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Sieben Tage klingen nach viel, sind in Marokko aber schnell verplant. Zwischen Marrakesch und den Dünen im Südosten liegt der Hohe Atlas, zwischen Marrakesch und Fès rund sieben Stunden Bahnfahrt. Wer Marokko in einer Woche erleben will, wählt deshalb besser einen Schwerpunkt als eine Liste. Unten stehen drei Routen für sieben Tage, jede mit Tagesplan, Fahrzeiten und einer Einschätzung, für wen sie passt. Ab Tag 1 weißt du, wo du schläfst und wie lange du im Auto oder Zug sitzt.
Für eine Reise von zwei Wochen mit Königsstädten und Wüste gibt es den eigenen Plan der Marokko Rundreise. Hier geht es um die kürzere Variante. Einen Überblick über alle Regionen bietet die Marokko-Zentrale.
Die drei Routen im Vergleich
| Route A: Marrakesch und Wüste | Route B: Marrakesch und Atlantik | Route C: Königsstädte im Norden | |
|---|---|---|---|
| Schwerpunkt | Medina, Atlas, Dünen | Medina, Ausflug, Hafenstadt am Meer | Altstädte, blaue Stadt, Meerenge |
| Fahrzeit gesamt | 18 bis 20 Stunden | rund 6 Stunden | rund 10 Stunden mit Zug und Bus |
| Fortbewegung | Tour oder Mietwagen | Bus, Taxi oder Fahrer | Zug, Bus, Grand Taxi |
| Flug | hin und zurück Marrakesch | hin und zurück Marrakesch | Fès hin, Tanger zurück |
| Passt für | erste Reise mit Wüstenwunsch | Paare, Familien, Winter | Kultur, Zugfahrer, Fotografen |
Alle drei Routen starten mit einer Ankunft am Nachmittag. Wer früh landet, gewinnt einen halben Tag, wer spät abends ankommt, verliert ihn. Wie du am ersten Abend ohne Stress vom Flughafen in die Altstadt kommst, steht beim Flughafen Marrakesch.
Route A: Marrakesch und eine Nacht in den Dünen
Diese Route ist die Antwort auf den häufigsten Wunsch: einmal die Sahara sehen. Sie ist machbar, aber nicht bequem, denn die Fahrt nach Merzouga dauert pro Richtung neun bis zehn Stunden reine Fahrzeit.
| Tag | Programm | Nacht |
|---|---|---|
| 1 | Ankunft, Abend auf dem Jemaa el-Fna | Marrakesch |
| 2 | Souks, Medersa Ben Youssef, Hammam am Nachmittag | Marrakesch |
| 3 | Paläste im Süden der Medina, Jardin Majorelle | Marrakesch |
| 4 | Tizi n’Tichka, Aït-Ben-Haddou, Dadès-Tal | Dadès |
| 5 | Todra-Schlucht, Kamelritt ins Camp am Erg Chebbi | Wüstencamp |
| 6 | Sonnenaufgang auf der Düne, Rückfahrt | Marrakesch |
| 7 | Vormittag frei, Rückflug |
Die Tage 4 bis 6 sind die klassische Wüstentour ab Marrakesch, die es als Gruppenreise oder mit privatem Fahrer gibt. Was in den Camps am Erg Chebbi zu erwarten ist und worauf du beim Kamelritt achtest, erklärt die Seite über Merzouga. Selbst fahren geht auch, dann ist der Plan derselbe, nur mit mehr Verantwortung am Steuer.
Die Tage in der Stadt teilst du nach Himmelsrichtungen auf, so wie es Marrakesch in drei Tagen beschreibt. Ein Tipp für die Reihenfolge: Leg die Stadt an den Anfang. Nach drei Tagen auf der Straße bist du müde, und dann tut ein ruhiger letzter Vormittag in einem Innenhof gut.
Typischer Fehler: Den Rückflug auf den Abend von Tag 6 legen. Die Rückfahrt aus der Wüste endet oft erst zwischen 19 und 21 Uhr, und eine Panne oder Schnee am Pass verschiebt das schnell um Stunden.
Wer weniger fahren möchte, ersetzt die drei Tage durch zwei Tage nach Zagora mit einer Nacht bei den kleinen Dünen von Tinfou oder durch einen Abend in der Steinwüste Agafay, 45 Minuten vor der Stadt. Sanddünen wie am Erg Chebbi gibt es dort aber nicht. Die abgelegenen Dünen des Erg Chigaga passen nicht in eine Woche, weil du allein für die Anfahrt über M’Hamid drei bis vier Tage brauchst.
