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Dahab ist klein, langsam und lebt vom Wasser. Zwischen Bergen und Meer zieht sich eine Promenade mit Cafés, Tauchschulen und niedrigen Hotels am Ufer entlang, und wenige Meter vor den Tischen fällt das Riff in tiefes Blau ab. Große Anlagen wie in Sharm el-Sheikh gibt es hier kaum. Wer zum Tauchen und für Ruhe an den Golf von Akaba fährt, findet in Dahab genau das: Riffe, die du vom Ufer aus erreichst, Wind für Surfer an der Lagune und Abende ohne Programm. Unten steht, welche Tauchplätze sich lohnen, was am Blue Hole wirklich los ist, wie die Anreise läuft und was die Hinweise des Auswärtigen Amts für deine Ausflüge ändern.
Wie Dahab in eine Reise durch das ganze Land passt, zeigt die Ägypten-Übersicht.
Der Ort: Promenade, Lagune und Asala
Dahab besteht aus mehreren Teilen, die zusammengewachsen sind. Im Norden liegt Asala, der alte Ortskern, in dem auch heute viele Familien wohnen. Südlich davon beginnt die lange Uferpromenade mit dem Leuchtturm, Restaurants mit Kissen am Wasser, Läden und den meisten Tauchbasen. Das ist der Teil, den du von Fotos kennst. Weiter im Süden liegt die Lagune, eine flache, sandige Bucht mit den größeren Hotels und den Stationen für Wind- und Kitesurfer.
Der Ort hat lange den Ruf eines Treffpunkts für Rucksackreisende gehabt, und etwas davon ist geblieben: einfache Gästehäuser, viele Langzeitgäste, Yoga und Apnoe-Kurse, wenig Animation. Inzwischen gibt es auch komfortable Hotels, das Grundtempo hat sich aber kaum verändert. Hinter dem Ort steigen die Berge des Sinai steil an, durchzogen von trockenen Tälern, die hier wie überall in der Region Wadi heißen.
Tauchen und Schnorcheln: die Plätze vor der Küste
Was Dahab besonders macht: Fast alle bekannten Plätze erreichst du vom Ufer aus. Du ziehst den Anzug an, gehst über eine Einstiegsstelle ins Wasser und bist nach wenigen Flossenschlägen an der Riffkante. Boote brauchst du nur für einzelne Ziele.
| Platz | Lage | Gut für | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Lighthouse | an der Promenade | Einsteiger, Nachttauchgänge, Schnorcheln | flacher Einstieg, viel Betrieb |
| Eel Garden | nördlich von Asala | Schnorcheln, ruhige Tauchgänge | Sandhang mit Röhrenaalen |
| Canyon | nördlich des Orts | erfahrene Taucher | enge Spalte im Riff, Tiefe beachten |
| The Bells und Blue Hole | rund 8 km nördlich | Wandtauchgang, Schnorcheln am Rand | mittags voll mit Tagesgruppen |
Die Riffe fallen hier steiler ab als vor Hurghada, das Wasser ist meist sehr klar. Dafür gibt es weniger geschützte, flache Bereiche, und an manchen Tagen läuft Strömung entlang der Küste. Wenn du unsicher schwimmst, nimm eine Schwimmweste und geh mit einem Guide. Einen Vergleich mit anderen Revieren am Roten Meer und am Golf findest du im Ratgeber zum Tauchen im Orient.
Typischer Fehler: Über das Riffdach laufen, weil der markierte Einstieg ein paar Meter weiter liegt. Die Korallen wachsen dort bis knapp unter die Oberfläche, sie brechen sofort, und Seeigel und scharfe Kanten verletzen deine Füße. Nutze immer die Einstiege und zieh Badeschuhe an.
Dahab gilt außerdem als einer der bekanntesten Orte für Apnoetauchen. Wenige Meter vom Ufer entfernt wird das Wasser tief, und es gibt mehrere Schulen mit Kursen für Anfänger.
Das Blue Hole ehrlich eingeordnet
Das Blue Hole ist der bekannteste Ort bei Dahab und zugleich der mit dem schlechtesten Ruf. Ein runder, senkrechter Schacht im Riff reicht weit über 100 Meter hinab. In etwa 55 Metern Tiefe öffnet sich ein Felsbogen zum offenen Meer. Diese Tiefe liegt weit jenseits der Grenzen des Sporttauchens, trotzdem haben viele versucht, den Bogen zu durchtauchen. Gedenktafeln an den Felsen am Ufer erinnern an Menschen, die dabei gestorben sind.
