Über einem Riff aus weißen und pinkfarbenen Weichkorallen bei Marsa Alam im Roten Meer schwimmen Schwärme orangefarbener Fahnenbarsche.

Ratgeber

Tauchen und Schnorcheln im Orient: Rotes Meer und Golf

Zum Tauchen und Schnorcheln ist das Rote Meer im Orient klar die erste Wahl: in Ägypten von Hurghada bis Marsa Alam und am Süd-Sinai, in Jordanien rund um Aqaba. Das Wasser hat das ganze Jahr ungefähr 21 bis 28 Grad, die Riffe liegen oft direkt vor dem Strand. Der Golf ist flacher und trüber, interessant sind dort vor allem die Daymaniyat-Inseln im Oman und die Ostküste der Emirate.

Auf einen Blick

Bestes RevierRotes Meer: Ägypten und Aqaba
Wasser Rotes Meerungefähr 21 Grad im Februar, 28 Grad im Spätsommer
Golfflach, im Sommer über 30 Grad, Sicht oft mäßig
SaisonrevierDaymaniyat-Inseln nur November bis April
NeoprenWinter 5 bis 7 mm, Sommer 3 mm oder Shorty
Nach dem Tauchen fliegenfrühestens 12 bis 18 Stunden später, besser 24
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Das Rote Meer gehört zu den bekanntesten Tauchrevieren der Welt, und das zu Recht: warmes Wasser, kurze Wege vom Strand zum Riff und eine Artenvielfalt, die auch Schnorchler ohne Ausbildung sehen. Wer „Rotes Meer“ sagt, meint dabei mehrere Küsten: Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien teilen sich das Revier. Tauchen im Roten Meer heißt für die meisten Ägypten, aber auch Aqaba in Jordanien ist ein starkes Ziel. Der Golf auf der anderen Seite der Arabischen Halbinsel ist ein ganz anderes Meer, flacher, wärmer und mit weniger Korallen. Hier findest du die Reviere im Vergleich, die passende Saison, was beim Schnorcheln zählt und wie du Riffschutz praktisch umsetzt. Weitere Themen für die Vorbereitung sammelt die Zentrale Reiseplanung.

Die Reviere im Vergleich

Revier Land Einstieg Stärken Für wen
Hurghada und El Gouna Ägypten meist Boot viele Basen, Tagesfahrten zu Riffen und Inseln Anfänger, Kurse, Familien
Marsa Alam Ägypten Hausriff und Boot Schildkröten, Seegraswiesen, mit Glück Dugongs Schnorchler, ruhige Taucher
Sharm el-Sheikh Ägypten Boot Nationalpark Ras Mohammed, Straße von Tiran erfahrene Taucher, Strömung
Aqaba Jordanien Strand und Boot Japanese Garden, Wrack Cedar Pride, Unterwassermuseum Kombination mit Petra und Wadi Rum
Daymaniyat-Inseln Oman Boot ab Seeb oder Barka Schutzgebiet, Schildkröten, Riffe Saisonreise November bis April
Fujairah VAE Boot Felsriffe am Golf von Oman, klareres Wasser Abstecher aus Dubai
Dubai, Doha, Bahrain Golf Boot Wracks, künstliche Riffe erfahrene Taucher mit wenig Erwartung

Für die erste Tauchreise sind Hurghada und Marsa Alam am einfachsten. In Hurghada gibt es die größte Auswahl an Tauchbasen, Kursen und Tagesbooten. Marsa Alam liegt weiter südlich, die Resorts sind verstreut, dafür beginnt das Riff oft am Ende des Hotelstegs. Wer schon Erfahrung hat und Strömung mag, findet bei Sharm el-Sheikh die spektakulärsten Wände rund um Ras Mohammed.

Aqaba ist kleiner, aber vielseitig. Am Japanese Garden steigst du vom Strand ins Wasser, Taucher besuchen das Wrack der Cedar Pride oder das Unterwassermuseum mit ausgemusterten Fahrzeugen. Der große Vorteil: Du verbindest zwei Tauchtage mit dem Wadi Rum und Petra.

