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Der Jordan Trail ist der lange Fernwanderweg Jordaniens. Er verbindet Umm Qais ganz im Norden mit dem Roten Meer bei Aqaba und führt dabei durch Eichenwälder und Olivenhaine, an steilen Seitentälern des Jordangrabens entlang, über das Hochland am Kings Highway und durch die Sandsteinwüste im Süden. Unterwegs liegen Dörfer, Burgen, die Felsenstadt Petra und das Wadi Rum. Kein anderer Weg zeigt dir das Land so vollständig, und kaum einer verlangt so viel Planung.
Diese Seite hilft dir, einen Abschnitt auszuwählen, die richtigen Monate zu finden und die Logistik zu verstehen. Wie sich der Weg im Vergleich zu anderen Routen der Region anfühlt, steht bei Wandern im Orient, den Überblick über das ganze Land gibt die Seite Jordanien Urlaub.
Länge und Aufbau: acht Regionen
Bei der Länge findest du zwei Zahlen. Die Jordan Trail Association, die den Weg betreut, nennt mehr als 675 Kilometer und rund 35 Wandertage durch 75 Dörfer und Städte. Die staatliche Tourismusbehörde spricht von mehr als 650 Kilometern und etwa 40 Tagen. Beide meinen denselben Weg, die Abweichung kommt von Varianten und Zählweisen. Für die Planung zählt ohnehin der einzelne Abschnitt.
Der Fernwanderweg von Norden bis Aqaba ist in acht Regionen gegliedert, jede davon wiederum in nummerierte Segmente von einem Tag. Wo die Tourismusbehörde Länge und Tage nennt, stehen sie in der Tabelle.
| Region | Von bis | Charakter | Länge und Tage |
|---|---|---|---|
| 1 | Umm Qais bis Ajloun | Olivenhaine, Eichenwald, Dörfer | rund 80 km, 6 Tage |
| 2 | Ajloun bis As-Salt | bewaldete Hügel, Täler zum Jordan | laut Tourismusbehörde bis Iraq al-Amir 74 km, 5 Tage |
| 3 | As-Salt bis Wadi Zarqa Ma'in | Hänge über dem Toten Meer | keine offizielle Angabe gefunden |
| 4 | Drei Wadis bis Karak | tiefe Schluchten, heiße Talböden | rund 75 km, 4 Tage |
| 5 | Karak bis Dana | Hochland, Dörfer, Abbruchkanten | rund 85 km, 5 Tage |
| 6 | Dana bis Petra | Sandstein, Canyons, Beduinenpfade | keine offizielle Angabe gefunden |
| 7 | Petra bis Wadi Rum | Wüste, Felsmassive | keine offizielle Angabe gefunden |
| 8 | Wadi Rum bis Rotes Meer | Gebirge, Abstieg nach Aqaba | keine offizielle Angabe gefunden |
Die Etappen sind keine Spaziergänge. Rechnet man die offiziellen Angaben um, kommst du im Schnitt auf rund 13 bis 19 Kilometer pro Tag, oft mit mehreren Hundert Höhenmetern, an den Hängen zum Jordangraben auch mit langen Abstiegen. Schatten ist im Süden selten.
Welcher Abschnitt passt zu dir?
Für die meisten ist die Frage nicht, ob sie den ganzen Weg gehen, sondern welche Woche. Drei Abschnitte stechen heraus.
Dana bis Petra ist der bekannteste. Du startest im alten Steindorf am Rand des Dana Biosphere Reserve, steigst über Geröllpfade in die Täler ab und kommst nach mehreren Tagen von hinten nach Petra, über Little Petra und den Weg zum Kloster. Diese Ankunft ist das, was viele an diesem Abschnitt reizt: Du siehst die Felsenstadt zuerst von oben, ohne Busgruppen am Siq. Den Weg vom Hintereingang zum Kloster beschreibt die Seite zu den Wanderwegen in Petra genauer.
Petra bis Wadi Rum ist der wüstenhafteste Teil. Hier läufst du durch weite Täler und an Felsmassiven entlang, Wasser gibt es nur dort, wo es ein Fahrzeug hingebracht hat. Am Ende wartet das Wadi Rum mit seinen Camps. Wer danach noch Kraft hat, geht die letzte Region durch das Gebirge bis zum Roten Meer und endet in Aqaba.
