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Wer vor ein paar Jahren mit dem Personalausweis nach Monastir oder Djerba geflogen ist, plant oft genauso wieder. Genau das ist heute der häufigste Fehler bei der Einreise nach Tunesien. Seit Januar 2025 brauchst du einen Reisepass, und zwar auch dann, wenn du pauschal mit Hotel buchst. Dazu kommen ein paar Zollregeln, die anders sind als in fast allen anderen Urlaubsländern, vor allem beim Geld. Hier steht, was du für Pass, Ausweis und Zoll wissen musst, Stand November 2026.
Pass oder Ausweis: welche Dokumente gelten
Das Auswärtige Amt listet für deutsche Staatsangehörige folgende Dokumente:
| Dokument | Einreise möglich? | Bedingung |
|---|---|---|
| Reisepass | ja | bei Einreise mindestens 6 Monate gültig |
| Vorläufiger Reisepass | ja, mit Einschränkungen | Hin- und Rückflugticket und ausreichende Geldmittel |
| Kinderreisepass | ja | mindestens 6 Monate gültig |
| Personalausweis | nein | auch nicht bei Pauschalreise |
| Vorläufiger Personalausweis | nein |
Die frühere Sonderregel, nach der EU-Bürger bei einer organisierten Reise mit Hotelgutschein und Rückflugticket auch mit dem Personalausweis einreisen konnten, ist ausgelaufen. Das tunesische Tourismusamt nennt als Enddatum den 31. Dezember 2024. Airlines kontrollieren das beim Check-in, du kommst ohne Reisepass also gar nicht erst ins Flugzeug.
Wenn dein Pass bald abläuft, rechne mit der Bearbeitungszeit beim Bürgeramt von meist mehreren Wochen. Ein vorläufiger Reisepass geht schneller, funktioniert in Tunesien aber nur mit Rückflugticket und dem Nachweis, dass du genug Geld für den Aufenthalt hast. Wer individuell ohne Pauschalreise einreist, kann ebenfalls nach finanziellen Mitteln gefragt werden. Eine Hotelbuchung und eine Kreditkarte reichen dafür in der Praxis meistens.
Typischer Fehler: Den Pass bis zum Rückflug gültig haben, aber nicht sechs Monate ab Einreise. Ein Pass, der im März abläuft, ist für eine Reise im Oktober schon zu kurz.
Visum, Aufenthaltsdauer und Einreisekarte
Für touristische, private oder geschäftliche Aufenthalte bis 120 Tage brauchst du kein Visum. Das ist großzügiger als in den meisten Ländern der Region, wie der Visum-Überblick für den Orient zeigt. Bleibst du länger, wird bei der Ausreise eine Gebühr fällig: 20 Dinar für jeden angefangenen Zeitraum von fünf Tagen. Ohne Zahlung lässt man dich laut Auswärtigem Amt nicht ausreisen.
An manchen Flughäfen wird bei der Ankunft eine Besucherkarte ausgegeben, die Carte de visiteur non-résident. Heb sie gut auf, sie wird bei der Ausreise verlangt. Bei der Einreise auf dem Seeweg, etwa mit der Fähre aus Italien oder Frankreich, kann man dich ohne Hotelbuchung oder Rückfahrkarte zurückweisen.
Zwei Sonderfälle:
- Doppelstaater: Wer auch die tunesische Staatsangehörigkeit hat, gilt in Tunesien als Tunesier und muss mit tunesischem Pass einreisen. Die Rückgabe des tunesischen Passes nach einer Einbürgerung in Deutschland beendet die Staatsangehörigkeit nicht.
- Minderjährige: Eine Ausreisegenehmigung der Eltern ist offiziell nicht mehr nötig, wird laut Auswärtigem Amt in der Praxis aber manchmal trotzdem verlangt. Wenn ein Kind nur mit einem Elternteil reist, nimm eine formlose Einverständniserklärung des anderen auf Französisch oder Englisch mit.
