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Kinder sind in Jordanien im Alltag selbstverständlich dabei, im Restaurant genauso wie am Abend auf der Straße. Familien werden freundlich empfangen, und für viele Kinder ist schon die Fahrt durch die Wüste ein Abenteuer. Die Schwierigkeiten liegen woanders: lange Fahrten zwischen den Zielen, Hitze, viel Laufen auf unebenem Boden und ein Gesundheitssystem, das außerhalb von Amman schnell an Grenzen stößt. Wer Jordanien mit Kindern bereist, plant deshalb weniger Ziele und mehr Pausen. Hier stehen die Ziele, die Familien am meisten bringen, ehrliche Hinweise zu Petra und dem Toten Meer und Tipps für Wege und Alltag. Den Überblick über das Land findest du in unserer Zentrale zu Jordanien.
Welche Ziele für Familien am meisten bringen
| Ziel | Was Kinder begeistert | Alter | Haken |
|---|---|---|---|
| Wadi Rum | Jeep, Dünen, Camp, Sterne | jedes Alter | kalte Nächte im Winter |
| Aqaba | Schnorcheln, Strand, Glasbodenboot | ab etwa 5 Jahren zum Schnorcheln | heiß im Sommer |
| Totes Meer | im Wasser schweben | Schulkinder | brennt in Augen und Wunden |
| Petra | Höhlen, Klettern, Esel und Kamele | mit Trage jedes Alter | lange Wege, wenig Schatten |
| Little Petra | kurze Schlucht, Treppen | jedes Alter | wenig zu tun für ganz Kleine |
| Jerash | Säulenstraßen, Theater | Schulkinder | viel Sonne |
| Amman | Kindermuseum, Zitadelle | jedes Alter | Verkehr, Hügel |
Das Wadi Rum ist für die meisten Kinder der Höhepunkt. Auf der Ladefläche des Geländewagens durch die Wüste, Sanddünen zum Hinunterrennen, Felsbrücken zum Klettern und abends ein Feuer im Camp. Wähle eine kurze Tour von zwei bis drei Stunden und eine Unterkunft mit eigenem Bad, dann ist auch eine Nacht mit Kleinkind entspannt. Im Winter fallen die Temperaturen nachts stark, nimm warme Schlafsachen mit.
In Aqaba am Roten Meer liegen Korallenriffe direkt vor der Küste. Viele Kinder schnorcheln hier zum ersten Mal, und wer noch nicht schwimmen kann, schaut aus einem Glasbodenboot. Für die letzten Tage einer Reise ist Aqaba ideal: kurze Wege, Strand und keine weiteren Fahrten.
Petra mit Kindern
Petra ist mit Kindern machbar, aber nicht in einem Tag mit dem vollen Programm. Kinder unter 12 Jahren zahlen tagsüber keinen Eintritt, du brauchst also nur deine eigenen Tickets. Plane zwei kürzere Tage statt eines langen und starte jeweils früh, wenn es noch kühl ist.
Ein Kinderwagen bringt dir wenig. Im Siq ist der Boden uneben, danach wird er sandig, und ab Qasr al-Bint beginnen Stufen. Besser ist eine Rückentrage für Kinder bis etwa vier Jahre. Für den Weg vom Visitor Center bis zum Schatzhaus gibt es offizielle Elektrowagen, laut Petra-Behörde 15 JD einfach und 25 JD hin und zurück (Stand November 2026). Das spart Kraft für die Teile, die Kinder spannend finden: die Höhlen hinter dem Theater, die Treppen an den Königsgräbern und das Klettern auf freigegebenen Felsen.
Esel, Pferde und Kamele werden überall angeboten. Für Kinder ist ein kurzer Ritt auf ebener Strecke oft ein Erlebnis. Auf Stufen und steilen Wegen lehnst du das Angebot besser ab, das ist für Kind und Tier riskant. Den Aufstieg zum Kloster in Petra schaffen gut laufende Schulkinder, kleinere Kinder müssen große Teile getragen werden.
Unser Rat: Lass die Kinder am Vortag ins Petra Museum am Haupteingang. Wer dort Schmuck, Münzen und Figuren der Nabatäer gesehen hat, sucht am nächsten Tag in der Stadt nach ähnlichen Zeichen. Danach ist Little Petra ein guter ruhiger Halbtag.
Totes Meer: Spaß mit klaren Regeln
Im Toten Meer zu schweben ist für Kinder ein Erlebnis, das sie nicht vergessen. Es braucht aber klare Regeln. Das Wasser ist so salzig, dass es in den Augen stark brennt und in jeder kleinen Wunde schmerzt. Verschlucken ist gefährlich. Kinder spritzen deshalb nicht, tauchen nicht und gehen nur langsam ins Wasser. Bleibt jeweils nur einige Minuten drin und duscht danach gleich mit Süßwasser.
Für Kleinkinder ist das Tote Meer nicht geeignet. Sie lassen sich kaum vom Spritzen abhalten und reiben sich die Augen. Die Resorts am Ufer haben Süßwasserpools, die für sie besser sind. Zudem warnt das Auswärtige Amt vor Taschendiebstahl und Autoaufbrüchen im Bereich Totes Meer und Wadi Mujib. Lass nichts sichtbar im Auto liegen. Badeplätze und Regeln stehen beim Toten Meer in Jordanien.
