Glossar · Alltag und Kultur

Abaya: Bedeutung und Erklärung für Reisende

Die Abaya ist ein langes, weites Übergewand, das viele Frauen am Golf über ihrer Kleidung tragen, traditionell in Schwarz. Für Touristinnen ist sie in keinem der zehn Länder Pflicht, auch nicht in Saudi-Arabien. In manchen großen Moscheen kannst du am Eingang eine leihen, verlassen solltest du dich darauf nicht.

Abaya: Die Abaya ist ein langes, weites Übergewand für Frauen, das am Golf über der Alltagskleidung getragen wird, traditionell in Schwarz.

Kurz erklärt

Was es istlanges, weites Übergewand für Frauen
Farbetraditionell schwarz, heute oft mit Stickerei
Verbreitet inVAE, Katar, Oman, Bahrain, Saudi-Arabien
Dazu getragenShayla (Kopftuch), selten Niqab oder Burqa
Pflicht für Besucherinnenin keinem der zehn Länder
Leihen möglichz. B. an der Sultan-Qaboos-Moschee in Muscat
Auf dieser Seite

Wer zum ersten Mal in Dubai, Doha oder Muscat ankommt, sieht sie sofort: Frauen in langen, schwarzen Gewändern, die fast bis zum Boden reichen. Das ist die Abaya. Hier findest du als Erklärung für Reisende, welche Bedeutung das Kleidungsstück hat, wie es sich von Hidschab oder Niqab unterscheidet und was du als Besucherin anziehst. Verwandte Begriffe aus Alltag und Kultur stehen im Orient-Glossar.

Was das Wort bedeutet

Abaya kommt aus dem Arabischen und wird A-BA-ja ausgesprochen, mit Betonung auf der zweiten Silbe. Ursprünglich stand das Wort allgemein für einen weiten Umhang. Heute meint es am Golf fast immer das lange Übergewand der Frauen.

Zur Herkunft der heutigen Form gibt es keine einfache Geschichte. Sicher ist: Die Abaya ist eine regionale Tradition der Arabischen Halbinsel. Viele Musliminnen verbinden sie mit dem Gebot zurückhaltender Kleidung, eine bestimmte Form schreibt der Islam aber nicht vor. Deshalb sieht Alltagskleidung in Kairo, Istanbul oder Fès ganz anders aus als in Doha.

In den Emiraten und in Katar gilt die Abaya zusammen mit der Kandura der Männer als Teil der Nationalkleidung. Viele Einheimische tragen sie bewusst im Alltag, im Büro wie in der Mall. In Ländern, in denen ein großer Teil der Bevölkerung aus dem Ausland stammt, ist das auch ein sichtbares Zeichen, wer von hier ist.

Wie eine Abaya aussieht und getragen wird

Die Abaya ist lang, weit und fällt locker vom Schulterbereich. Das Kulturministerium von Abu Dhabi beschreibt sie als traditionell schwarz, moderne Formen tragen oft farbige Stickerei an Kragen oder Ärmeln. Darunter tragen Frauen ganz normale Kleidung, lokal oder westlich, vom Kleid bis zur Jeans.

Zur Abaya gehört meist die Shayla, ein dünnes, oft schwarzes Tuch über dem Haar. Manche Frauen bedecken zusätzlich das Gesicht. In den Emiraten siehst du bei älteren Frauen noch die Burqa, eine metallisch schimmernde Maske, die Teile des Gesichts bedeckt. Mit der afghanischen Burka hat sie außer dem Namen wenig zu tun.

Abayas sind längst auch Mode. In Malls und Souks gibt es sie in Stoffen und Schnitten für jeden Anlass, im Souq Waqif in Doha etwa in den Stoff- und Kleidungsläden.

Formen und Abgrenzung

Viele Begriffe werden durcheinandergeworfen. Die Übersicht hilft:

Begriff Was es ist Wo verbreitet
Abaya langes, weites Übergewand Golfstaaten
Shayla dünnes Tuch über dem Haar Golfstaaten
Hidschab allgemein Kopftuch, im weiteren Sinn zurückhaltende Kleidung überall
Niqab Schleier, der das Gesicht bis auf die Augen bedeckt regional, nicht die Mehrheit
Burqa (Golf) metallisch schimmernde Gesichtsmaske vor allem ältere Frauen in den VAE
Kaftan festliches, oft farbiges Gewand ohne Kapuze Marokko
Dschellaba Gewand mit Kapuze für Frauen und Männer Marokko

Das männliche Gegenstück am Golf ist die weiße Kandura, die im Oman Dishdasha und in Katar Thobe heißt.

