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Zwischen Luxor und Assuan liegen zwei Tempel, die fast jeder sieht, der auf dem Nil unterwegs ist. Der Edfu Tempel ist dem Falkengott Horus geweiht und so vollständig erhalten wie kaum ein anderer in Ägypten, mit Dach, Pylon und Heiligtum. Kom Ombo steht auf einer Anhöhe direkt am Fluss und ist zwei Göttern zugleich geweiht. Beide stammen aus der Zeit der Ptolemäer, als griechische Könige Ägypten regierten, und beide wirken ganz anders als die älteren Tempel in Luxor. Hier findest du, was du in Edfu und Kom Ombo siehst, was der Eintritt kostet, wie die Anfahrt per Schiff oder Auto klappt und Tipps gegen Hitze und Gedränge. Wie beide in eine Reise durch das Land passen, zeigt die Ägypten-Übersicht.
Edfu: der Tempel des Horus
Laut ägyptischem Ministerium für Tourismus und Altertümer begann der Bau 237 vor Christus unter Ptolemaios III. und wurde 57 vor Christus unter Ptolemaios XII. abgeschlossen. Danach verschwand der Tempel über Jahrhunderte unter dem Schutt der Siedlung, die auf und um ihn herum wuchs. Genau das hat ihn gerettet. Als der französische Archäologe Auguste Mariette ihn 1860 freilegte, waren Mauern, Decken und Reliefs außergewöhnlich gut erhalten.
Der Rundgang folgt dem klassischen Aufbau eines ägyptischen Tempels, und nirgends kannst du ihn so gut nachvollziehen wie hier:
- Der Pylon, das riesige Eingangstor, zeigt Ptolemaios XII., wie er seine Feinde erschlägt. Davor stehen zwei Granitstatuen des Horus als Falke, eine davon ist das beliebteste Fotomotiv des Tempels.
- Dahinter liegt ein großer Hof mit Säulen, deren Kapitelle als Pflanzen gestaltet sind.
- Es folgen zwei Säulenhallen. In der ersten zeigen Reliefs die Gründung des Tempels, in der zweiten die Fahrt des Horus in seiner heiligen Barke, begleitet von der Göttin Hathor.
- Am Ende liegt das Heiligtum, in dem das Kultbild des Gottes stand. Hier wird es dunkel und still, und du spürst, wie der Tempel vom hellen Hof zum geschlossenen Allerheiligsten hin immer enger wurde.
Nimm dir Zeit für den Umgang zwischen Tempel und Umfassungsmauer. Die Wände sind dort bis oben mit Inschriften und Szenen bedeckt, und meist ist es dort ruhiger als in den Hallen.
Kom Ombo: ein Tempel für zwei Götter
Der Name verbindet laut Ministerium das arabische Kum für Hügel mit dem altägyptischen Nubt, was als goldene Stadt gedeutet wird. Der Tempel ist zwei Göttern geweiht, dem Krokodilgott Sobek und dem Falkengott Haroeris, einer Form des älteren Horus. Deshalb hat er etwas, das du in Ägypten sonst kaum siehst: zwei parallele Achsen durch alle Hallen, zwei Eingänge und zwei Heiligtümer. Die rechte, südliche Hälfte gehört Sobek, die linke, nördliche Haroeris.
Gebaut wurde er in griechisch-römischer Zeit, der früheste Königsname ist der von Ptolemaios VI., den Großteil des Schmucks ließ Ptolemaios XII. anbringen. Er ist stärker zerstört als Edfu, die Säulen mit ihren Kapitellen und viele Reliefs sind aber gut erhalten. Such an der Rückwand nach einer Szene aus römischer Zeit, die Gegenstände zeigt, in denen viele chirurgische Instrumente sehen. Dazu kommen Kalender mit Festen und Ritualen. Gleich daneben zeigt ein kleines Museum mumifizierte Krokodile aus der Umgebung.
Kom Ombo ist laut Ministerium bis 21 Uhr geöffnet. Am späten Nachmittag und abends, wenn der Tempel beleuchtet ist und das Licht über dem Fluss wechselt, ist er am schönsten. Viele Schiffe legen genau dann an.
Tickets und Öffnungszeiten
| Tempel | Erwachsene (Stand November 2026) | Studierende | Öffnungszeiten | Zeitbedarf |
|---|---|---|---|---|
| Edfu | 550 EGP | 275 EGP | täglich 7 bis 17 Uhr, sonntags und mittwochs ab 6 Uhr | 1,5 bis 2 Stunden |
| Kom Ombo | 450 EGP | 225 EGP | täglich 7 bis 21 Uhr | etwa 1 Stunde |
Die Angaben stammen vom ägyptischen Ministerium für Tourismus und Altertümer. Für Kom Ombo nennt es außerdem Parkgebühren für Fahrzeuge, die bei Touren meist im Preis stecken. Fotografieren für private Zwecke ist ohne Gebühr erlaubt, Stative und professionelle Ausrüstung brauchen eine Genehmigung. Bezahlt wird an vielen Kassen inzwischen mit Karte.
Mit dem Schiff: so laufen die Stopps ab
Fast jede Nilkreuzfahrt hält an beiden Tempeln. In Edfu legen die Schiffe meist am frühen Morgen an. Vom Anleger fährst du mit einer Pferdekutsche oder einem Bus zum Tempel, die Fahrt durch die Stadt dauert ein paar Minuten. Die Kutschen sind ein eingespieltes Geschäft: Der Preis ist bei Schiffsgästen oft schon geregelt, trotzdem bitten die Kutscher am Ende um Bakschisch. Kläre vorher mit deinem Guide, was üblich ist. Und schau dir die Pferde an, ihr Zustand ist nicht immer gut.
