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Der Luxor-Tempel liegt mitten in der Stadt, zwischen Corniche, Souk und Wohnhäusern, und du siehst ihn schon, bevor du hineingehst. Das macht ihn zum einfachsten Tempelbesuch in Luxor: kein Fahrer, keine Fähre, kein früher Start. Am schönsten ist er am späten Nachmittag, wenn das Licht den Sandstein orange färbt, und am Abend, wenn Strahler die Säulen von unten beleuchten. Diese Seite führt dich vom Eingang an der Sphinx-Allee bis ins Allerheiligste, erklärt, was du an den Wänden entdeckst, wie Eintritt und Abendbesuch funktionieren und wann es leer ist. Die Planung für beide Ufer steht im Reiseführer zu Luxor.
Der Tempel hängt eng mit Karnak zusammen, drei Kilometer weiter nördlich. Wie beide Anlagen über das Opet-Fest verbunden sind und wie du sie an einem Tag kombinierst, steht auf der Seite zum großen Nachbarn. Hier geht es um den Luxor-Tempel allein.
Eintritt, Öffnungszeiten und Ablauf
| Ticket | Erwachsene (Stand November 2026) | Studierende | Öffnungszeiten |
|---|---|---|---|
| Luxor-Tempel | 500 EGP | 250 EGP | täglich 6 bis 20 Uhr |
Die Preise und Zeiten nennt das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer. An den Kassen in Luxor wurde die Kartenzahlung früh eingeführt, nimm also eine Kreditkarte mit. Bargeld in kleinen Scheinen brauchst du trotzdem für Toiletten und Trinkgeld in Ägypten, das Wächter für gezeigte Ecken erwarten.
Der Eingang liegt an der Nordseite neben dem Beginn der Sphinx-Allee. Nach der Ticketkontrolle gehst du ein Stück an den Sphingen entlang und stehst dann vor dem großen Pylon. Der Weg durch den Tempel ist eine gerade Achse vom Pylon bis zum Allerheiligsten, gut 250 Meter lang. Zurück gehst du denselben Weg.
Der Rundgang vom Pylon bis zum Allerheiligsten
- Sphinx-Allee vor dem Tempel: Die Sphingen mit Menschenköpfen an diesem Abschnitt ließ Nektanebos I. im 4. Jahrhundert vor Christus aufstellen, rund tausend Jahre nach dem Bau des Tempelkerns.
- Pylon des Ramses II.: das große Tor mit zwei Türmen. Auf der Außenseite erzählen Reliefs von der Schlacht bei Kadesch gegen die Hethiter. Davor stehen Kolossalstatuen des Königs und der verbliebene Obelisk.
- Hof des Ramses II.: ein Säulenhof mit Statuen des Königs zwischen den Säulen. In der Ecke steht hoch über dem Boden die Moschee des Abu el-Haggag.
- Kolonnade des Amenophis III.: zwei Reihen mit je sieben Säulen von rund 16 Metern Höhe. An den Wänden dahinter ist der Festzug des Opet-Fests dargestellt.
- Sonnenhof des Amenophis III.: ein großer Hof mit doppelten Säulenreihen in Form von Papyrusbündeln, der am harmonischsten erhaltene Teil des Tempels.
- Säulensaal und Räume dahinter: ein Raum, den die Römer zum Heiligtum ihres Kaiserkults machten, mit Resten von Wandmalereien. Dahinter die Barkenkapelle Alexanders des Großen und der Geburtsraum.
Für die Achse brauchst du ohne Hast eine gute Stunde. Der Boden ist eben, aber mit Schwellen und Steinplatten, Kinderwagen kommen auf der Hauptachse durch.
Unser Rat: Geh erst bis ganz nach hinten ins Allerheiligste und arbeite dich dann zurück zum Pylon. So stehst du zum Sonnenuntergang im Hof des Ramses und siehst, wie das letzte Licht über den Pylon wandert.
