Aufgeschichtete Steintürme stehen am Kieselstrand von Çıralı, dahinter erhebt sich ein bewaldeter Felsberg über dem Meer bei Olympos.

Reiseziel · Türkei

Olympos und Çıralı: Ruinen am Strand und die Chimaira

Olympos ist eine antike Hafenstadt, deren Ruinen im Wald an einem Bach bis zum Strand reichen, nebenan liegt das ruhige Pensionsdorf Çıralı. Der Eintritt kostet Stand November 2026 laut Kulturministerium 10 Euro. Abends steigst du in einer halben Stunde zur Chimaira hinauf, wo seit der Antike Gasflammen aus dem Fels brennen.

Aktueller Hinweis zu Olympos und Çıralı: Für die Grenzgebiete zu Syrien und Irak rät das Auswärtige Amt von allen nicht zwingend erforderlichen Reisen ab. Für die übrigen Landesteile gelten die allgemeinen Sicherheitshinweise. Gültig seit 20. Oktober 2026, geprüft am 6. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

LageWestküste der Bucht von Antalya, rund 80 km südwestlich der Stadt
Eintritt Olympos10 Euro, Kinder unter 8 frei (Stand November 2026)
ÖffnungszeitenWinter 8 bis 17 Uhr, Sommer 8 bis 19 Uhr
ChimairaAufstieg rund 30 Minuten, am schönsten nach Sonnenuntergang
WohnenPensionen in Çıralı und im Tal von Olympos
Beste ZeitApril bis Juni, September bis Oktober
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Olympos fühlt sich nicht an wie eine Ausgrabung, sondern wie ein Spaziergang durch einen verwilderten Garten. Mauern, Tore und Sarkophage stehen zwischen Lorbeer, Feigen und Oleander, ein Bach fließt mitten hindurch und mündet nach ein paar hundert Metern ins Meer. Nebenan liegt Çıralı, ein Dorf aus Pensionen und Obstgärten hinter einem langen Strand, auf dem nachts Meeresschildkröten ihre Eier ablegen. Und über allem brennt am Berg die Chimaira.

Wer Olympos in der Türkei sucht, sucht meist genau diese Mischung aus Antike, Strand und Ruhe. Große Hotels gibt es hier nicht, weil die Küste als Schutzgebiet und Ausgrabung streng geregelt ist. Wie die Gegend zu den übrigen Zielen im Land passt, steht beim Türkei Urlaub.

Olympos oder Kemer?

Olympos liegt an derselben Küste wie Kemer, etwa eine Dreiviertelstunde weiter südlich, ist aber ein ganz anderer Ort. Kemer ist ein ausgebauter Badeort mit Marina, Promenade und Hotelzonen. In Çıralı gibt es eine schmale Straße, Pensionen in Gärten und abends Grillen und Meeresrauschen. Für einen Tagesausflug kannst du Olympos von Kemer aus gut besuchen. Wer aber Ruhe sucht und nicht auf Animation und Shopping angewiesen ist, wohnt besser gleich hier.

Çıralı und Olympos Kemer
Unterkunft Pensionen, kleine Hotels, Bungalows große Hotels, Resorts
Abends ruhig, Lokale am Strand Bars, Clubs, Promenade
Strand langer Kiesstrand, Schildkrötennester Kiesstrände vor Hotels
Ohne Auto eingeschränkt, aber zu Fuß viel erreichbar gut, Busse nach Antalya

Die antike Stadt im Bachtal

Wann Olympos gegründet wurde, ist laut Kulturministerium nicht bekannt. Sicher ist, dass die Stadt im 2. Jahrhundert vor Christus zum Lykischen Bund gehörte und dort zu den sechs Städten mit drei Stimmen zählte. Danach diente sie Piraten als Stützpunkt, bis Rom 67 vor Christus die Seeräuber an dieser Küste niederwarf. Im Jahr 130 nach Christus kam Kaiser Hadrian zu Besuch.

Auf dem Rundgang siehst du an der Südseite des Bachs eine hellenistische Mauer aus Vielecksteinen und ein kleines, stark beschädigtes Theater. Etwa 150 Meter vom Strand entfernt steht das Tor eines Tempels, das laut Ministerium Kaiser Mark Aurel gewidmet war. Am auffälligsten sind die Gräber: Auf dem Sarkophag des Kapitäns Eudemos sind sein Name und sein Schiff eingemeißelt. Mosaikböden und Reste von Kirchen und Bädern zeigen, dass die Stadt bis ins Mittelalter bewohnt blieb.

Der Weg durch das Gelände ist teilweise schattig, im Sommer steht aber feuchte Hitze im Tal, und es gibt Mücken. Plane eineinhalb bis zwei Stunden ein und kombiniere den Rundgang mit einem Bad am Ende. Der Eintritt kostet laut Ministerium 10 Euro, Kinder unter acht Jahren sind frei. Geöffnet ist im Winter von 8 bis 17 Uhr, im Sommer bis 19 Uhr, die Kasse schließt eine halbe Stunde vorher (Stand November 2026). Den Museum Pass The Mediterranean für sieben Tage, der laut Ministerium für über 40 Stätten der Provinz Antalya und der Nachbarprovinzen gilt, kannst du an der Kasse vorzeigen.

Typischer Fehler: Mit Flipflops und ohne Wasser in die Ruinen. Der Weg führt über Steine und durch den Bach, Schatten gibt es nur abschnittsweise. Feste Sandalen und eine Flasche Wasser machen den Unterschied.

