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Sharm el-Sheikh ist für Taucher und Schnorchler einer der bekanntesten Orte der Welt. Der Grund liegt unter Wasser: An der Südspitze der Sinai-Halbinsel treffen der Golf von Suez und der Golf von Aqaba aufeinander, die Riffe fallen steil ab, das Wasser ist klar, und die Fischschwärme sind groß. Über Wasser ist Sharm ein Badeort mit vielen großen Hotels, die sich über mehrere Buchten und eine lange Steilküste verteilen, und mit der Naama Bay als Zentrum für Abende. Die Riffe am Sinai sind das Argument, alles andere ist Rahmen.
Wie Sharm el-Sheikh in eine Reise nach Ägypten passt, zeigt die Übersicht zu Ägypten. Wer zwischen Sinai und Festlandküste schwankt, vergleicht mit Hurghada.
Die Lage einordnen: was das Auswärtige Amt rät
Die Sinai-Halbinsel ist in den Reise- und Sicherheitshinweisen in zwei Teile geteilt. Vor Reisen in den Norden des Sinai, in das Grenzgebiet zu Israel mit Ausnahme von Taba und vor der Straße von Suez nach Taba warnt das Auswärtige Amt (Stand November 2026). Sharm el-Sheikh im Süden liegt nicht in diesem Gebiet. Für den ganzen Süd-Sinai rät das Amt aber von unbegleiteten, individuellen Ausflügen und Überlandfahrten ab. Tauchen, Schnorcheln, Bergwanderungen und Wüstentouren sollst du nur mit lizenzierten örtlichen Guides buchen.
Für deinen Urlaub heißt das konkret: Im Hotel, am Strand, in der Naama Bay und auf Bootsausflügen mit zugelassenen Anbietern bewegst du dich wie in anderen Badeorten. Einen Mietwagen für Fahrten nach Dahab, zum Katharinenkloster oder in die Berge solltest du nicht nehmen. Diese Ziele besuchst du organisiert. Wegen der Lage am Golf kann es außerdem zu Flugausfällen kommen, prüf den Flugstatus direkt bei der Airline. Allgemeine Hinweise zur Einordnung solcher Warnungen findest du im Ratgeber zur Sicherheit im Orient.
Das Sinai-Visum und die Einreise
Bei der Ankunft am Flughafen Sharm el-Sheikh hast du laut Auswärtigem Amt zwei Möglichkeiten. Das Visum bei Ankunft kostet 30 US-Dollar und gilt für ganz Ägypten. Alternativ bekommst du kostenlos den sogenannten Sinai-Stempel, der einen Aufenthalt von bis zu 15 Tagen erlaubt, aber nur in Sharm el-Sheikh, Dahab, Nuweiba und Taba.

Für reinen Strandurlaub reicht das Sinai-Visum. Planst du Ausflüge außerhalb dieser vier Orte, etwa nach Kairo oder Luxor, oder bist du dir nicht sicher, ob ein geplanter Ausflug abgedeckt ist, nimm das reguläre Visum. Die 30 US-Dollar sind im Verhältnis zu einem Problem bei einer Kontrolle wenig Geld. Mehr zu Pass, Ausweis und eVisa steht bei der Einreise nach Ägypten.
Gut zu wissen: Das Visum wird auf ein separates Blatt geklebt, das du während des Aufenthalts dabei haben und bei der Ausreise vorzeigen musst. Leg es zum Pass und wirf es nicht mit dem Ticket weg.
Ras Mohammed: der Nationalpark an der Südspitze
Ras Mohammed liegt rund 20 Kilometer südlich der Stadt und war 1983 der erste Nationalpark Ägyptens. Zum Schutzgebiet gehören Land und Meer an der Spitze der Halbinsel. Die bekanntesten Tauchplätze sind Shark Reef und Yolanda Reef: eine steile Korallenwand mit Barrakudas, Makrelen und Riffhaien und ein Riff, an dem die Ladung eines gesunkenen Frachters verstreut liegt.
Du besuchst Ras Mohammed auf zwei Wegen. Mit dem Boot ab der Marina von Sharm, als Tauch- oder Schnorcheltour, oder mit dem Bus über Land, dann mit Badestopps an Buchten und Aussichtspunkten. Die Bootstour ist für Schnorchler meist die bessere Wahl, weil sie direkt an die Riffkanten fährt. Für den Park wird Eintritt fällig, der bei organisierten Ausflügen meist im Preis enthalten ist. Frag vorher nach.
Die Straße von Tiran und die Hausriffe
Nördlich von Sharm liegt die Straße von Tiran, eine Meerenge zwischen dem Festland und der Insel Tiran. Dort ragen vier große Riffe aus der Tiefe, die nach britischen Seekarten benannt sind: Jackson, Woodhouse, Thomas und Gordon. Sie sind ein Klassiker für Tagesausflüge mit dem Boot, oft mit Strömung und großen Fischen. Schnorchler bleiben an den geschützten Seiten.
Ohne Boot geht es an den Hausriffen. Viele Hotels an der Steilküste haben Stege, die über das flache Riffdach zur Kante führen. Dort fällt die Wand steil ab, und du schwimmst über Korallen in tiefem Blau. Wie gut ein Hausriff ist, hängt stark von der Lage ab. Frag vor der Buchung nach. Einen Vergleich der Reviere am Roten Meer und am Golf bietet der Ratgeber zum Tauchen im Orient.
