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Die Frage, was Jordanien kostet, lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, aber mit einer klaren Struktur. Ein Teil der Kosten ist fest und für alle gleich: Visum, Eintritte und der Jordan Pass. Der andere Teil hängt von deinem Reisestil ab: Hotel oder Gästehaus, Mietwagen oder Fahrer, Restaurant oder Falafelstand. Für ein realistisches Reisebudget rechnen wir hier beides durch, mit offiziellen Preisen, wo es sie gibt, und mit groben Richtwerten, wo die Preise schwanken. Wie die Reise insgesamt aussehen kann, steht in unserer Zentrale zu Jordanien.
Vorweg zur Währung: Der Jordanische Dinar ist seit Jahrzehnten fest an den US-Dollar gekoppelt, ein Dinar entspricht etwa 1,41 Dollar. In Euro schwankt der Wert mit dem Dollarkurs, grob liegt er bei 1,2 bis 1,3 Euro. Wer in Dinar rechnet, sollte also im Kopf etwas aufschlagen, nicht abziehen. Ein Dinar hat 1000 Fils, Preise stehen oft mit drei Nachkommastellen da.
Feste Kosten: Visum, Jordan Pass und Eintritte
Deutsche brauchen für Jordanien ein Visum. Laut Auswärtigem Amt kostet es bei Einreise am Flughafen derzeit 40 JD, zahlbar sofort in Dinar. Der Jordan Pass erlässt diese Gebühr, wenn du ihn vor der Einreise kaufst und mindestens zwei volle Nächte im Land bleibst (Stand November 2026). Er kostet je nach Zahl der Petra-Tage 70, 75 oder 80 JD und enthält über 40 Sehenswürdigkeiten. Alle Details und Bedingungen stehen bei der Einreise nach Jordanien.
| Posten | Preis (Stand November 2026) |
|---|---|
| Visum bei Einreise | 40 JD |
| Jordan Pass Wanderer, Explorer, Expert | 70, 75, 80 JD |
| Petra 1/2/3 Tage mit Übernachtung | 50/55/60 JD |
| Petra ohne Übernachtung in Jordanien | 90 JD |
| Petra by Night | 30 JD, nicht im Jordan Pass |
| Jerash, mit Museum | 10 JD |
| Zitadelle Amman | 3 JD |
| Wadi Rum, Schutzgebiet | 5 JD |
| Offizieller Guide Hauptweg Petra | 50 JD |
Die Rechnung ist einfach: Visum plus zwei Tage Petra kosten ohne Pass 95 JD, der Jordan Explorer mit zwei Petra-Tagen nur 75 JD, und Jerash, die Zitadelle und das Wadi Rum sind schon drin. Für fast jede Reise mit Petra lohnt sich der Pass. Wann er sich nicht rechnet, etwa bei sehr kurzen Aufenthalten oder einer Einreise auf dem Landweg mit anderen Visaregeln, erklärt die Seite zum Jordan Pass. Was in Petra sonst an Gebühren anfällt, vom Elektrowagen bis zum Guide, steht bei Petra.
Nicht im Jordan Pass sind private Strände und Tagespässe der Hotels am Toten Meer, Jeeptouren im Wadi Rum, Bootsfahrten in Aqaba und die Schluchten im Wadi Mujib.
Unterkunft: der größte Posten
Die Hotelpreise in Jordanien schwanken stark nach Ort und Saison. Am Toten Meer gibt es fast nur große Resorts, entsprechend teuer ist dort jede Nacht. In Amman und Wadi Musa reicht die Spanne vom einfachen Gästehaus bis zur internationalen Kette, im Wadi Rum vom einfachen Zelt bis zum Glaskuppelzelt mit eigenem Bad. In der Hochsaison im Frühjahr und Herbst steigen die Preise, im Sommer und im Hochwinter sind sie oft niedriger.
Achte darauf, ob der Preis Steuern und Servicegebühr enthält. Viele Hotels nennen Nettopreise, und auf der Rechnung kommen dann deutliche Aufschläge dazu. Wie sich die Unterkunftsarten unterscheiden und wo du am besten wohnst, erklärt die Seite Übernachten in Jordanien. Für die Wüste gibt es eigene Tipps bei den Camps im Wadi Rum, wo Abendessen und Frühstück meist im Preis enthalten sind.
Transport: Mietwagen, Fahrer, Bus und Taxi
Jordanien ist klein, aber die Ziele liegen verteilt. Von Amman nach Petra fährst du ungefähr drei Stunden, von Petra ins Wadi Rum und weiter nach Aqaba noch einmal zwei bis drei. Wie du das bewältigst, ist eine der größten Stellschrauben im Budget.
- Mietwagen: am flexibelsten und für zwei oder mehr Personen oft am günstigsten. Dazu kommen Benzin, Versicherung und Parkgebühren in Amman. Was du über Straßen und Regeln wissen musst, steht bei Mietwagen in Jordanien.
- Fahrer: bequem, vor allem für Reisende, die nicht selbst fahren wollen. Fahrer werden pro Tag oder Strecke bezahlt, die Preise verhandelst du vorab und schriftlich.
- Bus: Das Unternehmen JETT fährt von Amman nach Petra und Aqaba. Das ist die günstigste Lösung, aber du bist an wenige Abfahrten gebunden.
- Taxi: In Amman fahren gelbe Taxis mit Taxameter, außerdem gibt es Fahrdienst-Apps. Für Ausflüge, etwa nach Little Petra, verhandelst du einen Pauschalpreis.
