Glossar · Stadt und Architektur

Bazar: Bedeutung und Erklärung für Reisende

Bazar ist ein persisches Wort für Markt. Im Deutschen schreibt man es Bazar oder Basar, beides ist richtig. Gemeint ist ein überdachter Markt mit vielen Läden, wie der Große Basar in Istanbul oder der Khan el-Khalili in Kairo. Im arabischen Raum heißt dasselbe meist Souk.

Bazar: Bazar (persisch bazar, Markt) bezeichnet einen orientalischen Markt, oft ein überdachtes Netz aus Gassen und Hallen mit Läden nach Waren geordnet.

Kurz erklärt

Wortsinnpersisch bazar, Markt
SchreibweisenBazar und Basar, beide üblich
Türkischçarşı, der Markt; Kapalıçarşı, überdachter Markt
KernBedesten, die verschließbare Halle für Wertvolles
ArabischSouk oder Souq
Bekannte BeispieleGroßer Basar, Gewürzbasar, Khan el-Khalili
Auf dieser Seite

Gewölbe, Lampen, Goldschmiede, ein Händler, der dir Tee anbietet: So stellen sich viele einen orientalischen Markt vor, und meist steht dabei das Wort Bazar im Kopf. Die Bedeutung ist schlicht Markt, doch hinter dem Begriff steckt eine eigene Geschichte, die von Persien über das Osmanische Reich bis in deutsche Kirchengemeinden reicht. Diese Erklärung für Reisende zeigt, woher das Wort kommt, wie man es schreibt und wie sich ein Bazar vom Souk unterscheidet. Weitere Begriffe findest du im Orient-Glossar.

Herkunft und Schreibweise

Bazar stammt aus dem Persischen und heißt Markt. Über Handelskontakte mit Persien und dem Osmanischen Reich kam das Wort in die europäischen Sprachen. Im Deutschen sind zwei Schreibweisen verbreitet: Basar, die eingedeutschte Form, und Bazar, die näher am Original liegt. Ausgesprochen werden beide gleich, mit Betonung auf der zweiten Silbe: Ba-SAR.

Im Deutschen hat das Wort zusätzlich eine eigene Bedeutung bekommen. Ein Weihnachtsbasar in der Gemeinde oder ein Basar in der Schule ist ein Verkauf für einen guten Zweck. Mit dem orientalischen Markt hat das nur noch den Namen gemeinsam.

Wie ein Bazar aufgebaut ist

Der klassische Bazar in Istanbul, Bursa oder Izmir ist ein Netz aus überdachten Gassen und Hallen. In seinem Kern steht ein Bedesten, eine massive, gewölbte Halle mit dicken Mauern und schweren Toren. Dort lagerten Händler Schmuck, Stoffe und Waffen, also alles, was wertvoll war. Abends wurden die Tore verschlossen. Um den Bedesten herum wuchsen Ladengassen, die Gewerbe hatten jeweils ihren eigenen Abschnitt. Dazwischen lagen Hans, Karawansereien mit Innenhof, in denen Händler wohnten, Waren lagerten und Werkstätten arbeiteten.

Im Türkischen heißt der Markt çarşı. Kapalıçarşı, der Name des Großen Basars, bedeutet wörtlich überdachter Markt.

Beispiele aus mehreren Ländern

Der Große Basar in Istanbul ist das bekannteste Beispiel. Laut türkischer Tourismusbehörde hat er 61 überdachte Gassen und rund 4.500 Läden, und sein Kern sind die beiden ältesten Hallen, der İç Bedesten und der Sandal Bedesten. Um sie herum ist der Markt ab dem 15. Jahrhundert gewachsen, nach Bränden und Erdbeben wurde er mehrfach erneuert. Gleich in der Nähe, am Goldenen Horn, liegt der Gewürzbasar, auf Türkisch Mısır Çarşısı, also Ägyptischer Basar. Er wurde in den 1660er-Jahren als Teil der Stiftung der Neuen Moschee gebaut, die Ladenmieten finanzierten Moschee und Armenküche.

In Izmir heißt das Marktviertel Kemeraltı, ein weitläufiges Gassengewirr mit alten Hans und Kaffeehäusern. In Kairo spricht man auf Deutsch vom Basar Khan el-Khalili, der auf eine Karawanserei aus dem 14. Jahrhundert zurückgeht. In Marokko, Tunesien und am Golf sagt man dagegen fast immer Souk, auch wenn Reiseprospekte gern vom Basar sprechen.