Wann das Wasser warm genug ist

Im Roten Meer kannst du das ganze Jahr tauchen. Am kühlsten ist das Wasser im Februar mit ungefähr 21 Grad, am wärmsten im August und September mit etwa 28 Grad. Von Dezember bis März weht an der ägyptischen Küste oft kräftiger Nordwind, die Überfahrt zu weiter entfernten Riffen wird dann ruppig. Im Sommer ist das Wasser angenehm, an Land aber wird es heiß, und Boote sind in den Ferien voller.

Muräne zwischen Korallen und Felsen im Roten Meer
Illustration, digital erstellt

Die angenehmsten Monate für eine reine Tauchreise sind meist Oktober bis Dezember und April bis Juni. Dann sind Wasser, Luft und Wind im Gleichgewicht. Die Wassertemperaturen Monat für Monat stehen bei der Reisezeit für Ägypten.

Im Golf ist das Bild anders. Im Hochsommer erreicht das Wasser über 30 Grad, das erfrischt kaum noch und setzt den Korallen zu. Im Winter ist es mit rund 20 Grad frischer, als viele erwarten. Die Daymaniyat-Inseln vor Muscat darfst du ohnehin nur von November bis April betreten, mit Genehmigung der Umweltbehörde, die bei Touren meist schon im Preis enthalten ist.

Gut zu wissen: Für Februar brauchst du im Roten Meer einen Anzug mit 5 bis 7 mm. Viele frieren nach dem zweiten Tauchgang des Tages, auch wenn das Wasser auf dem Papier warm klingt.

Schnorcheln: was du ohne Tauchschein siehst

Schnorcheln ist im Roten Meer kein Trostpreis. An guten Riffen siehst du in zwei Metern Tiefe Doktorfische, Papageifische, Anemonenfische, Rochen und mit etwas Glück eine Meeresschildkröte. Ein paar Regeln machen den Unterschied:

  • Geh nur dort ins Wasser, wo ein Einstieg markiert ist, meist über Stege oder Sandkanäle. Wer über flaches Riff watet, zerbricht Korallen und verletzt sich die Füße.
  • Schnorchle nicht allein und nicht weit hinaus. Strömung und Bootsverkehr unterschätzt man leicht.
  • Trag eine Weste, wenn du unsicher schwimmst. Das ist keine Schande, sondern auf vielen Booten Pflicht.
  • Schütz deinen Rücken mit einem Lycra-Shirt statt mit viel Sonnencreme. Das schont Haut und Riff.

Auf Bootstouren mit vielen Teilnehmern, etwa zu den Inseln vor Hurghada, liegt das Schiff oft neben zehn anderen. Kleinere Boote und frühe Abfahrten lohnen sich. Im Oman fahren Ausflüge teils mit einer traditionellen Dhau, was schöner aussieht, aber nicht automatisch ruhiger ist.

Riffschutz: so tauchst du, ohne Schaden anzurichten

Korallen wachsen langsam, und ein einziger Flossenschlag kann Jahrzehnte zerstören. Die wichtigste Regel beim Tauchen ist deshalb eine gute Tarierung. Wer gerade den Schein gemacht hat, hält Abstand zum Riff und taucht lieber über Sand. Fass nichts an, auch keine scheinbar toten Korallen, und füttere keine Fische.

Muscheln, Korallenstücke und Schneckenhäuser bleiben am Strand. Die Ausfuhr ist in vielen Ländern verboten, und im Gepäck können sie Ärger am Flughafen bringen. Achte bei der Wahl der Basis darauf, ob Boote an festen Bojen festmachen statt Anker ins Riff zu werfen, und ob vor jedem Tauchgang ein Briefing mit Regeln stattfindet. Solche Basen sind meist auch sonst sorgfältiger.

Typischer Fehler: Auf dem Riffdach stehen, um die Maske zu richten. Schwimm dafür ins Freiwasser oder halt dich an der Boje fest.