Zoll: Dinar, Devisen und was du nicht einpacken solltest
Der Tunesische Dinar ist eine Binnenwährung. Du darfst ihn weder einführen noch ausführen, also auch nicht als Rest aus dem letzten Urlaub mitbringen oder als Souvenir mitnehmen. Getauscht wird erst im Land: am Flughafen, bei Banken oder in größeren Hotels. Geld auf der Straße zu wechseln, ist verboten.
Euro und andere Devisen darfst du unbegrenzt einführen. Ab einem Gegenwert von 10.000 Dinar musst du sie beim Zoll anmelden. Wer am Ende des Aufenthalts 5.000 Dinar Gegenwert oder mehr in Devisen wieder ausführen will, muss sie schon bei der Einreise angeben und die Erklärung aufbewahren. Heb außerdem die Quittungen vom Geldwechsel auf. Sie brauchst du, wenn du übrige Dinar am Flughafen vor dem Abflug zurücktauschen willst. Mehr zu Karten, Automaten und Bargeld steht in den Reisetipps für Tunesien.
Weitere Punkte, die das Auswärtige Amt nennt:
- Drohnen, Funkgeräte und ähnliche Technik können Terror- oder Spionageverdacht auslösen. Lass die Drohne zu Hause, sie ist in Tunesien verboten. Was sonst beim Fotografieren gilt, erklärt die Seite Fotografieren im Orient.
- Feuer-, Hieb- und Stichwaffen sowie pornografisches Material sind verboten.
- Bei Teppichen und bei Produkten aus Tieren und Pflanzen ist Vorsicht geboten. Kauf nur bei Händlern, die dir Rechnung und Herkunft bestätigen. Wie du dabei fair verhandelst, steht im Glossar unter Feilschen.
- Für Hunde, Katzen und Frettchen ist eine Tollwutimpfung Pflicht, nachweisbar zum Beispiel mit dem EU-Heimtierausweis.
- Mit dem eigenen Auto bekommst du eine Verkehrserlaubnis für drei Monate, die Fahrzeugdaten werden in den Pass eingetragen. Verkaufen darfst du das Auto im Land nicht ohne Verzollung.
Bei der Rückkehr nach Deutschland gelten die üblichen EU-Freimengen für Reisen aus Nicht-EU-Ländern, etwa 200 Zigaretten und ein Liter Spirituosen pro Person. Datteln, Gewürze und Olivenöl in Mengen für den eigenen Bedarf sind in der Regel kein Problem, Fleisch und Milchprodukte dagegen schon.
Gesundheit und Versicherung
Für die Einreise aus Deutschland sind keine Impfungen vorgeschrieben. Empfohlen sind die Standardimpfungen nach dem deutschen Impfkalender, besonders gegen Masern, und eine Impfung gegen Hepatitis A. Bei längeren Aufenthalten oder engem Kontakt zu Tieren kommt Tollwut dazu. Das Auswärtige Amt meldet derzeit vermehrt tollwütige Tiere, vor allem im Norden des Landes, und Impfstoffe sind im Land nur begrenzt verfügbar. Streichel deshalb keine streunenden Hunde und Katzen, und geh nach einem Biss sofort zum Arzt.
Leitungswasser trinkst du besser nicht, auch zum Zähneputzen nimmst du Wasser aus der Flasche. Die medizinische Versorgung ist in Tunis gut, mit privaten Kliniken, außerhalb der Hauptstadt einfacher. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport solltest du deshalb unbedingt haben, auch wenn bei der Einreise niemand danach fragt. Was eine gute Police leisten sollte, steht bei der Reiseversicherung für den Orient.