Das Auswärtige Amt rät, Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit zu vermeiden. Plane deshalb die Etappen so, dass du am frühen Abend ankommst. Das spart auch Hotelstress und Zeit.
Essen, Trinken und Kleinigkeiten
Beim Essen ist Jordanien günstig, solange du dort isst, wo Einheimische essen. Falafel, Hummus und Shawarma kosten wenig, ein Abendessen mit Mezze und Hauptgericht in einem normalen Lokal bleibt im Rahmen. In Hotels zahlst du deutlich mehr, und Alkohol ist wegen hoher Steuern teuer. Mehr zu Gerichten und Lokalen steht bei Essen in Jordanien.
Trinkgeld ist üblich. In Restaurants steht oft schon eine Servicegebühr auf der Rechnung, Guides, Fahrer und Camp-Personal bekommen zum Abschied einen angemessenen Betrag. Ein kleines Bakschisch für Hilfe oder einen Gefallen ist normal und erwartet. Halte dafür immer ein paar kleine Scheine bereit, denn Wechselgeld ist an Ständen oft knapp.
Unser Rat: Hol dir am Flughafen oder in Amman genug Bargeld für die ersten Tage. In Wadi Musa und im Wadi Rum gibt es weniger Automaten, und viele Stände, Taxis und Camps nehmen nur Bargeld.
Tagesbudget nach Reisestil
Die folgenden Zahlen sind grobe Richtwerte der Redaktion pro Person und Tag, bei zwei Personen im Doppelzimmer, ohne Flug und ohne den Jordan Pass. Sie sollen dir die Größenordnung zeigen, keine exakte Kalkulation ersetzen.
| Reisestil | Unterkunft | Transport | Essen | Tagesbudget ungefähr |
|---|---|---|---|---|
| Sparsam | Gästehaus, einfaches Camp | Bus, geteiltes Taxi | Stände und einfache Lokale | 40 bis 70 JD |
| Mittel | Mittelklassehotel, Komfortcamp | Mietwagen geteilt | Lokale, ab und zu Restaurant | 80 bis 150 JD |
| Komfort | gehobene Hotels, Resort am Toten Meer | Fahrer | Restaurants, Hotels | ab 200 JD |
Für eine Woche im mittleren Stil kommen zum Tagesbudget noch einmalig der Jordan Pass, eine Jeeptour im Wadi Rum und eventuell ein Guide in Petra dazu. Wie die Tage auf einer klassischen Route verteilt sind, zeigt die Jordanien Rundreise.
Wo du sparst und wo nicht
Sparen kannst du bei der Unterkunft außerhalb der Hochsaison, beim Essen in einfachen Lokalen, mit dem Bus statt Fahrer und mit dem Jordan Pass. Auch ein Badetag an einem öffentlichen Strand am Toten Meer kostet meist weniger als ein Tagespass im Hotel.
Nicht sparen solltest du bei drei Dingen. Erstens bei der Reiseversicherung: Laut Auswärtigem Amt ist die medizinische Versorgung außerhalb von Amman stark eingeschränkt, eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist dringend zu empfehlen. Zweitens bei der Flexibilität: Bei der aktuellen Lage lohnt ein höherer Preis für Hotels und Flüge mit kostenloser Stornierung. Drittens bei der Zeit in Petra: Ein zweiter Tag kostet mit dem Pass nur wenige Dinar mehr und macht den Besuch deutlich entspannter. Was die Versicherung abdecken sollte, erklärt der Ratgeber Reiseversicherung für den Orient.
Häufige Fragen
Kann man in Jordanien mit Euro bezahlen?
Im Alltag nicht. Hotels, Läden und Taxis rechnen in Dinar ab, nur manche Touranbieter und Hotels nennen Preise auch in Euro oder Dollar. Laut Auswärtigem Amt kannst du Euro und Dollar in Wechselstuben und Banken tauschen und an gekennzeichneten Automaten mit Karte Bargeld abheben. Die Visumgebühr am Flughafen musst du sofort in Dinar zahlen, tausch also vor der Passkontrolle oder hol dir den Jordan Pass.
Wird eine Jordanien-Reise wegen der aktuellen Lage günstiger?
Nicht automatisch. Eintritte, Visum und Jordan Pass sind staatlich festgelegt und gelten unabhängig von der Nachfrage. Hotels und Touranbieter senken bei weniger Gästen manchmal die Preise, garantiert ist das nicht. Wichtiger ist die Frage, wer zahlt, wenn etwas ausfällt. Das Auswärtige Amt rät seit dem 29. Oktober 2026 von nicht notwendigen Reisen ab, Flüge können kurzfristig gestrichen werden. Prüf Stornobedingungen und Versicherung genau.
Wie viel Trinkgeld gibt man in Jordanien?
In Restaurants ist oft schon eine Servicegebühr auf der Rechnung, darüber hinaus lässt du bei gutem Service ein paar Prozent oder runde auf. Fahrer, Guides und Camp-Personal freuen sich am Ende eines Tages über einen kleinen Betrag, der zur Leistung passt. Kofferträger und Zimmerpersonal bekommen eine kleine Münze oder einen Schein. Kleine Scheine in Dinar sind dafür praktisch.
Wie teuer ist Essen in Jordanien?
In einfachen Lokalen günstig. Falafel, Hummus, Ful und Shawarma kosten wenig, ein Abendessen mit Mezze in einem normalen Restaurant bleibt im Rahmen. Teuer wird es in Hotels, an den Resorts am Toten Meer, in Restaurants innerhalb von Petra und überall, wo Alkohol auf der Karte steht, weil Alkohol hoch besteuert ist. Wer mischt, kommt gut zurecht.




