Glossar · Religion und Feste

Ramadan: Bedeutung und Erklärung für Reisende

Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. In dieser Zeit fasten Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang, sie essen, trinken und rauchen nicht. Weil der Mondkalender kürzer ist als unser Jahr, wandert der Monat jedes Jahr etwa elf Tage nach vorn, 2027 voraussichtlich auf die Zeit ab etwa 8. Februar.

Ramadan: Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders, in dem Muslime tagsüber fasten. Das Fasten im Ramadan zählt zu den fünf Säulen des Islam und erinnert an die erste Offenbarung des Korans.

Kurz erklärt

Wasneunter Monat des islamischen Mondkalenders
Fastenvon der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang
Dauer29 oder 30 Tage, je nach Mondsichtung
2027voraussichtlich etwa 8. Februar bis 9. März
GrußformelRamadan Kareem oder Ramadan Mubarak
DanachEid al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens
Auf dieser Seite

Für Reisende ist Ramadan oft vor allem ein Termin im Kalender, den man umgehen oder einplanen will. Für die Menschen in der Region ist er der wichtigste Monat des Jahres. Wer die Bedeutung des Fastenmonats im Islam kennt, versteht, warum sich in dieser Zeit der Rhythmus ganzer Städte verändert. Diese Erklärung für Reisende ordnet den Begriff ein, ohne ihn zu bewerten. Was der Fastenmonat für Öffnungszeiten, Restaurants und deinen Tagesablauf heißt, steht im Ratgeber Reisen im Ramadan. Alle weiteren Stichworte sammelt das Orient-Glossar.

Was Ramadan bedeutet

Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders. Muslime fasten in dieser Zeit von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang: kein Essen, kein Trinken, auch kein Wasser, kein Rauchen. Das Fasten heißt auf Arabisch Saum und gehört zu den fünf Säulen des Islam, den Grundpflichten neben Glaubensbekenntnis, Gebet, Spenden für Bedürftige und der Pilgerfahrt. Laut Visit Abu Dhabi ist der Ramadan ein Monat des Fastens, des Gebets, der Besinnung und der Gemeinschaft, der an die erste Offenbarung des Korans an den Propheten Muhammad erinnert.

Fasten müssen gesunde Erwachsene. Ausgenommen sind unter anderem Kinder, Kranke, Reisende sowie Schwangere und Stillende, versäumte Tage werden je nach Fall später nachgeholt oder durch Spenden ausgeglichen. Für Nichtmuslime gilt keine Fastenpflicht, auch nicht für Touristen.

Aussprache und Wortformen

Gesprochen wird es „Ra-ma-DAN“, mit Betonung auf der letzten Silbe. In der Türkei heißt der Monat Ramazan, so steht es auch auf Schildern und in Fahrplänen. Die üblichen Grüße sind „Ramadan Kareem“ und „Ramadan Mubarak“. Als Gast kannst du beide verwenden.

Wie ein Fastentag abläuft

Der Tag beginnt vor der Morgendämmerung mit einer letzten Mahlzeit, dem Suhur, in der Türkei Sahur genannt. Dann folgt der Fastentag mit den üblichen Gebeten. Mit dem Ruf zum Abendgebet bei Sonnenuntergang beginnt das Iftar, das Fastenbrechen, traditionell mit Datteln und Wasser. Abends kommen in vielen Moscheen zusätzliche Gebete hinzu, und Straßen, Cafés und Märkte füllen sich bis spät in die Nacht.

Eine besondere Nacht ist die Laylat al-Qadr, die Nacht der Bestimmung. Sie fällt laut Visit Abu Dhabi auf eine der ungeraden Nächte in den letzten zehn Tagen des Monats, dann sind die Moscheen besonders voll.

Warum sich der Termin jedes Jahr verschiebt

Der islamische Kalender richtet sich nach dem Mond und ist rund elf Tage kürzer als das Sonnenjahr. Deshalb wandert der Ramadan durch alle Jahreszeiten. Ein Monat dauert 29 oder 30 Tage, Beginn und Ende hängen von der Sichtung der Mondsichel ab und werden erst kurz vorher offiziell bestätigt, teils mit einem Tag Unterschied zwischen den Ländern.

