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Marsa Alam war lange ein kleiner Hafenort weit im Süden, abseits aller Badeorte. Inzwischen ziehen sich Resorts über viele Kilometer an der Küste entlang, aber anders als in Hurghada ist nichts zu einer Stadt zusammengewachsen. Zwischen den Hotels liegen leere Strände, Wüste und Berge. Wer hierher kommt, will vor allem eines: ins Wasser. Die Riffe sind im Süden weniger befahren als vor Hurghada, viele Hotels haben ein Hausriff direkt vor dem Strand, und mehrere bekannte Tauchplätze liegen in Reichweite. Tauchen und Riffe im Süden sind der Grund für Marsa Alam, die Abgeschiedenheit ist der Preis.
Wie der Süden in eine Ägyptenreise passt, zeigt die Übersicht zu Ägypten.
Anreise: direkt fliegen statt Bus ab Hurghada
Für die Anreise gibt es zwei Wege. Der bessere ist der Flug direkt nach Marsa Alam. Der Flughafen liegt nördlich des Orts in der Nähe von Port Ghalib, aus Deutschland gibt es vor allem in der Wintersaison Direktflüge, sonst Verbindungen mit Umsteigen. Vom Flughafen fährst du je nach Hotel eine Viertelstunde bis über eine Stunde, weil die Resorts so weit verteilt sind. Liegt dein Hotel weit im Süden, kann der Transfer länger dauern als manche Flugstrecke innerhalb Europas.
Der zweite Weg führt über Hurghada. Von dort sind es rund 270 Kilometer, mit Bus oder Transfer vier Stunden und mehr. Das spart manchmal Geld beim Flug, kostet aber einen halben Urlaubstag pro Richtung. Fahrten in der Dunkelheit solltest du meiden, die Küstenstraße ist nachts schlecht beleuchtet, und das Auswärtige Amt hält Autofahren in Ägypten generell für riskant.
Für die Einreise gilt dasselbe wie überall im Land: Visum bei Ankunft am Flughafen oder vorab als eVisa, Einzelheiten stehen bei der Einreise nach Ägypten. Halte für das Visum bei Ankunft US-Dollar in bar bereit, dann geht es am Schalter schneller. Einen Mietwagen brauchst du nicht, Ausflüge holen dich im Hotel ab.
Wo du wohnst: eine Küste ohne Zentrum
Grob lassen sich drei Bereiche unterscheiden. Im Norden liegt Port Ghalib in der Nähe des Flughafens, eine Marina mit Hotels, Restaurants und Booten. In der Mitte liegt der eigentliche Ort Marsa Alam mit Hafen, Läden und einfachen Lokalen, touristisch aber unbedeutend. Südlich davon reihen sich einzelne Resorts und Ecolodges bis in Richtung des Nationalparks Wadi el Gemal.

Das heißt für dich: Dein Hotel ist dein Ort. Außerhalb gibt es meist nichts in Gehweite. Abende verbringst du im Resort oder bei Ausflügen, und für jeden Ortswechsel brauchst du ein Taxi oder einen Transfer. Prüf deshalb vor der Buchung drei Dinge: wie das Hausriff ist, wie weit der Flughafen entfernt ist und ob es Restaurants in der Nähe gibt.
Schnorcheln: Hausriffe und Buchten
Für Schnorchler ist Marsa Alam die beste Gegend an der ägyptischen Festlandküste. Viele Hotels haben Stege oder Einstiege über Sandbuchten, und das Riff beginnt nach wenigen Metern. Du siehst Korallengärten, Rifffische, Muränen und mit Glück Rochen.
Die bekannteste Bucht ist Abu Dabbab nördlich des Orts. In ihren Seegraswiesen grasen Grüne Meeresschildkröten, die du in Ruhe beobachten kannst. Früher wurden hier regelmäßig Dugongs gesehen, die sanften Seekühe des Roten Meers. Sichtungen sind inzwischen selten, Berichte darüber machen in Ägypten sogar Nachrichten. Rechne also nicht damit, und misstraue Ausflügen, die einen Dugong versprechen.
Typischer Fehler: Tieren hinterherschwimmen, um ein besseres Foto zu bekommen. Schildkröten und Dugongs müssen regelmäßig zum Atmen auftauchen, und Gruppen von Schnorchlern, die sie bedrängen, vertreiben sie aus den Buchten. Halte Abstand, bleib an der Oberfläche und lass die Tiere zu dir kommen.
Tauchen: Elphinstone und die Riffe im Süden
Taucher kommen vor allem wegen der Außenriffe. Elphinstone ist ein lang gestrecktes Riff vor der Küste mit steilen Wänden, Strömung und der Chance auf Haie, darunter Weißspitzen-Hochseehaie. Es ist nichts für Anfänger. Weiter im Süden liegen Riffsysteme wie Fury Shoals mit Höhlen und Korallentürmen, die meist als Tagesausflug mit dem Boot oder auf Tauchsafaris angefahren werden. Bei Samadai, oft Dolphin House genannt, leben Delfine in einer Lagune. Der Zugang dort ist reguliert, um die Tiere zu schützen.
