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Wer die schönsten Moscheen im Orient sehen will, muss zuerst wissen, wo Besucher überhaupt hineindürfen. Das ist von Land zu Land völlig verschieden. Am Golf, in der Türkei, in Ägypten und Jordanien öffnen viele große Häuser außerhalb der Gebetszeiten ihre Türen, in Marokko fast keine, in Tunesien oft nur den Hof. Die Auswahl hier enthält nur Moscheen mit Zugang für Nichtmuslime, sortiert vom prächtigen Neubau bis zum stillen Altbau. Was du anziehst und wie du dich drinnen verhältst, steht ausführlich im Ratgeber Moscheen besuchen.
Die großen Neubauten am Golf
Die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi ist die bekannteste Moschee der Region und für viele die schönste. Weißer Marmor mit Blumenintarsien, 82 Kuppeln, Wasserbecken, in denen sich die Säulen spiegeln, und im Gebetssaal ein Teppich, der zu den größten der Welt gehört. Der Besuch ist kostenlos, du buchst vorab online. Geöffnet ist täglich von 9 bis 21 Uhr, freitags mit Pause von 12 bis 14:30 Uhr (Stand November 2026). Frauen tragen weite Kleidung bis zu den Knöcheln, Ärmel bis zum Handgelenk und Kopftuch. Die schönste Stunde ist die vor Sonnenuntergang, wenn der Marmor warm leuchtet. Alles zur Buchung findest du bei der Scheich-Zayid-Moschee.
Die Große Sultan-Qaboos-Moschee in Muscat ist weniger auf das Foto ausgelegt und wirkt dadurch wärmer: helle Sandsteinfassaden, Holz, Fliesenarbeiten aus mehreren islamischen Stilen und ein Kronleuchter von gewaltigen Ausmaßen über dem handgeknüpften Teppich. Nichtmuslime kommen in der Regel samstags bis donnerstags von 8 bis 11 Uhr hinein, freitags nicht. Komm kurz nach 8 Uhr, dann ist der Gebetssaal noch fast leer.
In Manama zeigen mehrsprachige Guides Besuchern die Al-Fateh-Moschee, eine der größten des Landes, mit Teakholztüren und einer mächtigen Kuppel. Geöffnet ist sie samstags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags bleibt sie für Besucher zu (Stand November 2026). Sie liegt wie die anderen Ziele bei Manama nah am Souq.
Für die VAE, Bahrain und Katar raten die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts derzeit von Reisen ab, für Bahrain dringend. Die Moscheen selbst sind geöffnet, die Unsicherheit liegt bei Flügen und der Lage in der Region. Wer jetzt planen möchte, kommt im Oman ohne diese Einschränkung zur Sultan-Qaboos-Moschee.
Istanbul: Kuppeln von Sinan und die Hagia Sophia
Keine Stadt hat so viele große, frei zugängliche Moscheen wie Istanbul. Die meisten kosten nichts und schließen nur zu den Gebeten für etwa eine Stunde.
- Süleymaniye-Moschee: das Hauptwerk des Architekten Sinan aus dem 16. Jahrhundert, auf dem dritten Hügel über dem Goldenen Horn. Innen hell und klar, draußen eine Terrasse mit einem der besten Blicke der Stadt, ohne Eintritt.
- Blaue Moschee: die Sultanahmet-Moschee mit sechs Minaretten und blauen İznik-Fliesen. Frei, aber voll. Am leichtesten kommst du am frühen Vormittag hinein, Besucher nutzen einen eigenen Eingang.
- Hagia Sophia: seit 2020 wieder Moschee. Ausländische Besucher zahlen 25 Euro und schauen von der Galerie in den Raum, der Boden unten bleibt den Betenden vorbehalten. Freitags von 12 bis 14 Uhr ist der Besucherbereich zu (Stand November 2026).
- Rüstem-Pascha-Moschee: klein, über einer Ladenzeile beim Gewürzbasar versteckt und innen fast vollständig mit İznik-Fliesen ausgekleidet. Für viele die schönste Moschee der Stadt, und kaum jemand ist dort.
Wer über Istanbul hinaus fährt: Die Selimiye-Moschee in Edirne, Sinans Alterswerk, ist seit 2011 UNESCO-Welterbe. In Konya ist das Mevlana-Museum keine Moschee, sondern ein Mausoleum mit Museum, das du mit Ticket besuchst. Mehr Auswahl in der Stadt findest du bei den Sehenswürdigkeiten in Istanbul.
Kairo: Mamluken, Osmanen und die älteste Moschee am Stück
Im islamischen Kairo stehen auf wenigen Kilometern die Bauten aus tausend Jahren. Die Madrasa des Sultan Hassan aus dem 14. Jahrhundert ist mit ihrem Hof und den vier hohen Iwanen das eindrucksvollste Gebäude, direkt gegenüber steht die Rifai-Moschee. Oben auf der Zitadelle wirkt die Moschee Muhammad Ali aus dem 19. Jahrhundert von Weitem am stärksten, sie ist im Ticket der Zitadelle für 550 EGP enthalten (Stand November 2026). Die Ibn-Tulun-Moschee mit ihrem Spiralminarett ist die ruhigste der Stadt. Schuhe ziehst du aus, Umhänge und Tücher werden an vielen Eingängen verliehen.