Beispiele aus mehreren Ländern

Wo dir die Abaya als Reisende konkret begegnet:

  • Abu Dhabi: Für die Scheich-Zayid-Moschee brauchst du keine Abaya, aber lange, weite Kleidung und ein Kopftuch. Komm gleich passend angezogen.
  • Muscat: An der Sultan-Qaboos-Moschee gibt es einen Laden, in dem du Abaya und Kopftuch leihen kannst. Zur Hauptzeit ist die Auswahl knapp.
  • Manama: In der Al-Fateh-Moschee fragst du am Eingang nach einer Abaya, wenn deine Kleidung nicht reicht.
  • Riad und Jeddah: Viele Saudis tragen sie, für Touristinnen ist sie laut den Saudi-Arabien Reisetipps keine Pflicht.
  • Dubai: In Wasserparks ist sie im Becken nicht erlaubt, dort gelten Badekleidungsregeln, auch Burkini ist zugelassen.

Was Besucherinnen tragen sollten

Die Grundregel ist überall gleich: locker sitzende Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, nichts Durchsichtiges. Für Moscheen kommen lange Ärmel, lange Hosen oder Röcke und ein Tuch über dem Haar dazu. Eine Abaya brauchst du dafür nicht. Was in welchem Land gilt und was auf die Packliste gehört, erklärt der Ratgeber Kleidung im Orient.

Ein paar Kleidertipps aus der Praxis, die mehr bringen als jede Leih-Abaya:

  • Stoffe: Leinen und Baumwolle sind bei 35 Grad angenehmer als Synthetik, und weite Schnitte kühlen besser als enge.
  • Klimaanlage: Malls, Metro und Hotels sind stark gekühlt. Eine dünne Strickjacke oder ein Tuch gehört ins Tagesgepäck.
  • Ramadan: Im Fastenmonat kleiden sich auch Besucherinnen tagsüber etwas zurückhaltender, vor allem in Altstadt und Souk.
  • Strand: Bikini und Badeanzug trägst du an Strand und Pool, auf dem Weg dorthin ziehst du etwas darüber.

Unser Rat: Ein großes, leichtes Baumwolltuch im Tagesgepäck ersetzt fast jede Leih-Abaya. Es dient als Kopftuch in der Moschee, als Schulterschutz gegen Sonne und als Decke gegen die kalte Klimaanlage im Bus.

Frauen in Abaya fotografierst du nur nach Frage, das gilt am Golf noch strenger als anderswo. Warum das so ist und wie du freundlich fragst, steht bei Fotografieren im Orient. Und wenn du dir eine kaufst: Eine Abaya als Souvenir oder als bequemes Überkleid ist völlig in Ordnung.

Häufige Fragen

Wie heißt das Gewand, das Männer am Golf passend zur Abaya tragen?

Männer tragen das lange, meist weiße Hemdgewand, das in den Emiraten Kandura heißt, im Oman Dishdasha und in Katar oder Saudi-Arabien Thobe. Zu feierlichen Anlässen kommt darüber oft ein dünner Umhang mit Goldborte, der Bisht. Eine Abaya für Männer gibt es im heutigen Sprachgebrauch nicht, auch wenn das Wort früher allgemein für Umhänge stand.

Brauche ich für eine Rundreise durch Saudi-Arabien eine eigene Abaya im Koffer?

Nein. Touristinnen müssen in Saudi-Arabien weder Abaya noch Kopftuch tragen. Üblich sind weite Schnitte, bedeckte Schultern und Kleidung mindestens bis übers Knie. Pack ein großes, leichtes Tuch ein, das du in Moscheen über das Haar legst und sonst gegen Sonne und Staub nutzt. Wer sich wohler fühlt, kann vor Ort eine Abaya kaufen, nötig ist es nicht.

Ist es unhöflich, sich im Souk eine Abaya zu kaufen und sie zu tragen?

Nein, in den Läden von Souq Waqif oder in den Malls kaufen viele Besucherinnen eine, und die Verkäuferinnen beraten gern. Unpassend wirkt es nur, wenn die Abaya als Kostüm für Fotos dient, etwa vor einer Moschee. Getragen wie gedacht, also als Überkleid über normaler Kleidung, fällt sie niemandem negativ auf.

Weiterlesen

Das passt dazu

Quellen und offizielle Informationen

Department of Culture and Tourism Abu Dhabi: Emirati Culture and Traditions (Kleidung, Majlis).

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.