Visitor Center oder im Dorf Rum, durch das Wadi geht es mit einem Jeep lokaler Fahrer weiter. Fahr nicht auf eigene Faust in den Sand, das Auswärtige Amt rät bei Wüstenfahrten zu Gruppen mit mehreren Geländewagen und Vorräten.
Getankt wird mit Bedienung, du sagst die Menge oder „voll“ und zahlst bar oder mit Karte, je nach Station. Am Toten Meer und am Wadi Mujib kommt es laut Auswärtigem Amt zu Autoaufbrüchen. Lass dort nichts sichtbar im Wagen, auch keine leere Tasche.
Hast du einen Unfall, rufst du die Polizei über den Notruf 911 und bewegst das Auto möglichst erst nach ihrer Aufnahme, denn die meisten Vermieter verlangen für die Versicherung einen Polizeibericht. Danach informierst du den Vermieter. Außerhalb von Amman ist der Rettungsdienst nach Angaben des Auswärtigen Amts eingeschränkt, eine gute Auslandskrankenversicherung gehört deshalb zu jeder Fahrt.
Die Alternative: Fahrer für einzelne Etappen
Viele Reisende kombinieren beides. Für Amman und Jerash kein Auto, für die Strecke über den Kings Highway bis Petra einen Fahrer, für Petra zu Fuß, ins Wadi Rum und nach Aqaba wieder einen Transfer. Hotels vermitteln solche Fahrten, den Preis vereinbarst du vorher, inklusive Halten unterwegs. Das ist teurer als ein Mietwagen, nimmt dir aber Navigation, Kontrollposten und Parken ab. Weitere Ideen für Touren mit dem Auto in der Region, von Oman bis Marokko, sammelt der Beitrag zu Roadtrips im Orient.
Häufige Fragen
Welche Gebiete sollte ich mit dem Mietwagen meiden?
Das Auswärtige Amt rät mit Stand November 2026 dringend von Reisen in die Grenzgebiete zu Syrien und Irak und in den Nordosten ab, diese Zonen sind militärisches Sperrgebiet. Von nicht notwendigen Reisen in den Rest des Landes wird ebenfalls abgeraten. Im Jordantal verlässt du die Hauptstraßen nicht und beachtest Warnschilder vor Landminen. Fahr nicht nach Osten über die bekannten Ziele hinaus und nie querfeldein in die Wüste.
Ist Autofahren in Jordanien schwierig?
Auf dem Land meist nicht, in Amman schon. Die Hauptstraßen sind ausgebaut und ausgeschildert, oft auch auf Englisch. Schwierig sind unmarkierte Bodenschwellen, Schlaglöcher, schlechte Beleuchtung und der dichte, manchmal ruppige Stadtverkehr in Amman. Wer defensiv fährt, nur bei Tageslicht unterwegs ist und Amman meidet, kommt gut zurecht.
Brauche ich in Jordanien einen internationalen Führerschein?
Das Auswärtige Amt schreibt, dass der deutsche Führerschein im EU-Kartenformat in vielen Fällen anerkannt wird, empfiehlt aber zusätzlich einen internationalen Führerschein. Dieser gilt nur zusammen mit dem deutschen Führerschein. Bei Polizeikontrollen und im Schadensfall bist du damit auf der sicheren Seite. Du bekommst ihn bei der Führerscheinstelle deiner Stadt.
Kann ich mit dem Mietwagen ins Wadi Rum fahren?
Nur bis zum Rand. Mit dem normalen Mietwagen fährst du bis zum Visitor Center oder ins Dorf Rum und parkst dort. In die Wüste geht es mit einem Jeep lokaler Fahrer, die die Pisten kennen. Selbst durch den Sand zu fahren ist keine gute Idee: Das Auswärtige Amt rät, Wüstenfahrten nur in Gruppen mit mehreren Geländewagen und ausreichend Vorräten zu machen.