Route B: Marrakesch, Atlas und Essaouira
Die entspannteste der drei Routen, mit kurzen Wegen und einem Wechsel von der Medina ans Meer. Sie eignet sich gut für den Winter, für Familien und für alle, die nicht drei Tage im Auto sitzen wollen.
| Tag | Programm | Nacht |
|---|---|---|
| 1 | Ankunft, Abend auf dem Platz | Marrakesch |
| 2 | Nördliche Medina und Souks | Marrakesch |
| 3 | Paläste, Mellah, Jardin Majorelle | Marrakesch |
| 4 | Ausflug ins Ourika-Tal, nach Imlil oder abends nach Agafay | Marrakesch |
| 5 | Fahrt nach Essaouira, Hafen am Nachmittag | Essaouira |
| 6 | Medina, Stadtmauer, Strand | Essaouira |
| 7 | Rückfahrt nach Marrakesch, Rückflug |
Für den vierten Tag hast du die Wahl zwischen Flusstal und Berberdörfern im Ourika-Tal, einer Wanderung rund um Imlil im Hohen Atlas oder einem Sonnenuntergang in der Steinwüste. Essaouira erreichst du in zweieinhalb bis drei Stunden mit Bus, Taxi oder Fahrer. Die Hafenstadt ist windig, das Meer kühl, für Fischerboote, Mauern und frischen Fisch reichen zwei Nächte gut.
Eine Variante für Strandfans: Statt Essaouira fährst du nach Agadir oder nach Taghazout, beides rund drei Stunden über die Autobahn. Agadir hat einen eigenen Flughafen, dann sparst du dir am letzten Tag die Rückfahrt und fliegst von dort zurück.
Unser Rat: Plan die Rückfahrt von Essaouira am Vormittag und den Flug nicht vor dem späten Nachmittag. Zwischen Busbahnhof, Taxi und Sicherheitskontrolle am Flughafen vergeht mehr Zeit, als man denkt.
Route C: Königsstädte im Norden mit dem Zug
Wer Marrakesch schon kennt oder lieber durch Altstädte als durch Wüsten läuft, fliegt nach Fès und mit einem Gabelflug von Tanger zurück. So sparst du dir die lange Rückfahrt.
| Tag | Programm | Nacht |
|---|---|---|
| 1 | Ankunft in Fès, Abend in der Neustadt oder auf einer Dachterrasse | Fès |
| 2 | Medina von Fès mit Guide: Gerbereien, Medersen | Fès |
| 3 | Medina auf eigene Faust, Blick von den Merinidengräbern | Fès |
| 4 | Meknès und Volubilis als Tagesausflug | Fès |
| 5 | Bus oder Grand Taxi nach Chefchaouen, rund 4 Stunden | Chefchaouen |
| 6 | Morgens durch die blaue Medina, weiter nach Tanger | Tanger |
| 7 | Kasbah von Tanger, Rückflug |
Für die Altstadt von Fès brauchst du zwei volle Tage, einen davon mit lizenziertem Stadtführer, weil du dich in den Gassen sonst schnell verläufst. Meknès erreichst du mit dem Zug in knapp einer Stunde, von dort fährst du mit dem Taxi zu den römischen Ruinen. Chefchaouen hat keinen Bahnhof, deshalb steigst du hier auf Fernbus oder Grand Taxi um. Wohnen wirst du in Fès am besten in einem Riad-Gästehaus in der Medina, am Rand einer Gasse, die ein Taxi erreicht.
Wenn kein passender Flug ab Tanger geht, fährst du am letzten Tag mit dem Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq nach Casablanca, laut Visit Morocco in rund 2 Stunden 10 Minuten. Von dort startet der Rückflug ab dem größten Flughafen des Landes.
Was in eine Woche nicht passt
Marrakesch, Wüste und Fès in sieben Tagen sieht auf der Karte machbar aus. In der Praxis sitzt du dann an vier Tagen viele Stunden im Fahrzeug, und für die Medina von Fès bleibt ein halber Tag. Wenn du alles willst, nimm zehn Tage und einen Gabelflug, oder heb dir den Norden für die nächste Reise auf.
Ebenfalls schwierig in einer Woche:
- Toubkal-Besteigung plus Wüste: Der Gipfel braucht zwei Tage plus Anreise, mit Wüstentour bleibt kein Tag für Marrakesch.
- Erg Chigaga plus Essaouira: Die Anfahrt über Zagora und M’Hamid frisst zu viel Zeit.
