Steile Felswände fassen das Ihlara-Tal ein, unten in der Schlucht leuchten Pappeln und Sträucher in herbstlichem Gelb.

Sehenswürdigkeit · Türkei

Ihlara-Tal: Wanderung durch die Schlucht

Die klassische Wanderung im Ihlara-Tal führt vom Haupteingang über mehrere hundert Stufen hinunter in die Schlucht und dann gut vier Kilometer flach am Fluss entlang bis Belisırma, in etwa zwei Stunden. Unterwegs liegen Felskirchen mit Malereien. Wer mehr Zeit hat, geht weiter bis Selime mit seinem großen Felsenkloster.

Aktueller Hinweis zu Ihlara-Tal: Für die Grenzgebiete zu Syrien und Irak rät das Auswärtige Amt von allen nicht zwingend erforderlichen Reisen ab. Für die übrigen Landesteile gelten die allgemeinen Sicherheitshinweise. Gültig seit 20. Oktober 2026, geprüft am 6. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

LageProvinz Aksaray, südwestlich von Göreme
Ab Göremerund 80 bis 90 km, etwa 1,5 Stunden Fahrt
Längerund 14 km von Ihlara bis Selime
Klassische StreckeHaupteingang bis Belisırma, gut 4 km, rund 2 Stunden
Eintrittin Euro, im Museum Pass Cappadocia enthalten (Stand November 2026)
Beste ZeitApril bis Juni, September und Oktober
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Nach den kahlen Tälern rund um Göreme wirkt das Ihlara-Tal wie eine andere Landschaft. Der Fluss Melendiz hat hier eine tiefe, schmale Schlucht in das vulkanische Gestein geschnitten. Unten wachsen Pappeln, Weiden und Gärten, es ist grün und spürbar kühler als oben auf der Ebene. In die steilen Wände haben Mönche ab der byzantinischen Zeit Kirchen, Kapellen und Wohnhöhlen gehauen, von denen einige noch gut erhaltene Malereien tragen. Die Wanderung durch die Schlucht ist einfach, die Strecke lässt sich in Abschnitte teilen, und mit Selime am Ende hast du einen der eindrucksvollsten Orte der Region. Weil das Tal gut 80 Kilometer von Göreme entfernt liegt, wird daraus ein ganzer Tag. Wie er in die übrige Planung passt, zeigt die Zentrale zu Kappadokien.

Das Tal im Überblick

Die Schlucht zieht sich auf rund 14 Kilometern vom Dorf Ihlara im Süden bis nach Selime im Norden. Im Süden ist sie am tiefsten und engsten, die Felswände ragen dort oft gut hundert Meter auf. Nach Norden wird das Tal breiter und flacher. Über allem steht im Süden der Vulkan Hasan Dağı, dessen Ausbrüche das Gestein geschaffen haben.

Anders als ein Wadi, das nur nach Regen Wasser führt, fließt der Melendiz das ganze Jahr. Das macht das Tal auch im Hochsommer angenehm: Am Ufer ist es schattig, während auf der Hochebene die Sonne brennt.

Die wichtigsten Punkte von Süd nach Nord:

Abschnitt Was dich erwartet Gut für
Ihlara bis Haupteingang ruhiger Uferweg, wenige Menschen Wanderer, die die ganze Strecke gehen
Haupteingang mit Treppe dichteste Folge von Felskirchen Kurzbesuch, Kirchen
Haupteingang bis Belisırma flacher Weg am Fluss, gut 4 km die klassische Wanderung
Belisırma Dorf mit Lokalen am Fluss, weitere Kirchen Mittagspause
Belisırma bis Yaprakhisar und Selime breiteres Tal, Felskegel, weniger Besucher lange Wanderung
Selime großes Felsenkloster über dem Dorf Abschluss, Aussicht

Welche Strecke zu dir passt

Die Wanderung lässt sich in drei Varianten planen. Alle sind flach bis auf die Treppe am Haupteingang, die Wege sind Erdpfade mit Steinen und Wurzeln.

  1. Kurz, etwa eine Stunde: am Haupteingang hinunter, zu den Kirchen in der Nähe, auf demselben Weg zurück. Gut, wenn das Tal Teil einer Tagestour mit wenig Zeit ist.
  2. Klassisch, etwa zwei Stunden: vom Haupteingang bis Belisırma, dort Mittagessen am Fluss, zurück mit Taxi oder Tourbus. Für die meisten die beste Wahl.
  3. Lang, vier bis fünf Stunden: von Ihlara oder dem Haupteingang bis Selime. Ruhiger und landschaftlich abwechslungsreich, aber du brauchst eine Lösung für den Rücktransport.