Çıralı: Strand und Schildkröten

Çıralı ist das Dorf nördlich der Ruinen. Sein Strand zieht sich vom Bach von Olympos bis an die Felsen im Norden, mit Kies und grobem Sand und klarem, schnell tiefem Wasser. Er ist ein Brutplatz der Unechten Karettschildkröte. Von Mai bis in den Herbst sind Nester mit Stäben markiert, nachts gilt Ruhe am Strand. Halte Abstand, lass kein Licht brennen und nimm deinen Müll mit. Die Regeln an anderen Brutstränden des Landes findest du bei Strände in der Türkei.

Im Dorf gibt es keine Promenade, sondern einen Weg hinter dem Strand mit Pensionen, Gärten und einigen Lokalen. Abends gibt es oft Fisch vom Grill und Mezze unter Orangenbäumen. Die Unterkünfte sind einfach bis gehoben, große Anlagen fehlen. Für Familien ist das entspannt, weil kaum Verkehr herrscht.

Die zweite Unterkunftszone liegt im Tal von Olympos selbst, an der Straße, die vom Berg zum Eingang der Ruinen hinunterführt. Bekannt wurde sie durch einfache Holzhütten und sogenannte Baumhäuser für Rucksackreisende, heute stehen dort auch Bungalows und kleine Hotels. Das Tal ist geselliger und jünger als Çıralı, abends sitzen viele an langen Tischen zusammen. Zum Strand läufst du von hier durch das Grabungsgelände. Wer lieber ohne Umweg am Meer wohnt und früh ins Bett geht, nimmt Çıralı.

Die Chimaira: Flammen am Berg

Oberhalb von Çıralı brennen an einem Hang aus Spalten im Gestein kleine Flammen, gespeist von Gas aus dem Untergrund. Die Stelle heißt auf Türkisch Yanartaş. In der Antike verband man sie mit der Sage vom Ungeheuer Chimaira, das hier vom Helden Bellerophon besiegt worden sein soll. Das ist eine Legende, aber eine, die zum Ort passt: Im Dunkeln wirkt der Hang mit den Dutzenden Flämmchen tatsächlich unwirklich.

Vom Parkplatz am Ende der Straße führt ein gepflasterter Weg mit Stufen den Hang hinauf, rechne mit einer knappen halben Stunde. Am Eingang wird ein kleiner Eintritt verlangt, den aktuellen Betrag siehst du vor Ort. Geh in der Dämmerung los, dann siehst du den Weg noch und oben die Flammen im Dunkeln leuchten. Für den Rückweg brauchst du eine Taschenlampe. Von der Ortsmitte in Çıralı sind es bis zum Parkplatz einige Kilometer, viele fahren mit dem Taxi oder dem Rad.

Wandern, Adrasan und der Lykische Weg

Durch die Berge rund um Olympos und Çıralı führt der Lykische Weg. Ein beliebter Abschnitt verbindet Çıralı mit dem Tahtalı-Gebiet, ein anderer geht von Adrasan über das Kap Gelidonya Richtung Olympos. Für eine Tageswanderung reichen Teilstücke, für die ganze Strecke brauchst du Erfahrung, Zeit und Vorräte. Im Sommer gehst du nur früh am Morgen, die Hänge sind steil und sonnig.

Adrasan liegt eine Bucht weiter südlich, mit einem breiten Strand und Bootsfahrten zu kleinen Inseln. Wer an der Küste weiter nach Westen will, fährt in gut zwei Stunden nach Kaş.

Anreise, Reisezeit und praktische Hinweise

Vom Flughafen Antalya fährst du rund eineinhalb Stunden über die Küstenstraße D400 durch Antalya hindurch und an Kemer vorbei. Von der Hauptstraße zweigen zwei Straßen ab: eine ins Tal von Olympos mit seinen Pensionen, eine nach Çıralı. Beide sind steil und kurvig. Mit dem Mietwagen bist du flexibel, Hinweise zu Straßen und Tankstellen stehen bei Mietwagen in der Türkei.

Die beste Reisezeit sind April bis Juni und September bis Oktober. Im Juli und August ist es heiß und schwül, die Ruinen und der Aufstieg zur Chimaira sind dann nur morgens oder abends angenehm. Im Winter schließen viele Pensionen, das Dorf ist dann sehr still. Geldautomaten und Läden sind im Ort rar, nimm etwas Bargeld in Lira mit.

Häufige Fragen

Was ist die Chimaira bei Çıralı?

Ein Berghang oberhalb von Çıralı, an dem aus Spalten im Fels seit der Antike kleine Flammen brennen. Gespeist werden sie von Gas, das aus dem Untergrund austritt. Die Griechen verbanden den Ort mit der Sage vom Helden Bellerophon, der hier das feuerspeiende Ungeheuer Chimaira besiegt haben soll. Auf Türkisch heißt die Stelle Yanartaş, brennender Stein.

Kann man in Olympos baden?

Ja. Die Ruinen reichen bis an einen Kiesstrand, der nahtlos in den langen Strand von Çıralı übergeht. Das Wasser ist klar und fällt schnell ab. Wer vom Tal aus kommt, läuft durch das Grabungsgelände zum Meer und zahlt deshalb in der Regel den Eintritt. Von Çıralı aus gehst du am Strand entlang bis zur Flussmündung, dort beginnen die Ruinen.

Wie kommt man ohne Auto nach Olympos?

Busse auf der Küstenstraße zwischen Antalya und Kaş halten an den Abzweigungen nach Olympos und nach Çıralı. Von dort fahren in der Saison Minibusse ins Tal hinunter, sonst bleibt ein Taxi. Die Straße ist steil und kurvig. Ohne Auto bist du dann im Ort gebunden, was in Çıralı aber kaum stört, weil Strand, Ruinen und Chimaira zu Fuß erreichbar sind.

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Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

Türkiye Müzeleri: Antalya Olympos Archaeological Site (Eintritt, Öffnungszeiten, Geschichte, Yanartaş).

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.