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Kaş ist klein. Ein Hafen, ein paar steile Gassen mit Bougainvillea, Cafés, Pensionen und dazwischen lykische Steinsarkophage, die einfach auf der Straße stehen. Große Hotelanlagen gibt es hier nicht, Sandstrände im Ort auch nicht. Dafür ist das Wasser vor Kaş so klar, dass die Stadt eines der Zentren für Tauchen in der Türkei ist, und mit dem Boot erreichst du die versunkene Stadt bei Kekova. Wer Kaş in der Türkei sucht, sucht meist genau diese Mischung aus Ruhe, Meer und lykischer Küste.
Kaş liegt im Westen der Provinz Antalya, etwa auf halber Strecke zwischen Antalya und Fethiye. Auf deutschen Seiten findest du den Ort oft als Kas Türkei geschrieben, gemeint ist dasselbe. Wie die Region in eine Reise durch das Land passt, steht beim Türkei Urlaub.
Der Ort: Hafen, Theater und lykische Gräber
Kaş steht auf den Resten der antiken Stadt Antiphellos. Am westlichen Ortsrand liegt ein kleines hellenistisches Theater direkt über dem Meer, frei zugänglich und abends ein guter Platz für den Sonnenuntergang mit Blick auf die griechische Insel Kastellorizo. In der Gasse Uzun Çarşı steht ein lykischer Sarkophag aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, der sogenannte Königsgrab-Sarkophag, und in den Felsen über dem Ort sind Grabfassaden zu sehen.
Das Leben spielt sich zwischen Hafen und Hauptplatz ab. Abends sitzt man in Meyhanes, Fischlokalen und Bars, oft mit kleinen Vorspeisen, wie man sie unter dem Begriff Mezze kennt. Der Ort ist entspannt und eher teuer als billig, weil es wenige große Anbieter gibt. Wer Partystrände sucht, ist hier falsch.
Zum Vergleich: Kalkan, knapp 30 Kilometer westlich, ist ähnlich klein, aber stärker auf Ferienvillen und gehobene Restaurants ausgerichtet. Kaş wirkt lässiger und alltäglicher, mit Tauchern, Wanderern und Seglern zwischen den Urlaubern, und auch im Winter leben hier Menschen, die nicht vom Tourismus leben.
Gebadet wird in Kaş vor allem von Plattformen und Felsen aus, an den Hotels der Halbinsel Çukurbağ und an kleinen Kiesstränden. Wassertaxis vom Hafen fahren im Sommer zu Buchten wie Limanağzı, die nur per Boot oder Fußweg erreichbar sind.
Kekova: die Bootstour zur versunkenen Stadt
Die Kekova-Tour ist der Ausflug, den fast jeder in Kaş macht. Kekova ist eine lang gestreckte Insel östlich von Kaş. An ihrer Nordküste liegen die Reste einer antiken Siedlung halb im Meer, die bei Erdbeben abgesunken ist. Von Bord siehst du Treppen, Hausmauern und Fundamente unter der Wasseroberfläche.
Eine typische Tour ab Kaş dauert den ganzen Tag. Sie verbindet die versunkene Stadt mit Badestopps in Buchten, dem Dorf Üçağız mit seinen lykischen Gräbern und Kaleköy, dem antiken Simena. In Kaleköy steht auf dem Hügel eine gut erhaltene Burg mit Blick über Kekova, in ihr ein kleines, in den Fels gehauenes Theater für etwa 300 Menschen, und unten im Wasser ein lykischer Sarkophag. Der Eintritt zur Burg kostet laut Kulturministerium 4 Euro (Stand November 2026). Mit dem Auto kommst du nicht hin, nur per Boot oder zu Fuß. Wer weniger Zeit hat, fährt mit dem Auto nach Üçağız und nimmt dort ein Boot für zwei bis drei Stunden.
| Variante | Dauer | Gut für | Haken |
|---|---|---|---|
| Ganztagestour ab Kaş | 7 bis 9 Stunden | ohne Auto, mit Badestopps | lange Anfahrt übers Meer |
| Boot ab Üçağız | 2 bis 3 Stunden | wer mit dem Mietwagen kommt | weniger Badestopps |
| Kajaktour | halber Tag | Aktive, ganz nah an den Mauern | anstrengend in Sonne und Wind |
Typischer Fehler: Badesachen erst an der versunkenen Stadt auspacken. Dort ist Schwimmen verboten, die Ruinen stehen unter Schutz. Gebadet wird in den freigegebenen Buchten in der Nähe.
Tauchen vor Kaş
Die Küste fällt vor Kaş steil ab, das Wasser ist oft sehr klar, und die Tauchplätze liegen nah am Hafen. Mehrere Tauchschulen bieten Schnupperkurse, Ausbildung und Ausfahrten für Erfahrene an. Zu den bekannten Plätzen gehören Steilwände, Höhlen, Felder mit antiken Amphoren und ein absichtlich versenktes Flugzeugwrack in geringer Tiefe. Großfische wie im Roten Meer darfst du nicht erwarten, eher Zackenbarsche, Oktopusse, Muränen und mit Glück Schildkröten.