Der Norden zwischen Umm Qais und Ajloun ist das Gegenprogramm: grün im Frühling, mit Olivenhainen, Eichenwald und Dörfern, in denen du bei Familien unterkommst. Landschaftlich ist das ein ganz anderes Jordanien. Für diesen Abschnitt spielt die Lage aber eine besondere Rolle, dazu unten mehr. Was du rund um die Burg und das Waldreservat siehst, erklärt die Seite zu Ajloun.
Unser Rat: Für die erste Mehrtagestour in Jordanien ist Dana bis Petra die beste Wahl. Die Etappen sind anspruchsvoll, aber gut organisiert, und das Ziel lohnt jede Blase.
Die beste Zeit für den Jordan Trail
Die Jordan Trail Association empfiehlt für den Norden März und April und für den Süden Februar und März. Ähnlich angenehm ist es laut Verband von September bis Mitte November. Im Frühling ist das Land nach dem Winterregen grün und die Tage sind lang genug für volle Etappen. Im Herbst ist es trockener, die Tage werden kürzer.
Von Mai bis August ist der Weg im Süden zu heiß, Etappen ohne Schatten bei über 35 Grad sind gefährlich. Im Winter regnet es vor allem im Norden, im Hochland um Karak, Tafila und Dana kann im Januar und Februar Schnee fallen. Wie sich die Regionen über das Jahr unterscheiden, zeigt die Seite zur Reisezeit für Jordanien.
Eine Gefahr unterschätzen viele: Wasser im Wadi. Im Herbst und Winter können Regenfälle weit oben im Hochland in trockenen Tälern innerhalb kurzer Zeit eine Flutwelle auslösen, auch wenn es dort, wo du gehst, nicht regnet. Das Auswärtige Amt rät, sich vor Wanderungen in Wadis bei Führern oder Behörden über die Lage zu informieren.
Guide, Navigation und Logistik
Die Jordan Trail Association rät zu einem lokalen Guide und veröffentlicht Listen mit lizenzierten Führern, lokalen Begleitern ohne Lizenz und Dienstleistern für Transport und Verpflegung. Ein Guide kennt die Wasserstellen, die Abkürzungen bei Hitze und die Familien in den Dörfern, bei denen man übernachten kann. Im Süden sind die meisten Gruppen mit einem Begleitfahrzeug unterwegs, das Zelte, Wasser und Gepäck zum nächsten Lagerplatz bringt.
Wer selbst organisiert, braucht:
- die GPS-Tracks der Jordan Trail Association, offline gespeichert, und ein Gerät mit Ersatzakku
- genug Wasser für den ganzen Tag und einen Plan, wo nachgefüllt wird
- jemanden, der deine Route und die erwartete Ankunft kennt, denn Mobilfunk gibt es nicht überall
- die Nummer der Touristenpolizei, laut Verband 117777, und die des Verbands selbst
- feste Wanderschuhe mit gutem Profil, Sonnenschutz und Schichten für kalte Nächte
Der Verband gibt außerdem einen Trail Pass aus, ein offizielles Begleitdokument, das du Behörden vorzeigen kannst, wenn du unterwegs kontrolliert wirst. Was er aktuell kostet und was er enthält, steht auf der Seite des Verbands.
Typischer Fehler: Die Etappen nach Kilometern planen. Zwanzig Kilometer auf Geröll und mit 800 Höhenmetern Abstieg dauern länger als zu Hause. Rechne lieber in Stunden und starte im Morgengrauen.
Kosten unterwegs: Eintritte und Tickets
Ein Teil der Kosten fällt nicht beim Veranstalter an, sondern an den Stätten entlang des Weges. Für Petra brauchst du auch dann ein Ticket, wenn du über den Hintereingang hineinläufst, für ausländische Besucher laut Tourismusbehörde ab 50 JD für einen Tag (Stand November 2026). Das Dana-Reservat kostet für ausländische Gäste 10 JD plus 16 Prozent Steuer, das Wadi Rum 5 JD. Die Burgen von Ajloun und Karak sind wie Petra und das Wadi Rum im Jordan Pass enthalten, der sich für Wanderer mit Petra-Besuch meist rechnet.
Für Mehrtagestouren mit Guide, Verpflegung und Begleitfahrzeug nennen wir keine Preise, weil sie stark von Gruppengröße, Saison und Leistungen abhängen. Vergleiche Angebote genau: Sind Eintritte, Wasser, Zelte und der Rücktransport zum Startpunkt enthalten?
