Illustration: Giftun-Inseln

Sehenswürdigkeit · Ägypten

Giftun-Inseln: Schnorchelausflug ab Hurghada

Die Giftun-Inseln liegen eine knappe Bootsstunde vor Hurghada und sind das beliebteste Ziel für einen Schnorchelausflug an dieser Küste. Du fährst mit einem Tagesboot zu zwei oder drei Riffen, oft mit Badestopp an einem Strandclub wie Orange Bay. Klares Wasser und viele Fische sind fast garantiert, Ruhe nicht, denn in der Hauptsaison liegen viele Boote am selben Riff.

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Aktueller Hinweis zu Giftun-Inseln: Für den Nord-Sinai, das Grenzgebiet zu Israel (außer Taba) und entlegene Wüstengebiete besteht eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts; von individuellen Touren im Süd-Sinai wird abgeraten. Für Kairo, das Niltal und die Badeorte am Roten Meer gelten die allgemeinen Sicherheitshinweise. Gültig seit 29. September 2026, geprüft am 5. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

LageRotes Meer, wenige Kilometer östlich von Hurghada
InselnGiftun Kebir und Giftun Saghir
StatusSchutzgebiet, keine Hotels auf den Inseln
Bootsfahrtje nach Hafen und Boot 30 bis 60 Minuten
Dauer Ausflugmeist ganztags, etwa 8 bis 17 Uhr
Beste ZeitMärz bis November, morgens ruhigeres Wasser
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Vor der Küste von Hurghada liegen zwei flache, kahle Inseln aus Kalkstein und Sand: Giftun Kebir, die große, und Giftun Saghir, die kleine. An Land gibt es außer ein paar Stränden wenig. Unter Wasser dagegen umso mehr: Rund um die Inseln ziehen sich Korallenriffe mit klarem Wasser, Rifffischen, Muränen und manchmal Schildkröten. Die Giftun-Inseln sind deshalb das Ziel des klassischen Schnorchelausflugs ab Hurghada, und fast jedes Hotel und jede Agentur verkauft ihn. Hier steht, welche Arten von Touren es gibt, wie ein Tag abläuft, was du an Gebühren einplanst und wie du dich im Schutzgebiet richtig verhältst. Was Hurghada sonst ausmacht, von den Stadtteilen bis zum Klima, steht im Überblick zu Hurghada.

Was die Inseln besonders macht

Die Inseln gehören zu einem Schutzgebiet, das Bauprojekte, Fischerei und das Mitnehmen von Korallen oder Muscheln regelt. Laut der Umweltorganisation HEPCA aus Hurghada liegen mindestens 40 Prozent der Tauchplätze von Hurghada vor diesen Inseln. Sie zählt dort mehr als 196 Arten von Hart- und Weichkorallen und fast 800 Meeresarten, außerdem gelten die Strände als wichtiger Brutplatz für Grüne Meeresschildkröten.

Dass die Inseln heute noch weitgehend unbebaut sind, ist nicht selbstverständlich. 2004 war auf Giftun ein großes Ferienprojekt geplant. Nach Protesten von Tauchern und Umweltgruppen erließ der damalige Präsident ein Dekret, das das Schutzgebiet erhielt und weitere touristische Bebauung auf den großen Inseln im Roten Meer untersagte, bis Umweltstudien vorliegen. Was es auf den Inseln gibt, sind Strandclubs mit Liegen und Restaurants, die Boote tagsüber anfahren.

Welche Tour passt zu dir?

Tourtyp So läuft es Gut für Haken
Klassisches Schnorchelboot Ganztags, zwei bis drei Riffe, Mittagessen an Bord Schnorchler, Familien mit größeren Kindern große Gruppen, voller Zeitplan
Strandtour Orange Bay oder Mahmya Boot zum Strandclub, dazu ein bis zwei Schnorchelstopps Baden und Liegen am Sand in der Saison sehr voll
Speedboot Halbtags, schnelle Fahrt, kleine Gruppe wenig Zeit, wer früh los will teurer, bei Wellen unruhig
Tauchboot zwei Tauchgänge an den Riffen um die Inseln Taucher mit Schein für Schnorchler eher langweilig
Glasbodenboot, Halb-U-Boot kurze Fahrt mit Blick unter Wasser Nichtschwimmer, kleine Kinder kurz, wenig Riff

Die Unterschiede liegen weniger in den Inseln als in Bootsgröße, Gruppenzahl und Programm. Ein Boot mit 80 Gästen fühlt sich anders an als eines mit 20. Frag vor der Buchung nach der Gruppengröße, nach der Zahl der Stopps und danach, ob ein Strandbesuch oder nur Schnorcheln geplant ist.

