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Die meisten Regeln in Dubai merkst du im Urlaub gar nicht. Du gehst an den Strand, isst abends im Restaurant, trinkst vielleicht ein Glas Wein in der Hotelbar, und niemand stört sich daran. Ärger entsteht fast immer an denselben Stellen: beim Handy, bei Gefühlen in der Öffentlichkeit, bei Medikamenten im Gepäck und bei Kleinigkeiten in der Metro. Diese Seite sortiert, was Touristen erlaubt ist und was nicht, nach Situationen und nennt die Strafen so, wie das Auswärtige Amt sie beschreibt. Die Verbote sind klar, und wer sie kennt, muss sich keine Sorgen machen.
Die allgemeinen Reisetipps zu Geld, Zeit und Kleidung stehen bei den Reisetipps für Dubai, den Überblick über Stadtviertel und Planung im Dubai Reiseführer. Hier geht es nur um die Frage: Darf ich das?
Erlaubt oder nicht? Die Übersicht nach Situation
| Situation | Erlaubt | Nicht erlaubt |
|---|---|---|
| Strand und Pool | Bikini, Badehose, Sonnenbaden | Badekleidung auf Promenade, in Lobby und Mall |
| Mall, Altstadt, Museum | Shorts bis zum Knie, T-Shirt | sehr kurze Röcke, schulterfreie Tops, durchsichtige Stoffe |
| Hotel | Doppelzimmer für Unverheiratete, Alkohol in der Bar | lautes, betrunkenes Auftreten in der Lobby |
| Straße und Promenade | Händchenhalten | Küssen, Alkohol trinken, betrunken sein |
| Metro, Bus, Tram | Wasser in der Tasche | essen, trinken, Alkohol dabeihaben |
| Handy und Kamera | Gebäude, Landschaft, eigene Mitreisende | Fremde ohne Zustimmung, Militär, Flughäfen, Paläste |
| Online | sachliche Bewertungen | Beleidigungen, Spott, harte Kritik am Staat |
Die Tabelle zeigt die Faustregeln. Wo es um echte Strafen geht, stehen die Details in den folgenden Abschnitten.
Kleidung und Zuneigung in der Öffentlichkeit
Für Frauen gibt es keine besonderen Beschränkungen, sie bewegen sich allein, fahren Auto und gehen aus. Eine Abaya oder ein Kopftuch erwartet niemand, ein Tuch brauchst du nur für die Moschee. Bei der Kleidung rät das Auswärtige Amt allen zur Zurückhaltung: keine schulterfreien Oberteile, keine sehr kurzen Röcke. Was du für welche Gelegenheit einpackst, erklärt der Ratgeber Kleidung im Orient.
Bei Gefühlen ist die Linie klar. Öffentliche Zärtlichkeiten sind verboten, ein Kuss auf der Promenade kann eine Anzeige nach sich ziehen. Händchenhalten fällt bei Paaren meist nicht auf. Unverheiratete Paare dürfen zusammen in einem Zimmer wohnen, das ist ausdrücklich nicht strafbar. Verboten sind laut Auswärtigem Amt dagegen „Cross-dressing“, Prostitution und homosexuelle Handlungen, die bei Anzeige verfolgt werden.
Alkohol, Drogen und Medikamente
Alkohol ist in Dubai erlaubt, aber nur an lizenzierten Orten: in Hotels, Bars, Restaurants und lizenzierten Geschäften. Trinken auf der Straße oder am öffentlichen Strand ist strafbar, ebenso Trunkenheit in der Öffentlichkeit. Am Steuer gilt null Promille. Im Nachbaremirat Sharjah ist Alkohol komplett verboten. Die Unterschiede zu den anderen Ländern der Region stehen bei Alkohol im Orient.
Bei Drogen gibt es keine Toleranz. Schon kleinste Mengen unter 0,1 Gramm, im Gepäck, an der Kleidung oder im Körper, können laut Auswärtigem Amt zu langen Haftstrafen führen. Das gilt auch für Transitreisende. Bluttests können Konsum nachweisen, der vor der Einreise lag. CBD-Öl und Lebensmittel mit Hanfgeschmack zählen als Drogen.