Die Treppe am Haupteingang hat mehrere hundert Stufen. Hinunter geht das schnell, zurück nach oben ist sie mit warmen Temperaturen anstrengend. Wenn du dein Auto dort parkst, rechne mit dem Aufstieg oder nimm ab Belisırma ein Taxi zurück zum Parkplatz.

Typischer Fehler: Die Wanderung in die Mittagszeit legen und danach noch nach Selime klettern. Im Sommer ist der Aufstieg zum Kloster in der Nachmittagssonne hart. Geh früh los oder dreh die Reihenfolge um und beginne mit Selime.

Felskirchen am Weg

In der Schlucht liegen viele Kirchen, manche gut ausgeschildert, andere nur über steile Stufen in der Felswand erreichbar. Die meisten bekannten liegen nahe am Haupteingang:

  • Ağaçaltı Kilisesi, die Kirche unter dem Baum, mit Malereien in kräftigen Farben und einer Himmelfahrtsszene in der Kuppel.
  • Yılanlı Kilise, die Schlangenkirche, bekannt für eine Darstellung von Sündern, die von Schlangen bestraft werden.
  • Kokar Kilise und Pürenliseki Kilisesi, kleinere Kirchen mit Szenen aus dem Leben Jesu.
  • Sümbüllü Kilise mit einer schönen Fassade im Fels.
  • Bei Belisırma die Kırkdamaltı Kilisesi und weitere Kapellen am Hang.

Die Malereien sind empfindlich, und manche sind durch Wetter, Ruß und Kritzeleien beschädigt. Fotografieren mit Blitz schadet den Farben, nimm in den Kirchen deshalb nur Licht von außen. Eine Taschenlampe hilft, Details in den dunklen Räumen zu sehen. Wenn dich die Felskirchen interessieren, lohnt sich als Ergänzung das Freilichtmuseum bei Göreme mit seinen Tälern, wo die Kirchen dichter beieinander liegen und die Malereien zum Teil aufwendiger sind.

Selime: das Felsenkloster am Ende des Tals

Am Nordende der Schlucht liegt über dem Dorf Selime das größte Felsenkloster der Gegend. Kirche, Küche mit hohem Rauchabzug, Ställe, Wohnräume und ein Hof liegen auf mehreren Ebenen in den Felskegeln. Du gehst über ausgetretene Stufen, schmale Simse und kurze Tunnel nach oben. Die Aussicht über das Tal und die Felsformationen reicht weit.

Für Selime brauchst du etwa eine Stunde. Feste Schuhe sind Pflicht, an einigen Stellen hilft eine Hand am Fels. Mit kleinen Kindern oder Höhenangst bleibst du besser auf den unteren Ebenen. Wer nicht wandert, fährt mit dem Auto direkt zum Parkplatz am Kloster.

Was du mitnimmst

Für die klassische Strecke reicht leichtes Gepäck, doch ein paar Dinge machen den Tag angenehmer:

  • Schuhe mit Profil, weil der Weg am Fluss nach Regen schlammig wird und die Stufen zu den Kirchen glatt sind.
  • Wasser, auch wenn es in Belisırma Lokale gibt. Zwischen den Eingängen gibt es unterwegs kaum Verkauf.
  • Eine leichte Jacke: Unten in der Schlucht ist es morgens kühl, selbst wenn oben die Sonne scheint.
  • Bargeld in Lira für Taxi, Parkplatz und kleine Stände, nicht überall wird Karte akzeptiert.
  • Eine Taschenlampe oder das Handylicht für die dunklen Kirchenräume.

Toiletten findest du an den Eingängen und in den Lokalen in Belisırma. Wer früh startet, hat die Kirchen nahe der Treppe oft fast für sich, bevor gegen elf Uhr die Tagestouren eintreffen.

Anfahrt und Eintritt

Das Tal liegt in der Provinz Aksaray, südwestlich der Kernregion. Von Göreme sind es je nach Route rund 80 bis 90 Kilometer, etwa eineinhalb Stunden Fahrt. Die schönste Strecke führt über Nevşehir und Derinkuyu nach Süden und dann über das alte Dorf Güzelyurt ins Tal.

