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Von außen sieht das Tal der Könige nach wenig aus: ein staubiger Talkessel aus hellem Kalkstein, ein paar Eingänge mit Gittertüren, Schilder mit Nummern. Die Pracht liegt unter der Erde. In den Gräbern führen lange Gänge mit farbigen Wänden in die Tiefe, voller Götter, Sterne und Texte für die Reise ins Jenseits. Damit dein Besuch gelingt, musst du drei Dinge vorher wissen: welche Tickets du brauchst, welche Gräber sich lohnen und wann du hingehst. Hier sind alle drei geklärt, dazu der Ablauf vor Ort und Tipps gegen Hitze und Gedränge. Wie sich das Tal in einen Tag am Westufer einfügt, zeigt die Übersicht zu Luxor.
Was dich im Tal erwartet
Im Neuen Reich, ungefähr zwischen 1550 und 1069 vor Christus, ließen sich die Könige der 18. bis 20. Dynastie hier bestatten, gegenüber ihrer Hauptstadt Theben. Der erste sicher hier begrabene König ist Thutmosis I. Die Wahl war Absicht: Das Westufer galt als Seite der untergehenden Sonne und damit der Toten. Über dem Tal ragt ein Gipfel in Form einer natürlichen Pyramide auf, der der Göttin Hathor geweiht war. Und die Abgeschiedenheit sollte vor Grabräubern schützen, die die alten Pyramiden längst geplündert hatten. Genützt hat das wenig, fast alle Gräber wurden schon im Altertum ausgeraubt.
Arabisch heißt der Ort Wadi al-Muluk, wörtlich das Wadi der Könige, ein trockenes Flusstal. Es teilt sich in ein Osttal, in dem fast alle Besucher unterwegs sind, und ein Westtal mit nur wenigen Gräbern. Das Ministerium zählt mehr als sechzig Gräber, dazu rund zwanzig unvollendete Schächte. Jedes Grab hat eine Nummer mit dem Kürzel KV für Kings’ Valley, Tutanchamun etwa liegt in KV62. Unter den Bestatteten sind nicht nur Könige, sondern auch Angehörige der Familie und einige hohe Beamte.
Tickets und Zusatzgräber
| Ticket | Preis Erwachsene (Stand November 2026) | Studierende | Was du bekommst |
|---|---|---|---|
| Grundticket Tal der Könige | 750 EGP | 375 EGP | Zugang zum Tal und zu drei geöffneten Gräbern nach Wahl |
| Tutanchamun (KV62) | 700 EGP | 350 EGP | kleines Grab mit Mumie und Sarkophag |
| Ramses VI. (KV9) | 220 EGP | 110 EGP | lange Gänge, sehr gut erhaltene Deckenbilder |
| Sethos I. (KV17) | 2.000 EGP | 2.000 EGP | längstes und reichstes Grab im Tal |
Die Preise und Öffnungszeiten nennt das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer, geöffnet ist täglich von 6 bis 17 Uhr. Dass das Grundticket für drei Gräber gilt, ist seit Jahren gängige Praxis, das Ministerium schreibt es auf seiner Seite aber nicht ausdrücklich dazu. Am Eingang hängt eine Tafel, welche Gräber gerade offen sind. Die Auswahl wechselt, weil einzelne Gräber zur Schonung oder Restaurierung geschlossen werden. Kauf alle Zusatztickets gleich an der Hauptkasse, im Tal selbst kannst du nichts nachkaufen. Bezahlt wird meist mit Karte.
Gut zu wissen: Ganz in der Nähe, an der Straße zum Tal, steht das Grabungshaus von Howard Carter, der Tutanchamun 1922 fand. Der Eintritt kostet 220 EGP (Stand November 2026). Ein kurzer Halt, wenn du dich für die Geschichte der Entdeckung interessierst.
Welche Gräber lohnen sich?
