Sehenswürdigkeit · Ägypten

Tal der Königinnen: Grab der Nefertari und Westufer

Das Tal der Königinnen lohnt sich vor allem wegen eines einzigen Grabes: Nefertari, der Großen Königlichen Gemahlin von Ramses II. Für ihr Grab brauchst du ein eigenes, teures Zusatzticket und hast drinnen nur wenige Minuten. Die übrigen offenen Gräber von Prinzen und Königinnen sind kleiner, aber farbig, ruhig und mit dem Grundticket zugänglich.

Aktueller Hinweis zu Tal der Königinnen: Für den Nord-Sinai, das Grenzgebiet zu Israel (außer Taba) und entlegene Wüstengebiete besteht eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts; von individuellen Touren im Süd-Sinai wird abgeraten. Für Kairo, das Niltal und die Badeorte am Roten Meer gelten die allgemeinen Sicherheitshinweise. Gültig seit 29. September 2026, geprüft am 5. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

LageSüdteil des Westufers von Luxor, nahe Medinet Habu
Bekanntestes GrabNefertari (QV66), eigenes Zusatzticket
Gräber im Haupttal91, davon immer nur wenige geöffnet
Zeitbedarf1 bis 1,5 Stunden
Beste Zeitfrüher Morgen, Oktober bis April
Kombinieren mitMedinet Habu, Deir el-Medina, Memnon-Kolosse
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Wer zum ersten Mal am Westufer von Luxor ist, fährt meist ins Tal der Könige und lässt das Tal der Königinnen aus. Das ist schade, denn hier liegt mit dem Grab der Nefertari eines der am schönsten ausgemalten Gräber Ägyptens. Und während sich im Tal der Könige ab 9 Uhr die Gruppen drängen, ist es hier oft still. Der Haken: Nefertari kostet ein eigenes, teures Ticket, und die Besuchszeit im Grab ist streng begrenzt. Hier liest du, was dich im Tal erwartet, welche Gräber neben Nefertari lohnen und wie du den Besuch in einen Tag am Westufer einbaust. Die Planung der ganzen Stadt mit Ost- und Westufer steht im Reiseführer zu Luxor.

Was das Tal der Königinnen ist

Das Tal liegt am Südende der thebanischen Totenstadt, hinter Medinet Habu und dem Arbeiterdorf Deir el-Medina. Es ist ein trockenes Seitental im Kalksteinfels, ein Wadi, ähnlich wie das Tal der Könige auf der anderen Seite des Berges. Im Altertum hieß der Ort Ta-Set-Neferu, was meist als Ort der Schönheit oder der Vollkommenheit übersetzt wird. Auf Arabisch nennen ihn viele Biban el-Harim.

Begraben wurden hier keineswegs nur Königinnen. Laut Getty Conservation Institute, das mit der ägyptischen Antikenverwaltung jahrelang im Tal gearbeitet hat, nutzten ungefähr zwischen 1550 und 1080 vor Christus zuerst hohe Beamte das Tal, später Ehefrauen, Töchter und Söhne der Könige. Im Haupttal zählt das Institut 91 Gräber. Die meisten sind kleine, schlichte Schächte. Ausgemalt sind vor allem Gräber aus der 19. und 20. Dynastie, also aus der Zeit der Ramessiden. Jedes Grab trägt eine Nummer mit dem Kürzel QV für Queens’ Valley, Nefertari liegt in QV66.

Das Grab der Nefertari

Nefertari war die Große Königliche Gemahlin von Ramses II., eines der bekanntesten Könige des Neuen Reiches. Er ließ ihr in Abu Simbel einen eigenen Felsentempel bauen, und ihr Grab ist dieser Stellung würdig. Entdeckt hat es 1904 eine italienische Mission unter Ernesto Schiaparelli. Die Mumie und die Grabschätze waren schon im Altertum geraubt, geblieben sind die Malereien.

Und die sind der Grund für den Besuch. Eine Treppe führt in die Tiefe, die Wände zeigen Nefertari in feinen weißen Gewändern vor Göttern wie Osiris, Isis und Hathor, beim Brettspiel oder beim Opfer. Die Decken sind tiefblau mit gelben Sternen. Die Farben wirken so frisch, als wären sie vor wenigen Jahren aufgetragen worden. Das ist kein Zufall: Salz im Fels hatte den Putz schwer beschädigt, und von 1986 bis 1992 haben das Getty Conservation Institute und die ägyptische Antikenverwaltung die Malereien gesichert und restauriert.

