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Sousse ist eine echte Stadt, kein reiner Badeort. Die drittgrößte Stadt Tunesiens hat eine Medina, in der Menschen wohnen, einkaufen und arbeiten, einen Hafen und einen Bahnhof mit Zügen in alle Richtungen. Direkt daneben zieht sich ein langer Strand nach Norden, gesäumt von Hotels bis Port El Kantaoui. Und rund 20 Kilometer südlich liegt Monastir, kleiner, ruhiger und mit eigenem Flughafen. Für viele ist die Gegend die beste Mischung aus Strand und Kultur im Land, weil auch Kairouan und El Djem nur gut eine Stunde entfernt sind. Unten steht, was du in der Medina von Sousse und in Monastir siehst, wo du wohnst und wie du dich bewegst.
Einen Überblick über alle Regionen und Reisestile findest du in der Tunesien-Zentrale.
Die Medina von Sousse
Sousse war unter den Aghlabiden im 9. Jahrhundert ein wichtiger Handels- und Kriegshafen. Die Medina wuchs um einen Ribat, eine Festung, die zugleich religiöser Rückzugsort war. Ringsum steht eine Stadtmauer, über allem der Turm der Kasbah. Die UNESCO hat die Altstadt 1988 aufgenommen, als Beispiel für eine Küstenstadt aus den ersten Jahrhunderten des Islam.
| Ort | Was du siehst | Zeit |
|---|---|---|
| Ribat | Festung mit Innenhof, Zellen und Wachturm | 45 Minuten |
| Große Moschee | wehrhafter Bau mit Hof, Blick vom Eingang | 15 Minuten |
| Kasbah und Archäologisches Museum | römische Mosaiken, Khalef-Turm | 1 Stunde |
| Souks | Gewürze, Stoffe, Schmuck, Alltagswaren | nach Lust |
Der Ribat ist das Gebäude, das du dir nicht entgehen lassen solltest. Laut UNESCO ist er der älteste und am besten erhaltene Bau dieser Art in Sousse, mit 35 Zellen um den Hof und einem einzigen Tor im Süden. Der Wachturm in der Südostecke wurde 821 ergänzt, diente als Minarett und Signalposten und konnte Lichtzeichen bis nach Monastir geben. Steig hinauf: Von oben siehst du die Dächer der Medina, die Große Moschee und das Meer.
Die Große Moschee direkt daneben wirkt mit ihren Zinnen eher wie eine Festung. Laut Tourismusbehörde hat sie kein Minarett. Den Gebetsraum betreten nur Muslime, den Hof siehst du vom Eingang aus, außerhalb der Gebetszeiten und in angemessener Kleidung.
Oben am höchsten Punkt der Medina steht die Kasbah mit dem Khalef-Turm. Darin liegt das Archäologische Museum, das laut Tourismusbehörde vollständig modernisiert wurde und eine Sammlung römischer Mosaiken zeigt, die zu den schönsten des Landes gehört. Für Ribat und Museum zahlst du jeweils eigenen Eintritt, prüf die Preise vor Ort.
Der Rest der Medina ist Alltag. Die Hauptgassen mit den Souks sind voll, laut und wechseln zwischen Ständen für Besucher und Läden für Einheimische. In den Seitengassen wird es ruhig. Das Auswärtige Amt rät, in Altstädten und Basaren besonders auf Wertsachen zu achten, und nennt ausdrücklich sogenannte falsche Führer. Wenn dich jemand ungefragt zu einer Terrasse oder einem Teppichladen führen will, lehn freundlich ab.
Strand und Port El Kantaoui
Vom Rand der Medina zieht sich eine Uferpromenade nach Norden, dahinter liegt der Stadtstrand. Er ist breit, sandig und im Sommer voll mit Familien aus der Stadt. Weiter nördlich beginnen die Hotelanlagen, die bis Port El Kantaoui reichen, eine Hafenanlage im andalusischen Stil, die eigens für Urlauber gebaut wurde. Sie hat einen Jachthafen, ein Tauchzentrum und einen Golfplatz mit 36 Löchern.
Das Wasser fällt flach ab und ist meist ruhig. Wie überall an dieser Küste ist es im Juli und August voll, im Juni und September deutlich entspannter.
Gut zu wissen: Die Hotels an der Küste zwischen Sousse und Port El Kantaoui sind teils sehr groß und weit vom Zentrum entfernt. Für die Medina nimmst du dann jedes Mal ein Taxi. Wer öfter in die Altstadt will, wohnt nahe der Promenade.
Monastir: Ribat, Mausoleum und Ruhe
Monastir ist kleiner und überschaubarer als Sousse. Im Zentrum steht der Ribat von Harthema, eine der ältesten Festungen dieser Art in Nordafrika, gegründet Ende des 8. Jahrhunderts und später mehrfach erweitert. Seine Mauern liegen direkt am Meer, vom Turm aus siehst du die Küste und die kleinen Inseln vor der Stadt.