Gesundheit, Sicherheit und Lage

Für einen Tauchkurs brauchst du in der Regel eine ärztliche Bescheinigung, dass du tauchtauglich bist, bei Vorerkrankungen am besten schon vor der Reise. Zwischen dem letzten Tauchgang und dem Rückflug liegen nach gängiger Empfehlung mindestens 12 Stunden, nach mehreren Tauchtagen 18 Stunden oder mehr. Plan den letzten Tag deshalb ohne Tauchen. Prüf außerdem, ob deine Versicherung Tauchunfälle und eine Behandlung in der Druckkammer abdeckt, mehr dazu im Ratgeber Reiseversicherung für den Orient.

Die Sicherheitslage betrifft manche Reviere direkt. Am Süd-Sinai rät das Auswärtige Amt von unbegleiteten, individuellen Ausflügen und Überlandfahrten ab, organisierte Tauchboote ab Sharm el-Sheikh sind davon nicht gemeint. In den Emiraten waren im November 2026 Strände in Umm al Quwain, Sharjah und Ras Al Khaimah wegen ausgetretenen Öls gesperrt. In Bahrain gilt nachts von 18 bis 4 Uhr eine Sperrzone für die Schifffahrt, Bootsausflüge sind dort deshalb nur tagsüber möglich. Für die Küste Saudi-Arabiens besteht eine Reisewarnung, für die Golfstaaten und Jordanien ein landesweites Abraten (Stand 6. November 2026).

Welches Revier passt zu dir?

  • Erster Tauchkurs mit Familie: Hurghada oder El Gouna, viele Basen und flache Plätze.
  • Schnorcheln vom Strand aus: Marsa Alam oder der Süden von Aqaba.
  • Erfahrene Taucher mit Lust auf Strömung: Sharm el-Sheikh und Ras Mohammed.
  • Tauchen als Teil einer Rundreise: Aqaba mit Petra und Wadi Rum.
  • Winterreise am Golf mit Schildkröten: Daymaniyat-Inseln von November bis April.

Häufige Fragen

Wo kann man im Roten Meer direkt vom Strand aus schnorcheln?

Am einfachsten in Marsa Alam, wo viele Resorts ein eigenes Hausriff mit Steg haben, und an den Riffen südlich von Aqaba wie dem Japanese Garden. In Hurghada liegen die guten Riffe meist weiter draußen, dort fährst du mit dem Boot, etwa zu den Giftun-Inseln. Rund um Sharm el-Sheikh gibt es ebenfalls Hotelriffe, die besten Stellen erreichst du aber per Boot.

Brauche ich für Schnorcheltouren im Roten Meer einen Neoprenanzug?

Von Dezember bis März ist er angenehm, weil das Wasser dann nur um 21 bis 23 Grad hat und der Wind an Deck kühlt. Ein dünner Anzug oder ein langes Lycra-Shirt reicht dafür. Im Sommer brauchst du keinen Kälteschutz, ein Shirt mit langen Ärmeln schützt aber vor Sonnenbrand am Rücken, dem häufigsten Problem beim Schnorcheln.

Ist Tauchen im Persischen Golf vor Dubai lohnend?

Nur eingeschränkt. Vor Dubai ist der Golf flach, sandig und die Sicht oft trüb, es gibt einige Wracks und künstliche Riffe für erfahrene Taucher. Deutlich besser ist die Ostküste der Emirate bei Fujairah am Golf von Oman, mit klarerem Wasser und Felsriffen. Wer gezielt zum Tauchen reist, fährt aber eher ans Rote Meer.

Wie gefährlich sind Haie im Roten Meer?

Unfälle sind selten, kamen in Ägypten aber vor. Nach einem Vorfall sperren die Behörden betroffene Küstenabschnitte meist für einige Tage. Halte dich an die Anweisungen der Tauchbasis, schwimm nicht in der Dämmerung weit hinaus und wirf keine Essensreste ins Wasser. An Plätzen mit Hochseehaien wie Elphinstone sind Briefings und Gruppenregeln besonders streng.

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Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

Environment Authority Oman: Paid Entry Permit to Dimaniyat Islands Nature Reserve; Visit Jordan: Aqaba; Auswärtiges Amt: Ägypten, Reise- und Sicherheitshinweise; Auswärtiges Amt: Vereinigte Arabische Emirate, Reise- und Sicherheitshinweise (Strandsperrungen).

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.