Kom Ombo liegt direkt am Ufer, du gehst vom Schiff zu Fuß hinauf. Der Halt ist meist kurz, eine Stunde bis anderthalb, und oft am späten Nachmittag. Wenn mehrere Schiffe gleichzeitig anlegen, wird es im Tempel voll. Dann lohnt es sich, zuerst den Umgang hinter dem Tempel und das Museum zu besuchen und die Hallen erst danach.
Typischer Fehler: In Edfu mit der ganzen Schiffsgruppe den Hof betreten und dann den Rest der Zeit im Gedränge des Pylons verbringen. Geh als Erstes bis ins Heiligtum durch und arbeite dich zurück. Die Gruppen kommen dir entgegen, und die letzten Räume hast du fast für dich.
Auf der Straße: Edfu und Kom Ombo mit dem Auto
Wer nicht mit dem Schiff reist, verbindet beide Tempel mit der Fahrt zwischen Luxor und Assuan. Mit einem Fahrer für den ganzen Tag brauchst du für die Strecke reine Fahrzeit von vier bis fünf Stunden, mit den Tempeln einen langen Tag. Edfu liegt ungefähr auf halbem Weg, Kom Ombo rund 45 Kilometer vor Assuan. Am besten startest du früh in Luxor, bist am Vormittag in Edfu und am späten Nachmittag in Kom Ombo. Unterwegs passt noch der Chnum-Tempel von Esna, dessen Decken nach Restaurierungen wieder kräftige Farben zeigen.
Mit dem Zug kommst du nach Edfu und Kom Ombo, die Bahnhöfe liegen aber ein Stück außerhalb, und vom Bahnhof brauchst du ein Taxi. Für die meisten ist der Fahrer die bequemere Wahl. Was Zug, Fahrer und Flug kosten und wie du buchst, steht bei Unterwegs in Ägypten.
Beste Zeit, Hitze und Andrang
Edfu ist am frühen Morgen am angenehmsten, bevor die Schiffsgruppen eintreffen und die Sonne auf den offenen Hof brennt. In den Hallen ist es zwar schattig, aber stickig. Kom Ombo gehört dagegen in den späten Nachmittag. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann die Zeiten so legen, dass er gerade dann ankommt, wenn die Schiffe wieder ablegen. Von Oktober bis April ist das Klima mild, im Sommer sind auch hier über 40 Grad üblich, und dann bleibt dir nur der Morgen.
Auf der Strecke liegen außerdem kleinere Stätten, an denen vor allem Dahabiyas halten, etwa die antiken Sandsteinbrüche von Gebel el-Silsila und die Felsgräber von Elkab. Dort ist selten viel los, die Eintritte erfragst du vor Ort. Für einen Halt mit dem Auto lohnen sie sich nur, wenn du ohnehin viel Zeit hast.
Lohnt sich das, und welcher ist schöner?
Ja, beide lohnen sich, und sie ergänzen sich gut. Edfu ist der Tempel für das Verständnis: Nirgendwo sonst gehst du so vollständig vom Tor bis ins Heiligtum durch einen erhaltenen Bau. Kom Ombo ist der Tempel für die Stimmung, mit dem Fluss im Hintergrund und dem Licht am Abend. Wenn du nur einen schaffst, nimm Edfu.
Wer vorher in Karnak war, merkt den Unterschied sofort: Dort stehen Ruinen aus fast 2000 Jahren nebeneinander, hier wirkt alles wie aus einem Guss. Den Abschluss der Reise in den Süden bildet Assuan mit Philae, dem dritten großen Tempel aus ptolemäischer Zeit. In Richtung Norden führt der Weg zurück nach Luxor.
Häufige Fragen
Wie alt ist der Tempel von Edfu?
Der heutige Bau wurde laut ägyptischem Altertümerministerium 237 vor Christus unter Ptolemaios III. begonnen und 57 vor Christus unter Ptolemaios XII. vollendet, nach 180 Jahren Bauzeit. Er ist damit rund 2200 Jahre alt und deutlich jünger als Karnak oder der Tempel der Hatschepsut. An derselben Stelle standen schon früher Heiligtümer des Horus, von denen aber kaum etwas erhalten ist.
Was bedeutet der Name Edfu?
Der arabische Name Idfu geht über das Koptische auf den altägyptischen Ortsnamen Djeba zurück. Die Griechen nannten die Stadt Apollinopolis Magna, weil sie den Falkengott Horus mit ihrem Apollon gleichsetzten. Wer in Büchern über Edfu liest, begegnet außerdem dem Namen Behdet, einer weiteren alten Bezeichnung für den Kultort des Horus.
Was gibt es in Edfu außer dem Tempel zu sehen?
Ehrlich gesagt wenig. Edfu ist eine ägyptische Landstadt mit Markt, Verkehr und Zuckerrohrfeldern ringsum, ohne weitere große Sehenswürdigkeiten. Wer mit dem Schiff kommt, fährt meist nur vom Anleger zum Tempel und zurück. Auf der Straße lohnt sich Edfu als Halt von ein bis zwei Stunden, nicht als Übernachtungsort. Dafür wohnst du besser in Luxor oder Assuan.
Gibt es in Kom Ombo noch Krokodile?
Lebende Krokodile gibt es am Tempel nicht, der Nil unterhalb des Hochdamms ist für sie seit Langem kein Lebensraum mehr. Der Gott Sobek, dem eine Hälfte des Tempels geweiht ist, wurde aber als Krokodil verehrt, und in der Gegend fand man mumifizierte Tiere. Einige davon zeigt ein kleines Museum direkt neben dem Tempel. Seine Öffnungszeiten prüfst du am besten vor Ort.