Das Grab des Tutanchamun ist das berühmteste und gleichzeitig eines der kleinsten. Bemalt ist nur die Grabkammer, die übrigen Räume sind schlicht. Laut Ministerium liegt das wohl daran, dass der junge König nur rund neun Jahre regierte und das Grab vermutlich gar nicht für ihn vorgesehen war. Du siehst die Mumie im Glaskasten und den Steinsarkophag. Die rund 5000 Fundstücke stehen heute im Grand Egyptian Museum bei Kairo. Lohnt sich das Extraticket? Für den Moment am Sarkophag ja, für die Kunst eher nicht.
Das Grab Sethos’ I., des Vaters von Ramses II., ist eines der längsten und tiefsten im Tal und das erste, das vollständig dekoriert wurde. Die Farben sind fein, die Grabkammer hat als erste ein Gewölbe mit Sternbildern an der Decke. Für 2.000 EGP ist es das teuerste Ticket an einer Stätte in Luxor. Es lohnt sich für alle, die ägyptische Kunst wirklich interessiert und die wenig Gedränge schätzen, weil sich hier weniger Menschen hineinwagen.
Ramses VI. ist der gute Kompromiss zwischen beiden. Für 220 EGP gehst du durch einen schnurgeraden Gang hinab, dessen Decken komplett mit astronomischen Szenen und Himmelsbüchern bemalt sind. Viele finden es eindrucksvoller als Tutanchamun.
Mit dem Grundticket wählst du drei Gräber aus der aktuellen Liste. Häufig sind Gräber der Ramessidenzeit darunter, mit langen, gut beleuchteten Gängen. Achte auf die Treppen: Manche Gräber, etwa das von Thutmosis III. weit hinten im Tal, liegen hoch im Fels und verlangen steile Metalltreppen und gebückte Gänge.
So läuft der Besuch ab
Taxis und Busse halten am Besucherzentrum unterhalb des Tals. Dort sind Kasse, Toiletten und ein großes Modell des Tals mit allen Gräbern, das dir einen guten Überblick gibt. Vom Parkplatz bis zu den Gräbern sind es noch einige hundert Meter. Eine kleine Bahn mit offenen Wagen fährt hinauf, für sie zahlst du in der Regel einen kleinen Betrag extra. Zu Fuß geht es auch, im Sommer ist das aber keine gute Idee.
Im Tal zeigst du an jedem Grab dein Ticket, ein Wächter entwertet es. Drinnen ist es eng, oft warm und feucht, Holzböden und Glasscheiben schützen die Wände. Pro Grab brauchst du 10 bis 20 Minuten, Sethos I. auch länger. Insgesamt solltest du mit zwei bis drei Stunden rechnen. Wenn ein Wächter anbietet, dich in eine abgesperrte Ecke zu lassen oder ein Foto von dir zu machen, erwartet er Bakschisch. Du kannst freundlich ablehnen.
Typischer Fehler: Erst gegen 10 Uhr ankommen, weil die Tour so geplant ist. Dann stehen die Busse aus Hurghada und von den Nilschiffen schon da, vor Tutanchamun bildet sich eine Schlange, und die Sonne steht hoch über dem Talkessel. Um 6 Uhr ist es leer und angenehm.
Beste Zeit, Fotos und was du mitnimmst
Fotografieren für private Zwecke ist in Ägypten an öffentlichen Orten ohne Gebühr erlaubt, auch mit dem Handy in den meisten Gräbern. Blitz ist tabu, weil er die Farben schädigt, Stative und professionelle Ausrüstung brauchen eine Genehmigung. Die Regeln für einzelne Gräber können sich ändern, frag im Zweifel am Eingang nach. Ein Weitwinkel hilft in den engen Gängen mehr als ein Zoom.