Mit Kindern ist eine kürzere Bootstour oft die bessere Wahl. Acht Stunden auf einem vollen Boot, mit Wind, Sonne und mehreren Riffen, sind für Kleine lang. Eine Strandtour mit flachem Einstieg oder ein halber Tag mit dem Speedboot passt meist besser. Kinderwesten in kleinen Größen haben nicht alle Boote, frag vorher nach oder bring eine eigene mit. Weitere Ideen für Familien stehen bei Ägypten mit Kindern.

Welche Riffe angefahren werden

Die Namen der Schnorchelplätze rund um Giftun Kebir und Giftun Saghir hörst du an Bord, auf dem Papier stehen sie selten. Welche Stopps die Crew wählt, hängt vom Wind ab: Bei kräftigem Nordwind suchen die Boote die windgeschütztere Seite der Inseln, an ruhigen Tagen auch an exponiertere Riffkanten mit mehr Strömung und größeren Fischen. Ein guter Guide erklärt vor jedem Stopp, wo das Riff beginnt, wie tief es ist und wohin die Strömung zieht. Fehlt diese Einweisung, frag danach, bevor du ins Wasser gehst.

So läuft ein Ausflugstag

Meist holt dich ein Minibus zwischen 7.30 und 9 Uhr im Hotel ab und bringt dich zu einer Marina oder einem Anleger. Dort wartet das Boot, oft mit einer kurzen Sicherheitseinweisung und der Ausgabe von Maske, Schnorchel und Flossen. Die Fahrt zu den Inseln dauert je nach Ziel eine halbe bis eine Stunde.

An den Riffen macht das Boot an einer Boje fest, du gehst über die Badeleiter ins Wasser, und ein Guide schwimmt mit. Pro Stopp bleibst du etwa 45 Minuten bis eine Stunde im Wasser. Mittags gibt es meist ein Essen an Bord, oft Fisch, Reis, Salate und Obst. Bei Strandtouren verbringst du ein paar Stunden am Sand. Zurück an der Marina bist du am späten Nachmittag, gegen 16 bis 17 Uhr.

Das brauchst du für den Tag:

  • Sonnencreme, die du vor der Fahrt aufträgst, und ein langärmeliges Shirt für das Wasser
  • Handtuch, Kappe und Sonnenbrille, an Bord gibt es wenig Schatten
  • etwas Bargeld in Pfund für Getränke, Fotos und Bakschisch für die Crew
  • bei Neigung zu Seekrankheit eine Tablette vor dem Ablegen

Unser Rat: Nimm, wenn möglich, eine Tour, die früh ablegt. Am Morgen ist das Wasser oft glatter, die Sicht besser und die Riffe noch nicht von anderen Booten umringt. Ab Mittag frischt der Nordwind meist auf.

Gebühren und was im Preis steckt

Für die Schutzgebiete am Roten Meer erhebt das ägyptische Umweltministerium Gebühren. Bei Bootstouren sind sie meist im Preis enthalten, manchmal werden sie an Bord oder an der Marina separat eingesammelt. Die Höhe konnten wir nicht offiziell prüfen, frag deshalb vor dem Bezahlen, ob die Schutzgebietsgebühr inbegriffen ist. Dasselbe gilt für den Eintritt in Strandclubs wie Orange Bay oder Mahmya, der bei Strandtouren normalerweise im Paket steckt.

Weitere Posten, die oft extra kosten: Getränke außer Wasser, Fotos und Videos der Bordfotografen, Liegen oder Schirme an manchen Stränden und Ausrüstung in besserer Qualität. Trinkgeld für Crew und Guide ist üblich, Richtwerte findest du beim Trinkgeld in Ägypten.

Typischer Fehler: Den billigsten Ausflug bei einem Straßenverkäufer bar bezahlen. Dann fehlen oft Gebühren, Essen oder Strandeintritt, und auf dem Boot sitzen doppelt so viele Menschen wie versprochen. Buch über das Hotel oder einen Anbieter mit festem Büro und lass dir die Leistungen schriftlich geben.

Riffschutz und Sicherheit

Ein Schutzgebiet funktioniert nur, wenn die Besucher mitmachen. Die Regeln sind einfach: nichts anfassen, nicht auf den Korallen stehen, keine Muscheln, Korallen oder Steine mitnehmen und keine Fische füttern. Die Boote sollen an Bojen festmachen, statt Anker auf das Riff zu werfen. HEPCA betreut an dieser Küste solche Festmachbojen. Wenn eine Crew trotzdem ankert, darfst du nachfragen. Mehr dazu, wie du am Meer Rücksicht nimmst, steht beim nachhaltigen Reisen im Orient.