Weil jeder Besucher Wärme und Feuchtigkeit ins Grab trägt, ist der Zugang begrenzt. Das Grab war lange ganz geschlossen und ist seit einigen Jahren mit einem eigenen Nefertari-Ticket wieder zugänglich. Drinnen bleiben dir nach bisheriger Praxis nur rund zehn Minuten.

Gut zu wissen: Den aktuellen Preis für Nefertari konnten wir auf der Seite des Ministeriums für Tourismus und Altertümer nicht prüfen. Rechne mit einem Preis, der deutlich über dem Grundticket liegt, ähnlich wie beim Grab Sethos’ I. im Tal der Könige. Schau an der Kasse auf die Preistafel, bevor du zahlst, und rechne mit Kartenzahlung.

Tickets und Ablauf vor Ort

Am Eingang liegen Kasse, Parkplatz und Toiletten. Du kaufst dort das Grundticket für das Tal und, wenn du willst, gleich das Zusatzticket für Nefertari. Das Grundticket gilt für die übrigen geöffneten Gräber, welche das sind, steht auf einer Tafel. Die Auswahl wechselt, weil einzelne Gräber zur Schonung geschlossen werden. Wie die anderen Stätten am Westufer öffnet das Tal in der Regel früh am Morgen, die genauen Zeiten prüfst du vor Ort.

Was Ticket Was dich erwartet
Grundticket Tal der Königinnen an der Kasse am Eingang mehrere offene Gräber von Prinzen und Königinnen
Grab der Nefertari (QV66) eigenes Zusatzticket kurzer Besuch, Malereien in außergewöhnlicher Frische
Medinet Habu in der Nähe eigenes Ticket, 230 EGP (Stand November 2026) Totentempel Ramses’ III. mit kräftigen Farben

Vom Parkplatz gehst du ein paar Minuten auf befestigten Wegen zu den Gräbern. Die Wege sind kurz, Schatten gibt es aber kaum. Im Grab der Nefertari geht es eine steile Treppe hinab, feste Schuhe helfen. Pro Prinzengrab reichen fünf bis zehn Minuten, insgesamt bist du mit ein bis anderthalb Stunden gut bedient.

Wächter bieten manchmal an, dir ein Detail mit der Taschenlampe zu zeigen oder ein Foto von dir zu machen, und erwarten dafür Bakschisch. Das gehört nicht zum Ticket, du kannst freundlich ablehnen. Wie viel in welcher Lage angemessen ist, erklärt die Seite zum Trinkgeld in Ägypten.

Die Gräber der Prinzen

Neben Nefertari sind meist einige Gräber von Prinzen und Königinnen der 20. Dynastie geöffnet. Häufig zugänglich waren in den vergangenen Jahren das Grab des Amunherchopeschef (QV55), eines Sohnes von Ramses III., das seines Bruders Chaemwaset (QV44) und das der Königin Titi (QV52). Garantiert ist das nicht, die Tafel am Eingang entscheidet.

Die Prinzengräber haben einen eigenen Reiz. Sie sind kleiner und kürzer als die Königsgräber, oft nur ein Gang mit ein oder zwei Kammern. Dafür zeigen viele Szenen den Vater, der seinen jungen Sohn an der Hand den Göttern vorstellt, ein Motiv, das für diese Prinzengräber typisch ist. Die Farben sind kräftig, die Wände durch Glas geschützt. Das Grab QV55 diente dem Getty-Institut als Muster, wie man Gräber für Besucher besser präsentiert.

Wer sich fragt, ob sich das Tal ohne Nefertari lohnt: Für eine Stunde ja, wenn du ohnehin bei Medinet Habu bist. Eigens hinfahren würden wir dafür nicht.

Tal der Königinnen oder Tal der Könige?

Beide Täler ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht. Das Tal der Könige hat die langen, tiefen Gräber mit Göttern, Sternbildern und Jenseitsbüchern, dazu Tutanchamun. Es ist größer, voller und teurer. Das Tal der Königinnen ist kompakt und ruhig, und mit Nefertari hat es das schönste einzelne Grab.

Tal der Könige Tal der Königinnen
Bestattet Könige des Neuen Reiches, einige Beamte Königinnen, Prinzen, Prinzessinnen, früher Beamte
Gräber lang, tief, viele Jenseitstexte kürzer, oft Familienszenen
Andrang ab 9 Uhr sehr voll meist ruhig
Höhepunkt Sethos I., Ramses VI., Tutanchamun Nefertari

Mit nur einem halben Tag am Westufer nimmst du das Tal der Könige und den Tempel der Hatschepsut. Mit einem ganzen Tag oder einem zweiten Morgen kommt das Tal der Königinnen dazu.