Was die Lage für den Weg bedeutet
Das Auswärtige Amt rät mit Stand 6. November 2026 von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab und dringend von Reisen in das unmittelbare syrisch-jordanische Grenzgebiet, in den Nordosten und in die Grenzregion zu Irak. Orte oder Abstände nennt das Amt dabei nicht. Für den Jordan Trail ist das vor allem im Norden relevant: Umm Qais, der Startpunkt, liegt über dem Tal des Yarmuk nicht weit von der syrischen Grenze. Prüf die erste Region deshalb besonders genau, bevor du dort startest, und frag deinen Veranstalter, wie er damit umgeht.
Die Regionen 4 und 5 enden und beginnen in Karak. Im Gouvernement Karak wurde am 23. Oktober 2026 ein Anschlag auf eine Trauerfeier in einer griechisch-orthodoxen Kirche verübt, die Täter wurden gefasst. Gegen Reisende richteten sich Anschläge in den vergangenen Jahren laut Amt nicht. Was die Burg und die Stadt bieten, steht bei der Burg Karak. Für die Anfahrt zu den Startpunkten gilt außerdem der Rat des Amts, nach Einbruch der Dunkelheit keine Überlandfahrten zu unternehmen.
Ausrüstung und Kondition
Für den Jordan Trail brauchst du keine Klettererfahrung, aber Trittsicherheit und Ausdauer für mehrere Tage hintereinander. Die Wege sind oft schmal, steinig und abschüssig, und in Canyons musst du auch einmal die Hände zu Hilfe nehmen. Gehst du mit Begleitfahrzeug, trägst du nur einen Tagesrucksack mit Wasser, Essen, Sonnenschutz und einer warmen Schicht für den Abend. Ohne Fahrzeug wird der Rucksack schwer, vor allem wegen des Wassers.
Kleide dich in den Dörfern zurückhaltend, mit bedeckten Schultern und Knien, auch wenn es warm ist. Wer bei Familien übernachtet, wird oft zum Tee eingeladen. Frag, bevor du Menschen fotografierst, und nimm ein kleines Gastgeschenk mit, wenn du privat unterkommst.
Häufige Fragen
Kann ich den Jordan Trail ohne Guide gehen?
Erlaubt ist es auf vielen Abschnitten, sinnvoll ist es selten. Die Jordan Trail Association nennt einen lokalen Guide eine der besten Möglichkeiten, die Risiken zu senken, und veröffentlicht Listen lizenzierter Führer. In Wüstenabschnitten zwischen Petra und dem Wadi Rum sind Wasserstellen, Wegfindung und Rettung ohne Ortskundige schwierig. Wer allein geht, braucht Erfahrung mit GPS-Navigation, genug Wasser und jemanden, der Route und Ankunftszeit kennt.
Wo übernachtet man auf dem Jordan Trail?
Das hängt vom Abschnitt ab. Im Norden führt der Weg durch Dörfer, dort schläfst du je nach Organisation in Gästehäusern oder bei Familien. Im Süden, zwischen Dana, Petra und dem Wadi Rum, wird meist gezeltet, Veranstalter bringen Zelte und Verpflegung mit dem Fahrzeug zum Lagerplatz. Am Etappenziel Petra übernachtest du im Ort Wadi Musa, im Wadi Rum in einem der Camps.
Brauche ich ein Petra-Ticket, wenn ich auf dem Jordan Trail ankomme?
Ja. Wer von Dana kommend über den Hintereingang in die Felsenstadt läuft, braucht ein gültiges Petra-Ticket oder den Jordan Pass, genau wie Besucher am Haupteingang. Für ausländische Gäste kostet der Eintritt laut Tourismusbehörde ab 50 JD für einen Tag (Stand November 2026). Kläre mit deinem Veranstalter, ob das Ticket im Preis steckt und wo es kontrolliert wird.
Gibt es Karten und GPS-Daten für den Jordan Trail?
Die Jordan Trail Association stellt auf ihrer Website Karten und GPS-Tracks für die einzelnen Abschnitte bereit, gegliedert nach den nummerierten Segmenten. Lade sie vor dem Start offline aufs Handy, denn Netz gibt es unterwegs nicht überall. Verlass dich nicht allein auf Markierungen im Gelände, vor allem in Wadis und auf Geröllhängen verliert man die Spur schnell.