Fahrzeiten und unterwegs sein
Die Entfernungen sind überschaubar, summieren sich aber. Mit Kindern gilt: höchstens drei Stunden Fahrt pro Tag, mit Pausen dazwischen.
| Strecke | Fahrzeit ungefähr |
|---|---|
| Flughafen Amman bis Amman Zentrum | 45 Minuten |
| Amman bis Totes Meer | 1 Stunde |
| Amman bis Jerash | 1 Stunde |
| Amman bis Petra über den Desert Highway | 3 Stunden |
| Petra bis Wadi Rum | 1,5 bis 2 Stunden |
| Wadi Rum bis Aqaba | 1 Stunde |
Am bequemsten ist ein Mietwagen in Jordanien mit vorbestelltem Kindersitz. Prüf den Sitz bei der Übergabe, denn Qualität und Größe schwanken. Taxis haben in der Regel keine Kindersitze. Das Auswärtige Amt rät, Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit zu vermeiden. Plane die Etappen so, dass ihr vor Sonnenuntergang ankommt.
Hitze, Essen und Gesundheit
Die beste Zeit für Familien sind März bis Mai sowie Oktober und November. Im Sommer wird es in Aqaba, am Toten Meer und im Wadi Rum sehr heiß. Dann bleiben nur Morgen und Abend für Ausflüge. Im Winter sind die Tage oft angenehm, die Nächte in Petra und in der Wüste aber kalt. Monat für Monat erklärt es die Reisezeit für Jordanien. Nach Regen können sich Wadis schnell mit Wasser füllen. Wie ein Wadi dann gefährlich wird, ist im Glossar erklärt, mit Kindern gehst du bei Regen keine Schluchten.
Beim Essen haben Kinder es leicht. Brot, Reis, Hühnchen, Hummus, Falafel und frisches Obst gibt es überall, die Küche ist meist mild. Trinkt Flaschenwasser und achtet auf viel Flüssigkeit. Sonnenhut, Sonnencreme und lange, leichte Kleidung gehören in jeden Tagesrucksack.
Laut Auswärtigem Amt ist die medizinische Versorgung in Amman sehr gut, außerhalb aber stark eingeschränkt, vor allem im Notfall. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist dringend zu empfehlen. Nimm eine kleine Reiseapotheke mit, vor allem Mittel gegen Durchfall, Fieber und Sonnenbrand.
Amman, Ramadan und kleine Pausen
In Amman ist das Kindermuseum Jordanien eine gute Pause vom Sehenswürdigkeiten-Programm, mit eigenem Bereich für Kinder von ein bis fünf Jahren. Auf der Zitadelle haben Kinder Platz zum Laufen und einen weiten Blick über die Stadt. Mehr zur Hauptstadt steht bei Amman.
Im Ramadan sind tagsüber viele Lokale geschlossen, Hotels bieten aber weiterhin Essen an. Kinder sind vom Fasten ausgenommen und dürfen essen, trotzdem isst man aus Rücksicht nicht demonstrativ auf der Straße. Nach Sonnenuntergang ist die Stimmung in den Städten lebendig und familienfreundlich. Weitere Familienziele in der Region vergleicht der Ratgeber Orient mit Kindern.
Häufige Fragen
Sollte man mit Kindern derzeit nach Jordanien reisen?
Das entscheidest du selbst, aber auf der Grundlage der offiziellen Hinweise. Das Auswärtige Amt rät mit Stand 6. November 2026 von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, weil die Lage in der Region angespannt ist und Flüge kurzfristig ausfallen können. Mit Kindern sind Umbuchungen und Wartezeiten belastender. Wer reist, bucht flexibel, trägt sich in die Krisenvorsorgeliste Elefand ein und plant Puffertage ein.
Ab welchem Alter ist Petra mit Kindern sinnvoll?
Mit Babys und Kleinkindern in der Trage geht Petra, solange du selbst gut zu Fuß bist und früh startest. Am meisten haben Kinder ab etwa sechs Jahren davon, wenn sie selbst klettern, Höhlen entdecken und die Geschichte der Nabatäer verstehen. Für den Aufstieg zum Kloster sollten sie gut laufen können. Zwei kürzere Tage sind mit Kindern besser als ein langer.
Ist das Tote Meer für Kinder geeignet?
Für Schulkinder ja, mit Aufsicht. Das salzige Wasser brennt stark in den Augen und in kleinen Wunden, und verschluckt ist es gefährlich. Kinder dürfen deshalb nicht spritzen, nicht tauchen und nicht mit dem Gesicht ins Wasser. Bleib kurz im Wasser und dusch danach gründlich mit Süßwasser. Für Kleinkinder ist ein Pool im Hotel die bessere Wahl.
Brauchen Kinder einen Jordan Pass?
Nein. Laut Jordan Pass können Kinder unter 12 Jahren in Begleitung ihrer Eltern die Sehenswürdigkeiten kostenlos betreten, auch Petra. Einen eigenen Pass brauchen sie also nicht. Ein Visum brauchen sie trotzdem. Wie die Visumgebühr für Kinder geregelt ist, klärst du vorab über die Einreiseinformationen, damit es am Flughafen keine Überraschung gibt.