Zur Sicherheit an Bord rät das Auswärtige Amt, dich vor dem Ablegen selbst zu überzeugen, dass genug Schwimmwesten und Rettungsmittel da sind, weil es immer wieder schwere Unfälle mit Touristen- und Tauchbooten gab (Stand November 2026). Schau dir das Boot an, bevor du einsteigst. Im Wasser gilt: Bleib nah am Guide, trag bei Unsicherheit eine Schwimmweste und achte auf die Strömung an den Riffkanten. Kinder schnorcheln am besten mit Weste und an der Hand eines Erwachsenen.

Lohnt sich der Ausflug?

Ja, wenn dein Hotel kein gutes Hausriff hat. Für viele Urlauber in Hurghada ist der Tag an den Giftun-Inseln das erste Mal, dass sie ein lebendiges Riff sehen, und das Wasser ist hier klarer als an den meisten Stadtstränden. Enttäuscht sind vor allem diejenigen, die eine einsame Insel erwarten. In der Hauptsaison liegen an den bekannten Stopps oft viele Boote nebeneinander, und an den Strandclubs wird es voll.

Wer schon ein gutes Hausriff vor der Tür hat, etwa in Makadi Bay oder Sahl Hasheesh, braucht den Ausflug weniger dringend. Wer ruhigere Riffe sucht, bucht eine Tauchtour oder fährt in den Süden. Einen Vergleich der Reviere zwischen Hurghada, Marsa Alam, Sinai und Aqaba bietet der Ratgeber Tauchen im Orient.

Reisezeit: wann das Wasser am angenehmsten ist

Schnorcheln kannst du das ganze Jahr. Von Dezember bis Februar hat das Wasser aber nur etwa 22 Grad, und mit dem Wind an Deck wird es nach dem Schnorcheln schnell kühl, ein dünner Neoprenanzug hilft. Von März bis November ist es angenehmer, im Spätsommer mit etwa 28 Grad am wärmsten. Im Hochsommer brennt die Sonne auf dem Boot besonders stark. Die Monate im Überblick zeigt die beste Reisezeit für Ägypten.

Häufige Fragen

Wie lange fährt das Boot von Hurghada zu den Giftun-Inseln?

Mit einem normalen Ausflugsboot je nach Abfahrtshafen und Ziel etwa 30 bis 60 Minuten, mit dem Speedboot deutlich kürzer. Dazu kommen Abholung im Hotel und Wartezeit an der Marina, rechne also mit gut einer Stunde, bis du das erste Mal im Wasser bist. Bei starkem Nordwind kann die Fahrt ruppig werden, dann hilft ein Platz hinten im Boot.

Was ist der Unterschied zwischen Orange Bay und Mahmya?

Beide sind Strandclubs auf den Giftun-Inseln, die von privaten Betreibern geführt werden. Orange Bay ist größer und voller, mit vielen Booten, Musik und Liegen. Mahmya ist kleiner und ruhiger gestaltet. Für beide brauchst du eine passende Tour, der Eintritt steckt meist im Ausflugspreis. Frag vorher, ob Liegen und Schirme inklusive sind.

Kann man auf den Giftun-Inseln übernachten?

Nein. Die Inseln sind Schutzgebiet, Hotels gibt es dort nicht, und die Strandclubs schließen am Nachmittag. Ein Hotel in Hurghada trägt zwar den Namen der Inseln im Namen, liegt aber am Festland in der südlichen Hotelzone. Wer möglichst nah an den Booten wohnen will, sucht eine Unterkunft nahe der Marina oder in Sakkala, von dort starten viele Touren.

Sind die Giftun-Inseln für Nichtschwimmer geeignet?

Mit Einschränkungen ja. Auf den meisten Booten gibt es Schwimmwesten, mit denen du an der Oberfläche schnorcheln kannst, und an den Stränden ist das Wasser in Ufernähe flach. An den Riffen draußen ist es aber tief, und es kann Strömung geben. Bleib dort in der Nähe des Guides oder des Boots. Wer gar nicht ins Wasser will, nimmt ein Glasbodenboot oder ein halbes U-Boot ab Hurghada.

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Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

HEPCA: Fight for Giftun; Auswärtiges Amt: Ägypten, Reise- und Sicherheitshinweise.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.