Die meisten Medikamente sind kein Thema: Kopfschmerztabletten, Mittel gegen Durchfall oder Allergien nimmst du ganz normal mit. Heikel sind Mittel mit Betäubungsmitteln oder psychotropen Wirkstoffen. Für sie gilt laut Gesundheitsministerium MOHAP:
- höchstens der Bedarf für drei Monate
- ein Rezept, nicht älter als drei Monate, mit Name, Wirkstoff, Dosis und Behandlungsdauer
- am besten zusätzlich eine englische ärztliche Bescheinigung
- bei Ankunft beim Zoll anmelden, wenn du keine Genehmigung vorab hast
Die Vorab-Genehmigung ist kostenlos, braucht aber einen Zugang über UAE PASS, den Touristen nicht immer bekommen. Eine öffentliche Liste der betroffenen Wirkstoffe gibt es nicht. Im Zweifel fragst du bei der Botschaft der VAE nach. Alles zu Pass und Zoll steht bei der Einreise nach Dubai und in die VAE.
Typischer Fehler: Das Schlafmittel oder starke Schmerzmittel lose in der Kulturtasche, ohne Packung und ohne Rezept. Lass Medikamente in der Originalverpackung und trag die Unterlagen im Handgepäck, nicht im Koffer.
Fotos, Videos und Social Media
Hier liegen die Fallen, an die Urlauber am wenigsten denken. Fremde Menschen fotografierst du nur mit Erlaubnis. Wer Bilder anderer ohne deren Einverständnis speichert oder verbreitet, riskiert laut Auswärtigem Amt Geldstrafen bis 500.000 Dirham und Haft. Das betrifft auch das Strandvideo für Instagram, in dem andere Badegäste gut zu erkennen sind.
Tabu sind Aufnahmen von militärischen Anlagen, Häfen, Flughäfen, Herrscherpalästen, Regierungsgebäuden, Botschaften, Öl- und Gasanlagen und Brücken. 2026 kamen ausdrücklich Fotos und Videos im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Region dazu, etwa von Einschlägen, Bränden oder Trümmern. Geräte können beschlagnahmt werden. Drohnen bleiben zu Hause, private Flüge waren 2026 landesweit ausgesetzt. Mehr dazu im Ratgeber Fotografieren im Orient.
Online gilt dieselbe Vorsicht wie auf der Straße:
- Beleidigungen und beleidigende Gesten, auch in Chats oder Kommentaren, können zu Anzeigen führen.
- Sehr kritische Bewertungen von Restaurants oder Hotels und Kritik an den VAE können Ausreisesperren oder Untersuchungshaft auslösen. Sachlich formulierte Kritik ist der sicherere Weg.
- VPN ist strafbar, wenn du damit gegen andere Gesetze verstößt, etwa gesperrte Seiten aufrufst oder geschützte Inhalte herunterlädst.
Worte, Gesten und Streit
Ein Mittelfinger im Stau, ein lautes Wort im Streit mit dem Taxifahrer: In Deutschland bleibt das meist folgenlos, in Dubai kann es eine Anzeige werden. Schon die Anzeige kann eine Ausreisesperre auslösen. Bleib in Konflikten ruhig und hol im Zweifel das Hotelpersonal oder die Polizei dazu.
Ähnlich ernst sind Äußerungen über Religion. Was in Deutschland als Meinung durchgeht, kann als Beleidigung des Islam verfolgt werden, Missionieren ist verboten. Wer den Staat oder seine Gründer verhöhnt, dem drohen laut Auswärtigem Amt bis zu fünf Jahre Haft und bis zu 500.000 Dirham. Und eine Regel, die viele überrascht: Wer eine Fundsache einsteckt, auch um sie zurückzugeben, kann wegen Diebstahls belangt werden. Gib gefundene Handys oder Geldbörsen direkt beim Personal oder bei der Polizei ab.
