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Ein Camp im Wadi Rum ist kein Hotel in der Wüste, sondern meistens ein kleines Lager aus Zelten, einem Gemeinschaftszelt und einem Sanitärhaus, oft direkt an eine Felswand gebaut. Wer das weiß, wählt entspannter. Ob Bubble, Beduinenzelt oder ganz einfach: In allen Varianten sitzt du abends am Feuer, isst gemeinsam und siehst danach einen Sternenhimmel ohne Stadtlicht. Was sich unterscheidet, sind Bad, Privatsphäre, Temperatur in der Nacht und der Preis. Die Grundlagen zu Touren und Anreise stehen auf der Seite Wadi Rum, hier geht es nur um die Nacht.
Die Nachfrage ist groß, entsprechend viele Lager gibt es. Die Tourismusbehörde beschreibt das Übernachten in Zelten nach Art der Beduinen ausdrücklich als festen Teil des Besuchs, Hotels gibt es im Schutzgebiet nicht. Wer feste Wände braucht, schläft in Aqaba oder Petra und kommt für einen Tag. Einen Überblick über Unterkünfte im ganzen Land findest du bei Übernachten in Jordanien, die Übersicht über das Land unter Jordanien Urlaub.
Die drei Camparten im Vergleich
| Campart | So schläfst du | Bad | Passt für | Haken |
|---|---|---|---|---|
| Einfaches Camp | Zelt aus Stoff oder Ziegenhaar, Matratze, Decken | Gemeinschaftsbad | kleines Budget, eine Nacht, Rucksackreisende | im Winter kalt, hellhörig |
| Komfortzelt | festes Zelt oder kleine Hütte mit Bett | eigenes Bad | Paare, zwei Nächte, Ruhe | weniger Lagerfeuer-Gemeinschaft |
| Kuppel (Bubble) | transparente oder halbtransparente Kuppel, Bett mit Blick | eigenes Bad, oft Klimagerät | besondere Anlässe, Fotografen | teuer, tagsüber warm, wenig Privatsphäre |
Das klassische Beduinenzelt ist aus dunklem Ziegenhaar gewebt, es hält Wind ab und bleibt tagsüber im Schatten kühl. In vielen Camps ist das große Zelt als Majlis eingerichtet, ein Sitzraum mit Teppichen und Kissen am Boden, in dem gegessen und Tee getrunken wird. Die Schlafzelte daneben sind meist einfacher.
Die Bubble ist neueren Datums. Durch die Kuppel siehst du vom Bett aus die Felsen und nachts die Sterne. Was in den Fotos selten zu sehen ist: Die Kuppeln stehen oft in Reihen, und wenn der Nachbar Licht anmacht, sieht man es. Gute Camps haben Vorhänge oder halb verspiegelte Folien. Im Sommer heizt sich die Kuppel tagsüber stark auf, eine Klimaanlage ist dann Pflicht, im Winter eine Heizung.
Typischer Fehler: Die billigste Bubble auf einer Buchungsplattform wählen und erst vor Ort merken, dass sie an der Zufahrtsstraße steht. Schau dir die Lage auf der Karte an. Ein einfaches Zelt mitten in einem stillen Tal ist oft schöner als eine Kuppel neben dem Parkplatz.
Was du vor dem Buchen klären solltest
Die Preise sind schwer zu vergleichen, weil jedes Camp etwas anderes einschließt. Bevor du ein Wadi Rum Camp buchst, frag diese Punkte ab:

- Abholung: Holt dich das Camp am Visitor Center oder im Dorf ab, und kostet das extra? Bis zu welcher Uhrzeit?
- Essen: Sind Abendessen und Frühstück enthalten? Gibt es vegetarische Gerichte, wenn du sie brauchst?
- Jeeptour: Ist eine kurze Fahrt zum Sonnenuntergang dabei, oder zahlst du jede Tour einzeln?
- Eintritt: Die 5 JD für das Schutzgebiet zahlst du in der Regel selbst am Visitor Center, mit Jordan Pass entfällt das (Stand November 2026).
- Winter: Gibt es Heizung oder zumindest dicke Decken? Von Dezember bis Februar fallen die Nachttemperaturen in Richtung Gefrierpunkt.
- Strom: Gibt es Steckdosen im Zelt oder nur im Gemeinschaftsbereich?
Bewertungen auf Plattformen helfen, aber lies die neuesten und achte auf konkrete Angaben zu Bad, Lärm und Essen. Pauschales Lob ohne Details ist wenig wert.
Kosten realistisch einschätzen
Feste Preise gibt es nicht, sie schwanken mit Saison, Wochentag und Ausstattung. Als Faustregel gilt: Ein einfaches Camp mit Halbpension ist die günstigste Übernachtung auf einer Jordanien-Reise überhaupt, das Komfortzelt kostet ungefähr so viel wie ein gutes Mittelklassehotel in Aqaba, die Bubble liegt darüber. Zum Zimmerpreis kommen typischerweise:
| Posten | Was du einplanst |
|---|---|
| Eintritt Schutzgebiet | 5 JD pro Person oder Jordan Pass (Stand November 2026) |
| Jeeptour | je nach Länge und Gruppengröße, oft pro Fahrzeug berechnet |
| Transfer | nur wenn du ohne Auto kommst, ab Aqaba oder Petra |
| Getränke | Wasser und Tee meist inklusive, Softdrinks oft extra |
Wer allein reist, zahlt beim Jeep anteilig mehr, weil ein Fahrzeug mehrere Plätze hat. Viele Camps bilden deshalb Gruppen aus ihren Gästen. Wie sich das auf das Reisebudget insgesamt auswirkt, rechnet die Seite Was kostet Jordanien? vor.