  • Mit Mietwagen: die flexibelste Lösung. Parkplätze gibt es am Haupteingang, in Belisırma und in Selime. Was du zum Fahren in der Türkei wissen musst, steht bei Mietwagen in der Türkei.
  • Mit Tagestour: Fast alle Touren in den Süden halten im Ihlara-Tal, oft mit einer kurzen Wanderung bis Belisırma, Mittagessen und Selime. Frag vorher, wie viel Zeit im Tal bleibt.
  • Mit Bus: über Aksaray und weiter mit dem Minibus nach Ihlara. Das kostet viel Zeit und lohnt sich nur, wenn du ohnehin in Aksaray übernachtest.

Der Eintritt für ausländische Besucher wird in Euro berechnet und ist im Museum Pass Cappadocia enthalten, der 65 Euro kostet, drei Tage gilt und Stätten in Nevşehir und Aksaray umfasst (Stand November 2026). Bewahr dein Ticket auf, weil es an weiteren Eingängen kontrolliert werden kann. Den aktuellen Einzelpreis findest du auf der offiziellen Museumsseite des Kulturministeriums.

Den Tag im Süden planen

Das Ihlara-Tal kombinierst du am besten mit einer der unterirdischen Städte Derinkuyu und Kaymaklı. Derinkuyu liegt auf dem Weg. Ein sinnvoller Ablauf mit Mietwagen:

  1. Früh los, gegen neun Uhr in Derinkuyu, bevor die Busse kommen.
  2. Weiter über Güzelyurt ins Tal, Wanderung vom Haupteingang bis Belisırma.
  3. Mittagessen am Fluss in Belisırma.
  4. Mit dem Taxi zurück zum Auto, dann nach Selime für den Nachmittag.
  5. Rückfahrt nach Göreme, Ankunft am frühen Abend.

Im Frühjahr und Herbst ist das Tal am schönsten, im Mai ist es besonders grün, im Oktober färben sich die Pappeln gelb. Im Sommer ist es unten erträglich, oben aber heiß, trink genug und meide den Aufstieg in der Mittagshitze. Tipps dazu stehen bei Hitze und Gesundheit. Im Winter können die Treppen vereist sein, dann ist das Tal ruhig und fast menschenleer. Wenn du nach weiteren Wanderzielen in der Region suchst, findest du sie beim Wandern im Orient. Für die Nacht davor und danach kehrst du zurück in die Kernregion, die Auswahl erklären die Höhlenhotels in Kappadokien.

Häufige Fragen

Wie lang ist die Wanderung durch das Ihlara-Tal?

Die Schlucht ist zwischen Ihlara und Selime rund 14 Kilometer lang. Die meisten gehen nur das Stück vom Haupteingang mit der langen Treppe bis Belisırma, gut vier Kilometer, in etwa zwei Stunden mit Pausen in den Kirchen. Die ganze Strecke bis Selime dauert vier bis fünf Stunden. Der Weg ist bis auf die Treppe am Eingang weitgehend flach.

Ist die Wanderung im Ihlara-Tal schwer?

Nein. Anstrengend ist vor allem der Abstieg über die Treppe am Haupteingang und, falls du dorthin zurückkehrst, der Aufstieg. Am Fluss selbst geht es fast eben auf Erdwegen, an einigen Stellen über Steine und Wurzeln. Mit festen Schuhen schaffen das auch ungeübte Wanderer und Kinder im Schulalter gut.

Lohnt sich Selime?

Ja, vor allem als Abschluss des Tages. Das Felsenkloster von Selime ist eines der größten in Kappadokien, mit Kirche, Küche und Wohnräumen auf mehreren Ebenen über dem Dorf. Du kletterst über Felsstufen und durch Tunnel nach oben, die Aussicht über das Tal ist weit. Wer nicht wandert, fährt mit dem Auto direkt hin.

Kann man das Ihlara-Tal ohne Tour besuchen?

Mit Mietwagen ohne Probleme: Du parkst am Haupteingang, wanderst bis Belisırma und nimmst dort ein Taxi zurück zum Auto. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es mühsam, weil du über Aksaray umsteigen musst. Viele kombinieren das Tal deshalb mit einer Tagestour ab Göreme, die auch eine unterirdische Stadt und Selime einschließt.

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Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

UNESCO World Heritage Centre: Göreme National Park and the Rock Sites of Cappadocia; Turkish Museums: Nevşehir Göreme Archaeological Site (Museum Pass Cappadocia); Go Türkiye: Cappadocia.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.