Der Kuppelbau des Umayyadenpalasts auf der Zitadelle von Amman unter blauem Himmel.

Ratgeber · Jordanien

Jordanien Reisetipps: Geld, Kleidung und Verhalten

In Jordanien zahlst du in Touristenorten meist mit Karte, brauchst für Taxis, Tee und Trinkgeld aber Dinar in bar. Schultern und Knie bedeckt passt fast überall, in Petra zählen vor allem gute Schuhe. Militär fotografierst du nie, Menschen nur nach Frage, und eine Einladung zum Tee darfst du annehmen.

Aktueller Hinweis zu Jordanien Reisetipps: Das Auswärtige Amt rät derzeit von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab, für die Grenzgebiete zu Syrien und Irak sowie den Nordosten dringend. Grund ist die angespannte Lage in der Region. Gültig seit 29. Oktober 2026, geprüft am 6. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

GeldJordanischer Dinar (JD), 1 JD rund 1,30 Euro
Kartein Hotels und an großen Stätten meist möglich
Trinkgeldrund 10 Prozent, wo kein Service berechnet ist
KleidungSchultern und Knie bedeckt, feste Schuhe für Petra
WochenendeFreitag und Samstag
WasserLeitungswasser nicht trinken
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Jordanien macht es Reisenden leicht. Die Menschen sind hilfsbereit, Englisch funktioniert an fast allen touristischen Orten, und die Regeln im Alltag sind weniger streng als in manchen Nachbarländern. Ein paar Dinge laufen trotzdem anders, als du es gewohnt bist, vom Bezahlen über das Trinkgeld bis zur Frage, wie man eine Einladung zum Tee höflich annimmt oder ablehnt. Diese Jordanien Reisetipps sortieren das Wichtigste nach Themen. Den Überblick über Regionen, Reisezeit und Planung findest du bei Jordanien Urlaub.

Geld: Dinar, Karte und Bargeld

Die Währung ist der Jordanische Dinar, abgekürzt JD oder JOD. Ein Dinar ist ungefähr 1,30 Euro wert, er ist fest an den US-Dollar gekoppelt. Unterteilt wird er in 100 Piaster, im Alltag oft Qirsh genannt, oder in 1.000 Fils. Auf Preisschildern siehst du deshalb manchmal Angaben wie 1,500, gemeint sind eineinhalb Dinar. Das verwirrt am ersten Tag.

In Hotels, größeren Restaurants, Supermärkten und an den Kassen der großen Stätten zahlst du meist mit Karte. An Geldautomaten in Amman, Wadi Musa, Madaba und Aqaba hebst du ohne Probleme ab. Bargeld brauchst du für Taxis, Garküchen, kleine Läden, Toiletten, Trinkgeld und im Wadi Rum. Rechne mit ungefähr 20 bis 30 JD Bargeld pro Tag für diese Ausgaben, kleine Scheine sind Gold wert.

Mit dem Jordan Pass sparst du dir an den meisten Sehenswürdigkeiten das Bezahlen ganz. Wie viel eine Reise insgesamt kostet, rechnet die Seite was Jordanien kostet vor. Allgemeine Tipps zu Karten und Gebühren im Orient stehen bei Geld und Bezahlen im Orient.

Trinkgeld und Handeln

Trinkgeld ist in Jordanien üblich, aber nicht kompliziert. Viele Restaurants schlagen eine Servicegebühr auf die Rechnung, dazu die Mehrwertsteuer. Steht keine Servicegebühr da, gibst du ungefähr 10 Prozent. Im Taxi rundest du auf, Hotelpersonal, das Gepäck trägt, bekommt ein bis zwei Dinar. Fahrer und Guides für einen ganzen Tag erwarten mehr, hier gibt man am Ende der Tour je nach Leistung grob 5 bis 10 JD pro Person und Tag. Das Wort, das dir dafür öfter begegnet, erklärt das Glossar zum Bakschisch.