Ein Abend im Camp: so läuft er ab
Die Abholung ist meist am frühen Nachmittag, damit noch Zeit für eine Tour zum Sonnenuntergang bleibt. Danach kommst du im Camp an, beziehst dein Zelt und hast eine Stunde für dich. Das Abendessen ist häufig Zarb: Fleisch, Kartoffeln und Gemüse garen in einem Metallgestell in einer Grube unter Sand und Glut. Das Ausgraben ist ein kleines Ritual, bei dem alle zuschauen. Mehr über Gerichte, Mezze und Tee findest du bei Essen in Jordanien.
Nach dem Essen sitzen die Gäste am Feuer, manchmal wird Musik gemacht. Die beste Zeit für die Sterne ist später, wenn das Feuer kleiner wird und du ein paar Schritte aus dem Lager gehst. Nimm eine Stirnlampe mit und geh nicht allein weit weg, die Täler sehen nachts alle gleich aus. Morgens lohnt es sich, vor dem Frühstück auf einen Felsen oder eine kleine Düne zu steigen, wenn das erste Licht die Wände rot färbt.
Alkohol spielt in vielen Camps keine Rolle, manche schenken gar keinen aus. Frag vorher, wenn dir das wichtig ist, und halte dich an die Regeln des Hauses. Laute Musik aus dem Handy stört die anderen Gäste, die gerade wegen der Stille gekommen sind.
Wasser ist in der Wüste knapp und wird oft mit Tankwagen gebracht. Kurz duschen ist deshalb keine Frage des Komforts, sondern der Rücksicht. Auch Müll nimmst du am besten wieder mit ins Camp, statt ihn an den Aussichtspunkten liegen zu lassen. Mit Kindern sind die Camps übrigens gut machbar, solange du an warme Kleidung für den Abend denkst und das Lagerfeuer im Blick behältst.
Eine oder zwei Nächte?
Eine Nacht reicht, wenn Wadi Rum für dich ein Höhepunkt unter vielen ist. Du kommst am Nachmittag, siehst den Sonnenuntergang, die Sterne und den Morgen und fährst danach weiter nach Aqaba oder Petra. Zwei Nächte lohnen sich, wenn du eine Ganztagestour, eine Wanderung auf einen der Berge oder einfach einen ruhigen Tag ohne Programm willst. Dann wirkt die Wüste anders, weil du nicht mehr auf die Uhr schaust.
Eine dritte Nacht ist etwas für Kletterer, Wanderer auf dem Jordan Trail und alle, die gezielt Ruhe suchen. Für die meisten reicht danach ein Wechsel ans Wasser: Von den Camps sind es rund 60 Kilometer bis Aqaba, wo du nach dem Sand im Roten Meer schnorchelst.
Häufige Fragen
Ist es ratsam, gerade jetzt ein Camp im Wadi Rum zu buchen?
Das Auswärtige Amt rät mit Stand 6. November 2026 von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, Wadi Rum liegt aber nicht in den Grenzgebieten mit dringendem Abraten. Weil Flüge in der Region kurzfristig ausfallen können, buchst du am besten mit kostenloser Stornierung. Das Amt rät außerdem von Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit ab, plane deine Ankunft also bei Tageslicht.
Wie viel kostet eine Nacht im Wadi Rum Camp?
Die Spanne ist groß und hängt von Saison, Lage und Ausstattung ab. Einfache Camps mit Halbpension liegen deutlich unter dem, was eine Bubble-Kuppel mit eigenem Bad kostet, oft um ein Mehrfaches. Rechne bei jedem Angebot den Eintritt von 5 JD, falls du keinen Jordan Pass hast, die Jeeptour und den Transfer dazu. Erst dann sind zwei Preise wirklich vergleichbar.
Gibt es im Camp Strom, Duschen und WLAN?
Die meisten Camps haben Strom aus Solaranlagen oder Generatoren, oft nur im Gemeinschaftsbereich oder zu bestimmten Zeiten. Duschen mit warmem Wasser sind üblich, in einfachen Camps als Gemeinschaftsbad. WLAN gibt es manchmal im Aufenthaltszelt, langsam und nicht verlässlich. Lade Handy und Kamera vorher, eine Powerbank ist im Wadi Rum sinnvoll.
Kann ich mit dem eigenen Auto zum Camp fahren?
In die Schutzzone selbst nicht. Du lässt den Wagen am Visitor Center oder im Dorf Rum stehen und wirst vom Camp abgeholt. Einige Camps liegen außerhalb der Schutzzone an Straßen, etwa in der Gegend um Disi, und sind mit normalem Auto erreichbar. Frag vor der Buchung genau, wo das Camp liegt und wo du parkst.