Kleine Verbote mit festen Bußgeldern
Im Alltag begegnen dir die meisten Verbote in Dubais öffentlichem Verkehr. Seit Februar 2026 gilt dort ein neuer Bußgeldkatalog. Wie die Karten und Linien funktionieren, steht bei Dubai Metro, Tram und Bus.
| Verstoß in Metro, Tram oder Bus | Bußgeld (Stand November 2026) |
|---|---|
| Essen oder Trinken, wo es verboten ist | 100 AED |
| Bereich für Frauen und Kinder oder Gold Class ohne Berechtigung | 100 AED |
| ohne gültiges Ticket fahren | 200 AED |
| Karte einer anderen Person nutzen | 200 AED |
| Rauchen | 200 AED |
| alkoholische Getränke dabeihaben | 500 AED |
Im Fastenmonat kommen weitere Regeln dazu, vor allem zum Essen und Trinken in der Öffentlichkeit. Was dann tagsüber gilt und wie sich Öffnungszeiten ändern, erklärt die Seite zu Ramadan in Dubai.
Gut zu wissen: Der öffentliche Raum in Dubai ist flächendeckend videoüberwacht. Das hilft, wenn dir etwas gestohlen wird, heißt aber auch, dass Verstöße häufiger auffallen als zu Hause.
Wenn doch etwas passiert
Die meisten Verstöße enden mit einem Bußgeld. Ernster wird es, wenn jemand Anzeige erstattet. Dann kann die Polizei eine Ausreisesperre verhängen, und die kann laut Auswärtigem Amt monatelang dauern, bis der Fall geklärt ist. Auch alte, offene Forderungen aus früheren Geschäften können noch Jahre später bei Einreise oder Umstieg zu einer Festnahme führen. Für Drogenhandel kann laut Auswärtigem Amt die Todesstrafe verhängt werden, auch gegen Ausländer.
Wenn du festgehalten wirst, bestehe darauf, dass die deutsche Auslandsvertretung informiert wird, und unterschreib nichts, was du nicht verstehst. Bewahre Rezepte und Quittungen auf, bis du wieder zu Hause bist.
Unser Rat: Drei Gewohnheiten schützen dich vor fast allem: kein Alkohol außerhalb lizenzierter Orte, keine Fotos von Fremden und kein Ärger im Netz. Der Rest ist Rücksicht, die dir in Dubai ohnehin niemand übelnimmt, wenn du dich einmal vertust.
Häufige Fragen
Dürfen unverheiratete Paare in Dubai zusammen im Hotelzimmer übernachten?
Ja. Laut Auswärtigem Amt ist das Zusammenleben unverheirateter Paare verschiedenen Geschlechts in den Emiraten nicht strafbar, ein gemeinsames Zimmer ist also kein Problem. Anders sieht es mit Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit aus: Küsse in der Lobby, am Strand oder in der Mall sind verboten. Händchenhalten fällt in der Regel nicht weiter auf, mehr solltest du dir für das Zimmer aufheben.
Welche Medikamente können bei der Einreise nach Dubai Ärger machen?
Vor allem Mittel, die Betäubungsmittel oder psychotrope Wirkstoffe enthalten. Eine öffentliche Wirkstoffliste gibt es nicht, betroffen sein können zum Beispiel starke Schmerzmittel oder Schlafmittel. CBD-Öl gilt als Droge. Nimm ein aktuelles Rezept und eine englische ärztliche Bescheinigung mit, melde kontrollierte Mittel beim Zoll an und frag im Zweifel die Botschaft der VAE.
Was dürfen Frauen in Dubai nicht, was Männer dürfen?
Laut Auswärtigem Amt gibt es für Frauen keine besonderen Beschränkungen. Sie dürfen allein unterwegs sein, Auto fahren, ins Restaurant und in die Bar gehen. Ein Kopftuch ist nur in Moscheen nötig. Für die Kleidung gilt für alle dieselbe Zurückhaltung außerhalb von Strand und Pool. In Metro und Tram gibt es eigene Bereiche für Frauen und Kinder, die Männer nicht betreten dürfen.
Was passiert, wenn man in Dubai als Tourist gegen ein Gesetz verstößt?
Bei kleinen Verstößen wie Essen in der Metro bleibt es meist beim Bußgeld. Bei Anzeigen, etwa nach einem Streit oder einem Posting, kann eine Ausreisesperre folgen, die laut Auswärtigem Amt Monate dauern kann, im Ernstfall auch Untersuchungshaft. Bei Drogen sind die Strafen hart. Wer festgenommen wird, sollte darauf bestehen, dass die deutsche Auslandsvertretung informiert wird.