Für normale Taucher ist der Platz harmlos, wenn du dich an die Planung hältst. Der klassische Tauchgang beginnt nördlich an den Bells, führt an einer Steilwand entlang und endet im flachen Teil des Blue Hole. Für Schnorchler ist der Rand des Schachts mit Korallen und Fischen schön, bei ruhigem Wasser auch für Anfänger. Ab dem späten Vormittag kommen allerdings die Busse aus Sharm el-Sheikh, dann drängen sich viele Menschen am Einstieg. Früh am Morgen ist es deutlich angenehmer.
Anreise und was das Auswärtige Amt für den Süd-Sinai rät
Dahab hat keinen eigenen Flughafen. Du fliegst nach Sharm el-Sheikh und fährst dann rund 90 Kilometer auf der Straße nach Norden durch die Berge, je nach Kontrollen etwa eine bis anderthalb Stunden. Auf der Strecke gibt es Kontrollposten, an denen du den Pass zeigst.
Hier wird der Hinweis des Auswärtigen Amts konkret. Vor Reisen in den Norden des Sinai und auf der Straße von Suez nach Taba wird gewarnt, Dahab liegt nicht in diesem Gebiet. Für den ganzen Süden der Halbinsel rät das Amt aber von unbegleiteten, individuellen Ausflügen und Überlandfahrten ab. Tauchen, Schnorcheln, Berg- und Wüstentouren sollst du nur mit lizenzierten örtlichen Begleitern unternehmen (Stand November 2026). Für dich bedeutet das: Den Transfer vom Flughafen bucht du über dein Hotel oder deinen Veranstalter, nicht als spontanes Taxi oder Mietwagen. Nachtfahrten vermeidest du ohnehin, weil Straßen und Fahrzeuge oft schlecht beleuchtet sind. Im Ort selbst, an der Promenade und an den Tauchplätzen mit Basis bewegst du dich wie in anderen Badeorten. Wie du solche Hinweise grundsätzlich liest, erklärt der Ratgeber zur Sicherheit im Orient.
Zur Einreise: Am Flughafen Sharm el-Sheikh bekommst du statt des regulären Visums auch den kostenlosen Sinai-Stempel. Er gilt laut Auswärtigem Amt bis zu 15 Tage, aber nur für Sharm el-Sheikh, Dahab, Nuweiba und Taba. Wenn du danach nach Kairo oder an den Nil willst, nimm das Visum für 30 US-Dollar. Alles zu Pass, eVisa und Zoll steht bei der Einreise nach Ägypten.
Gut zu wissen: Das Amt meldet Fälle von Denguefieber im Gouvernorat Süd-Sinai. Nimm Mückenschutz mit und trag abends lange, helle Kleidung, besonders in den warmen Monaten.
Wind, Lagune und Ausflüge in die Berge
An der Lagune im Süden weht der Wind meist aus Norden, oft kräftig und ab dem Mittag zuverlässig. Das flache Wasser über Sand ist gut zum Lernen, weiter draußen wird es für Fortgeschrittene interessant. Stationen verleihen Material und geben Kurse. Für Schwimmer und Familien ist die Lagune der freundlichste Badeplatz des Orts, weil dort kein Riff im Weg ist.
Drei Ausflüge stehen in Dahab auf fast jeder Liste:
- Ras Abu Galum: ein Schutzgebiet nördlich des Blue Hole mit Riffen, Beduinensiedlungen und Strand. Du erreichst es zu Fuß an der Küste, mit dem Kamel oder per Boot, immer mit Guide.
- Katharinenkloster und Mosesberg: etwa zwei Stunden Fahrt ins Landesinnere, oft mit nächtlichem Aufstieg zum Sonnenaufgang. Oben ist es auch im Frühling kalt, nimm eine warme Jacke mit.
- Wüstentouren in die Täler hinter dem Ort, mit Geländewagen oder Kamel, meist am Nachmittag bis zum Sonnenuntergang.