Typischer Fehler: Über das Riffdach ins Wasser laufen, weil der Steg weiter weg ist. Das flache Riff ist scharfkantig, voller Seeigel und lebendig. Ein Schritt zerstört Korallen, die Jahrzehnte gewachsen sind, und dein Fuß ist danach oft verletzt.
Naama Bay, Altstadt und Abende
Die Naama Bay ist das Zentrum für Touristen, eine Bucht mit Sandstrand, Promenade, Restaurants, Cafés und Läden. Abends ist hier am meisten los. Weiter südlich liegt der sogenannte Old Market, oft als Altstadt bezeichnet. Er ist kein historischer Ort im eigentlichen Sinn, sondern ein Markt mit Gewürzen, Tüchern und Souvenirs neben einer großen Moschee. Handeln gehört dazu, und Händler sprechen dich offensiv an. Bleib freundlich, sag klar, wenn du nichts willst, und geh weiter.
Trinkgeld, in Ägypten Bakschisch genannt, erwarten Kellner, Zimmerservice und Bootscrews. Taxis fahren selten nach Taxameter, mach den Preis vorher aus oder nutze den Hotelshuttle.
Ausflüge auf den Sinai: nur organisiert
Zwei Ausflüge stehen auf vielen Wunschlisten: Dahab, ein entspannter Ort an der Küste nördlich von Sharm mit bekannten Tauchplätzen, und das Katharinenkloster am Fuß des Mosesbergs, oft verbunden mit einem nächtlichen Aufstieg zum Sonnenaufgang. Wegen des Abratens von individuellen Überlandfahrten auf dem Süd-Sinai buchst du beides nur organisiert, mit lizenzierten Guides und Fahrern. Plane den Aufstieg zum Mosesberg nur, wenn du nachts mehrere Stunden bergauf gehen kannst und warme Kleidung dabei hast, oben ist es auch im Frühling eiskalt.
Auf der anderen Seite des Golfs liegt Aqaba in Jordanien, mit Riffen derselben Art. Ein Ausflug dorthin ist aufwendig, entweder mit der Fähre ab Nuweiba oder über Israel, und hängt von Fahrplänen und Grenzöffnungen ab. Prüf vorher die Reise- und Sicherheitshinweise für alle beteiligten Länder.
Reisezeit und Klima
Sharm el-Sheikh hat ganzjährig Sonne. Von November bis März liegen die Tageswerte um 22 bis 26 Grad, Wasser um 21 bis 23 Grad, abends wird es frisch. Frühjahr und Herbst sind die angenehmsten Monate. Im Sommer steigen die Temperaturen auf 35 bis 40 Grad, das Wasser ist dann am wärmsten. Monat für Monat erklärt es die beste Reisezeit für Ägypten. Wer im Süden noch mehr Ruhe und Riffe ohne Großstadt sucht, findet auf der Festlandseite Marsa Alam.
Häufige Fragen
Kann man aktuell nach Sharm el-Sheikh reisen?
Ja, Sharm el-Sheikh liegt nicht in den Gebieten, vor denen das Auswärtige Amt mit Stand November 2026 warnt. Gewarnt wird vor Reisen in den Nord-Sinai, ins Grenzgebiet zu Israel außer Taba und vor der Straße von Suez nach Taba. Für den Süd-Sinai rät das Amt von unbegleiteten, individuellen Ausflügen und Überlandfahrten ab. Tauchen, Wandern und Wüstentouren sollst du nur mit lizenzierten Guides buchen.
Gab es Haiangriffe in Sharm el-Sheikh?
Ja, vereinzelt. Im Jahr 2010 kam es zu mehreren Angriffen kurz hintereinander, danach wurden Strände zeitweise gesperrt. Seither gab es in Ägypten weitere seltene Unfälle, auch an anderen Orten am Roten Meer. Im Verhältnis zur Zahl der Badegäste sind sie sehr selten. Halte dich an Sperrungen und Flaggen, schwimm nicht allein weit hinaus und füttere keine Fische.
Welche Strände gibt es in Sharm el-Sheikh?
Sandstrände im klassischen Sinn gibt es vor allem in der Naama Bay und in einigen geschützten Buchten. An vielen anderen Stellen stehen die Hotels auf einer Steilküste, unten liegt ein schmaler Strand oder eine Plattform, und über einen Steg kommst du ans Riff. Für Schnorchler ist das ideal, für Familien mit kleinen Kindern weniger. Frag vor der Buchung nach Strandart und Einstieg.
Brauche ich für Sharm el-Sheikh ein Visum?
Ja, aber du hast laut Auswärtigem Amt die Wahl. Das Visum bei Ankunft kostet 30 US-Dollar und gilt für ganz Ägypten. Alternativ bekommst du kostenlos den Sinai-Stempel, der bis zu 15 Tage gilt, aber nur für Sharm el-Sheikh, Dahab, Nuweiba und Taba. Wer Ausflüge außerhalb dieser Orte plant, nimmt das reguläre Visum.