Bazar, Souk, Çarşı: die Abgrenzung

Ein Bazar und ein Souk sind in der Sache dasselbe: ein traditioneller Markt mit vielen kleinen Läden, nach Waren geordnet, mit Handeln um den Preis. Der Unterschied liegt in der Sprache und damit in der Region.

Wort Sprache Wo du es liest
Bazar, Basar Persisch, Deutsch Türkei, Ägypten in deutschen Texten, Iran
Çarşı Türkisch Namen von Märkten in der Türkei
Souk, Souq Arabisch Marokko, Tunesien, Golfstaaten, Jordanien
Bedesten Türkisch Kernhalle eines osmanischen Marktes

Architektonisch gibt es eine Tendenz: Osmanische Bazare haben oft gemauerte Kuppeln und Gewölbe, viele arabische Souks sind mit Holz oder Schilf überdacht oder bestehen aus offenen Gassen. Eine feste Regel ist das aber nicht.

Auch der Ablauf ist ähnlich. In beiden Fällen sitzen Händler gleicher Waren nebeneinander, gezahlt wird bar oder bei größeren Beträgen mit Karte, und ein Glas Tee gehört bei längeren Verhandlungen dazu. Wer in Marrakesch gelernt hat, wie ein Souk funktioniert, kommt im Großen Basar sofort zurecht und umgekehrt.

Was du als Reisender davon hast

Ein Bazar ist ein Ort zum Schauen, Vergleichen und Handeln. Komm am Vormittag, wenn es noch ruhig ist, und lass dir für die erste Runde Zeit, ohne etwas zu kaufen. Bei Teppichen, Leder und Souvenirs wird verhandelt, bei Gold zählt der Grammpreis plus Verarbeitung. Wie du freundlich und erfolgreich handelst, steht im Glossar unter Feilschen.

Noch ein Tipp für Istanbul: Der Große Basar ist sonntags geschlossen, der Gewürzbasar meist geöffnet (Stand November 2026). Wer nur einen Tag hat, kann also beides auf verschiedene Tage legen und vermeidet so das größte Gedränge.

Wer sich für Architektur interessiert, sollte im Großen Basar nicht nur die Hauptgassen ablaufen. Die ruhigen Hans am Rand, in denen bis heute Werkstätten arbeiten, zeigen, wie ein Markt früher funktionierte: unten Lager und Läden, oben Kammern, dazwischen ein Hof, in dem gehandelt, gewogen und verpackt wurde. Was eine solche Anlage leistete, erklärt der Eintrag Karawanserei.

Häufige Fragen

Schreibt man Basar oder Bazar, wenn man den Markt in Istanbul meint?

Beides ist im Deutschen üblich. Basar mit s ist die häufigere, eingedeutschte Form und steht in den meisten Reiseführern, etwa beim Großen Basar in Istanbul. Bazar mit z ist näher am persischen Original und im Englischen und Französischen Standard. Auf orient-reise.de steht in Eigennamen die eingeführte deutsche Form, also Großer Basar, beim allgemeinen Begriff findest du beide.

Was bedeutet Çarşı auf Türkisch, und was ist ein Bedesten?

Çarşı ist das türkische Wort für Markt oder Geschäftsstraße, Kapalıçarşı heißt wörtlich überdachter Markt und ist der türkische Name des Großen Basars. Ein Bedesten ist eine massive, gewölbte Halle mit schweren Toren im Kern eines osmanischen Marktes. Dort lagerten und verkauften Händler Schmuck, Stoffe und andere wertvolle Waren, nachts wurde sie verschlossen und bewacht.

Ist der Khan el-Khalili in Kairo ein Bazar oder ein Souk?

Beides, je nach Sprache. Im Deutschen nennt man ihn meist Basar, auf Arabisch ist er ein Souk, und der Name selbst kommt von einer Karawanserei, einem Khan, die ein Emir im 14. Jahrhundert dort errichten ließ. Heute meinen die Menschen in Kairo damit das ganze Gewirr aus Gassen zwischen dem al-Hussein-Platz und der Muizz-Straße.

Weiterlesen

Das passt dazu

Quellen und offizielle Informationen

Go Türkiye: Grand Bazaar, İstanbul; UNESCO World Heritage Centre: Historic Cairo.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.