So passt der Besuch in einen Tag am Westufer

Das Tal liegt im Süden, nah beieinander mit drei weiteren Stätten. Eine bewährte Runde für einen zweiten Tag am Westufer:

  1. Früh am Morgen ins Tal der Königinnen, solange es kühl und leer ist.
  2. Danach Medinet Habu, wenige Minuten entfernt, mit seinen farbigen Reliefs.
  3. Deir el-Medina, das Dorf der Handwerker, die die Königsgräber bauten, mit kleinen, bunten Gräbern.
  4. Zum Abschluss ein kurzer Halt an den Memnon-Kolossen an der Straße zurück zum Nil.

Für die Wege brauchst du einen Fahrer oder ein Taxi für einen halben Tag, Zeiten und Preis machst du vorher aus. Wie sich das mit dem Terrassentempel, dem Ramesseum und den Gräbern der Beamten verbinden lässt, zeigt die Seite zum Totentempel der Hatschepsut. Wer Nefertari noch einmal begegnen will, findet ihren Felsentempel weit im Süden bei Abu Simbel.

Typischer Fehler: Das Tal der Königinnen als letzten Halt einer langen Tour auf den Mittag legen. Dann bist du müde, die Sonne steht über dem Talkessel, und die zehn Minuten bei Nefertari vergehen im Halbdunkel ohne Aufmerksamkeit. Komm lieber gleich morgens.

Beste Zeit, Hitze und Fotos

Wie überall am Westufer ist die erste Stunde nach Öffnung die beste. Von Oktober bis April ist es morgens angenehm, mittags auch im Winter warm. Von Mai bis September klettern die Werte schnell über 40 Grad, dann gehst du nur am frühen Morgen. Die Monate im Überblick findest du bei der besten Reisezeit für Ägypten. Nimm Wasser, Hut und Sonnencreme mit, ein Café gibt es im Tal nicht.

Fotos für den privaten Gebrauch sind an vielen Stätten in Ägypten mit dem Handy ohne Gebühr erlaubt, Blitz ist in allen Gräbern verboten. Im Grab der Nefertari galten in der Vergangenheit strengere Regeln als anderswo. Frag am Eingang, was gerade gilt, und halte dich daran. Ehrlich gesagt sind die zehn Minuten ohnehin besser genutzt, wenn du schaust statt fotografierst.

Häufige Fragen

Wie lange darf man im Grab der Nefertari bleiben?

Nur kurz. Die Besuchszeit ist begrenzt, nach bisheriger Praxis auf rund zehn Minuten, und ein Wächter achtet darauf. Der Grund ist das Klima im Grab: Jeder Besucher bringt Feuchtigkeit und Wärme mit, die den Malereien schaden. Überleg dir deshalb vorher, was du sehen willst, etwa die Treppe hinab zur Grabkammer und die Decke mit den Sternen, statt die Zeit mit Fotos zu füllen.

Lohnt sich das Nefertari-Ticket trotz des hohen Preises?

Für alle, die sich für ägyptische Malerei interessieren, ja. Kaum ein anderes Grab in Theben zeigt Farben in dieser Frische, die Restaurierung von 1986 bis 1992 hat sie gesichert. Wer nur einen Tag am Westufer hat und das Geld lieber verteilt, nimmt stattdessen Sethos I. im Tal der Könige oder die günstigeren Gräber der Prinzen gleich nebenan. Den aktuellen Preis zeigt die Kasse am Eingang.

Wer wurde im Tal der Königinnen begraben?

Trotz des Namens nicht nur Königinnen. Laut Getty Conservation Institute nutzten zuerst hohe Beamte das Tal, später Ehefrauen, Töchter und Söhne der Könige, ungefähr zwischen 1550 und 1080 vor Christus. Die prächtigsten Gräber stammen aus der 19. und 20. Dynastie, darunter mehrere Söhne von Ramses III. In späteren Zeiten wurden manche Gräber erneut für Bestattungen genutzt, auch noch in römischer und koptischer Zeit.

Wie kommt man vom Tal der Könige ins Tal der Königinnen?

Nur mit dem Auto oder Taxi. Die beiden Täler liegen auf verschiedenen Seiten des Bergmassivs, ein Fußweg führt über den Kamm, ist in der Sonne aber keine gute Idee. Mit dem Fahrer brauchst du je nach Halt etwa 15 bis 20 Minuten. Am einfachsten planst du die Königinnen zusammen mit Medinet Habu, das nur ein kurzes Stück entfernt liegt.

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Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

Getty Conservation Institute: Valley of the Queens.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.