- Rundreise mit Kleinkindern: Lange Fahrtage sind für Kinder anstrengend, mit ihnen passt Route B besser.
Wann welche Route am besten passt
Die angenehmsten Monate für alle drei Routen sind März bis Mai und Oktober bis November. Im Sommer ist Route B die beste Wahl, weil es am Atlantik deutlich kühler ist als in Marrakesch, wo es oft über 38 Grad heiß wird. In der Wüste sind Juni bis August tagsüber kaum auszuhalten. Im Winter liegt am Tizi n’Tichka manchmal Schnee. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass es in der Regenzeit, etwa von November bis März, im Hohen Atlas zu Schneefällen und Überflutungen kommen kann (Stand November 2026), gesperrte Strecken meldet ADMtrafic.ma. Für Route A heißt das: einen Tag Puffer einplanen.
Im Ramadan ändern sich Öffnungszeiten, und außerhalb der Touristenviertel sind tagsüber viele Lokale geschlossen. Die Reise ist trotzdem gut möglich, die Abende sind dann besonders lebendig. Die Monate im Detail zeigt die beste Reisezeit für Marokko.
Flug, Budget und Planung
Nach Marrakesch gibt es aus vielen deutschen Städten Direktflüge, die Flugzeit ab Frankfurt liegt bei rund 3,5 bis 4 Stunden. Fès und Tanger werden seltener angeflogen, ein Gabelflug für Route C lohnt sich trotzdem, weil er einen ganzen Fahrtag spart. Mit deutschem Reisepass, der noch sechs Monate gültig ist, brauchst du für bis zu 90 Tage kein Visum.
Bar zahlst du in Dirham. Du darfst nur bis zu 2.000 Dirham ein- oder ausführen, also hebst du nach der Landung am Automaten ab. Für Wüstentour, Taxis, Eintritte und Trinkgeld brauchst du unterwegs viel Bargeld in kleinen Scheinen. Mit welchen Tagesbudgets du je nach Reisestil rechnest, steht unter Was kostet Marokko?.
Buch die Unterkünfte in Marrakesch und Fès früh, wenn du in den Osterferien oder in den Herbstferien reist, und kläre bei Touren schriftlich, welches Camp und welche Mahlzeiten enthalten sind. Mit sieben Tagen und einem klaren Schwerpunkt fährst du entspannter nach Hause als mit einem vollen Plan, und für die zweite Reise bleibt genug übrig.
Häufige Fragen
Welche Marokko-Route für eine Woche passt im Winter?
Von Dezember bis Februar ist die Route mit Marrakesch und Essaouira die entspannteste, weil kein Hochgebirgspass dazwischen liegt. Die Wüstenroute geht auch, dann rechnest du am Tizi n’Tichka mit Schnee und plant einen Puffertag ein, und im Camp wird es nachts sehr kalt. Im Norden regnet es im Winter häufiger, Chefchaouen ist dann grau und feucht, aber leer.
Kann ich eine Woche Marokko ohne Mietwagen machen?
Ja, alle drei Routen klappen ohne eigenes Auto. Für die Wüste buchst du eine Tour ab Marrakesch, nach Essaouira fahren Fernbusse mehrmals täglich, und im Norden verbindet die Bahn Fès, Meknès und Tanger. Nur für Chefchaouen steigst du auf Bus oder Grand Taxi um. Ein Mietwagen lohnt sich vor allem, wenn ihr zu viert seid oder auf dem Weg viele Stopps wollt.
Lohnt sich Agadir für eine Woche Marokko statt einer Rundreise?
Wenn Strand und Sonne im Vordergrund stehen, ja. Agadir ist ein Badeort mit langem Sandstrand, Hotels und mildem Winter, mehr Kultur gibt es dort kaum. Viele kombinieren fünf Tage Agadir mit einem Abstecher nach Taghazout oder einer Nacht in Marrakesch, das liegt rund drei Stunden entfernt. Als Einstieg in das Land mit Medina und Souks ist Marrakesch die bessere Basis.
Wie viele Nächte Marrakesch brauche ich bei einer Woche mit Wüstentour?
Drei Nächte vor der Tour und eine danach. Die drei Tage am Anfang reichen für Medina, Paläste und Gärten, die Nacht nach der Rückkehr fängt Verspätungen ab, denn die Rückfahrt aus Merzouga endet oft erst am Abend. Wer den Rückflug am Abend von Tag 7 hat, kann den Vormittag noch für den Jardin Majorelle oder die Souks nutzen.




