Eine Asphaltstraße führt bei Muscat zwischen kahlen braunen Bergen hindurch, in der Ferne fahren einzelne Autos.

Reisemagazin

Roadtrips im Orient: die schönsten Strecken mit dem Mietwagen

Für einen Roadtrip im Orient ist der Oman das beste Land: gute Straßen, kurze Etappen, Wadis, Wüste und Berge in einer Schleife von zehn bis vierzehn Tagen ab Muscat. Danach folgen Marokko mit der Strecke über den Hohen Atlas bis Merzouga, die lykische Küste in der Türkei und der Kings Highway in Jordanien. Fahr überall nur bei Tageslicht und lies die Versicherung genau.

Auf einen Blick

Bestes LandOman, Schleife ab Muscat mit 1.300 bis 1.500 km
Schönste TagesetappeKings Highway von Madaba nach Petra
Längste KlassikerMarrakesch bis Merzouga und Fès, rund 1.100 km
Allrad nötigJebel Akhdar, Wüstencamps, Pisten
Beste ZeitOktober bis April, Türkei Frühling und Herbst
Nicht selbst fahrenSinai, Süden Tunesiens, Saudi-Arabien derzeit
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Viele der schönsten Orte im Orient liegen dort, wo kein Zug hinfährt und Busse selten halten: Bergdörfer, Wadis, Lehmburgen, Aussichtspunkte über Schluchten. Roadtrips mit dem Mietwagen sind deshalb oft die beste Art zu reisen, aber nicht überall. In manchen Ländern fährst du entspannter als in Südeuropa, in anderen kostet das Selbstfahren Nerven, und in einigen Regionen rät das Auswärtige Amt derzeit ausdrücklich von Überlandfahrten ab. Dieser Vergleich aus dem Reisemagazin zeigt die schönsten Strecken mit dem Mietwagen, was du für jede brauchst und wo du dich besser fahren lässt.

Die Strecken im Vergleich

Strecke Land Länge und Dauer Fahrzeug Beste Zeit
Schleife Muscat, Sur, Wahiba, Nizwa, Berge Oman 1.300 bis 1.500 km, 10 bis 14 Tage Allrad empfohlen November bis März
Kings Highway Madaba bis Petra Jordanien 1 voller Tag normaler Wagen März bis Mai, Oktober bis November
Marrakesch über den Atlas bis Merzouga und Fès Marokko rund 1.100 km, 5 bis 7 Tage normaler Wagen Oktober bis April, Pass im Winter prüfen
Lykische Küste Fethiye bis Kemer Türkei 4 bis 7 Tage normaler Wagen April bis Juni, September bis Oktober
Hochland Kappadokien, Konya, Pamukkale Türkei 3 bis 4 Tage normaler Wagen Frühling und Herbst
Dubai, Hatta, Ostküste, Jebel Jais VAE 2 bis 4 Ausflugstage normaler Wagen Oktober bis April
Tunis, Kairouan, El Djem, Sousse Tunesien 3 bis 5 Tage normaler Wagen Frühling und Herbst

Ein normaler Wagen reicht für fast alle Hauptstrecken. Allrad brauchst du vor allem im Oman, sobald Berge und Wüstencamps dazukommen.

Oman: das beste Land für den ersten Roadtrip

Ein Roadtrip im Oman ist das, was der Begriff verspricht: gute Asphaltstraßen, wenig Verkehr außerhalb von Muscat, alle zwei Stunden ein neues Landschaftsbild. Die klassische Schleife beginnt und endet in Muscat. Über die Küstenstraße fährst du nach Sur, mit Stopps am Bimmah Sinkhole und am Wadi Shab, weiter in die Dünen der Wahiba Sands, dann ins Landesinnere nach Nizwa und hinauf auf den Jebel Shams und den Jebel Akhdar. Insgesamt sind das ungefähr 1.300 bis 1.500 Kilometer in kurzen Etappen, die längste ist mit zweieinhalb bis drei Stunden die Fahrt von der Wüste nach Nizwa. Den Tagesplan findest du bei der Oman Rundreise, die Kurzfassung bei einer Woche Oman ab Muscat.

Drei Dinge musst du wissen. Erstens lässt dich der Polizeiposten in Birkat al Mouz grundsätzlich nur mit Allradwagen auf den Jebel Akhdar, laut Oman Observer seit Oktober 2026 auch mit Elektroauto. Zweitens lässt du vor der Fahrt ins Wüstencamp Luft aus den Reifen und fährst nie allein tiefer in die Dünen. Drittens fährst du außerhalb von Muscat nicht nachts, weil Kamele auf die Fahrbahn laufen und Hilfe in abgelegenen Gegenden Stunden braucht. Wie Versicherung, Führerschein und Bergab-Fahren funktionieren, erklärt der Ratgeber Mietwagen im Oman.