Für den ersten Tauchgang brauchst du keinen Schein. Bei einem Schnuppertauchgang gehst du nach einer Einweisung mit einem Lehrer an der Hand auf wenige Meter Tiefe. Die Schulen fragen vorher nach Vorerkrankungen, bei Problemen mit Herz, Lunge oder Ohren klärst du das besser vor der Reise mit deinem Arzt. Plane den letzten Tauchgang mindestens einen Tag vor dem Rückflug, weil Fliegen direkt nach dem Tauchen das Risiko einer Dekompressionskrankheit erhöht. Schnorcheln geht übrigens fast überall von den Badeplattformen aus.
Getaucht wird das ganze Jahr. Im Sommer ist das Wasser warm genug für einen dünnen Anzug, im Winter brauchst du dickes Neopren. Wie das Tauchen in Kaş im Vergleich zu Ägypten, Oman und Jordanien abschneidet, steht im Ratgeber Tauchen im Orient.
Ausflüge an der lykischen Küste
- Kaputaş: eine kleine Bucht mit hellem Kies und sehr blauem Wasser an der Straße nach Kalkan, knapp 20 Kilometer westlich. Über viele Stufen von der Straße erreichbar, im Sommer voll.
- Patara: rund 40 Kilometer westlich, ein langer Sandstrand in einem Schutzgebiet, in dem Meeresschildkröten ihre Eier ablegen, dazu eine große antike Stadt mit eigenem Eintritt.
- Xanthos und Letoon: lykische Hauptstadt und Heiligtum, gemeinsam UNESCO-Welterbe, gut mit Patara zu verbinden.
- Myra und Demre: rund 45 Kilometer östlich, mit Felsgräbern, Theater und der Nikolauskirche.
- Saklıkent: eine enge Schlucht im Hinterland, in der du durch kaltes Wasser watest.
Kaş liegt am Lykischen Weg, dem Fernwanderweg entlang der Küste. Einzelne Tagesetappen lassen sich von hier gut gehen, zum Beispiel Richtung Üçağız. Fürs Baden an der ganzen Küste hilft der Vergleich der Strände in der Türkei.
Anreise und Reisezeit
Die nächsten Flughäfen sind Dalaman, etwa zweieinhalb bis drei Stunden westlich, und Antalya, gut drei Stunden östlich über die kurvenreiche Küstenstraße. Fernbusse fahren aus beiden Richtungen nach Kaş. Vor Ort kommst du zu Fuß zurecht, für Ausflüge nach Patara, Myra und Saklıkent ist ein Mietwagen praktisch, Hinweise dazu stehen bei Mietwagen in der Türkei. Wer aus Antalya kommt, kann unterwegs in Olympos oder Myra halten.
Am angenehmsten ist Kaş von Mai bis Juni und von September bis Oktober. Dann ist das Meer warm, die Hitze erträglich und der Ort lebendig, aber nicht überfüllt. Im Juli und August wird es heiß und voll, im Winter sind viele Lokale geschlossen, dafür ist es zum Wandern ideal. Im Sommer kommt es in den Wäldern der Küste immer wieder zu Waldbränden, achte dann auf aktuelle Hinweise und Straßensperrungen. Den Vergleich der Monate findest du bei der besten Reisezeit für die Türkei.
Häufige Fragen
Kann man im Dezember in der Türkei noch baden?
An der Südküste bei Kaş ist das Meer im Dezember meist noch um die 18 bis 20 Grad warm, für viele zu kühl, für Abgehärtete machbar. Die Luft liegt tagsüber oft bei 15 bis 18 Grad, es regnet häufiger, und viele Restaurants und Pensionen haben geschlossen. Tauchschulen arbeiten mit dickeren Anzügen weiter. Für Badeurlaub ist Oktober der späteste sichere Monat.
Darf man bei Kekova über der versunkenen Stadt schwimmen?
Nein. Die Ruinen an der Nordküste der Insel Kekova liegen in einem Schutzgebiet, Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen direkt darüber sind verboten. Die Boote fahren langsam an den Mauern entlang, durch das klare Wasser siehst du Treppen und Fundamente. Gebadet wird bei den Touren in Buchten in der Nähe, die dafür freigegeben sind.
Wie kommt man von Kaş auf die griechische Insel Meis?
Von Kaş fahren Fähren auf die griechische Insel Kastellorizo, türkisch Meis, die Überfahrt dauert ungefähr eine halbe Stunde. Du verlässt dabei die Türkei und reist in den Schengen-Raum ein, also brauchst du gültige Ausweisdokumente und gehst durch Pass- und Zollkontrolle. Wer ein Visum für die Türkei braucht, prüft vorher, ob es eine erneute Einreise erlaubt.
Schreibt man Kaş oder Kas?
Richtig ist Kaş mit Cedille, gesprochen wie Kasch. Auf deutschen Seiten und in Suchmaschinen steht oft Kas, weil das Sonderzeichen fehlt. Wer in der Türkei nach dem Bus fragt oder ein Ticket kauft, sagt besser Kasch, sonst klingt es wie kas, das türkische Wort für Muskel.