Gehandelt wird in Souvenirläden, an Ständen in Petra und im Souk von Amman, nicht im Supermarkt oder Restaurant. Der erste Preis ist oft deutlich zu hoch, ein freundliches Gegenangebot gehört dazu. Wie du dabei vorgehst, ohne unhöflich zu wirken, steht im Ratgeber Handeln im Souk.

Kleidung: was in Stadt, Petra und Wüste passt

Jordanien ist konservativer als Europa, aber entspannter als etwa Saudi-Arabien. In Städten und Dörfern sind Schultern und Knie bei Männern und Frauen bedeckt angemessen. Ein Kopftuch brauchen Frauen nur beim Betreten einer Moschee. Am Hotelpool, am Toten Meer in den Resorts und in Aqabas Strandclubs sind Badesachen normal, an öffentlichen Stränden baden viele Einheimische in Kleidung.

Wichtiger als jede Kleiderregel sind in Petra die Schuhe. Du läufst an einem Tag leicht 15 bis 20 Kilometer über Sand, Fels und unzählige Stufen. Feste Wanderschuhe oder gute Turnschuhe mit Profil, keine Sandalen. Im Wadi Rum brauchst du für die Nacht eine warme Schicht, im Winter sogar eine richtige Jacke. Leichte, lange Kleidung aus Baumwolle oder Leinen schützt im Sommer besser vor Sonne als Shorts. Ausführlicher steht das bei Kleidung im Orient.

Verhalten, Einladungen und Ramadan

Gastfreundschaft ist in Jordanien ernst gemeint. Wirst du zum Tee oder Kaffee eingeladen, darfst du annehmen, es ist keine Verkaufsmasche, solange du nicht in einem Laden sitzt. Ablehnen ist auch in Ordnung, am besten mit einem Lächeln und einem Dank. Zum Gruß reicht ein „Marhaba“ oder „As-salamu alaikum“, „Shukran“ heißt danke. Ein paar Worte mehr findest du im Arabisch-Sprachführer.

Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind unüblich, Händchenhalten geht. Alkohol gibt es in Hotels, Bars in Amman und Madaba, in Aqaba und in einigen Läden, getrunken wird er aber nicht auf der Straße. Im Ramadan isst, trinkst und rauchst du tagsüber in der Öffentlichkeit nicht, Hotels und Touristenrestaurants bedienen weiter.

Rechtlich wichtig: Majestätsbeleidigung ist strafbar, auch in sozialen Netzwerken. Bei Drogen gilt keine Toleranz, schon kleinste Mengen führen zu langen Haftstrafen. Medikamente nimmst du mit einer englischen ärztlichen Bescheinigung mit.

Fotografieren

Militärische Anlagen, Kasernen, Checkpoints und Soldaten fotografierst du nicht, das Verbot ist streng. Fotos von Grenzanlagen, Polizeiwachen und Regierungsgebäuden lässt du ebenfalls besser bleiben. Im Zweifel steckst du die Kamera weg und fragst. Bei Menschen fragst du vorher, das gilt besonders für Frauen und für Beduinen in Petra und im Wadi Rum. Manche erwarten für ein Foto mit Kamel oder Esel eine kleine Bezahlung, kläre das vorher. Drohnen sind ohnehin verboten. Allgemeine Regeln für die ganze Region findest du bei Fotografieren im Orient.

Unterwegs: Taxis, Busse und Fahrer

In Amman fahren gelbe Taxis mit Taxameter. Bestehe darauf, dass es eingeschaltet wird, oder vereinbare den Preis vor der Fahrt. Daneben sind Fahrdienst-Apps verbreitet, die den Preis vorher anzeigen. Zwischen den Städten fahren Busse, zum Beispiel von Amman nach Petra und Aqaba, aber nicht in hoher Frequenz. Viele Reisende nehmen deshalb für einzelne Etappen einen privaten Fahrer, den das Hotel vermittelt. Den Preis vereinbarst du vorher, inklusive Wartezeit.