Die beste Zeit für den Besuch ist die erste Stunde nach der Öffnung. Um 6 Uhr liegt der Talboden noch im Schatten der Berge, die Wächter schließen gerade auf, und vor den Gräbern wartet niemand. Wer am Ostufer wohnt, bricht dafür gegen 5.15 Uhr auf. Die zweitbeste Zeit ist der späte Nachmittag ab etwa 15.30 Uhr, wenn die meisten Gruppen weg sind. Dann bleibt dir allerdings nur gut eine Stunde bis zum Schluss.
Das Tal ist ein Hitzekessel. Selbst im Januar wird es mittags warm, von Mai bis September ist ein Besuch nach 10 Uhr eine Qual. Die Monate mit dem angenehmsten Klima findest du bei der besten Reisezeit für Ägypten. Was du dabeihaben solltest:
- mindestens einen Liter Wasser pro Person
- Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme
- feste Schuhe für Treppen und Schotter
- kleines Bargeld für Bahn und Toiletten, Karte für die Tickets
Lohnt sich das Tal der Könige, und was gibt es daneben?
Ja, auch wenn die Ankunft ernüchtert. Die Wandmalereien in den Gräbern zählen zum Besten, was die ägyptische Kunst hinterlassen hat, und nirgends sonst stehst du so nah an Bildern, die über 3000 Jahre alt sind. Enttäuscht sind meist nur diejenigen, die Schätze erwarten, denn die liegen in Kairo.
Wenn dir Gedränge und Preise zu viel sind, gibt es am selben Ufer gute Ergänzungen. Im Tal der Königinnen liegen Gräber von Königinnen und Prinzen, darunter das der Nefertari mit eigenem, teurem Ticket. Die Gräber der Beamten zeigen Alltagsszenen statt Götterwelten, und im Arbeiterdorf Deir el-Medina siehst du, wo die Handwerker der Königsgräber lebten. Alles dazu steht beim Totentempel der Hatschepsut und dem Westufer. Wenn du noch einen zweiten Tag hast, gehört er den Tempeln von Karnak und Luxor.
Häufige Fragen
Wie viele Gräber gibt es im Tal der Könige?
Laut ägyptischem Altertümerministerium mehr als sechzig, dazu rund zwanzig unfertige Schächte, die kaum mehr als Gruben sind. Geöffnet ist davon immer nur ein Teil, weil die Gräber wechselnd restauriert und geschont werden. Welche gerade zugänglich sind, steht auf einer Tafel am Eingang. Für einen Besuch reichen drei bis fünf Gräber völlig, danach verschwimmen die Eindrücke.
Liegt Tutanchamun noch in seinem Grab?
Ja. Die Mumie liegt in einem klimatisierten Glaskasten in der Vorkammer, der vergoldete äußere Sarg ruht im Steinsarkophag der Grabkammer. Die berühmten Funde, von der Goldmaske bis zu Streitwagen und Möbeln, sind dagegen nicht im Tal, sondern im Grand Egyptian Museum bei Gizeh ausgestellt. Wer beides sehen will, plant die Gräber in Luxor und das Museum in Kairo.
Brauche ich für das Tal der Könige einen Guide?
Nicht unbedingt. Du kannst Tickets selbst kaufen und die Gräber auf eigene Faust besuchen. Ein Guide hilft vor allem, die Bilder und Texte zu verstehen. Er erklärt meist vor dem Eingang, weil drinnen kein Platz für Gruppen ist. Wer allein geht, liest vorher die Grundzüge nach, sonst bleiben die Wände eine schöne, aber stumme Bilderflut.
Wie heiß ist es im Tal der Könige?
Heißer als in der Stadt. Das Tal ist ein Kessel aus hellem Fels, der die Sonne zurückwirft, Schatten gibt es kaum. Selbst im Winter wird es gegen Mittag warm, im Sommer klettern die Werte weit über 40 Grad. In den Gräbern ist es nicht kühler, sondern stickig und feucht. Geh früh, trink viel und mach nach jedem Grab eine kurze Pause.