Was du an den Wänden entdeckst
Im hinteren Teil steht eine kleine Kapelle aus Granit, in der das Kultbild in seiner Barke ruhte. Sie trägt den Namen Alexanders des Großen, der nach der Eroberung Ägyptens 332 vor Christus als Pharao dargestellt wurde, mit Krone und Opfergaben vor Amun. Kaum ein Ort zeigt so deutlich, wie fremde Herrscher die Bildsprache der Pharaonen übernahmen.
Nebenan liegt der Geburtsraum. Seine Reliefs erzählen, wie der Gott Amun die Mutter von Amenophis III. besucht und das Kind von Göttern geformt und begrüßt wird. Die Botschaft war politisch: Der König stammte direkt von Amun ab.
Im Sonnenhof wurde 1989 bei Arbeiten am Boden ein Versteck mit Dutzenden Statuen entdeckt, die Priester in der Antike dort vergraben hatten. Die schönsten Stücke stehen heute im Luxor-Museum an der Corniche, nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Wer sie nach dem Tempel sieht, erkennt den Hof wieder.
Auch die Moschee hat eine Geschichte, die bis heute lebt. Beim jährlichen Fest zu Ehren Abu el-Haggags ziehen Boote auf Wagen durch die Straßen, was viele an die Barkenprozession des Opet-Fests erinnert. Ob hier eine alte Tradition fortlebt, ist nicht sicher, die Ähnlichkeit fällt aber auf.
Abendbesuch: Licht, Andrang und Wetter
Der Luxor-Tempel ist die einzige große Stätte der Stadt, die nach Sonnenuntergang geöffnet hat. Im Winter geht die Sonne zwischen 17 und halb sechs unter, im Sommer gegen 19 Uhr. Geh etwa eine Stunde vorher hinein. Dann siehst du die Reliefs noch im Tageslicht, erlebst den Sonnenuntergang am Pylon und bleibst, bis die Strahler angehen und der Himmel tiefblau wird.
Am Morgen ist es leerer. Um 6 Uhr hast du den Tempel fast für dich, und das weiche Licht ist gut für Fotos ohne Menschen. Zwischen 10 und 15 Uhr wird es heiß und voll, weil viele Busse vom Roten Meer und Gruppen von den Schiffen kommen. Abends ist es wieder voller, aber entspannt, Familien aus Luxor spazieren dann zwischen den Säulen.
Von Mai bis September ist der Abend die einzige angenehme Zeit, tagsüber liegen die Temperaturen oft über 40 Grad. Von November bis Februar kann es nach Sonnenuntergang kühl werden, nimm eine dünne Jacke mit.
Die Sphinx-Allee Richtung Karnak
Vom Luxor-Tempel führte im Altertum eine rund 2,7 Kilometer lange, von Sphingen gesäumte Prozessionsstraße bis nach Karnak. Jahrzehntelang lag ein großer Teil davon unter Häusern und Straßen. Nach langen Grabungen wurde die Allee freigelegt und im November 2021 mit einer großen Feier wiedereröffnet. Den schönsten Abschnitt siehst du gleich am Eingang des Luxor-Tempels, wo die Sphingen in dichter Reihe stehen.
Ganz bis Karnak zu laufen ist möglich, lohnt sich aber nur an milden Tagen am frühen Morgen oder am Abend, mit Wasser und festen Schuhen. Unterwegs gibt es kaum Schatten. Wer Karnak und den Luxor-Tempel an einem Tag verbinden will, fährt die Strecke besser mit dem Taxi und nimmt sich nur ein Stück der Allee zu Fuß vor.
Typischer Fehler: Den Luxor-Tempel in der Mittagshitze zwischen Karnak und Mittagessen schieben, weil er so zentral liegt. Dann siehst du ihn im flachsten Licht des Tages, und sein größter Vorteil, die Öffnung bis in den Abend, bleibt ungenutzt.