Nicht weit davon liegt das Mausoleum von Habib Bourguiba, dem ersten Präsidenten Tunesiens, der in Monastir geboren wurde. Der Bau mit goldener Kuppel und zwei Minaretten ist über eine lange Allee erreichbar und für viele Tunesier ein wichtiger Ort. Angemessene Kleidung ist hier selbstverständlich.
Die Hotels in Monastir liegen am Stadtstrand und in der Zone Skanes Richtung Flughafen. Abends ist es ruhiger als in Sousse, an der Marina gibt es Restaurants und Cafés. Für einen halben Tag reicht Monastir gut, als Urlaubsort passt es zu allen, die wenig Trubel wollen.
Anreise und Unterwegs
Der Flughafen Monastir liegt laut Tourismusbehörde rund 20 Kilometer von Sousse entfernt, Enfidha rund 35 Kilometer von Port El Kantaoui. Sousse hat einen Bahnhof mit Fernzügen nach Tunis und Sfax. Eine Regionalbahn, die Métro du Sahel, verbindet Sousse mit Monastir und fährt weiter bis Mahdia, mit Halt am Flughafen.
In der Stadt nimmst du Taxis. Die gelben Wagen haben einen Taxameter, und es lohnt sich, auf das Einschalten zu achten. Für Fahrten in andere Städte gibt es Louages, Sammeltaxis, die abfahren, sobald sie voll sind.
Ausflüge nach Kairouan, El Djem und Mahdia
Von Sousse aus liegen drei der lohnendsten Ziele im Land in Reichweite. Kairouan mit der Großen Moschee liegt landeinwärts, gut eine Stunde entfernt. Das Amphitheater von El Djem erreichst du in gut einer Stunde Richtung Süden, sogar mit dem Zug. Viele verbinden beides an einem langen Tag, besser sind zwei getrennte Halbtage.
Mahdia südlich von Monastir ist eine kleinere Hafenstadt mit Altstadt auf einer Landzunge und ruhigeren Stränden. Mit der Regionalbahn ist sie gut erreichbar. Nach Norden liegt Hammamet mit seiner kleinen Medina am Strand, und wer weiter in den Süden will, findet bei Djerba die nächste große Badeinsel.
Reisezeit und Essen
Zum Baden passen Juni bis September, am schönsten sind Juni und September. Für Medina und Ausflüge sind Frühjahr und Herbst ideal, im Hochsommer machst du Stadtbesichtigungen am besten früh morgens. Im Winter ist es mild, aber viele Strandhotels arbeiten dann mit reduziertem Angebot. Die Werte für alle Regionen stehen bei der besten Reisezeit für Tunesien.
In der Medina und am Hafen bekommst du einfache Gerichte wie Brik, Couscous mit Fisch oder gegrillte Sardinen zu kleinen Preisen. Mehr zur Küche des Landes steht unter Essen in Tunesien, und welche Hotellagen sich an der Küste anbieten, erklärt die Seite Hotels in Tunesien.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Transfer von Monastir nach Sousse?
Vom Flughafen Monastir bis ins Zentrum von Sousse sind es rund 20 Kilometer. Mit dem Taxi oder Hoteltransfer brauchst du je nach Verkehr etwa eine halbe Stunde, nach Port El Kantaoui ein paar Minuten länger. Zwischen den Stadtzentren fährt außerdem eine Regionalbahn, die auch am Flughafen hält. Sie ist günstig, mit großem Gepäck aber umständlich.
Was ist die Medina von Sousse?
Die Medina ist die ummauerte Altstadt von Sousse. Sie entstand im 9. Jahrhundert unter den Aghlabiden um einen befestigten Hafen und gehörte zu einem Verteidigungssystem an der Küste. In ihr stehen der Ribat, die Große Moschee, die Kasbah mit dem Archäologischen Museum und ein dichtes Netz aus Wohngassen und Souks. Die UNESCO hat sie 1988 als Welterbe aufgenommen.
Sousse oder Monastir: wo wohnt man besser?
Sousse ist größer, lauter und hat mehr Restaurants, Nachtleben und eine sehr lebendige Medina. Monastir ist kleiner, überschaubarer und abends ruhiger, die Hotels liegen teils in der Zone Skanes nahe dem Flughafen. Wer viel unterwegs sein will, wohnt in Sousse mit Bahnhof in der Stadt. Wer vor allem am Strand entspannen will, ist in Monastir oder Port El Kantaoui besser aufgehoben.
Lohnt sich Port El Kantaoui?
Für einen Abend am Jachthafen ja. Port El Kantaoui ist eine für Urlauber gebaute Hafenanlage im andalusischen Stil mit Restaurants, Läden, Bootsausflügen und einem großen Golfplatz. Echte tunesische Stadt ist das nicht, aber es ist gepflegt und abends angenehm. Als Wohnort passt es zu allen, die Strand, Golf und kurze Wege wollen und die Medina nur besuchen.