Jahr Ramadan, voraussichtlich Fest am Ende, voraussichtlich
2027 etwa 8. Februar bis 9. März um den 9. oder 10. März
2028 ab etwa 28. Januar um den 26. oder 27. Februar

Alle Daten sind astronomische Vorausberechnungen, keine amtlichen Termine. Wie der Monat zu Klima und Hauptsaison der einzelnen Länder passt, zeigt die beste Reisezeit für den Orient.

Beispiele aus mehreren Ländern

  • Ägypten: In Kairo hängen im Ramadan bunte Laternen über Gassen und Ladeneingängen, abends stehen in vielen Vierteln lange Tische für das gemeinsame Fastenbrechen.
  • Türkei: In manchen Vierteln Istanbuls ziehen nachts Trommler durch die Straßen, um die Menschen zum Sahur zu wecken.
  • VAE: Hotels in Dubai und Abu Dhabi bauen Zelte für das Iftar auf, Malls haben abends länger geöffnet.
  • Oman und Bahrain: Dort gilt ausdrücklich auch für Nichtmuslime, tagsüber in der Öffentlichkeit nicht zu essen oder zu trinken.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Ramadan ist der Monat, Saum das Fasten, Iftar das abendliche Fastenbrechen und Suhur die Mahlzeit vor der Dämmerung. Das Fest am Ende heißt Eid al-Fitr, in der Türkei Ramazan Bayramı, umgangssprachlich auch Zuckerfest. Es ist nicht zu verwechseln mit dem Opferfest etwa zwei Monate später. Beide Feste erklärt das Stichwort Eid.

Was du als Reisender davon hast

Wer die Bedeutung des Ramadan kennt, sieht die Regeln nicht als Schikane, sondern als Rücksicht auf Menschen, die gerade einen langen Tag ohne Wasser hinter sich haben. Ein „Ramadan Kareem“ an der Rezeption, Geduld in der Stunde vor Sonnenuntergang und Zurückhaltung beim Essen auf der Straße werden fast überall bemerkt und geschätzt. Fährst du tagsüber mit einem Fahrer oder Guide, iss und trink lieber diskret im Auto oder bei einer Pause, statt direkt neben ihm. Und wenn dich jemand zum Fastenbrechen einlädt, nimm die Einladung an, wenn es passt: Kaum ein Abend zeigt die Gastfreundschaft der Region so deutlich wie ein Iftar mit Familie oder Kollegen.

Häufige Fragen

Was heißt Ramadan auf Arabisch und woher kommt der Name?

Ramadan ist schlicht der Name des neunten Monats im islamischen Kalender, so wie bei uns März oder Oktober. Auf Arabisch schreibt man ihn mit einem dumpfen d-Laut, Ramaḍān. Das Wort wird meist mit einer arabischen Wurzel für große Hitze in Verbindung gebracht. Mit dem heutigen Termin hat das nichts zu tun, denn der Monat wandert durch alle Jahreszeiten.

Was ist der Sinn des Fastens im Ramadan für Muslime?

Das Fasten ist eine der fünf Säulen des Islam und gilt als religiöse Pflicht für gesunde Erwachsene. Es soll Selbstbeherrschung, Dankbarkeit und Nähe zu Gott stärken und das Mitgefühl für Menschen, die Hunger leiden. Dazu gehören mehr Gebet, Lesen im Koran und Spenden für Bedürftige. Für viele ist der Monat auch eine Zeit, in der Familie und Nachbarschaft enger zusammenrücken.

Wie grüßt man Muslime im Ramadan als Reisender richtig?

Üblich sind „Ramadan Kareem“, etwa „großzügiger Ramadan“, und „Ramadan Mubarak“, „gesegneter Ramadan“. Beides kannst du als Gast ohne Bedenken sagen, im Hotel, im Laden oder beim Taxifahrer, und es wird fast immer mit einem Lächeln erwidert. In der Türkei hörst du eher „Hayırlı Ramazanlar“. Am Ende des Monats wünschst du „Eid Mubarak“.

Weiterlesen

Das passt dazu

Quellen und offizielle Informationen

Visit Abu Dhabi: Abu Dhabi Ramadan questions answered; UAE Government Portal: Public holidays.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.