Vor dem Tor: Händler, Kutschen und Kleidung
Rund um den Eingang warten Kutscher, Bootsleute und Männer, die sich als Führer anbieten oder dir Tickets „ohne Anstehen“ verkaufen wollen. Die echten Tickets gibt es nur an der offiziellen Kasse, Schlange stehen musst du dort selten lange. Ein freundliches, klares Nein reicht meist. Wer eine Kutsche zurück ins Hotel nehmen will, vereinbart den Preis für die ganze Strecke vor dem Einsteigen und schaut sich das Pferd vorher an.
Kleide dich wie in jeder Tempelanlage: leichte Stoffe, Schultern bedeckt, bequeme Schuhe. Die Moschee im Hof ist ein Gebetsort, dort gelten lange Kleidung und Zurückhaltung, und während des Gebets fotografierst du die Betenden nicht. Toiletten gibt es am Eingang, Getränke kaufst du besser vorher in der Stadt.
Wie der Tempel in deine Tage in Luxor passt
Ein bewährter Rhythmus: morgens das Westufer mit dem Tal der Könige und dem Totentempel der Hatschepsut, mittags Pause, am späten Nachmittag der Luxor-Tempel. Am nächsten Morgen Karnak, danach das Luxor-Museum mit den Statuen aus dem Versteck im Sonnenhof. Wer am ersten Morgen besonders früh aufsteht, kann vor dem Westufer noch die Ballonfahrt in Luxor einplanen und ist trotzdem rechtzeitig zum Abendlicht zurück.
Auf einer Nilkreuzfahrt legen die Schiffe oft direkt an der Corniche an, nur wenige Minuten vom Tempel. Frag nach, ob der Besuch im Programm am Abend liegt. Falls nicht, gehst du auf eigene Faust hinüber.
Häufige Fragen
Was unterscheidet den Luxor-Tempel vom Karnak-Tempel?
Karnak ist ein riesiger Komplex aus mehreren Bezirken, an dem rund 2000 Jahre gebaut wurde, mit der großen Säulenhalle als Höhepunkt. Der Luxor-Tempel ist kleiner, geschlossener und in gut einer Stunde zu erfassen. Er war das Ziel des jährlichen Opet-Fests, bei dem die Götterbilder aus Karnak hierher zogen. Karnak besuchst du am Morgen, den Luxor-Tempel am Abend, weil er als einzige große Stätte bis 20 Uhr geöffnet hat.
Gibt es in Luxor Pyramiden?
Nein. Die Pyramiden stehen im Norden des Landes bei Kairo, in Gizeh, Sakkara und Dahschur. In Luxor, dem antiken Theben, ließen sich die Könige des Neuen Reichs in Felsgräbern im Tal der Könige bestatten, die von außen kaum zu sehen sind. Als Ersatz für die Pyramide gilt manchen der markante Berggipfel über dem Tal, dessen Form an eine Pyramide erinnert.
Warum steht mitten im Luxor-Tempel eine Moschee?
Über Jahrhunderte war der Tempel mit Sand und Schutt bedeckt, auf dem ein Dorf entstand. Im Mittelalter wurde dort die Moschee des Abu el-Haggag gebaut, eines verehrten Gelehrten, der in Luxor lebte. Als Archäologen den Tempel im 19. Jahrhundert freilegten, blieb die Moschee stehen. Deshalb liegt ihre Tür heute mehrere Meter über dem Tempelboden. Sie ist bis heute ein Gebetsort.
Kann man im Luxor-Tempel nach Einbruch der Dunkelheit fotografieren?
Ja, die Anlage ist bis 20 Uhr geöffnet und abends mit Strahlern beleuchtet. Für Fotos mit dem Handy oder einer Kamera aus der Hand zahlst du nichts extra, ein Stativ brauchst du dagegen eine Genehmigung. Das Licht ist warm und von unten gerichtet, Reliefs wirken dadurch plastisch. Am besten gelingen Bilder in der halben Stunde nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel noch blau ist.