Typischer Fehler: Muscat bis Salalah als Tagesetappe planen. Die Strecke ist rund 1.000 Kilometer lang und führt durch leere Wüste. Flieg in den Süden und miete in Salalah einen zweiten Wagen, wenn du zur Khareef-Zeit die grünen Hänge sehen willst.

Zwei Gebiete gehören derzeit nicht in die Route: Für die Exklave Musandam und die unmittelbare Grenzregion zu Jemen rät das Auswärtige Amt mit Stand 6. November 2026 von Reisen ab. Das übrige Land betrifft das nicht.

Jordanien: der Kings Highway

Die schönste Tagesetappe der Region ist vielleicht der Kings Highway. Er führt von Madaba über den Berg Nebo, durch die tiefe Schlucht des Wadi Mujib mit ihren Haarnadelkurven, vorbei an der Kreuzfahrerburg Karak und am Rand des Dana Biosphere Reserve bis nach Petra. Rechne mit 40 bis 50 km/h im Schnitt, mit Bodenschwellen, Schafen und Kindern am Straßenrand. Zwischen Karak und Tafila sind Tankstellen selten. Wer schnell ankommen will, nimmt den Desert Highway, der in rund drei Stunden von Amman nach Petra führt, aber kaum etwas zu sehen bietet. Die drei Nord-Süd-Straßen vergleicht der Ratgeber Mietwagen in Jordanien.

Die Lage verändert diese Strecke konkret. Das Auswärtige Amt rät mit Stand 6. November 2026 von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab und dringend von Reisen in die Grenzgebiete zu Syrien und Irak sowie in den Nordosten. Der Kings Highway liegt außerhalb dieser Gebiete, führt aber durch das Gouvernement Karak, wo am 23. Oktober 2026 ein Anschlag auf eine Trauerfeier in einer Kirche verübt wurde. Gegen Reisende richteten sich Anschläge in den vergangenen Jahren nicht. Lies vor dieser Etappe die aktuellen Hinweise, fahr nur bei Tageslicht und verlass im Jordantal die Hauptstraßen nicht, dort warnen Schilder vor Landminen. Auf der Dead Sea Road nahe der Grenze passierst du mehr Kontrollposten als anderswo.

Marokko: über den Atlas bis an die Dünen

Die Strecke von Marrakesch in die Wüste ist der Roadtrip, an den viele zuerst denken. Über den Pass Tizi n’Tichka auf rund 2.260 Metern geht es in etwa vier Stunden nach Ouarzazate, mit Abstecher zur Lehmburg Aït-Ben-Haddou. Danach folgen das Tal von Skoura, die Dadès-Schlucht und die Todra-Schlucht, schließlich die Dünen von Merzouga. Zurück fährst du über den Mittleren Atlas nach Fès, ein Fahrtag von sieben bis acht Stunden. Alle Hauptziele liegen an Asphaltstraßen, Allrad ist nicht nötig. Die Etappen mit Übernachtungen stehen bei der Marokko Rundreise.

Am Steuer heißt Marokko: Stoppschilder an Polizeikontrollen ernst nehmen, Tempolimits genau einhalten und Lastwagen auf dem Pass Zeit lassen. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass in der Regenzeit, etwa von November bis März, Schnee und Überflutungen im Hohen Atlas den Verkehr behindern können, gesperrte Strecken meldet ADMtrafic.ma. Bei Merzouga ist die algerische Grenze nicht weit. Das Amt rät dringend davon ab, die Hauptstraßen in Richtung Algerien zu verlassen. Ins Erg fährst du deshalb nicht mit dem Mietwagen, sondern mit dem Camp oder auf dem Kamel. Was beim Mieten zählt, steht bei Mietwagen in Marokko.

Türkei, Emirate und Tunesien

In der Türkei ist die lykische Küste das schönste Stück für einen Roadtrip. Die Küstenstraße von Fethiye über Patara und Kaş bis Kemer führt an Buchten, Felsgräbern und antiken Städten vorbei, dazwischen liegen Abschnitte des Lykischen Wegs. Im Hochland verbindest du Kappadokien über Konya mit Pamukkale auf langen, geraden Strecken. Die Maut läuft elektronisch über den HGS-Aufkleber des Mietwagens, die meisten Urlaubsstrecken sind ohnehin mautfrei. Wer weiter nach Osten zum Nemrut Dağı will, prüft die Route: Für das unmittelbare Grenzgebiet zu Syrien und Irak empfiehlt das Auswärtige Amt, nicht zwingend nötige Reisen zu vermeiden. Regeln und Kaution erklärt der Ratgeber Mietwagen in der Türkei.