Kairouan, Casablanca und Amman
Die Große Moschee von Kairouan gilt als eine der ältesten in Nordafrika und als Vorbild vieler Moscheen im Maghreb. Als Nichtmuslim betrittst du den weiten Hof, meist nur vormittags, und schaust durch die offenen Türen in den Säulensaal. Das Minarett gehört zu den ältesten erhaltenen der islamischen Welt.
Die Hassan-II.-Moschee in Casablanca steht auf einer Plattform über dem Atlantik und hat eines der höchsten Minarette der Welt. Sie ist die eine große Moschee Marokkos, in die du als Nichtmuslim darfst, und zwar nur mit Führung. Laut der Stiftung kostet sie 140 Dirham für ausländische Erwachsene, die Führungen beginnen samstags bis donnerstags ab 9 Uhr (Stand November 2026). Schultern und Knie sind bedeckt, Shorts sind nicht erlaubt.
In Amman ist die König-Abdullah-I.-Moschee mit ihrer blauen Mosaikkuppel meist außerhalb der Gebete zugänglich, gegen eine kleine Gebühr. Das Auswärtige Amt rät derzeit von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, der Besuch der Stadt gehört deshalb eher zur Planung für später.
Klein, alt und abseits: Al Bidya in Fujairah
Die Al Bidya Moschee an der Ostküste der Emirate ist das Gegenteil der Scheich-Zayid-Moschee: ein winziger Bau aus Stein und Lehm mit vier flachen Kuppeln, nach einer Datierung von 2017 um 1600 entstanden und damit eine der ältesten erhaltenen Moscheen des Landes. Laut Tourismusbehörde ist sie von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Sie liegt rund 35 Kilometer nördlich von Fujairah-Stadt und passt in eine Fahrt entlang der Küste, siehe Fujairah und die Ostküste.
Berühmt, aber nur von außen
Manche der bekanntesten Moscheen siehst du nur als Fassade. In Marokko gilt das für die Koutoubia in Marrakesch und die Al-Qarawiyyin in der Medina von Fès, durch deren Tore du höchstens einen Blick in den Hof wirfst. In Fès entschädigen die Medersen Bou Inania und Al-Attarine, alte Koranschulen, die Besuchern offenstehen. Mekka und das Zentrum von Medina sind für Nichtmuslime ganz gesperrt. In Doha wirkt die Katara-Moschee mit ihren blauen und goldenen Fliesen vor allem von außen, ob und wann Besucher hineindürfen, fragst du vor Ort.
Unser Rat: Plane jede Moschee am Vormittag. Dann ist das Licht gut, das Mittagsgebet noch nicht nah, und am Freitag weißt du rechtzeitig, dass du den Besuch auf einen anderen Tag legen musst.
So klappt der Besuch überall
Die Regeln sind in allen Ländern ähnlich. Arme und Beine sind bedeckt, Frauen tragen ein Tuch über dem Haar, enge oder durchsichtige Kleidung fällt durch. Schuhe ziehst du vor dem Gebetsbereich aus, Socken sind angenehm. Betende fotografierst du nicht und gehst nicht vor ihnen her. Zu den Gebetszeiten, vor allem freitags zum Mittagsgebet, sind viele Moscheen für Besucher geschlossen. Im Ramadan ändern sich die Zeiten oft kurzfristig. Was eine Moschee baulich ausmacht, von Mihrab bis Minarett, erklärt das Glossar, und weitere Listen und Hintergründe sammelt das Reisemagazin.
Häufige Fragen
Welche Moschee im Orient ist die schönste für Besucher?
Für den ersten Eindruck die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi: weißer Marmor, Blumenintarsien, riesige Höfe und ein Besuch, der bis 21 Uhr möglich ist. Wer historische Architektur sucht, findet in der Süleymaniye in Istanbul und in der Madrasa des Sultan Hassan in Kairo mehr Tiefe. Am ruhigsten wirkt die Große Sultan-Qaboos-Moschee in Muscat am frühen Morgen.
Kostet der Besuch einer großen Moschee im Orient Eintritt?
Unterschiedlich. Die Scheich-Zayid-Moschee, die Blaue Moschee und die Süleymaniye sind frei. Für die Hassan-II.-Moschee zahlst du die Führung, für die Hagia Sophia als ausländischer Gast 25 Euro, und für die Sultan-Qaboos-Moschee nennt die Tourismusseite des Ministeriums 8 Rial (Stand November 2026). In Kairo ist die Moschee Muhammad Ali im Ticket der Zitadelle enthalten.
Warum dürfen Nichtmuslime in Marokko kaum Moscheen betreten?
Meist wird das auf eine Regel aus der französischen Protektoratszeit zurückgeführt, die Moscheen dem Gebet vorbehielt. Gehandhabt wird es bis heute fast überall so. Die große Ausnahme ist die Hassan-II.-Moschee in Casablanca, die du mit Führung besichtigst. Die Koutoubia in Marrakesch oder die Al-Qarawiyyin in Fès siehst du nur von außen oder durch ein offenes Tor.