Wegen des Abratens von individuellen Fahrten buchst du alle drei organisiert. Frag den Anbieter nach Lizenz, Fahrzeug und Rückkehrzeit. Bei Bootsausflügen gilt der Rat des Amts, sich vor dem Ablegen selbst ein Bild von Schwimmwesten und Sicherheitsausrüstung zu machen. Wer gern zu Fuß unterwegs ist, findet weitere Ideen bei Wandern im Orient.
Reisezeit, Geld und Alltag
Von Oktober bis Mai ist Dahab am angenehmsten. Im Winter liegen die Tageswerte um 20 bis 24 Grad, abends brauchst du eine Jacke, und der Wind fühlt sich kühler an. Im Sommer wird es mit oft über 35 Grad sehr heiß, das Wasser ist dann am wärmsten. Monat für Monat erklärt es die beste Reisezeit für Ägypten.
Dahab ist im Vergleich zu den großen Badeorten günstig, vor allem beim Essen an der Promenade und in einfachen Unterkünften. Tauchgänge und Kurse zahlst du oft in Euro oder Dollar, im Alltag brauchst du ägyptische Pfund. Geldautomaten gibt es im Ort. Bakschisch für Kellner, Fahrer und Tauchguides ist üblich. Am Strand ist Badekleidung normal, in Asala und abseits der Promenade bedeckst du Schultern und Knie, weil dort Familien wohnen.
Dahab oder ein anderer Ort am Roten Meer?
Dahab passt, wenn du tauchen, schnorcheln oder surfen willst und keine große Hotelanlage brauchst. Mit kleinen Kindern, die einen flachen Sandstrand vor dem Zimmer wollen, ist die Lagune die einzige gute Wahl im Ort. Wer All-inclusive, Nachtleben und Bootsausflüge zu Ras Mohammed sucht, ist in Sharm el-Sheikh besser aufgehoben. Auf der anderen Seite des Golfs liegt Aqaba in Jordanien mit Riffen derselben Art, für einen Ausflug dorthin prüfst du vorher die Hinweise für beide Länder. Und wenn du mit dem Gedanken spielst, eine Woche am Meer mit dem Nil zu verbinden, ist der Weg von Dahab weit: Dann ist ein Badeort auf der Festlandseite oft die praktischere Wahl.
Häufige Fragen
Rät das Auswärtige Amt von Reisen nach Dahab ab?
Nein, Dahab liegt nicht im Gebiet der Teilreisewarnung, die den Nord-Sinai, das Grenzgebiet zu Israel außer Taba und die Straße von Suez nach Taba betrifft (Stand November 2026). Für den ganzen Süd-Sinai rät das Amt aber von unbegleiteten, individuellen Ausflügen und Überlandfahrten ab. Praktisch heißt das: Transfer, Wüstentouren und Bergwanderungen nur organisiert und mit lizenzierten örtlichen Guides.
Wie tief ist das Blue Hole bei Dahab, und kann man dort schnorcheln?
Das Blue Hole ist ein senkrechter Schacht im Riff, der weit über 100 Meter in die Tiefe reicht. In etwa 55 Metern führt ein Felsbogen ins offene Meer, an dem schon viele Taucher tödlich verunglückt sind. Für Schnorchler ist der Rand mit Korallen dagegen gut geeignet, wenn das Meer ruhig ist. Bleib an der Oberfläche in der Nähe des Einstiegs und geh nicht allein ins Wasser.
Was bedeutet der Name Dahab?
Dahab ist das arabische Wort für Gold. Meist wird der Name mit der Farbe des Sandes an der Küste erklärt, die in der Abendsonne goldgelb leuchtet. Belastbar überliefert ist die Herkunft nicht, es ist eher eine gängige Deutung. Für Reisende hat sich der Name längst vom Wort gelöst: Gemeint ist fast immer der kleine Badeort am Golf von Akaba.
Wann ist in Dahab das Wasser zum Baden am wärmsten?
Im Spätsommer und Frühherbst, dann hat das Meer ungefähr 26 bis 28 Grad. Im Winter sinkt es auf rund 21 bis 22 Grad, für längere Tauchgänge brauchst du dann einen dickeren Anzug. Die Luft ist im Sommer mit oft über 35 Grad sehr heiß, im Januar tagsüber angenehm, nachts aber frisch. Für die Kombination aus Baden und Wandern sind Oktober, November, März und April am besten.