Für alle, die erst anfangen, sind Hausriffe und geschützte Buchten ideal, weil du ohne Boot ins Wasser kommst. Wie Marsa Alam im Vergleich zu Hurghada, Sharm el-Sheikh und Aqaba abschneidet, steht im Ratgeber zum Tauchen im Orient.
An Land: Wüste, Nationalpark und Tempel
Marsa Alam hat auch an Land etwas zu bieten. Südlich liegt der Nationalpark Wadi el Gemal, ein Schutzgebiet aus Küste, Mangroven und einem großen Wadi, einem Trockental, das weit in die Berge reicht. Touren dorthin buchst du über zugelassene Anbieter. Wüstenausflüge am Nachmittag mit Beduinenzelt und Sternenhimmel sind ebenfalls üblich.
Für Ausflüge an den Nil ist Marsa Alam die etwas günstigere Basis als Hurghada, wenn du die Tempel von Edfu und Kom Ombo sehen willst. Trotzdem sind es lange Fahrtage. Plane lieber zwei Tage mit Übernachtung, wenn dich die Tempel wirklich interessieren.
Gut zu wissen: Das Auswärtige Amt warnt vor Minen in nicht erschlossenen Küstenabschnitten am Roten Meer. Lauf deshalb nicht auf eigene Faust an leeren Stränden zwischen den Hotels entlang und fahr nicht mit Mietwagen auf Pisten zur Küste.
Reisezeit und Klima
Weil Marsa Alam weiter südlich liegt, ist es im Winter etwas wärmer als in Hurghada. Von Oktober bis Mai ist das Wetter angenehm, im Januar und Februar sind die Abende frisch und das Wasser um 22 bis 23 Grad. Im Sommer wird es sehr heiß, oft deutlich über 35 Grad, das Wasser ist dann am wärmsten. Taucher kommen trotzdem, weil die Sicht unter Wasser im Sommer und Herbst oft besonders gut ist. Mehr dazu steht bei der besten Reisezeit für Ägypten.
Gesundheit und Riffschutz
Das Auswärtige Amt berichtet von EHEC-Infektionen nach Reisen nach Hurghada und Marsa Alam. Achte am Buffet auf frisch Gekochtes, trink Wasser aus Flaschen und wasch dir oft die Hände. Für das Riff gilt: Sonnencreme sparsam und am besten mit Schutz durch Kleidung ersetzen, nichts anfassen, nicht stehen, keine Tiere füttern. Wie sich Urlaub und Umwelt besser verbinden lassen, zeigt der Beitrag zum nachhaltigen Reisen im Orient.
Marsa Alam oder Hurghada?
Marsa Alam passt, wenn Wasser und Ruhe für dich wichtiger sind als Abendleben. Wer Restaurants, Märkte und Abwechslung braucht, ist in Hurghada besser aufgehoben, wer eine kleine Stadt mit Lagunen sucht, in El Gouna. Eine Woche im Süden kann sehr erholsam sein. Zwei Wochen werden ohne Tauchprogramm für viele zu still.
Häufige Fragen
Ist Marsa Alam sicher?
Marsa Alam liegt nicht in den Gebieten, vor denen das Auswärtige Amt warnt. Die Teilreisewarnung betrifft mit Stand November 2026 den Nord-Sinai, das Grenzgebiet zu Israel und entlegene Wüste. Für die Touristenorte am Roten Meer gilt aber besondere Vorsicht. Wichtig für Marsa Alam: Das Amt warnt vor Minen in nicht erschlossenen Küstenabschnitten, bleib also an Hotelstränden und bekannten Buchten.
Was für Haie gibt es in Marsa Alam?
An den Außenriffen leben unter anderem Weißspitzen-Hochseehaie, Graue Riffhaie und an manchen Plätzen Hammerhaie. Für Taucher sind sie ein Grund zu kommen, besonders an Elphinstone. Begegnungen am Hausriff sind selten. Es gab in Ägypten vereinzelt Haiunfälle, nach denen Strandabschnitte zeitweise gesperrt wurden. Halte dich an Hinweise des Hotels und der Tauchbasis und schwimm nicht allein weit hinaus.
Wie sicher sieht man in Marsa Alam einen Dugong?
Gar nicht sicher. Dugongs, auch Seekühe genannt, kamen früher in Buchten wie Abu Dabbab regelmäßig vor, Sichtungen sind inzwischen aber selten geworden. Wer einen sieht, hatte Glück. Deutlich wahrscheinlicher sind Grüne Meeresschildkröten, die in den Seegraswiesen grasen. Bleib bei jeder Begegnung auf Abstand, verfolge die Tiere nicht und fass sie nie an.
Wie kommt man nach Marsa Alam?
Am besten direkt mit dem Flug nach Marsa Alam. Der Flughafen liegt nördlich des Orts, die Transfers zu den Hotels dauern je nach Lage von einer Viertelstunde bis über eine Stunde. Wer nach Hurghada fliegt, sitzt danach rund vier Stunden im Bus oder Auto. Das lohnt sich nur, wenn es keine passende Direktverbindung gibt.