Wer selbst fährt, sollte nachts nicht über Land fahren, und auf Autos am Toten Meer und am Wadi Mujib nichts sichtbar liegen lassen. Dort kommen laut Auswärtigem Amt Autoaufbrüche vor. Alles zum Fahren steht beim Mietwagen in Jordanien.

Allein als Frau, Gesundheit und Sicherheit im Alltag

Die Kriminalität ist niedrig. Taschendiebstahl und Belästigungen kommen vor, das Auswärtige Amt rät alleinreisenden Frauen zu besonderer Vorsicht. Praktisch heißt das: im Taxi hinten sitzen, aufdringliche Gespräche freundlich, aber bestimmt beenden, in Petra und im Wadi Rum keine Einladungen von Unbekannten zu abgelegenen Orten annehmen und bei Camps auf seriöse Anbieter mit Bewertungen achten. Mehr dazu bei Frauen allein im Orient.

Leitungswasser trinkst du nicht, Flaschenwasser gibt es überall. Bei Milchprodukten vom Straßenstand bist du vorsichtig, nicht pasteurisierte Milch kann Krankheiten übertragen. In Amman ist die medizinische Versorgung gut, außerhalb der Hauptstadt deutlich schlechter, vor allem beim Rettungsdienst. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist deshalb Pflicht für deine Planung, mehr bei der Reiseversicherung für den Orient.

Gut zu wissen: Das Wochenende liegt auf Freitag und Samstag. Freitags öffnen viele Geschäfte erst nach dem Mittagsgebet, Behörden und Banken bleiben zu. Die Sehenswürdigkeiten sind offen, an Ausflugszielen rund um Amman ist dann mehr los.

Was du in Jordanien essen solltest, vom Frühstück mit Hummus bis zum Mansaf, steht bei der jordanischen Küche.

Häufige Fragen

Was mache ich bei Warnsirenen oder Demonstrationen?

Das Auswärtige Amt rät mit Stand November 2026, bei Zivilschutzsirenen ein Gebäude aufzusuchen, Fenster zu meiden und bis zur Entwarnung drinnen zu bleiben. Handy und Powerbank sollten immer geladen sein. Demonstrationen, besonders freitags nach dem Mittagsgebet in Amman und nahe der geschlossenen israelischen Botschaft, meidest du weiträumig. Trag dich vor der Reise in die Krisenvorsorgeliste Elefand ein.

Was sollte man in Jordanien vermeiden?

Militärische Anlagen fotografieren, über das Königshaus abfällig sprechen und jede Form von Drogen. Alles drei ist strafbar, Majestätsbeleidigung ausdrücklich. Im Alltag vermeidest du knappe Kleidung außerhalb von Pool und Strand, Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit und Essen auf der Straße im Ramadan. Und Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit, wenn du selbst fährst.

Ist Homosexualität in Jordanien erlaubt?

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind in Jordanien laut Auswärtigem Amt nicht verboten, werden gesellschaftlich aber nicht toleriert, und gleichgeschlechtliche Ehen werden nicht anerkannt. Für Paare heißt das in der Praxis: Zurückhaltung in der Öffentlichkeit, wie sie in Jordanien für alle Paare üblich ist.

Kann ich in Jordanien mit Euro bezahlen?

In der Regel nicht. Preise stehen in Dinar, und auch kleine Läden, Taxis und Garküchen wollen Dinar. Euro und US-Dollar tauschst du in Wechselstuben und Banken, an Geldautomaten in den Touristenorten hebst du mit deiner Karte ab. In großen Hotels und an den Kassen von Petra und Jerash zahlst du meist auch mit Karte.

Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

Auswärtiges Amt: Jordanien, Reise- und Sicherheitshinweise; Visit Jordan (Jordan Tourism Board): Entrance Fees.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.