In den Emiraten lohnt das Auto für Ausflugstage: nach Hatta durch rote Felsen, an die Ostküste nach Fujairah oder auf die Bergstraße des Jebel Jais in Ras Al Khaimah, die steil und kurvig ist. In Tunesien fährst du den Norden und die Küste gut selbst, von Tunis über Kairouan und El Djem bis Sousse. Für den Süden ab Tozeur, Douz und Ksar Ghilane rät das Auswärtige Amt von Touren ohne Veranstalter ab, dort fährst du organisiert. Die Route dazu steht bei der Tunesien Rundreise.

Wo du derzeit nicht selbst fahren solltest

  • Ägypten: Selbstfahren ist für Urlauber ohnehin unüblich, Fahrer und Inlandsflüge sind die bessere Wahl. Vor der Straße von Suez nach Taba warnt das Auswärtige Amt, von unbegleiteten Überlandfahrten im Süden des Sinai rät es ab, entlegene Wüstengebiete erfordern Sondergenehmigungen. Alternativen zeigt die Seite Unterwegs in Ägypten.
  • Saudi-Arabien: Für das Land gilt eine Reisewarnung. Die Serpentinen im Asir-Gebirge oder die Piste zur Edge of the World bei Riad sind Ziele für später.
  • Katar und Bahrain: Beide Länder sind so klein, dass ein Roadtrip kaum Sinn ergibt.

Regeln, die auf jedem Roadtrip gelten

Nimm den internationalen Führerschein zusätzlich zum deutschen mit, viele Vermieter und Behörden verlangen ihn. Lies die Versicherung genau: Fahrten abseits befestigter Straßen und Grenzübertritte sind oft ausgeschlossen, Schäden an Reifen, Glas und Unterboden nicht immer gedeckt. Fotografiere das Auto bei der Übergabe von allen Seiten.

Fahr nie durch fließendes Wasser in einem Wadi. Nach Starkregen werden trockene Täler in Minuten zu reißenden Flüssen. Auch eine Sabkha, eine Salzebene, sieht oft fest aus und ist darunter weich. An Kontrollposten fährst du langsam heran, hältst Pass und Mietvertrag griffbereit und fotografierst weder Posten noch Soldaten. Tank nach, wenn der Tank halb leer ist, und lad Karten offline herunter, in Bergen und Wüste reißt das Netz ab.

Wer mehrere Länder auf einer Reise verbinden will, etwa Dubai und den Oman über die Grenze bei Hatta, findet die Bedingungen bei Orient-Länder kombinieren.

Häufige Fragen

Klappt ein Roadtrip im Oman auch ohne Allradwagen?

Ja, mit zwei Abstrichen. Muscat, die Küste bis Sur, Nizwa, Bahla, Misfat und die Parkplätze an Wadi Shab und Wadi Bani Khalid erreichst du mit jedem normalen Wagen. Auf den Jebel Akhdar lässt dich der Kontrollposten aber grundsätzlich nur mit Allrad, und ins Wüstencamp lässt du dich dann abholen. Für den Jebel Akhdar nimmst du in diesem Fall einen lokalen Fahrer.

Welches Land im Orient eignet sich am besten für eine Rundfahrt mit dem eigenen Mietwagen?

Der Oman, weil die Straßen gut sind, die Etappen kurz bleiben und die schönsten Ziele ohnehin nur mit dem Auto erreichbar sind. Marokko ist abwechslungsreicher, verlangt wegen Polizeikontrollen, Bergpässen und Verkehr aber mehr Gelassenheit. In der Türkei ist die lykische Küste ideal für eine Woche. Jordanien eignet sich für eine kompakte Woche mit dem Kings Highway als Höhepunkt.

Darf ich auf einem Roadtrip mit demselben Mietwagen von den Emiraten in den Oman fahren?

Nur, wenn der Vermieter es ausdrücklich erlaubt und die Versicherung für beide Länder gilt. Viele Anbieter verlangen dafür einen Aufpreis und eine Bescheinigung für die Grenze, manche schließen es ganz aus. Klär das vor der Buchung schriftlich. Bei der Ausreise aus den VAE und der Einreise in den Oman gelten die üblichen Kontrollen, Visaregeln prüfst du vorab.

Wie lange braucht man auf dem Kings Highway von Madaba bis Petra?

Reine Fahrzeit ungefähr drei bis vier Stunden, weil die Straße kurvig ist und durch viele Dörfer führt, im Schnitt kommst du mit 40 bis 50 km/h voran. Mit Stopps an Berg Nebo, Wadi Mujib, der Burg Karak und dem Aussichtspunkt über Dana wird ein voller Tag daraus. Starte früh, damit du vor der Dunkelheit in Petra bist.

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Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

Auswärtiges Amt: Jordanien, Reise- und Sicherheitshinweise; Auswärtiges Amt: Marokko, Reise- und Sicherheitshinweise; Auswärtiges Amt: Ägypten, Reise- und Sicherheitshinweise.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.