Sicherheit richtig einordnen
Das Auswärtige Amt hat für Tunesien kein landesweites Abraten, sondern ein regionales. Mit Stand 6. November 2026 rät es ab von Reisen in das Gebiet südlich der Linie von der algerischen Grenze über Tozeur und Nefta, Douz, Ksar Ghilane und Tataouine bis Zarzis, in das unmittelbare Grenzgebiet zu Algerien mit den Bergregionen von Ain Draham bis einschließlich der Provinz Kasserine, in die Berge Jebel Chaambi, Jebel Selloum und Jebel Mghila sowie von individuellen, nicht organisierten Wüstentouren. Entlang der Grenze zu Libyen liegt ein etwa 20 Kilometer breiter militärischer Sperrbereich.
Für die Einreise selbst ändert das nichts, wohl aber für deine Route. Djerba, Hammamet, Sousse, Monastir und Tunis liegen außerhalb der genannten Gebiete. Landesweit gilt ein Ausnahmezustand mit erweiterten Befugnissen für die Sicherheitskräfte, du solltest also mit Kontrollen rechnen und deinen Pass immer dabeihaben. Demonstrationen, vor allem am Wochenende in Tunis, meidest du. Und ein rechtlicher Punkt, der Reisende überrascht: Nach dem Gesetzesdekret 54 drohen für die Verbreitung von „Falschinformationen“ im Internet bis zu zehn Jahre Haft. Politische Kommentare in sozialen Netzwerken während der Reise sind deshalb keine gute Idee.
Gut zu wissen: Auf der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts kannst du dich vor der Reise kostenlos registrieren. Dann wirst du im Notfall direkt kontaktiert.
Was das für die Sahara und eine Rundreise konkret heißt, steht bei der Rundreise durch Tunesien. Den Überblick über alle Regionen, Reisestile und die beste Zeit findest du bei Tunesien Urlaub.
Häufige Fragen
Kann ich mit dem Personalausweis nach Tunesien einreisen?
Nein, mit Stand November 2026 nicht. Das Auswärtige Amt schreibt ausdrücklich, dass Einreisen mit dem deutschen Personalausweis nicht möglich sind. Früher gab es eine Ausnahme für Pauschalreisen mit Hotelgutschein, laut tunesischem Tourismusamt lief sie Ende 2024 aus. Viele ältere Reiseforen und Kataloge erwähnen sie noch. Verlass dich nicht darauf, sonst stehst du am Abflugschalter ohne Bordkarte da.
Ist eine Reise nach Tunesien gerade sicher?
Ein eigenes Urteil geben wir dazu nicht, maßgeblich ist das Auswärtige Amt. Es rät mit Stand 6. November 2026 von Reisen in den äußersten Süden, in das Grenzgebiet zu Algerien und von individuellen Wüstentouren ab. Für die Badeorte, Djerba und Tunis gibt es kein Abraten, wohl aber Hinweise auf ein erhöhtes Anschlagsrisiko an touristischen Orten und den landesweiten Ausnahmezustand. Lies die Hinweise vor der Abreise noch einmal.
Brauche ich eine Einreisekarte für Tunesien?
An manchen Flughäfen bekommst du bei der Ankunft eine „Carte de visiteur non-résident“. Sie wird bei der Ausreise wieder verlangt, also leg sie in den Pass und wirf sie nicht weg. Ein Formular, das du vorab online ausfüllen musst, gibt es für deutsche Touristen derzeit nicht. Wenn dir im Flugzeug ein Zettel gegeben wird, füll ihn in Druckbuchstaben aus, wie im Pass.
Darf ich Euro mitnehmen und wie viel?
Ja, Euro und andere Devisen darfst du unbegrenzt einführen. Ab einem Gegenwert von 10.000 Dinar, laut Auswärtigem Amt rund 3.000 Euro, musst du sie beim Zoll anmelden. Wenn du am Ende 5.000 Dinar Gegenwert oder mehr wieder ausführen willst, musst du das schon bei der Einreise angeben und die Erklärung aufbewahren. Für einen normalen Urlaub reicht meist deutlich weniger Bargeld.


